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Bürgerbeteiligung in Moabit und im Bezirk Mitte im Fokus des Stadtteilplenums Moabit West im Februar 2018



Das Büro für Bürgerbeteiligung von Mitte stellt Kira Möller vor
Kira Möller, links im Bild: Moderatorin Susanne Torka

Annika Spellenberg und Du’a Abu Ta’a von der Kontakt- und Beratungsstelle Psychosoziale Initiative Moabit e.V.

Sabrina Veser von der Servicestelle Jugendbeteiligung

Aischa Ahmed vom QM Moabit West

Über das Stadtteilplenums Moabit West im Februar 2018

von Gerald Backhaus

Der Moabiter Ratschlag e. V. und die S.T.E.R.N. GmbH luden am 20. Februar 2018 zum Stadtteilplenum in den Nachbarschaftstreff. Rund 40 Gäste waren erschienen, Susanne Torka moderierte. Zunächst ging es um das

Büro für Bürgerbeteiligung im Bezirksamt

Kira Möller vom neuen Büro für Bürgerbeteiligung im Bezirksamt Mitte stellte ihre Arbeit vor. Das Bezirksamt gab sich vor 1,5 Jahren Leitlinien dazu, nach welchen Spielregeln die Bürgerbeteiligung stattfinden soll. Im Vorfeld wurde eine AG aus Mitgliedern von Bürgerschaft, Verwaltung und Politik gegründet, außerdem gab es Interviews mit Akteuren. Man initiierte eine öffentliche Bürgerwerkstatt sowie einen Online-Dialog. Die „Grundsätze für gute Bürgerbeteiligung“ liegen nun auf 21 Seiten vor. 

Als neun wichtigste Punkte benannte Kira Möller im Plenum: 

- Frühzeitigkeit, d.h. sobald neue Idee entstehen, sollten sie bekannt gemacht werden.

- Ergebnisoffene Prozesse 

- Ohne einen gewissen Gestaltungsspielraum ist eine Beteiligung wenig sinnvoll. Es sollte daher immer auch auf Grenzen wie den jeweiligen rechtlichen Rahmen hingewiesen werden.

- Alle Bevölkerungsgruppen sollen beteiligt werden: vor Ort, online und ohne Hürden (Barrierefreiheit, leichte Sprache)

- Interessenvielfalt anerkennen und lösungsorientierten Umgang auch bei Kontroversen gewährleisten

- Dialogbereitschaft auf allen Seiten

- Verbindlichkeit

- Eine zeitnahe Dokumentation der Ergebnisse sollte gewährleistet werden, z.B. durch einen zusammenfassenden Bericht nach einer Veranstaltung.

- Genug personelle, finanzielle und zeitliche Ressourcen für die Umsetzung von Bürgerbeteiligungen seitens der Verwaltung bereitstellen. 

Im Bezirk Mitte gibt es seit Dezember 2017 das Büro für Bürgerbeteiligung. Es ist das erste seiner Art in ganz Berlin und angesiedelt in der Abteilung Sozialraumorientierte Planungskoordination. Dieses Büro mit der bislang einzigen Mitarbeiterin Kira Möller dient dazu, die bezirklichen Fachämter bei der Planung und Umsetzung von Beteiligungsverfahren zu unterstützen sowie Bürgerinnen und Bürger zu Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren. Kira Möller studierte an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) Kulturwissenschaften und Europäische Studien und war als Projektmanagerin bei der Agentur Zebralog tätig. Aktuell beschäftigt sie sich mit einem Konzept dazu, wie die Leitlinien zur Bürgerbeteiligung mit Leben erfüllt werden können. Dieses Konzept wird ihr als Arbeitsgrundlage dienen und veröffentlicht. Später soll es als Grundlage zu einer Evaluierung dienen.

