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Fahrradfahren, Urbanes Gärtnern und die Unterstützung von Jugendlichen beim beruflichen Einstieg - Themen des Stadtteilplenums Moabit West im Juni 2017


Tabea Henrichs und Samer Al-Magazachi vom Verein Transaidency e.V.
Zum Gärtnern im Unionpark Moabit sprach Jan-Christoph Müller

Moderatorin Susanne Torka
Alexandra Meyer von der Kiezgruppe „Fahrradfreundliche Mitte“ und Andreas Kuscinski von der ADFC-Gruppe Mitte,



Der Moabiter Ratschlag e. V. und die S.T.E.R.N. GmbH hatten am 20. Juni 2017 zum Stadtteilplenum Moabit West eingeladen. Wie gewohnt moderierte Susanne Torka. Trotz des hochsommerlichen Wetters fanden viele Gäste den Weg in den Stadtschlosstreff. Als Gast geplant war Sabine Weißler, seit Ende 2016 Stadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt, Natur, Straßen und Grünflächen im Bezirk Mitte. Leider hatte sie krankheitsbedingt kurzfristig abgesagt.

Unter „Aktuelles aus dem Kiez“ wurde zuerst das Projekt „Moabiter Möglichkeiten“ von Samer Al-Magazachi und Tabea Henrichs vom Verein Transaidency e.V. vorgestellt. Das ist ein junger, interkulturelle und dynamischer Verein mit Sitz in der Turmstraße 70. Die Idee zur unbürokratischen Hilfe und Unterstützung entstand während der Flüchtlingskrise 2015. Seit August 2016 gibt es den Verein. Transaidency wurde gegründet als Plattform für neue innovative Ideen, um Geflüchteten zu helfen. Bewusst haben sich die Mitglieder dazu entschieden, den Fokus des Vereins aber nicht nur auf Geflüchtete auszurichten. Es gibt im Verein Mitglieder aus verschiedenen Kulturen und mit verschiedenen Sprachen. Verbindend ist das Engagement für Mitmenschen. Unter den Aktionen von Transaidency waren bisher z.B. die Winteraktion am LAGeSo und die Nikolaus-Aktion in den Notunterkünften sowie die Aktion Deutschtüte. Das erste größere Projekt heißt "Moabiter Möglichkeiten". Laut Projektkoordinatorin Tabea Henrichs ist es offen für alle Moabiter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 18 und 27 Jahre, die Unterstützung brauchen, um beruflich Fuß zu fassen. Folgende Schwerpunkte gibt es im Projekt:

- Workshops in verschiedenen Berufsfeldern, um sich praktisch auszuprobieren. Am 28./29.6. findet z.B. der Workshop "Kamera,Ton und Technik" mit einem Kameramann und einer Komödiantin statt. Dafür wird ein Zertifikat ausgestellt. Anmeldung bis 26.6.

- zur Qualifizierung für den Arbeitsmarkt: Bewerbungstrainings, Selbstorganisations- und Motivationstrainings, z.B. „Fit für das Studium - Grundkenntnisse am PC“ am 13., 20. und 27.7. - Anmeldung bis 6.7.

- Bewerbungssprechstunde: Donnerstags von 13.30 bis 15.30 Uhr (mit Anmeldung) zur Orientierung auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

- voraussichtlich am 14.7. gibt es einen Workshop zu Freiwilligendiensten.

- zum Vormerken: Bildungsbörse am 24.11. im Mädchenkulturtreff DÜNJA - „die andere Jobmesse“ in Café-Atmosphäre, um Kontakte zu potentiellen Arbeitgebern, Ausbildungsbetrieben und Unis zu knüpfen.

Kleinere Workshops wie z.B. der Kurs mit dem Kameramann finden im Coworkingspace des Vereins in der Turmstraße 70 statt, der PC-Kurs hingegen im Stadtschloss Moabit.

