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Die Moabiter Schulen - Hauptthema beim Stadtteilplenums Moabit West am 13. Oktober 2015

Vor allem um die Schulen in Moabit ging es am 13. Oktober 2015, als der Moabiter Ratschlag e. V. und die S.T.E.R.N. GmbH zum Stadtteilplenum in den Nachbarschaftstreff einluden. Moderiert wurde wieder von Susanne Torka. Vier Schulen waren der Einladung ins Plenum gefolgt. Das Prozedere war dieses Mal anders als sonst. Die Gäste konnten sich bei den vier Schulen separat an Infotischen über ihr Profil informieren. Anwesend waren Vertreter der Carl-Bolle-Grundschule, der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule und der Hedwig-Dohm-Oberschule. Von der Heinrich-von-Stephan-Schule am Neuen Ufer 6 konnte aufgrund einer parallel stattfindenden Schulveranstaltung leider keiner anwesend sein. Interessierte konnten sich aber eine Präsentation der Schule auf einem Notebook anschauen. Hier finden Sie mehr zu dieser Gemeinschaftsschule: http://www.hvstephan-gemsch.de/

Nach den „informellen Runden“ und Gesprächen zu zweit, zu dritt oder zu mehreren gaben die drei anwesenden Schuldirektoren im Plenum Auskunft dazu, wie sie mit den Flüchtlingskindern an ihren Einrichtungen umgehen.

Ingrid Schmidt ist Schulleiterin der Carl-Bolle-Grundschule, einer Ganztagsschule mit integriertem Freizeitbereich in der Waldenserstraße 20/21. Sie berichtete davon, dass es seit Oktober an ihrer Schule eine zweite Willkommensklasse gibt. Die mitgekommene Lehrerin Svenja Stabernack leitet diese Klasse und hob ihre gute Kooperation mit dem Sprachförderzentrum Mitte hervor. 12 Kinder besuchen eine Willkommensklasse. Sie sind in der Regel bis zu 36 Wochen dort und sollen danach so schnell wie möglich in neue Regelkassen wechseln. Aber auch ein Aufenthalt von 15 Monaten oder länger ist - mit Verlängerungsantrag – möglich. Willkommensklassen haben in der Carl-Bolle-Grundschule immer Partnerklassen, in diese können sie bereits vor ihrem richtigen Wechsel von Fall zu Fall wechseln, wenn sie genug Deutsch können, z.B. in den Mathematik- oder Sportunterricht. Es herrscht viel Kommunikation auf dem Schulhof und ein großes Interesse seitens der anderen Kinder, so Ingrid Schmidt, und es gibt ältere Schüler, die Sprach-Tandems mit den Flüchtlingskindern machen. Sie sehen das als „kleinen Lehrauftrag“.

Wie die Kinder zur Schule kommen, wurde im Plenum gefragt. – Ingrid Schmidt: Durch das Sprachförderzentrum Mitte in der Turmstraße (SFZ): https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/sprachfoerderzentrum/ Dessen Koordinatorin für Willkommensklassen“ ist Ilona Voigt: Telefon: (030) 9018 33431, Fax: (030) 9018 33430, E-Mail: vogt@sprachfoerderzentrum.de  Ilona Voigt sammelt die Kinder und leitet sie weiter an die Grundschulen. Zudem organisiert das SFZ Fortbildungen für die Pädagogen der Willkommensklassen, die den Unterricht betreffen, und hält eine umfangreiche Materialsammlung bereit. Drei Sozialarbeiterinnen sind für die Kooperation von Schulen und Schulamt eingestellt worden. „Sie sind `Blitzableiter` für uns, wenn wir nicht weiter wissen“, sagte Svenja Stabernack.

Mehr zur Carl-Bolle-Grundschule und ihrem Profil erfahren Sie hier: http://www.carl-bolle.cidsnet.de - Zwei aktuelle Hinweise: Am 16.10. veranstaltet die Schule einen Sponsorenlauf auf dem Spielplatz in der Emdener Straße. Er findet von 9 bis 12 Uhr statt, die Spenden sollen an Flüchtlinge gehen. In der Woche vom 16. bis 20.11. gibt es in der Schule eine Lesewoche.