Vorhabenliste

In dieser Liste sammelt Kira Möller alle laufenden und geplanten Vorhaben im Bezirk Mitte. Dazu sollen alle Fachämter eine Art Steckbrief ausfüllen, in dem u.a. die Kosten, der aktuelle Stand der Vorhaben sowie die Frage, ob eine Bürgerbeteiligung geplant ist, angegeben wird. Die Liste wird auf die bezirkliche Webseite kommen und soll regelmäßig aktualisiert werden. 

Zur Initiierung von Beteiligungsverfahren berät Kira Möller gern. Das kann nach zwei Szenarien ablaufen:

Szenario A: Anregung von Verfahren zu Projekten, die bereits auf der Vorhabenliste zu finden sind. Dabei geht es um Anregungen über die Verwaltung oder die BVV sowie um eine Prüfung anhand von Kriterien, ob im konkreten Fall eine Beteiligung sinnvoll ist. Falls das Bezirksamt keine Beteiligung durchführen möchte, besteht die Möglichkeit eines Widerspruchs bei der BVV. 

Szenario B: Wenn Vorhaben noch nicht auf der Liste stehen, kann man einen schriftlichen Vorhabenvorschlag formulieren - ein Vordruck dazu wird aktuell von Kira Möller erarbeitet - und diesen der BVV vorlegen. Die BVV gibt ggf. ein Ersuchen an das Bezirksamt weiter, das prüft und nimmt das Projekt evtl. in die Vorhabenliste auf.

Kira Möller erstellt aktuell aus den sehr theoretischen Leitlinien eine achtseitige Broschüre mit prägnanten kurzen Texten und grafischen Darstellungen. Auch diese Publikation soll gedruckt und öffentlich ausgelegt sowie online veröffentlicht werden. Zudem macht Kira Möller auch Öffentlichkeitsarbeit, ordnet bezirkliche Webseiten und Dokumente neu. Das kann man hier verfolgen: www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/buergerbeteiligung

Kontakt: Büro für Bürgerbeteiligung, Kira Möller, Rathaus Wedding, Raum, Tel. (030) 9018 42393, E-Mail: Kira.moeller[at]ba-mitte.berlin[.]de Leitlinien und weitere Dokumente: www.berlin.de/ba-mitte/aktuelles/buergerbeteiligung

Ein Anwohner fragte nach drei möglichen Bereichen für Bürgerbeteiligung, an was denken Sie da? - Kira Möller: An die Umgestaltung von Straßen, um dabei auch andere Blickwinkel einzuholen sowie an Spielplatz- und Schulhof-Umgestaltungen zusammen mit Kindern und Jugendlichen, außerdem z.B. an einen Lärm-Aktionsplan.

Ewald Zimmermann, Gast vom Hansaplatz, berichtet, dass dort bereits mehrere Bürgerwerkstätten und Beteiligungsverfahren ausgerollt wurden. Der Ansatz von Kira Möller könne ein Volltreffer werden. Er wünscht ihr viel Glück. Da es so viele Gremien der Zivilgesellschaft in Mitte gibt, solle sie sich ihre Zeit gut einteilen, um direkt zu diesen Gremien zu kommen und nicht nur online zu wirken. 

Susanne Torka: Gibt es die bezirkliche Vorhabenliste nur online? Das reicht nicht, sie sollte unbedingt in den drei Rathäusern ausliegen usw., damit sie auch für nicht-internetaffine Bürgerinnen und Bürger zugänglich ist.

Matthias Schnauss vom Moabiter Ratschlag e.V.: Wie arbeiten Sie mit den Fachämtern zusammen? Er stellt es sich schwierig vor, so ein Bindeglied zwischen Behörden und Bevölkerung zu sein. - Kira Möller: Ich bin gerade dabei, mich innerhalb der Fachämter bekannter zu machen und plane einen Workshop innerhalb der Verwaltung, um dort die Angst vor mehr Bürgerbeteiligung zu nehmen. Noch existiert leider das Vorurteil, dass sie für Ärger und Mehrarbeit sorgt. Ich dagegen finde, dass sie einen Mehrwert bringt. 

