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Die Waldstraße stand im Mittelpunkt des Stadtteilplenums am 16. Juni 2015

Moderatorin Susanne Torka (rechts) und Franziska Noack von den "Vokalhelden"
Die neuen Cafébetreiber Konrad Finsterbusch (Garcia)...
...und Moussa Hakal ("Einer dieser Tage")
Uli Biskup von der Waldstraßeninitiative
Tita Kaisari (Moabiter Ratschlag e.V.)
Der Film von der Kinder- und Jugendbeteiligung


Landschaftsarchitektin Birgit Teichmann
Beatrice Pfitzner (QM Moabit West)
Annette Schneider vom Grünflächenamt des Bezirks (stehend)

 

Der Moabiter Ratschlag e. V. und die S.T.E.R.N. GmbH luden zum Stadtteilplenum am 16. Juni 2015 ausnahmsweise nicht in den Nachbarschaftstreff, sondern - aus gegebenem Anlass - ins SOS-Kinderdorf in der Waldstraße ein. „Wir sind heute in der Waldstraße, weil es um die Waldstraße geht“, so Moderatorin Susanne Torka.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus dem Kiez“ berichtete Franziska Noack über das Projekt Vokalhelden, das schon beim Stadtteilplenum im August 2014 vorgestellt wurde (http://www.moabitwest.de/Wohnen-in-Moabit-war-das-Hauptthema-beim-Stadtteilplenum-am-26-August.5341.0.html). Das kostenlose Chorprogramm für Kinder im Grundschulalter, das auf ganz Berlin ausgeweitet werden soll, möchte die Kinder näher an die Musik heranführen und mit den Berliner Philharmonikern zusammen bringen. In Moabit gibt es derzeit zwei Probenstandorte, das Stadtschloss und das Gesundheits- und Sozialzentrum in der Turmstraße. Geprobt wird einmal pro Woche – je nach Alter der Kinder  für 45 bis 90 Minuten und auf unterschiedlichen Niveaus. Franziska Noack rief auf, bitte Werbung für die Vokalhelden zu machen und Kinder, die Lust am Singen haben, gezielt anzusprechen. Die Kinder müssen eigenständig zu den Chorproben hinkommen. Das Projekt ist bewusst außerschulisch als ein Zusatzprogramm unabhängig von der Schule angelegt. Den Kindern bzw. ihren Eltern entstehen keinerlei Kosten dank des Sponsorings durch die Deutsche Bank. Ab und zu tritt der Chor auch in der Philharmonie auf; Ehrenamtliche betreuen die Kinder, so dass sie „bei uns alle gut aufgehoben sind“, so Franziska Noack. Alle Infos findet man im Projekt-Flyer, interessierte neue Kinder können nach den Sommerferien im September einsteigen.

Danach erhielten – ganz passend zum Hauptthema des Plenums - zwei neue Cafés in der Waldstraße die Gelegenheit, sich vorzustellen. Viel Hausgemachtes gibt es im Garcia in der Waldstraße 59, das sich direkt neben dem Restaurant Il Buco befindet. Konrad Finsterbusch beschrieb es als klassische Cafébar. „Wir verwenden den Kaffee lokaler Röster und auch Biomilch aus der Region.“ Das kleine Familienunternehmen betreibt er zusammen mit seiner „besseren Hälfte“, die meistens als Barista im Laden steht, während er selbst gerade in Elternzeit mit der kleinen Tochter ist, die Kuchen bäckt und sich „um alles drum herum“ kümmert. Geöffnet ist montags bis sonnabends von 8 bis 19 Uhr. Neben Kaffeespezialitäten werden auch frischer Minz- und Ingwer-Tee sowie Biotees von einem Berliner Startup kredenzt. Kontakt:http://garcia.berlin/ kaffeebar[at]garcia[.]berlin