30 Willkommensklassen gibt es derzeit im Bezirk Mitte, ergänzte ihre Chefin Ingrid Schmidt, insgesamt sollen es 33 werden. Quartiersratssprecherin Jutta Schauer-Oldenburg hingegen sprach von 58 Willkommensklassen, von denen sie gehört habe. Vielleicht waren mit einer Zahl die Klassen an Grundschulen, mit der anderen auch die an weiterführenden Schulen gemeint. Die genaue Zahl konnte im Plenum nicht abschließend geklärt werden.

Der Schulleiter der Hedwig-Dohm-Oberschule in der Stephanstraße 27, Josef Widerski, ergänzte, dass bei steigendem Bedarf neue Willkommensklassen eingerichtet werden. Der Platz dafür ist laut seinen Informationen bislang kein Problem. Außerdem würde auch der Privatschulbereich Flüchtlingskinder aufnehmen.

Annedore Dierker ist die Schulleiterin der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule, die alle Klassenstufen von der 1. bis zur 13. abdeckt und sich an den zwei Standorten Siemensstraße 20 (Grundstufe) und  Quitzowstraße 141 (Mittel- und Oberstufe) befindet. Sie berichtete davon, dass es an ihrer Schule 25-30 Herkunftssprachen gibt, und dass „nun Schüler mit besonderen Erlebnissen unsere Schulgemeinschaft bereichern.“ Es gebe Schüler aus dem Max-Planck-Standort, die in die 11. Klasse kommen und diese Klassenstufe an der Theodor-Heuss-Schule wiederholen. Außerdem erzählte sie von unbegleiteten Jugendlichen, die im „Betreuten Wohnen“ leben. Da gebe es z.B. Afghanen, die sich ganz schnell auf Deutsch verständigen können. Für die Flüchtlinge wird an ihrer Schule neben der Sprachvermittlung auch speziell Wert auf Unterricht in Gesellschaftswissenschaften gelegt. Ein Flüchtlingsjunge sei gerade auf die Klassenfahrt einer 10. Klasse nach Sylt mitgefahren, was seine Teilhabe am Leben in Deutschland, aber auch das Involvieren der anderen Schüler in die Fluchtproblematik mit sich brachte – etwas, was für beiden Seiten sonst kaum möglich wäre.

Mehr zur Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule und ihrem Profil erfahren Sie hier: http://thgberlin.de/

Josef Widerski leitet die Hedwig-Dohm-Oberschule (integrierte Sekundarsschule). In seinem Hause gibt es derzeit keine Willkommensklassen. Ganz neu in Deutschland angekommene Flüchtlingskinder kommen in der Regel nicht zu ihm in die Schule. Für diejenigen, die in eine Regelklasse aufgenommen werden können, gibt es - wenn es sprachlich nach 1,5 Jahren noch nicht reicht - neben dem Unterricht in der Regelklasse Deutsch-Förderung in Kleingruppen. In der Klassenstufe 9 existieren Praxislerngruppen. Diese Jugendlichen verbringen nur 2 Tage in der Woche in der Schule und 3 Tage an einem Praxisplatz in einem Unternehmen. Dadurch können sie schon Erfolge mit manuellem Tun erleben, auch wenn es noch sprachliche Defizite gibt.

Mehr zur Hedwig-Dohm-Oberschule und ihrem Profil erfahren Sie hier: http://www.hedwig-dohm-os.de/hdo/

Quartiersrat Steve Rauhut fragte die Schulleiter, wie sind sie kapazitätsmäßig ausgestattet bzw. aufgestellt sind.

Josef Widerski (Hedwig-Dohm) berichtete, dass seine Schule zum Schuljahresbeginn zu 100 Prozent ausgestattet war. Dann sollte eine neue 10. Klasse aufgemacht werden, es fehlten dafür aber zwei neue Lehrkräfte. Diese gibt es erst ab Februar, da sie gerade noch in ihren Abschlussprüfungen stecken. Bis zum Frühjahr muss daher noch überbrückt werden.

Ingrid Schmidt (Carl-Bolle) hatte  das Eintreffen von Lehrerin Svenja Stabernack abgewartet, um die neue Willkommensklasse aufzumachen.