Anmeldung und weitere Infos: Transaidency e.V., Turmstraße 70, 10551 Berlin, www.transaidency.org Tel. (030) 992 125 -37 (oder -36), Mail: tabea.henrichs[at]transaidency[.]org

Es gab eine Nachfragen von Herrn Nake: Arbeiten Sie mit dem Haus der Weisheit e.V. zusammen, wo durch Herrn Burmeister Flüchtlinge an technische Berufe herangeführt werden? - Tabea Henrichs: Wir wenden uns an alle Jugendlichen, nicht nur an Geflüchtete, werden aber gern mit dem Haus der Weisheit in Kontakt treten.

Unionpark Moabit - Urban-Gardening und Urbane Landwirtschaft

"Für kommende Generationen" - Zur Bürgerinitiative Unionpark sprach Jan-Christoph Müller, der seit sieben Jahren in der Wilhelmshavener Straße wohnt und Soziale Arbeit studiert. Er beschäftigt sich damit, wie man den Sozialraum Unionpark für die Anwohnerschaft verbessern kann. "Urbane Landwirtschaft", so die Vision der jungen Initiative, die momentan aus acht Personen besteht, die sich zufällig im Park trafen und dabei sind, einen Verein zu gründen. Die brachliegende Fläche soll in produktives Grün umgewandelt werden, d.h. Obstbäume und Sträucher sollen ähnlich wie bei den Prinzessinnengärten in Kreuzberg angepflanzt werden, allerdings nur heimische Pflanzen. Es solle das Pflück-Mich-Prinzip gelten, also dass sich hier jeder bedienen darf. Noch sind die Hobbygärtner in der Gründungsphase. Acht Beete sind frei, einige Himbeer- und Stachelbeersträucher wurden bereits angepflanzt.

Zu den Zielen der Initiative gehören mehr Umweltbewusstsein, Umweltbildung durch Berührung und Anfassen-Können, und dass hier regionale und saisonale Früchte konkret erfahren werden können. "Wir möchten uns den Sozialraum aneignen, in dem wir selbst die Ressourcen nutzen." Zudem soll das Gärtnern im öffentlichen Raum mehr Verantwortungsbewusstsein durch soziale Interaktion fördern. Auch die interkulturelle Vernetzung, z.B. mit dem Flüchtlingsheim Alt-Moabit 82b und dem Karame e.V., ist geplant.

Der Unionpark soll ein Zufluchtsort für Bienen und andere Insekten werden, so Jan-Christoph Müller weiter, und hundefreundlich soll der Park trotz des Gärtnerns auch bleiben. Vielleicht gibt es eine Kennzeichnung einer dunklen Ecke des Parks als Hundewiese? Zwischen 3.500 und 5.000 Euro wird das Material für das Gärtnern im Park kosten. Die Pflanzungen sollen, wenn möglich, im Spätsommer oder Herbst (September/Oktober) stattfinden.

Fragen und Hinweise zum Unionpark aus dem Plenum:

Ob es eine Genehmigung vom Grünflächenamt gibt? - Jan-Christoph Müller: Nein. Nach unseren Recherchen fühlt sich keiner für diesen Park zuständig.

Geld woher? - Jan-Christoph Müller: Das ist eine noch unbeantwortete Frage, evtl. gibt es eine Förderung durch die Stadt.

Anregungen von Plenumsteilnehmern:

Zusammenarbeit mit dem nahegelegenen Schulgarten http://moabiter-ratschlag.de/schulgarten-moabit/ in der Birkenstraße. Außerdem gibt es beim ZK/U http://www.zku-berlin.org/ und in der Lehrter Straße schon zwei ähnliche Projekte.

Bei anderen Stadtgärten wie z.B. HIMMELBEET in Wedding zahlt man 60 Euro pro Jahr für ein Hochbeet. - Jan-Christoph Müller: So etwas haben wir verworfen, weil wir wollen, dass die Beete im Park gemeinschaftlich genutzt werden.

Matthias Schnauss, Moabiter Ratschlag e.V.: Es gibt von GREEN MOABIT (Transition Town) einen Antrag für Fördermittel aus dem Nachbarschaftsfonds des energetischen Sanierungsmanagements. Betrifft dieser nicht den Unionpark? - Jan-Christoph Müller: Ja genau, das ist ein und dasselbe Projekt, nur ein anderer Name.