Kann man an Sie auch Fragen vor einer Bürgerbeteiligung stellen, um Rat dafür einzuholen? - Kira Möller: ich kann die Fragen gern weiterleiten, aber keine Garantie auf eine Antwort geben. Allerdings kann ich bei den Fachämtern immer mal nachhaken.

Jürgen Schwenzel, Gründungsmitglied des Moabiter Ratschlags e.V.: Wo sehen Sie Bürgerbeteiligung in Abgrenzung zu reiner Information? - Kira Möller: Umfassende Information ist die Grundlage für jede Bürgerbeteiligung, sie reicht aber nicht aus. Es sollte immer die Möglichkeit geben, dazu Rückmeldungen zu geben, die von Verwaltung und Politik Ernst genommen werden. Wenn es aus rechtlichen Gründen keinen Spielraum gibt, sollte über die Planungen wenigstens umfassend informiert werden.

Manche Bürgerbeteiligungsverfahren betreffen nicht nur bezirkliche Vorhaben, wie ist es bei den Vorhaben des Landes Berlin? Auch der Senat beschäftigt sich mit entsprechenden Leitlinien. Haben Sie Ideen, wie es transparent kommuniziert werden kann, dass Bürgerbeteiligungen ein sinnvolles Instrument sind? - Kira Möller: Auch auf der Landesebene wird gerade die Maske für eine Vorhabenliste erarbeitet. Sie soll auf der Webseite für Bürgerbeteiligung https://mein.berlin.de veröffentlicht werden. Neben Mitte sind die Bezirke Lichtenberg und Treptow-Köpenick da schon recht aktiv. Ich selbst kann bei Unklarheit helfen, welches Projekt auf welcher Ebene angesiedelt ist.

Anwohner: Ich bekomme einen Schreck wegen dieser ganzen Formalisierung (21 Seiten). Sie erschwert eher die Bürgerbeteiligung, und man braucht „Profibürger“, die das alles verstehen. Für eine direkte Beteiligung sollte es einfachere präzise Regeln geben. Und wie wird Ihr Erfolg in drei Jahren aussehen? - Kira Möller: Ein langfristiges Vertrauen und eine Annäherung zwischen Bürgern und Verwaltung herzustellen, das wäre ein Erfolg! 

Ewald Zimmermann sieht es ähnlich dynamisch und fragt, wie normale Bürger mit selbsternannten Fachleuten mithalten sollen. Durch eine Beratung von Kira Möller? Er befürchtet insofern eine übermäßige Inanspruchnahme des neuen Büros für Bürgerbeteiligung, um die an Beteiligung Interessierten kompetent zu machen. Außerdem habe es bisweilen Enttäuschungen gegeben, wenn z.B. Stadträte etwas versprachen, was nicht umgesetzt wurde. Er persönlich denkt aber positiv: „Die Nuss knacken wir gemeinsam!“

Jürgen Schwenzel: Die Unzufriedenheit mit den Ämtern wurde immer größer in den letzten Jahren, aber auch auf der Bürgerseite gab es immer mehr Leute, die quer schießen. Die Herausforderung ist es, nun umzusteuern. Ein konkretes Beispiel sei der Spreeradweg: Die Landesplanungen dazu wurden nicht richtig kommuniziert. Ganz einfache Informationen im lokalen Umfeld wären bei solchen Projekten zu empfehlen!