„Einer dieser Tage“ heißt das Café, das sich im Ladenlokal des früheren „Martha & Maria“ in der Waldstraße 32 befindet. Bei guter Laune kauft man sich gern ein Eis, und auch, wenn alles schlecht läuft, hilft ein Eis, sagte Moussa Hakal. Er und sein kleiner Bruder - beide Moabiter Jungs, er war im Refo-Kindergarten, beide gingen auf die James-Krüss-Grundschule - verkaufen seit kurzem Eis und Waffeln, Kaffee gibt es auch. Geöffnet ist am Wochenende bis 21 Uhr, montags, dienstags und mittwochs bis 20 Uhr. Aber auch später kann man ans Fenster klopfen und bekommt noch eine Portion Eis gereicht. Im Winter soll es Waffeln geben, ab Herbst sind z.B. herzhafte Waffeln mit Bratapfel und Kardamom-Mandel-Eis geplant. „Das passt sehr gut zum Kamin!“ Auch ein kleines kulturelles Angebot ist geplant. „Wir werden so eine Art ‚Vorprogramm’, bevor man weiterzieht zum Kalasch, Tirree oder woanders hin.“ Und ein Aufruf an Wortakrobaten: Ein kluger Spruch für die Ankündigungstafel wird mit einer Kugel Eis belohnt. Kontakt: http://www.einer-dieser-tage.de/

Ein paar Meter weiter südlich des neuen Cafés ist die Waldstraßeninitiative aktiv. Deren Vertreter Uli Biskup wies im Plenum darauf hin, dass sie sich jeden Samstag ab 16 Uhr am Schachbrett trifft und Neuzugänge herzlich willkommen sind. Er wünscht sich, dass man dort Nachbarn trifft und kennen lernt. „Wir hatten schon viele schöne Samstage da, kommen Sie einfach und setzen sich dazu.“ Uli Biskup betonte auch, dass die Initiative Geld aus den Töpfen des QMs („Programm Soziale Stadt“) bekam, um sie u. a. für Werkzeuge zur Verschönerung der Straße einzusetzen. Kontakt: http://www.waldstrasse-moabit.de/

Bei der Umgestaltungsplanung der Waldstraße hatte es einen durch das QM Moabit West und das Bezirksamt initiierten Architekturwettbewerb gegeben. Das Gremium aus Anwohnern, Behörden und Fachleuten entschied sich für den Entwurf der Landschaftsarchitektin Birgit Teichmann. Sie war für eine Präsentation ihrer Gestaltungspläne als Gast ins Plenum geladen worden.

Zuvor jedoch berichtete Tita Kaisari vom Moabiter Ratschlag e.V. über die Ergebnisse der Kinder- und Jugendbeteiligung. Diese hatte im Auftrag und finanziert vom Jugendamt des Bezirks Mitte stattgefunden, um die Wünsche der Kleinen in die Umgestaltungspläne mit einfließen zu lassen. Das Projektziel war die „Bestandsaufnahme und Ideenentwicklung für die Umgestaltung des mittleren Bereichs der Waldstraße“. Kooperationspartner waren dabei u. a. der Ali-Baba-Kinderladen und das SOS-Kinderdorf. 31 Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren sowie sieben Eltern und Betreuer wirkten mit. Tita wendete die klassische Methode der „Spielplatzdetektive“ an, die Waldstraße wurde zunächst also erkundet. In der zweiten Phase wurden Wünsche und Ideen gesammelt, u. a. mit Hilfe von offenen Werkstätten. Als Ergebnisse gab es neben vielen Ideen der Kinder die Frage, warum man kaum Jugendliche auf der Straße sieht? „Die Waldstraße ist eine Straße für Kinder. Ältere gehen z.B. zum Bredowtreff“, zitierte Tita einen Jugendlichen. Bemerkt wurden eine hohe Identifikation der Kinder mit der Waldstraße („Diese Blumen hat meine Mama gepflanzt“) und der für Moabit West typische Mix aus ganz verschiedenen Gruppen: „Familien aus der Mittelschicht, Familien mit Migrationshintergrund, Alkoholiker, Flüchtlinge, und viele engagierte Eltern“, fasste die Projektleiterin zusammen. Stark ist der Wunsch, dass die durch das QM geförderten Spiele bleiben. Die gewünschte Nutzung der Waldstraße in kurzen Worten zusammenfasst lautet: „Ein Raum für Bewegen, Spielen und Entdecken.“

Die Kinder wurden gefragt, was ist toll. Sie nannten den Platz vor dem SOS-Kinderdorf, das Klubmobil, der Brunnen, die Tischtennisplatten, die Wiese und die Blumen. Unter der Rubrik was ist doof wurden der Spielplatz gegenüber der Bolle-Schule sowie der Sitzplatz zwischen Klubmobil und Wiclefstraße genannt, und Müll war ein großes Thema.