Elke Fenster, Moabiter Ratschlag e.V.: Der Bezirk Mitte beschäftigt sich mit Patenschaften im öffentlichen Raum. Viele wollen so etwas ähnliches machen. Es wäre daher gut, sich mit dem Präventionsbeauftragten des Bezirksamts dazu zu treffen.

Susanne Torka: Eine Anwohnerin schlug im Moabitonline-Forum einen anderen Bereich im Unionpark für das Gärtnern vor, damit die Kinder auf den Wiesen weiter spielen können. - Jan-Christoph Müller: Kinder sind mir dort außerhalb des Spielplatzes noch nicht so aufgefallen.

Kontakt zur Bürgerinitiative Unionpark über die Facebookseite: https://m.facebook.com/UrbanGardeningMoabit/

Über die Radinfrastruktur in Moabit und zum "Volksentscheid Fahrrad"

Zur Radinfrastruktur in Moabit sprach Andreas Kuscinski von der ADFC-Gruppe Mitte, die auch für Moabit zuständig ist. Er stellte zuerst den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club e. V. vor. Der ADFC ist für Alltags- und Freizeitradler zuständig und nimmt verkehrspolitisch Einfluss. In Mitte unterhält der ADFC-Landesverband Berlin eine Geschäftsstelle in der Brunnenstraße 28 samt einer Selbsthilfewerkstatt. Dort wird man von erfahrenen Handwerkern bei eigenen kleineren Reparaturen unterstützt. Zudem werden Fahrradsicherheitskurse und die Zeitschrift „Radzeit“ angeboten. Bei Fahrradchecks zur Verkehrssicherheit im Frühjahr und Herbst an drei Orten in Berlin werden Bremsen und Licht usw. überprüft. Der ADFC nimmt an Demonstrationen wie der Berliner Stern- und der Kreisfahrt und dem „Ride of Silence“ sowie an der Aufstellung weißer Fahrräder als Mahnmal für tödlich verunglückte Radfahrer teil. Dadurch sei der Verein im gesellschaftlichen Fokus. Der ADFC übergab dem Berliner Senat ein Umsetzungskonzept zur Fahrrad-Infrastruktur, um das geplante Radgesetz voranzubringen. Mit 14.000 Mitgliedern ist er ein großer Verein mit verschiedenen Arbeitskreisen.

Die ADFC-Gruppe Mitte trifft sich jeden zweiten Montag im Monat um 19 Uhr im Lokal „Don Giovanni“ in Alt-Moabit. Im Sommer werden gemeinsam Problemecken angefahren, um danach darüber zu diskutieren. Zwei Mal pro Jahr gibt es eine Kieztour für Neuberliner, bei der auch „alte Hasen“ gern gesehen sind, um Neues in ihrem Gebiet kennenzulernen. "Wir haben ein offenes Ohr und nehmen jeden auf, der etwas zum Radfahren zu sagen hat." Die ADFC-Gruppe Mitte möchte sich zudem als Stadtteilgruppe bei Stadtfesten u.ä. einbringen.

Aktiv werden in Stadtteilgruppen - Kontakt: http://adfc-berlin.de Mail: Andreas.Koscinski[at]adfc-berlin[.]de

Alexandra Meyer von der Kiezgruppe „Fahrradfreundliche Mitte“, einem Ableger des "Volksentscheids Fahrrad", berichtete, dass dieser momentan an einem Scheidepunkt ist, "weil die Probleme in den Kiezen noch da sein und es sehr lange dauert, bis der Senat alle Maßnahmen für die Fahrradfahrer umsetzt." In den Kiezgruppen geht es darum, die "Fahrradwende von unten" zu gestalten, z.B. in der Umgebung von Schulen. Dabei geht es darum, wie die Kinder sicher zur Schule fahren können. Eltern wollen ihre Kinder auf den Straßen oft nicht mit dem Rad fahren lassen. Oftmals würden schon ganz einfache Veränderungen helfen, die Lage zu verbessern, ohne dass es große infrastrukturelle Maßnahmen geben müsse.