Ein Anwohner meldete sich zum „Randproblem U-Bahnhof Turmstraße“: Die Situation dort sei nicht schön. Dazu wäre eine Abstimmung unter der Anwohnerschaft gut, um den Kleinen Tiergarten zu verschönern, weil er im Moment in einem sehr negativen Licht erscheint. - Susanne Torka: Was genau sollte da geändert werden, soll der Container weg? - Anwohner: Es sollte dort wieder ordentlicher sein. Das Plenum diskutiert kritisch die Einwürfe und die Frage nach den unterschiedlichen Nutzungsbedarfen im öffentlichen Raum. Ewald Zimmermann schließt die Diskussion mit der Empfehlung, das Thema zu gegebener Zeit, möglicherweise in einem halben Jahr, erneut aufzusetzen, da das nahegelegene neue Schultheiß-Quartier bald eröffnet werde und dadurch eine Änderung der Lage im Park zu erwarten sei. 

Unter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus dem Kiez“ berichteten zwei Mitarbeiterinnen der Kontakt- und Beratungsstelle Psychosoziale Initiative Moabit e.V. über die

Flüchtlingsarbeit der Kontakt- und Beratungsstelle im Bezirk Mitte.

Sie wird seit 1,5 Jahren vom Senat finanziert und dient dazu, erkrankte Geflüchtete in die psychiatrische Regelversorgung zu vermitteln. Das Team um Annika Spellenberg und Du’a Abu Ta’a ist vor allem zuständig für Menschen in Flüchtlingsunterkünften in Mitte und Moabit, für Wedding gibt es eine Extra-Stelle. Die Sozialarbeiterinnen gehen in Unterkünfte und Hostels, um die Menschen vor Ort kennenzulernen und können sie zu zuständigen Ämtern, Ärzten, in Kliniken usw. weiter vermitteln. Im Unterschied zur normalen Sozialarbeit praktiziert das mobile Team also auch aufsuchende Arbeit, „weil es oft schwierig ist, dass die Geflüchteten in einer unbekannten Umgebung irgendwohin zu einer fremden Person kommen.“

Annika Spellenberg zum vorhin angesprochenen Problem im Kleinen Tiergarten: Wir erleben immer wieder, dass Flüchtlinge obdachlos werden und es schwierig für sie ist, in die Unterkünfte zurückzukehren. Manche bekamen dort Hausverbot, z.B. wenn sie im Zimmer rauchten oder es Streit mit der Heimleitung wegen des Essens gab. Es müsse sich strukturell etwas ändern, damit nicht so viele Geflüchtete auf der Straße landen. Dass sie psychologische Fragen haben, liege auf der Hand, wenn sie seit zwei Jahren in einer Massenunterkunft leben. Damit sich ihre Psyche erholen kann, brauchen die Geflüchteten einen sicheren Ort. Doch die soziale Frage steht oftmals zuerst im Vordergrund. So ein Hausverbot gilt übrigens berlinweit, wenn man aus einem Heim hinaus geflogen ist.

Aischa Ahmed vom QM Moabit West: Sind Sie speziell für Geflüchtete tätig, oder auch für Menschen, die schon länger hier leben? - Annika Spellenberg: Finanziert werden wir in erster Linie für die Betreuung von Menschen, die in den Flüchtlingsunterkünften im Bezirk Mitte leben, aber auch wer anonym Hilfe braucht, den beraten wir gern. 

Susanne Torka zu einem konkreten Fall: Eine nach Berlin geflüchtete Frau fand eine eigene Wohnung. Sie war zuvor in psychologischer Behandlung, aber das Problem ist auch nach Beendigung der Therapie nicht gelöst. Ihre Psychologin ging in Rente, und die Patientin möchte jetzt nicht alles bei einer anderen Psychologin noch einmal von vorn aufrollen. Das wäre zu schmerzhaft. Wäre das ein Fall für Sie? - Annika Spellenberg, Psychosoziale Initiative Moabit e.V.: Eine Hilfe im Gruppenkontext wäre vielleicht etwas für diese Frau.