Viele Stimmen bekamen folgende Ideen der Kinder:

Gummiboden vor SOS und Klubmobil, insbesondere im Basketballbereich

Spielgeräte für jedes Alter - ohne Zäune, größerer Raum

Balancier-Parcours

Labyrinth aus Büschen

Kletterbaum

Rutsche

Brunnen verbessern

Tischtennisplatten

Beleuchtung verbessern, mehr Licht

mehr Mülleimer

Pergola ohne Blumen, die stechen

Steingestaltung durch die Kinder

Und was geschah mit den Ergebnissen? Tita Kaisari suchte frühzeitig den Austausch mit der Architektin Birgit Teichmann, damit sie in die Planungen einfließen konnten.

Dem Plenum stellte sie zum besseren Verständnis, wie die Kinder- und Jugendbeteiligung ablief, ein rund 6-minütiges Video vor.  Darin war u. a. Susanne Torka zu sehen, wie sie Kinder befragte. Es ging um tolle Orte und blöde Orte in der Waldstraße, darum, dass es Licht bereits ab 18 Uhr geben sollte, um mehr Klettergerüste und darum, dass „nicht überall Graffiti hingeschmiert werden soll.“ Ein Spielplatz auch für Erwachsene wurde angeregt.

Auf die Frage aus dem Plenum, warum man die Waldstraße nicht dicht machen könne (also verkehrsberuhigt), so wie das in manchen Kleinstädten geschieht, erwiderte die auch im Plenum anwesende Annette Schneider vom Grünflächenamt des Bezirks, dass es bereits Spielstraßen-Schilder gäbe. Außerdem sei vieles, was in Kleinstädten gehe (auch Hamburg!) in einer Stadt wie Berlin nicht realisierbar.

Die Landschaftsarchitektin Birgit Teichmann von der Birgit Teichmann GmbH erläuterte im Anschluss anhand eines Lageplans ihren Entwurf unter dem Motto „Grüne Waldstraße für alle“: „Es soll eine grüne Achse entstehen, die hell und offen ist.“ Zur Beteiligung der Anwohner führte sie Bürgersteig-Gespräche durch. Deren Tenor war: mehr Grün bitte, die Fahrrad-Problematik bzw. die damit verbundenen Nutzungskonflikte lösen, größere Anpassung an die Bedürfnisse der Bewohner, mehr Spielangebote, Brunnen verbessern bzw. sanieren, das Schachbrett und die Pergolen erhalten, wegen der Hunde Schilder in verschiedenen Sprachen und mehr Beutelspender anbringen. Neben diesen spontanen Gesprächen gab es Gespräche mit Anliegern, Akteuren und die oben bereits erwähnte Kinder- und Jugendbeteiligung. Die Waldstraße ist im Moment vor allem ein Ort für Rad(durch)fahren, erst weit danach rangierte die Bezeichnung der Befragten als „Aufenthaltsort.“ All das floss in die Gestaltungsplanung ein, so dass in der Waldstraße auch weiterhin ein durchgängiger Gehweg bleiben wird. Die vorhandene Wegeverbindung wird auf robuste und pflegeleichte Art verbessert, und das vorhandene Grün in die neu geplanten Pflanzungen integriert.

Genaueres zur Planung der Wegeverbindung:

3 Meter breiter Gehweg in Asphalt, auf dem das Radfahren erlaubt ist. Angestrebt wird das Flanieren unter Bäumen, der Gehweg dazu ist getrennt durch ein 3 Meter breites „grünes Band“ hin zur Straße, es gibt einen Pflanzschutzzaun von 80 cm.