Alexandra Meyer sprach als Beispiel für eine Problemecke den Straßenzug Alt-Moabit zwischen Krefelder und Stromstraße am U-Bahnhof Turmstraße an. Dort parken oft Autos am Straßenrand, an denen man als Radfahrer unweigerlich vorbei fahren muss. Eine Alternative zum zugeparkten Radweg wäre es, die Spurenkennzeichnungen für Radler und Parker auf der Fahrbahn zu tauschen, die Parkspur also in die Fahrbahnmitte und die Radspur an den Rand zu legen. Das würde laut Alexandra Meyer schnell für Sicherheit sorgen und schon in der Zeit helfen, bevor das Radgesetz in Kraft tritt. Das Ziel ist ein entspanntes Miteinander, Radfahrer müssten dann an gefährlichen Stellen nicht mehr auf dem Bürgersteig fahren. Die Kiezgruppe kann natürlich nicht alle Problemstellen in Mitte kennen, so Meyer, und sucht daher Interessierte aus Moabit, die mitwirken und sich einbringen möchten.

Georg Thieme (Geschäftsstraßenmanagement Turmstraße) fragte, warum die Umkennzeichnung der Fahrbahnmarkierungen einfach sei? Er glaubt das nicht. - Alexandra Meyer: Finanziell einfach! - Thieme: Aber schon die Einrichtung eines Angebotsstreifens wie die aktuell bestehende Kennzeichnung dauert ziemlich lange. Außerdem bedeutet ein am Fahrbahnrand gelegener Radweg Gefahr vor Rechtsabbiegern. - Meyer: Eine geänderte Ampelführung, die Radfahrern Vorrang gibt, könnte da helfen. Unter den 32 Mitgliedern ihrer Kiezgruppe sind 7 Verkehrsplaner, "wir sind von den Kenntnissen und Erfahrungen her also gut aufgestellt. Der Bezirk Mitte hängt fahrradtechnisch hinterher, weil wir hier erst die Politik abgrasen müssen. In Tempelhof-Schöneberg ist man schon viel weiter, z.B. beim Tempelhofer Damm, wo auf der Fahrbahn der Wechsel der Spuren schon beschlossene Sache ist." Nachgewiesen wurde in Tempelhof übrigens, dass nicht die (zu)parkenden Autofahrer im Kiez einkaufen, sondern vor allem Fußgänger und Radfahrer dem lokalen Gewerbe nützen.

Rudolf Blais: Die Debatte ging jahrelang um dieses Thema und herauskam dann der Rad-Angebotsstreifen in der Mitte der Fahrbahn. Das wird sich nicht mehr leicht ändern lassen. Warum klinkte sich der ADFC hier nicht früher ein? Es gibt eine neue Chance sich zu engagieren: Ein fahrradfreundliches Schultheißbrauerei-Gelände wäre gut! - Meyer: Grundsätzich reagierte Mittes Bezirksbürgermeister, Stephan von Dassel, wohlwollend auf die Vorschläge der Kiezgruppe für einen etwas geschützteren Radwegs, Stadträtin Sabine Weißler hingegen nicht, berichtete Frau Meyer. 

Wo brennt es in Moabit wirklich? Wer mag mitwirken? Kontakt zur Volksentscheid Fahrrad - Kiezgruppe "Fahrradfreundliche Mitte": Stefan Lehmkühler: Stefan.Lehmkuehler[at]volksentscheid-fahrrad[.]de

Traude Sauer: Ich vermisse Fahrradständer in der Turmstraße, z.B. bei der AOK in der Turmstraße. - Frau Meyer: Insgesamt 200.000 Fahrradbügel sollen im innerstädtischen Gebiet Berlins aufgestellt werden. - Herr Naake zum Parken bei der AOK: Man kann hinter dem Haus im Hof sein Fahrrad anschließen, dort soll es viele unbesetzte Fahrradständer geben.

Taylan Kurt, fachpolitischer Sprecher für Wirtschaft, Ordnung und Soziales (Grüne Mitte): Es gibt ein Riesenproblem mit den zuparkenden Autos. Um das zu ändern, müsste man Geld investieren. Wer ist eigentlich für die parkenden Autos zuständig, ist es die Polizei? - Karl Bösel, Präventionsbeauftragter der Polizei in Moabit: Ich bin nicht zufrieden mit der aktuellen Situation. Für den ruhenden Verkehr ist zunächst das Ordnungsamt zuständig. Wenn das Ordnungsamt allerdings außer Dienst ist, muss die Polizei ran. Sie hat nur viel zu wenig Personal, um bei parkenden Autos einzugreifen.