Uli Krüger vom Erzählcafé: Viel Kraft und Durchhaltevermögen für Sie! Psychische Traumatisierung ist ein großes Problem, gerade bei älteren Männern, was oft unterschätzt wird. Die ärztliche Regelversorgung von Geflüchteten war zu Beginn sehr gut, später wurden die beteiligten Praxen aber oft überlastet, u.a. aufgrund von Sprachschwierigkeiten. Wie sehen Sie die Entwicklung in die Regelversorgung? - Annika Spellenberg, Psychosoziale Initiative Moabit e.V.: Wir versuchen, Menschen in die psychiatrische Versorgung zu vermitteln, kennen uns bei den anderen medizinischen Richtungen nicht umfassend aus. In unserem Feld ist es ein großes Problem, dass eigentlich abschließend behandelte Patienten oft wissen nicht, wo sie im Anschluss an einen Klinikaufenthalt hinziehen sollen. Sie werden dann notgedrungen dort behalten.

Kontakt: Psychosoziale Initiative Moabit e.V./ Kontakt- u. Beratungsstelle "Treffpunkt Waldstraße“, Mobile Kontakt- und Beratungsstelle für Geflüchtete, Waldstraße 7 (Seitenflügel), 10551 Berlin, Telefon: 0178 – 1376552 mit Mailbox und Whats App Funktion, E-Mail:kbsmobil[at]waldstrasse[.]de

https://www.waldstrasse7.de/unser-angebot/treffpunkt-waldstra%C3%9Fe/kbs-mobil 

„Begegnung und Begeisterung“ mit der Servicestelle Jugendbeteiligung

Die Jura-Studentin Sabrina Veser ist im Vorstand der Servicestelle Jugendbeteiligung. Sie berichtete im Plenum über die Arbeit ihrer Organisation, die aktuell mit einem vom Quartiersmanagement Moabit West geförderten Projekt "Begegnung und Begeisterung" auch in Moabit aktiv wird. Die Servicestelle Jugendbeteiligung, ein Verein, der bereits 2001 entstand, ist eine Organisation von jungen Menschen (alle hier sind unter 27 Jahre alt) für junge Menschen. Ihr Credo: kein Vordenken durch Erwachsene, sondern die Aktivierung der Jugendlichen. Dazu berät sie auch Kommunen, informiert Jugendliche über beteiligungsrelevante Inhalte und hat sich vor allem die Vernetzung von Jugendinitiativen auf die Fahne geschrieben. Ihre Mission: Wir fördern die Emanzipation junger Menschen und zeigen ihnen Perspektiven. Themenschwerpunkte dabei sind u.a. Inklusion, Demokratieförderung, Digitalisierung und mehr Partizipation in der Schule.

Was bedeutet Beteiligung für uns? Sabrina Veser: „Gefragt und eingebunden zu werden, bis hin zur aktiven Entscheidungsmacht und zur Selbstorganisation.“ Als Projektbeispiele nannte die junge Frau ausgewogene und nicht zu einseitige Dialoge. Dazu bietet ihr Verein Argumentations-Workshops an, um Anfeindungen sowohl on- als auch offline, z.B. in der U-Bahn, wirksam zu begegnen. Die Servicestelle Jugendbeteiligung bietet Unterstützung bei Anträgen zur Jugendjury Berlin, hat eine Online-Landkarte zur „Engagementlandschaft“ entwickelt und betreut den Schüler*innen-Haushalt Die Idee dazu ist, dass es für die Kinder und Jugendlichen ein eigenes Budget gibt, aus dem sie Anschaffungen in der Schule tätigen können. „Wir sind ziemlich breit aufgestellt“, so Sabrina Veser, „und kommen nun nach Moabit mit ‚Begegnung und Begeisterung’, das von Februar 2018 bis Oktober 2019 läuft.“ In diesem Rahmen geplant sind Aktionen und Workshops im Quartier Moabit West, das Veser lieber „Kiez“ nennt. Sie und ihr Team möchten Jugendliche und bereits bestehende Strukturen stärken, keinesfalls wollen sie Neues schaffen, sondern ausdrücklich Bestehendes verknüpfen. Dazu folgen nach einer Bestandsaufnahme Workshops (Argumentationstrainings) sowie Aktionen und Projekte im Kiez, außerdem Partizipationsstammtische und Kiezspaziergänge mit Jugendlichen, z.B. zum Thema, was konkret vor Ort geändert werden sollte. 

