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Auf zum Kunstfestival "Ortstermin 2015" vom 3. bis 5. Juli in Moabit



© Ommo Wille
© Silvia Klara Breitwieser
© Alfred Banze
© Katharina Mouratidi
© Olaf Bastigkeit
© Baeckerei
© Marina Naprushkina
© Leila Benbaouche

300 beteiligte Künstlerinnen und Künstler, Projekte, Initiativen, Vereine etc

100 Veranstaltungsorte wie offene Ateliers, Projekträume und Ausstellungen

27 "lost in paradise“ Kunstaktionen und Projekte im öffentlichen Raum

40 künstlerische Beiträge zum Thema Gentrifizierung im Rahmen von „lost in paradise“ 

Veranstaltungszeit Kunstfestival: Freitagabend bis Sonntagabend 3. bis 5. Juli 2015 

Die Ausstellung "lost in paradise" im öffentlichen Raum in Moabit vom 3. bis 19. Juli 2015 

Zum 10. Mal in Folge präsentiert der Kunstverein Tiergarten ein Kunstfestival in Berlin Moabit mit dem Ziel, diesen multiethnischen, lebendigen und vor allem kulturell sehr vielfältigen Stadtteil von Berlin mittels zeitgenössischer Kunst vorzustellen. An über 100 Ausstellungsorten, in Projekträumen und offenen Ateliers können Künstlerinnen und Künstler besucht und spannende, oft überraschende Ausstellungen besichtigt werden. Der Blick öffnet sich in eine vielfältige Kunstproduktion, die das ganze Jahr über stattfindet, und entdeckt im weithin bekannten Umfeld Moabits mitunter noch unbekannte Orte.
 
Die Open-Air-Ausstellung "lost in paradise" versammelt in diesem Jahr insgesamt 27 künstlerische Positionen zum Thema Gentrifizierung. Sie nehmen direkten oder vermittelten Bezug auf die gesellschaftlichen Veränderungs- und Verdrängungsprozesse im neuen Berlin, die auch die Situation in Moabit maßgeblich beeinflussen. Durch den immer dynamischer werdenden Immobilienmarkt und das internationale Interesse an Wohneigentum im Zentrum Berlins kommt es zu erheblichen Preissteigerungen für Mietwohnungen und eine immer bedrohlicher werdende Verdrängung angestammter Bevölkerungskreise. In den teils sehr vehement geführten und nicht leichten Diskussionen wird oft nicht klar, wer eigentlich die Opfer und wer die Täter von Gentrifizierung sind.
Wie in einem spannenden Krimi denkt man zunächst die Wahrheit zu kennen, aber ein paar Minuten später ist alles wieder offen und das Rätseln beginnt von vorn. Weshalb ist es so schwierig die Probleme und ihre Ursachen genau zu benennen?
Mit unterschiedlichen thematischen Ansätzen versuchen die beteiligten KünstlerInnen Antworten auf diese und andere Fragen zu geben und den Blick frei zu machen auf mögliche Hintergründe und Erklärungsansätze, wie Gentrifizierung entsteht und was sich daraus für einen Stadtteil wie Moabit ergibt.
 
Im 10. Jahr wird das Moabiter Kunstfestival Ortstermin seit längerer Zeit wieder vom Bezirksamt Mitte gemeinsam mit dem Programm Aktive Zentren finanziert. Für die parteienübergreifende Unterstützung danken wir allen BVV-Fraktionen und insbesondere der Stadträtin für Kultur Sabine Weißler, die sich auch in den anstehenden Haushaltsdebatten für eine zukünftige Förderung von Ortstermin einsetzen wird. Besonderer Dank gilt ebenso dem Programm Aktives Zentrum Turmstraße, das Ortstermin schon seit einigen Jahren unterstützt. Um so zuversichtlicher schaut der Kunstverein Tiergarten auf die Zukunft des jährlichen Kunstfestivals. Kunst kann nicht nur ein wichtiger Vermittler zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsteilen und Kulturen sein, sondern auch identitätsstiftend für einen Stadtteil. Ortstermin ist aus Moabit nicht mehr wegzudenken und das muss so bleiben!
 
Wir wünschen allen Bewohnerinnen und Bewohnern des Stadtteils spannende und bereichernde Tage in Moabit und laden alle kunstinteressierten Berlinerinnen und Berliner am 1. Juliwochenende zum Ortstermin ein!
 

Highlights des diesjährigen Festivals: 

"lost in paradise" ˆ kuratiert von Christian Hamm
Eine Ausstellung im öffentlichen Stadtraum zum Thema Gentrifizierung mit insgesamt 27 Kunstaktionen und Projekten im öffentlichen Raum und 13 weiteren Ausstellungen dazu in offenen Ateliers und temporären Ausstellungsräumen.