Birgit Teichmann stellte die einzelnen Bereiche vor, etwa die Fläche neben dem Schulhof. Die Psychosoziale Initiative nutzt hier einen Bereich. Es soll eine Situation entstehen, die mit rechteckigen Pflanzbeeten - eingefasst durch niedrige Sockelmauern (38 cm Sitzhöhe) - den Raum gliedert. Das sei an vielen Stellen in der Waldstraße denkbar: Pflanzflächen mit Hochbeetcharakter, die durch Paten gepflegt werden. So genannte Streetworkouts sollen auf niedrigem Level möglich sein, z.B. soll es Platz geben für das Boulespiel, für Barren, an denen man Kräftigungsübungen machen kann sowie für Tischtennisplatten. Die vorhandenen Bänke werden aufgearbeitet. Für die Fläche neben dem Brunnen, der erhalten werden soll (mit mehr Wasser), gab es die Wünsche, dass die Rasenfläche bleibt und dass sie nicht eingezäunt wird, Hängenetze zum Verweilen, und der Weg mit Rasenklinkern als Querung. Das Beteiligungsprojekt „Ortsmarken“ soll etabliert werden. Das bedeutet, dass Nutzer die Möglichkeit erhalten, 2,50 bis 3 Meter hohe Robinienstämme individuell zu gestalten. Das soll ihre Identifikation mit der Straße steigern.

Fläche vor Ali Baba:

- Radfahrer sollen Feuerwehrzufahrt nicht benutzen

- keine Heckenkästen

- Pflanzkübel beim Schachbrett und die Pergolen bleiben erhalten

- vorhandene Spieltische/Bänke werden neu integriert

- Platz für eine Ortsmarke und eine fest installierte „Lange Tafel“ mit Bierbänken (ca. 6 Meter lang)

- auch hier Beete mit Sockelmauern mit Bepflanzung

Große Fläche neben dem Spielplatz:

- vielfältige Wünsche: großzügige ebene Fläche für mobiles Spiel und die Bäume sowie der Bauwagen sollen erhalten werden

- Planung: 2 Tischtennisplatten, kleiner Weidenhügel mit befestigter Böschung, auf der man mit Skateboards fahren kann

- große Asphaltfläche mit integrierten Bäumen

- kleine Sitzpodeste beim Bauwagen

- 2 Netzpfosten als temporäres Angebot (ausleihbar bei SOS oder KlubMobil)

- Slackline, Trampolin und eine Balanciermöglichkeit, die gleichzeitig für Workouts geeignet ist

- ein weiterer Weidehügel/Böschung wird zur Raumbildung aufgeschüttet, weiter 2 Tischtennisplatten

- Baumbank (Bank um einen Baumstamm herum)

Der Eingangsbereich vom SOS-Kinderdorf soll räumlich abgegrenzt werden, u. a. durch Holzpodeste zum Sitzen und Hochbeete mit Sockelmauern.

Beim Übergang zum Café in der Waldstraße 32 soll es eine erweiterte Befestigung vor dem Café geben. Ob und wie viele Tische und Stühle dort dann aufgestellt werden können, liegt im Ermessen des Bezirksamts.

Beim „Tor zur grünen Waldstraße“ am Ende der Waldstraße an der Einmündung in die Siemensstraße soll die vorhandene Pergola erhalten werden. Es soll Tischtennisplatten geben sowie auch hier als „Ortsmarke“ ein individuell gestalteter Hartholzstamm zur Wiedererkennung.

Was die gesamte Straße angeht, berichtete Birgit Teichmann, dass die Bänke auf der Westseite heraus genommen werden, um den Bewegungsfluss zu garantieren. Sie kommen stattdessen hinüber auf die Ostseite des Gehweges. Die Sportart Basketball in der Waldstraße ist ein schwieriges Thema: der Platz dafür müsste einen hohen Zaun wegen der benachbarten Straße bekommen. Basketball brächte zudem Lärmprobleme mit sich. Es ist daher nicht umsetzbar, also wird es kein Basketball in der Waldstraße geben.

Von den Plenumsteilnehmern gab es folgende Fragen und Anmerkungen:

- Zu den Ortsmarken: es handelt sich um jeweils einen Stamm, insgesamt neun Stämme in der Waldstraße, die in Abstimmung mit den aktiven Leuten vor Ort gestaltet werden.