Wie Sie uns unterstützen können? „In dem Sie Institutionen zur Kooperation benennen sowie die Informationen über die Servicestelle Jugendbeteiligung weitergeben und andere zum Mitmachen motivieren“, so Sabrina Veser.

Dazu meldete sich der Vorsitzende des Ausschusses für Soziale Stadt und Mitglied im Jugendhilfe-Ausschuss in der BVV. Er recherchiert im Auftrag des Bundesfamilienministeriums aktuell zur Jugendbeteiligung und besuchte Jugendparlamente quer im Land. Schwebt Ihnen dazu etwas Konkretes in Mitte vor? - Sabrina Veser: Nein, wie gesagt planen wir nichts Neues und wollen nichts Bestehendes überlagern. Wir möchten aktivieren. Es sei denn, dass etwas Neues gestartet wird, das unterstützen wir natürlich gern.

Ewald Zimmermann: Ich empfehle Ihnen, die Familienzentren aufzusuchen. Ich denke zurück: wo waren meine eigenen Kinder? Verein? Schule? Überall dort verhalten sich Erwachsene sehr dominant. Schon vor zehn Jahren stellte ich fest, dass die Schülerarbeit oft prekär aufgestellt ist, z.B. konnte eine Schülerzeitung nicht verstetigt werden und ging ein, als die Abiturienten von der Schule abgingen. Ewald Zimmermann empfiehlt Sabrina Veser daher das Klinkenputzen bei den Moabiter Schulen, um die bestehende Schülerarbeit kennenzulernen. Beispiel K3: Dort wurde ein Studio im Keller auf Eigeninitiative von Jugendlichen eingerichtet. Dass sie ihr Equipment durch die Stadtteilkasse fördern lassen könnten, war den Jugendlichen unbekannt. 

Ewald Zimmermann empfiehlt, die in der ausliegenden Broschüre „Nachbarschaft und Selbsthilfe in Moabit“ genannten Familienzentren aufzusuchen. In seiner eigenen Familie gemachte Erfahrungen aufgreifend, weist er darauf hin, dass Engagement von Jugendlichen in der Regel in der Schule und in Vereinen geweckt werde. Gerade die Mitarbeit der Schülerschaft sei aber, so sein Eindruck, oftmals nicht gut aufgestellt und bedürfe der Unterstützung. Schon vor zehn Jahren habe er festgestellt, dass z.B. eine Schülerzeitung nicht habe verstetigt werden können und eingeschlafen sei, als die Abiturienten von der Schule abgingen. Ewald Zimmermann empfiehlt Sabrina Veser daher das „Klinkenputzen“ bei den Moabiter Schulen, um die bestehende Schülerarbeit kennenzulernen. 

Eine Nachfrage zur Mitarbeiterstruktur und Ausstattung der Servicestelle Jugendbeteiligung: Passiert alles hauptamtlich oder neben dem Studium? - Sabrina Veser zur Vereinsstruktur: Wir sind jetzt projektfinanziert, z.B. durch die Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin, und haben mit ‚Begegnung und Begeisterung‘ jetzt auch ein durch das QM gefördertes Projekt in Moabit West. Zur personellen Situation: Für den Verein arbeiten viele junge Menschen im Rahmen des freiwilligen sozialen Jahrs, und es gibt studentische Hilfskräfte unter 27 Jahren, die neben ihrem Studium mitarbeiten. Sie selbst ist 15 Stunden pro Woche neben ihrem Studium tätig und wird von einem Kollegen stundenweise unterstützt. Externe werden von ihr für Workshops gebucht.