Annedore Dierker (Theodor-Heuss) sagte, dass ihre Schule nie genug Personal haben könne. „Wir dachten zu Schuljahresbeginn, wir seien gut gedeckt, müssen aber jetzt überbrücken. Und zum 2. Halbjahr dürfen wir zwei weitere Kolleginnen einstellen.“

Jutta Schauer-Oldenburg fragte nach traumatisierten Flüchtlingskindern: Wie werden die Lehrkräfte in den Grundschulen dafür geschult, und wie merken sie, ob Kinder traumatisiert sind? – Svenja Stabernack (Carl Bolle) bestätigte, dass traumatisierte Kinder „mein größter Stein zu bewältigen sind“. Eine Fortbildung zu diesem Thema sei leider ausgebucht, doch die junge Lehrerin sucht weitere Wege, um sich weiterzubilden. Eine Traumatologin ist beim schulpsychologischen Dienst angestellt. An sie heran zu kommen, sei aufgrund des hohen Bedarfs allerdings nicht einfach. Svenja Stabernack berichtete von einem sehr auffälligen und einem sehr aufgeschlossenen Jungen mit tragischen Schicksalen. Generell hätten alle ihrer 12 Kinder in der Willkommensklasse eine spezielle Geschichte. Sie ermöglicht ihnen Rückzugsorte innerhalb des Klassenzimmers, geht emphatisch mit ihnen um und beantragt von Fall zu Fall professionelle Hilfe.

Zu „Berufsorientierung“ und wie die Situation der geflüchteten Jugendlichen dabei ist, sagte die Direktorin der Theodor-Heuss-Schule, dass das Thema mit ihnen genauso wie mit den anderen Schüler praktiziert wird. Ein dreiwöchiges Betriebspraktikum macht gerade ein Flüchtlingsjunge, erwähnte sie, „der wurde sehr gern genommen.“ Außerdem existiert ein spezielles Qualifizierungsnetzwerk für Migranten. Innerhalb dieses Netzwerks wird Lernförderung z.B. in Deutsch und Mathematik geboten, außerdem können sie mit seiner Unterstützung auch den Schulabschluss wiederholen.

Für Josef Widerski (Hedwig-Dohm) ist die Motivation das entscheidende Kriterium, um junge Menschen in Ausbildung zu bringen. Viele der Neuen kommen - zur Überraschung der „alteingesessenen“ Mitschüler - total motiviert, berichtete er, und werden demzufolge von den Unternehmen gern genommen.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus dem Kiez“ ging es dieses Mal zunächst um Deutschkurse für Flüchtlinge. Statt Elke Fenster vom Moabiter Ratschlag e.V., die nicht anwesend sein konnte,  berichtete Susanne Tora darüber,  dass zwei Mal pro Woche ein Deutschkurs der Volkshochschule im Stadtschloss stattfinden wird. Er startet Ende Oktober. Der Gastgeber Moabiter Ratschlag e.V. möchte ein Mentorenprogramm rund um den Kurs stricken und sucht daher nach ehrenamtlichen Mentoren. Damit sind Frauen und Männer gemeint, die nicht selbst unterrichten, sondern den Kurs begleiten möchten. Zudem ist eine Kooperation mit der Kulturloge geplant, z.B. um den Flüchtlingen, die den Kurs belegen, den Zugang zu Veranstaltungen wie Oper und Theater zu ermöglichen.

Kontakt für Interessenten am Mentorenprogramm: Tel: 390 812 0, info[at]moabiter-ratschlag[.]de, www.moabiter-ratschlag.de

Laut Quartiersmanagerin Beatrice Pfitzner wurde die Flüchtlingsnotunterkunft im ehemaligen Kleistgymnasium in der Levetzowstraße wieder bezogen. Der Träger ist die Johanniter-Unfallhilfe. Eine Infoveranstaltung für die Nachbarschaft findet voraussichtlich am 22.10.2015 in der Heilandskirche statt.

Jutta Schauer-Oldenburg berichtete dazu, dass unklar ist, wie viele Kinder zu beschulen sind. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in der Turmstraße kann kaum Zahlen liefern, so dass die Schulaufsicht nur schwer im Vorfeld etwas organisieren kann.