Moabit rückt immer mehr ins Visier der Investoren, aber auch in den Blick vieler Menschen, die eine Eigentumswohnung suchen und sich für diesen lange Zeit unterbewerteten Stadtteil entscheiden. Aktuellstes Beispiel ist das Haus in Alt Moabit 104 A: Vorderhaus, Seitenflügel und Hinterhaus sowie ein noch nicht ausgebautes Dachgeschoss, fast vollständig vermietet, mit einer eher bürgerlichen MieterInnenstruktur, in gutem baulichen Zustand. Nur wenige Stunden nach Verkaufsstart flanierten die ersten KaufinteressentInnen durch das Haus: schauten im Erdgeschoss in die Fenster, begutachteten das Treppenhaus und die gesamte Anlage. Nicht dass sie in Begleitung eines Maklers gekommen wären, um sich eine freie zum Verkauf stehende Wohnung anzuschauen, nein, den brauchen sie nicht, denn sie wissen genau was sie wollen: Eine gut geschnittene Altbauwohnung in guter zentraler Lage. Ob die Wohnung vermietet ist oder nicht, ist ihnen inzwischen reichlich egal, jeder ist sich selbst der Nächste. Man kann es sich gut vorstellen, wie die nächsten Jahre in diesem Haus verlaufen werden und man möchte mit diesen MieterInnen nicht tauschen.
 
Der Künstler Ommo Wille hat hierfür genau das richtige Projekt entwickelt, eine künstlerische Intervention: Er markiert die Orte der Gentrifizierung mit einem offiziell wirkenden Siegel, dem Gentirfizierungssiegel. Er möchte die Menschen auffordern etwas genauer hinzuschauen, was unser aller Anteil an diesem Gentrifizierungsprozess ist. Wer ihm dabei helfen möchte, kann diese "offiziellen" Siegel in der Galerie Nord, Turmstraße 75, für eine Schutzgebühr von 1 Euro erwerben und sich selbst auf die Suche begeben.
 
Auch viele andere Kunstprojekte beschränken sich nicht auf eine eindimensionale Lesbarkeit von Gentrifizierung, sondern versuchen der Frage nach den Ursachen nachzugehen. Die Vertreibung aus dem Paradies und die sich daraus ableitende beständige Suche nach demselbigen, perfekt inszeniert von der Künstlerin Silvia Klara Breitwieser, erklärt unser Streben nach Wohlstand und dem Bedürfnis diesem Ausdruck zu verleihen. Der Künstler Alfred Banze reiste dazu in eine der wichtigsten ehemaligen deutschen Kolonien des 20sten Jahrhunderts nach Papua Niugini, die Fotokünstlerin Katharina Mouratidi in das Dorf Sarayaku am Ufer des Flusses Bobonaza im Amazonasregenwald Ecuadors, das sich erfolgreich gegen die Ölförderung auf ihrem Land zur Wehr setzt und der Bildjournalist Alexander Koerner nach Melilla, einer spanischen Exklave in Nordafrika, wo die Grenzzäune in unerreichbare Höhen gebaut wurden, dass sie nahezu unüberwindlich wurden. Die Suche nach dem Paradies führt hier und auch in anderen Aspekten zu teilweise vollkommen gegensätzlichen Interessenslagen, die oft unversöhnlich sind.
 
Trotzdem haben wir alle das gleiche Ziel, dass es uns besser geht: Schön ins Bild gesetzt vom Künstler Olaf Bastigkeit mit einer Videoarbeit, die nur als QR-Code in der Ausstellung zu sehen sein wird und das Brüten eines Vogels unter widrigsten Umständen dokumentiert.
 
Die Ausstellung "lost in paradise" versucht mit unterschiedlichsten künstlerischen Mitteln Fragen zu stellen, um dem "einfachen" Thema Gentrifizierung das Schwarz-Weiß zu nehmen, mit dem wir es immer wieder allzu gerne labeln. Viele der beteiligten KünstlerInnen überraschen mit ganz einfachen Strategien: wie z.B. die Bürgerinnen und Bürger an Stadtplanung zu beteiligen, wie die Projekte von  Valentina Utz/Sophia Helena Gallbach  und Joan Somers Donnelly oder einfach zuzuhören, wie es die Aktionskünstlerin Leila BenBaouche seit Jahren an öffentlichen Orten praktiziert, einfach nur zuhören, was die Menschen wirklich berührt.
 
Insgesamt 16 Arbeiten sind im Stadtraum von Moabit, zwischen Turmstraße, Ottopark und dem kleinen Tiergarten rund um die Uhr vom 03.-19.07.2015 zu sehen, alle weiteren 24 Projekte zum Thema können im Rahmen von Ortstermin von Freitagabend, den 03.07.2015 ab 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag, 04.-05.07.2015 von 14-19 Uhr besichtigt und besucht werden.

