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Ein Day für 115 Moabiter Girls

In Moabit findet der Girls´ Day zum dritten Mal statt; Martina Dömling organisiert ihn heuer zum zweiten Mal.
Bei der Auswahl der Unternehmen greift Martina Dömling auf bewährte Kontakte zurück, ist aber auch immer interessiert an neuen Unternehmen aus dem technisch-naturwissenschaftlichen Bereich - sie müssen auch nicht in Moabit ansässig sein.

Eigentlich geht es erstaunlich ruhig zu in der Schaltzentrale des Girls Day Moabit. Martina Dömling, die den Mädchen-Zukunfttages im Quartier auch schon im vergangenen Jahr organisierte, lacht: " Der größte Teil der organisatorischen Arbeit muss schon vorher gelaufen sein - sonst hätten wir mächtig Probleme!"

Fünfzehn Unternehmen und Behörden sind in diesem Jahr dabei und öffnen ihre Türen für Moabiter Girls, die kommen und mögliche Berufe ausprobieren möchten - auch solche, in denen Mädchen bisher noch unterrepräsentiert sind wie z.B. technische Berufe.

Sicherlich kann man an einem Tag nicht wirklich einen Beruf kennenlernen; aber eine Vorstellung davon, ob  es einem Spaß macht, an einem Motorrad herum zu schrauben, oder ein Boot der Wasserschutz-Polizei zu fahren - das bekommen die Mädchen am Girls´Day schon.

Der Girls’Day hilft, das Berufswahlspektrum der Mädchen zu erweitern und eröffnet neue Chancen. Unternehmen und Organisationen können sich auf diesem Wege weibliche Kompetenz für die Zukunft sichern.

Die Mädchen können selbst entscheiden, wo sie hinmöchten - aber um einen für die Mädchen zufrieden stellenden Ablauf zu gewährleisten, wird die Anzahl der Teilnehmerinnen beschränkt
Die Arbeitsgruppe des Girls´Day Moabit hat das Logo der bundesweiten Aktion um die Regionalbezeichnung erweitert.

Auch in diesem Jahr können die Mädchen wieder erproben, austesten, kennenlernen - und werden dabei tatkräftig unterstützt von Helferinnen, die die Mädchengruppem begleiten zu ´ihren´ jeweiligen Unternehmen für diesen Tag.
In Moabit sind 115 Mädchen dabei. Es hätten auch noch mehr sein können, "aber uns war es auch wichtig, dass die Mädchen wirklich was mitkriegen", sagt Martina Dömling. "Wenn die Gruppen zu groß sind, dann können zuwenig Teilnehmerinnen wirklich etwas tun, ein Werkzeug in die hand nehmen und damit etwas machen - und genau das ist es doch, was die Mädchen einmal erfahren sollen: wie fühlt es sich denn an, so einen Schraubenzieher zu halten und eine Schraube reinzudrehen?".

Damit alle Stellen gleich gut ausgelastet sind, wurden die Mädchen im Vorfeld nach Interessen befragt und in entsprechende Gruppen aufgeteilt.
Für manche Mädchen war es das erste Mal, einen Schraubenzieher zu benutzen

In diesem Jahr können die Mädchen aus Moabit sich umsehen bei verschiedenen Abteilungen und Dienststellen der Polizei, bei der Feuerwehr in der Feuerwache Jagowstr, bei der Andreae-Noris-Zahn-AG am Neuen Ufer, dem Grünflächenamt des BA Mitte, der BVG, verschiedenen Fahradläden und -Reparaturwerkstätten, dem Institut für Physik der HU Berlin, einem Schuhmacher, der selbst Schuhe anfertigt, einer Landschafts- und Gartenbaufirma, dem Bundesinnenministerium und dem Bundeskanzleramt.

Im Foyer des Bundeskanzleramtes hatten im verganenen Jahr mehrere große deutsche Unternehmen ihr Stände aufgebaut, um den Mädchen die Möglichkeit zu geben, mal an einem Motorrad rumzuschrauben, oder mal darauf zu sitzen.

Auch eine begehrte Stelle: mit dem Motorboot der Wasserschutz-Polizei über die Moabiter Spree fahren

Nach der Auswertung des Girls´Day 2006 war klar, wie sehr gerade Mädchen aus Familien mit Migrationshintergrund den Girls day brauchen. "Rund 80 % der Teilnehmerinnen hatten Migrationshintergrund", weiß Martina Dömling." Für diese Mädchen ist der Moabiter Girls Day sehr wichtig."

Aus den Erfahrungen der letzten beiden Jahre hat Martina Dömling gelernt: in diesem Jahr gab es ein Vortreffen der Mädchen mit den jeweiligen Begleiterinnen, bei dem schon mal vorab besprochen wurde, zu welchem Unternehmen die Gruppe hingehen wird. Dann wird gemeinsam überlegt, was denn wichtig wäre zu wissen über diesen Beruf. So gehen die Mädchen gut vorbereitet in ihre "Stellen" 

Vor dem Rathaus Tiergarten sind die Mädchen mit einem Stand präsent
Der Girls´ Day ist eine wichtige Erfahrung für Mädchen, die sonst wenig Gelegenheit zum Ausprobieren und Experimentieren haben

Die Feier zum Girls´ Day findet am Nachmittag ab 14 Uhr im KuBu, Rathenower Str. 17 statt.

Mit dabei: Bezirksbürgermeistzer Dr. Christian Hanke und Schulrätin Braun, die beide Grußworte sprechen werden.

Ab 14.20 Uhr werden die Mädchen ein kurzes kulturelles Programm vorführen. Im Anschluss erhalten alle Beteilgten am Girls Day ein Teilnahme-Zertifikat.

Ab 15.20 Uhr gibt es Musik und Vorführungen.

emk