- Gibt es genug Fahrradabstellplätze? - immer an den Kreuzungsstellen, nicht mehr und nicht weniger – „also zu wenige“, so ein Moabiter.

- ein Anwohnerhinweis: Fahrradständer („Kreuzberger Reiter“) werden kaum genutzt, die Räder stehen stattdessen woanders im Weg, so dass die Straßenreinigung z.B. nicht ran kommt. Die Ständer müssten auf die Bürgersteige und nicht auf den Mittelstreifen.

- Akteur: Kompliment für die Planung, die sicher schwierig sei, weil es so viele verschiedene Wünsche und Befindlichkeiten gibt.

- Anwohner: Hundebesitzer nutzen verstärkt die Waldstraße, die im Volksmund „Rue de la Kack“ heißt, die dafür vorgesehene Sandstelle erwies sich als nicht praktikabel. – Birgit Teichmann: Wir können die Hunde nicht wegplanen. Vielleicht helfen ein paar mehr Kotbeutelspender? Die Hochbeete sind gewisser Schutz, aber vielleicht hilft mehr soziale Kontrolle.

- Anwohner lobt Gestaltung und Hochbeete; Hundeproblem wird sich auf dem Asphaltweg (anstelle Schotterweg) vielleicht verbessern.

- Anwohner und Hundebesitzer: Umgestaltung wird nicht viel ändern, „sie kann die Idioten nicht umerziehen.“

- Anwohnerin setzt etwas Hoffnung in die Umgestaltung, da es finstere Ecken kaum noch geben wird, in denen Hunde unbeachtet kacken können.

- Anwohnerin: Dreck unter den Bäumen? Befürchtung, dass der Mittelstreifen zwar sauber wird, aber die andere Seite der Straße von Hunden verdreckt wird. Wird auch auf der anderen Seite was gemacht? – Darauf erwiderte Annette Schneider vom Grünflächenamt, wie das Planungsgebiet zustande kam: Ein „bewegter Stadtflur“ sollte in die Moabiter Bewegungslandschaft integriert werden und das Grünflächenamt sollte dafür verantwortlich sein. Es ist aber nur für den Mittelstreifen verantwortlich, nicht für den öffentlichen Straßenraum. Dieser kann nicht mit Geld aus dem Programm Soziale Stadt gefördert werden, ergänzte Beatrice Pfitzer (QM Moabit West). Andreas Wilke (KosP) vom Aktiven Zentrum Turmstraße: das Sanierungsgebiet endet an der Waldenserstraße, „außerdem haben wir ganz andere Probleme hier im Kiez, wie z.B. die Beusselstraße.“ Auch die Jonas- und Lübecker Straße seien (noch) ganz ohne Bäume, um diese Straßen müsse man sich zuerst kümmern. Die Waldstraße hingegen ist in einer relativ komfortablen Situation, daher: „Geld für Straßenraum würde ich vorerst nicht in der Waldstraße investieren.“

- Anwohner: was passiert mit dem Brunnen? Kinder können sich im Moment nicht mal die Füße nass machen. – Birgit Teichmann: Der Brunnen gehört leider nicht zum Planungsgebiet, seine Sanierung wäre teuer. Stattdessen wird eher erstmal „das große Ganze“ gemacht anstelle eines einzelnen teuren Objekts. – Andreas Wilke: Der Brunnen geht nur wieder in Betrieb, wenn dafür ein Partner/Sponsor gefunden wird, der für 10 Jahre den laufenden Betrieb bezahlt. Aber so jemanden in einer Randlage wie der Waldstraße zu finden, ist sicher schwierig.

- Anwohner: Werden die Baumscheiben sauber gehalten? – Birgit Teichmann: Die Bäume werden integriert in die neuen Beete und bekommen eine eigene Pflanzfläche. Gepflanzt wird im Herbst 2015. Bis Ende Juni 2016 pflegt dann das Büro Teichmann, danach übernimmt das Grünflächenamt die Pflege.

- Anwohnerhinweis: mehr Mülleimer und Kotbeutel würden schon viel verbessern.