Susanne Torka berichtete davon, dass das QM Moabit Ost ein Fest für Flüchtlingskinder im Zille-Haus plant. Am Freitag, 23. Oktober 2015, soll es stattfinden, vorausgesetzt, dass Geld aus dem Aktionsfonds dafür bewilligt wird. Das Fest soll zusammen mit der Unterkunft in der Traglufthalle und dem Haus Leo in der Seydlitzstraße (beide von der Stadtmission) veranstaltet werden.

Sie berichtete außerdem davon, dass der Investor Groth-Gruppe auf die Anwohner der Lehrter Straße wegen eines Straßenfestes zugekommen sei. Sie sagten ihre Beteiligung zu für den Fall, dass es als Willkommensfest für die Flüchtlinge geplant wird. Die Buchung von syrischen und kurdischen Bands war schon klar, und Essen sollte es umsonst geben, aber das Bezirksamt durchkreuzte die Straßenfest-Pläne, in dem es keine Genehmigung für eine Straßensperrung erteilte. Der Grund: wegen der vielen Baustellen der Gegend. Nun wurde das Fest auf das kommende Frühjahr vertagt. Die Zusagen der Groth-Gruppe wie Geld für die Bands und das Essen bleiben bis dahin hoffentlich erhalten.

Esther Sommerfeld von „Moabit hilft!“ wies daraufhin, dass am Sonnabend, 17. Oktober 2015, um 15.30 Uhr vor dem Roten Rathaus eine Demonstration wegen des aktuellen kritikwürdigen Umgangs mit den Flüchtlingen stattfindet. Sie warb dafür um Unterstützung. „MOABIT HILFT“ fordert weitreichende Lösungen von den politisch Verantwortlichen für den katastrophalen Zustand am LAGeSo – Details auf http://moabit-hilft.com/ - und direkt zur Demo: https://www.facebook.com/events/747065325422625/

"Flüchtlinge willkommen – Fluchtursachen überwinden – Lichtzeichen setzen“ - Ebenfalls am Sonnabend, 17. Oktober, gibt es um 20 Uhr eine Lichterkette von der Straße des 17. Juni bis weit hinaus. Treffpunkt für Teilnehmer aus Wedding und Moabit ist der Große Stern. Hier weitere Infos zur Route usw: http://www.berliner-lichterkette.de/

Eva-Maria Kaes, Schulberaterin und Prozessbegleiterin, ist privat aktiv im Seniorenhaus Hansa-Ufer 5. Mit dem Protest der Bewohner gegen eine drohende Vertreibung müssen sich sowohl Gebäudeeigentümer Akelius als auch der Senat befassen. Deshalb gibt es jetzt einen runden Tisch. Eine publikumswirksame Aktion gab es am Sonntag, 11. Oktober. Vor dem Haus sangen die Seniorinnen gemeinsam mit einem Chor ihren vertonten Protest zur Melodie des Partisanenlieds „Bella Ciao“. Das wurde gefilmt, den Film dazu gibt es bald auf Youtube. Ziel der Protestierenden ist es, dass der Bezirk Mitte das Haus zurückkauft und es Sicherheit für ihren Lebensabend in ihren Wohnungen gibt. Ein „Methusalem-Komplott“ wurde der Protest von Jutta Schauer-Oldenburg betitelt („In meinem Alter darf ich das!“). Eva-Maria Kaes ergänzte, dass die Bewohner vom Hansaufer 5 kürzlich eine EU-Ausschreibung gewannen, und dass fünf von ihnen am 8.12. in Brüssel im Europaparlament die Auszeichnung entgegen nehmen werden. Hier mehr zum Seniorenhaus Hansa Ufer 5: http://www.hansa-ufer-5.de

Am Samstag, 17. Oktober, wird um 19 Uhr der Film „Mietrebellen“ im Rahmen der Ausstellung Kämpfende Hütten im TheaterSpielRaum des Bethanien-Südflügels in Kreuzberg gezeigt, teilte Susanne Torka mit. Vielleicht kann man sie nach Moabit holen, regte sie an. Hier mehr zur Ausstellung: http://kaempfendehuetten.blogsport.eu/

Das Novemberplenum findet am Dienstag, 17. November 2015, statt.

Die zusammengefassten Ergebnisse und Inhalte der Stadtteilplena sind HIER nachzulesen.

Text & Fotos: Gerald Backhaus