Kontakt: Servicestelle Jugendbeteiligung e.V. im Jugendbüro Mitte, Sabrina Veser, Scharnhorststraße 28, 10115 Berlin, Tel. 030-3087845 20, E-Mail: post[at]jugendbeteiligung[.]info, Sprechzeiten Mo-Fr 10-18 Uhr, https://www.servicestelle-jugendbeteiligung.de 

Aischa Ahmed vom QM Moabit West sprach kurz zu „Verantwortung für den Kiez“, weil die Projektträgerin Melanie Stiewe von der Agentur Stadtmuster krankheitsbedingt nicht kommen konnte. Das Projekt lief von 2016-2017 im Umfeld des Emmi-Spielplatzes in der Emdener Straße. Es fand eine Erhebung des Wohnumfelds zusammen mit der Bewohnerschaft und den benachbarten Schulen und Kitas statt. Im Rahmen dieses Projekts gab und gibt es u.a. Baumscheiben-Patenschaften und Graffiti-Gestaltung in einer Turnhalle sowie eine Schreibwerkstatt mit Grundschülern in der Miriam-Makeba- und Theodor-Heuss-Schule. Aus dem Projekt hat sich die Initiative „Saubere Ecken rund um den Spielplatz Emdener Straße“ gegründet, die weitere Aktionen vornimmt. 

Verschiedenes, Termine

Aischa Ahmed  informierte über die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die in Mitte durch das Bündnis „Zusammen gegen Rassismus“ umgesetzt werden: 

1. Das Netzwerk Integration des QMs beteiligt sich daran zusammen mit Reach Outund den Kiezmüttern von Mitte der Bethania gGmbh. Dazu wird ein Worldcafé veranstaltet, bei dem es darum geht, was Rassismus im Alltag mit uns macht.. Termin: am 14.3.2018 von 10-13 Uhr im Jugendclub B8, Berlichingenstraße 8-10.

2. In Zusammenarbeit mit Transaidency startet das QM geförderte Projekt „Offen füreinander – ein Projekt gegen den alltäglichen Rassismus“ “ mit einem Vortrag im QM-Büro zum Thema „Auswirkung von Rassismus und Islamfeindlichkeit auf die psychische Entwicklung“ von der Psychologin und Psychiaterin Anisa Saed-Yonan am 20.3. von 17-19 Uhr.

Susanne Torka: Demokratie in der Mitte hat das aktuelle das Gesamtprogramm der Internationalen Wochen gegen Rassismus zusammengestellt (http://demokratie-in-der-mitte.de/wp-content/uploads/2017/02/2018_02_22_-Heft-A6-Int_Wochen_gegen_Rassismus_Druckdaten.pdf). Die Veranstaltungen finden vom 10. bis 25. März 2018 statt, u.a. gibt es Filmvorführungen in der Kulturfabrik und einen Marsch der Initiative „Sie waren Nachbarn“ am 16.3. http://www.sie-waren-nachbarn.de

Das bundesweite Programm findet sich unter: http://internationale-wochen-gegen-rassismus.de 

Susanne Torka: Der Klara-Franke-Preis für Bürger-Engagement wird wieder vergeben. Bis 25.2.2018 kann man geeignete Personen dafür vorschlagen. http://www.lehrter-strasse-berlin.net/klara-franke

Außerdem wies sie auf ein Kinder- und Jugendprojekt in Kreuzberg hin, das sich mit Gentrifizierung beschäftigt. https://gentrifidingsbums.blog

Nächste Plena

März-Plenum: Das Hauptthema ist noch offen. Ein Unterpunkt wird sich mit Fair Trade beschäftigen.

April-Plenum: Thema Mobilität - Verkehr mit dem zuständigen Staatssekretär, der das vom Senat gerade beschlossene Mobilitätskonzept erklären wird.

Zu Berichten vergangener Plena geht es wie immer hier.

Text & Fotos: Gerald Backhaus