- Anwohnerin: was für Mülleimer wird es geben? – Birgit Teichmann: 70-Liter-Mülleimer sind geplant.

- Und die Beleuchtung verbessert sich? - Alle jetzigen Laternen bleiben erhalten, kaputte werden repariert.

- Hinweis eines Hundebesitzers: viele Leute wären zu faul, sich Kotbeutel zu kaufen: „Würden mehr dieser Spender hier hängen, würde sich das bemerkbar machen!“

Mehr Details und Kontakt zur Architektin: www.teichmann-la.de

Termine und Verschiedenes:

Arne Paasche von der Psychosozialen Hilfe wies hin auf das Inklusionsprojekt im Rahmen des Kunstfestivals Ortstermin, das am 3. bis 5. Juli stattfindet (http://www.moabitwest.de/Auf-zum-Kunstfestival-Ortstermin-2015-vom-3-bis-5-Juli-in-Moabit.5585.0.html)

Jutta Schauer-Oldenburg wies hin auf die am Donnerstag, 18. Juni, stattfindende BVV.

1. Ein dort gestellter Antrag zur Demokratieerklärung wird besonders interessant für Projekt-Träger sein. Es soll in Zukunft wohl vor Projektbeginn eine Erklärung abverlangt werden, z.B. muss man sich bei Antragstellung den Werten des Grundgesetzes verpflichten.

2. gibt es eine thematische Stunde zur Schulpolitik in Mitte, bei der es auch um die Carl-Bolle-Schule gehen wird. Das Bezirksamt ordnete an, dass sie Grundstufe der Heinrich-von-Stephan-Schule (HvS) werden solle - 10.000 Euro wurden für einen externen Moderator für das Zusammenwachsen beider Schulen ausgegeben. In der HvS wurde das Konzept dafür vorgestellt. Nun wurde allen Betroffenen plötzlich etwas mitgeteilt, was unglaublich sei: dass die Carl-Bolle-Schule nun doch eine eigene Grundschule bleiben soll und die HvS einen Anbau bekommen soll.

Petra Schrader (LINKE in der BVV) findet höchst fragwürdig, wie das alles passiert ist: Nach langem zähen Prozess wurde der Prozess nun abrupt abgebrochen, alle wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. „Es gibt sehr viele Fragen, die wir in der BVV stellen werden.“

Öffentliche BVV am Donnerstag, 18. Juni, ab 17.30 Uhr

Beatrice Pfitzner: Stimmt die Behauptung, dass es rechtliche Bedenken wegen des Zusammengehens der beiden Schulen gibt? - Petra Schrader: Es hat vom Bezirksamt keine Begründung dieser Art gegeben, sondern diese: wegen steigender Schülerzahlen werden sowohl die Carl-Bolle als auch der eigene Grundschulteil der HvS gebraucht, „Ich habe dazu genauso viele Fragen wie Sie!“

Nicola Kluftinger wies darauf hin, dass am Samstag, 20. Juni, von 12 bis 18 Uhr das Sommerfest im Schulgarten sowie die Moabinale - Kurzfilme in den Bäumen – stattfinden. Außerdem ist da auch der Lange Tag der Stadtnatur, dazu gibt es Bienen- und Kräuterführungen.

Tita Kaisari warb für die am 27.6. im Ottopark von 15 bis 19 Uhr stattfindende Jugendveranstaltung HORIZON - FINDE DEINEN WEG, zu der auch Ältere kommen dürfen.

Uli Biskup bemerkte, dass es diesen Samstag keinen Treff am Schachbrett in der Waldstraße gibt.

Susanne Torka wies darauf hin, dass der Runde Tisch gegen Gentrifizierung einen Infostand am 27.6. an der Ecke Beussel- /Huttenstraße haben wird.

Nächstes Plenum: Was machen wir um Juli? Evtl. wird es wegen Sommer und Ferien mal am 2. Dienstag im Juli stattfinden. NEUESTER STAND: IM JULI GIBT ES KEIN PLENUM, SONDERN IM AUGUST.

Die zusammengefassten Ergebnisse und Inhalte der Stadtteilplena sind HIER nachzulesen.

Text & Fotos: Gerald Backhaus