Die genauen Zeiten entnehmen Sie bitte unserem Programm unter www.kunstverein-tiergarten.de, das Sie auch in einer Druckversion in der Galerie Nord, Turmstraße 75 erhalten.
 

Und drei weitere Highlights aus dem diesjährigen Ortstermin-Programm 

Kunst für den guten Zweck
Die Budget Gallery Berlin organisiert von Christian Kurt Ebert ist in diesem Jahr "Reif für die Insel" und organisiert eine Kunstauktion mit Arbeiten internationaler KünstlerInnen zu Gunsten des Kinderprogramms der Kulturfabrik. Versteigert werden Arbeiten von über 50 KünstlerInnen aus den Bereichen Malerei, Zeichnung, Collage, Fotografie, Skulptur und Installation. Ab Freitag, den 03.07.2015 können die Arbeiten besichtigt und zu einem Mindestgebot von unter 50 EUR in einer stillen Auktion ersteigert werden. Jede/r TeilnehmerIn der Auktion erhält ein Freigetränk, dazu werden kleine Snacks gereicht.
 
Eröffnung Freitag 03.07.2015 um 19 Uhr.
Samstag und Sonntag 04.-05.07.2015 zwischen 14-19 Uhr: Ausstellung und Auktion im Café der Kulturfabrik Moabit, Lehrter Str. 35
 
Budget Gallery Berlin: www.christiankurtebert.blogspot.com
 
Aktuelle Flüchtlingsdebatte: auch in Moabit ein Thema
Refugees library: Flüchtlings- und Asylpolitik sind in Moabit momentan brennende Fragen. Im Verwaltungsgericht Tiergarten finden zahlreiche Asylprozesse statt, deren Ausgang für die Asylsuchenden existentielle Auswirkungen hat. Die Initiative ≥Neue Nachbarschaft/Moabit„ unterstützt  asylsuchende Flüchtlinge auf verschiedensten Ebenen, auch bei der Vorbereitung ihrer Prozesse. Hierzu zählt das von Marina Naprushkina moderierte Projekt ≥refugees library„: Es handelt sich um gezeichnete Gerichtsprotokolle mit sprachlichen Ergänzungen, die von ÜbersetzerInnen der Initiative ≥Neue Nachbarschaft/Moabit„ in die Sprachen der Flüchtlinge übertragen wurden, um sie auf ihre Prozesse vorzubereiten. Die Ausstellung zeigt ≥refugees library„ als Hefte im Kontext einer Installation.
 
Marina Naprushkina u.a. ≥Gezeichnete Gerichtsprotokolle„
Eröffnung Freitag 03.07.2015 um 19 Uhr. Samstag und Sonntag 04.-05.07.2015 zwischen 14-19 Uhr.
Ausstellung im Projektraum ≥100 Freunde„, Beusselstr. 26,
Freie Initiative ≥Neue Nachbarschaft / Moabit„: www.neuenachbarschaft.wordpress.com
RefugeesŒ Library: www.refugeeslibrary.wordpress.com/
 
Neue Ausstellungsorte in Moabit
Neben dem seit Jahren bekannten Projektraum Kurt-Kurt in der Lübecker Str. 13 , dem Ausstellungs- und Atelierhaus ZK/U in der Siemensstr. 27 und den neuen Ateliers in der Arminiusmarkthalle, Eingang Bremer Str. 9 entstehen immer weitere Kunstorte in Moabit. Kunst statt Brot gibt es im Projektraum ≥Die Baeckerei„, Gotzkowskystr. 33. Ob Verkaufsraum mit übernommener Ladentheke oder Backstube ˆ alle Räume werden hier für Ausstellungen genutzt. Die ursprüngliche Funktion der Räume bleibt dabei erkennbar ˆ ein beeindruckender Ausstellungsort. Eingeladen werden vornehmlich KünstlerInnen, deren Arbeiten im engeren oder  weiteren Sinne um das Essbare kreisen. Die aktuelle Ausstellung zeigt ausgewählte Fotografien des an der HGB in Leipzig ausgebildeten Fotografen Hans-Wulf Kunze aus seinem 1986 bis 1990 realisierten Projekt ≥Fischindustrie in Magdeburg„.
Die Veränderungsprozesse in Moabit haben unterschiedliche Facetten: Einmal sind es Investoren, die ganze Häuserblöcke aufkaufen und zu Höchstpreisen weiter veräußern, hier aber ist ein Raum für Kunst entstanden.
 
Samstag und Sonntag 04.-05.07.2015 zwischen 14-19 Uhr: Ausstellung im Kunstraum Baeckerei, Gotzkowskystr. 33, www.baeckerei-moabit.de
 
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Kunstverein Tiergarten
Turmstraße 75
10551 Berlin

Telefon 030-510 50 258
Mobil 0174-406 14 93

hamm@kunstverein-tiergarten.de
http://www.kunstverein-tiergarten.de

GB