Anwohnerin: Welche Fahrradbügel sind am effektivsten? - Andreas Koscinski (ADFC): Die Kreuzberger Bügel sind am besten und werden überall eingesetzt, außer wenn sie an manchen Stellen aus Denkmalsgründen nicht ins Stadtbild passen.

Anwohnerin: Wichtig ist das Thema Fahrradhelme. Die meisten Unfälle ohne Helm enden sehr gefährlich. Wie steht der ADFC dazu? - Andreas Koscinski: Der ADFC gibt keine Empfehlung, ob Helm zu tragen verpflichtend sein sollte und ist gegen die Helmpflicht im Allgemeinen, weil viele Menschen dann wohl nicht mehr Fahrrad fahren würden. Koscinski selbst fährt mit Helm, und auch die meisten Vereinsmitglieder, und würde Helme empfehlen: "Es gibt immer leichtere und bequemere Helme, und gerade Kinder sind dafür zu begeistern."

Herr Nake berichtete davon, dass er seit 2010 einen endlosen Briefwechsel zum ständig blockierten Fahrrad-Angebotsstreifen mit der Verkehrslenkung Berlin hatte. "Wenn es ein Radstreifen mit zwei durchgezogenen Linien wäre, könnte nach StVO sofort abgeschleppt werden. Und wer zu den Parkplätzen will, muss mit großer Vorsicht den Radweg überfahren. Das wäre also die Lösung: richtige Radwege mit durchgezogenen Linien." Seine zweite Idee: Ein absolutes Halteverbot mit konkreten Uhrzeiten wäre gut, weil dann auch abgeschleppt werden könnte. Derzeit gilt nur eingeschränktes Halteverbot. Alle Vorschläge dazu seien schon lange bei den Behörden eingereicht. Leider bisher ohne Resonanz. Außerdem gebe es massenhaft leere Radständer im Kleinen Tiergarten, was eine Fehlplanung sei. Als brisantes Thema erwähnte Herr Nake die Verkehrsplanung "Nordverschiebung" der Mittelinsel in der Huttenstraße. Wird sie umgesetzt, haben gen Westen fahrende Radler viel weniger Platz. Außerdem müsste für die Verschiebung eine alte Ulme gefällt werden, ergo "braucht dort gar kein Geld investiert zu werden, weil der aktueller Zustand besser ist, als das, was nun passieren soll."

Hinweis von Frau Sauer: Überholende auf dem Radweg sollten klingeln!

Petra Schrader, schulpolitische Sprecherin (LINKE Mitte): Welchen Stellenwert hat die Verkehrserziehung für Sie? Die gerettete Moabiter Jugendverkehrsschule (JVS) sollte nun auch konzeptionell entwickelt werden. - Stefan Kuscinski: Ja, einen Ausschuss für Kinder und Jugend gibt es beim ADFC Mitte, u.a. um Kinder zum Radfahren zu motivieren, z.B. durch Parcours bei Stadtfesten. Und der ADFC hatte sich zur Rettung der JVS eingebracht.

"Helme auf die Köpfe!" - Dafür warb Petra Leischen, die "normalerweise gegen Repression ist", aber für die Einführung der Helmpflicht, und zwar wegen der Lebensbedrohung. Helme seien gerade bei Kindern wichtig, die die Verkehrsregeln noch nicht verinnerlicht haben.

Matthias Schnauss, Moabiter Ratschlag e.V.: Die Fahrradwerkstatt im Schlupfwinkel hat einen Antrag für ein weiteres Projekt im Bereich der Verkehrserziehung beim Sanierungsmanagement in der Pipeline, dort spielen Sicherheitsaspekte mit hinein.

Auf weitere Radprobleme wies Susanne Torka ADFC und Kiezgruppe „Fahrradfreundliche Mitte“ hin - zum Thema Markierungen auf der Fahrbahn: Was tun, wenn rechts abbiegende Autos das Geradeausfahren der Radfahrer behindern? Und zur Quitzowstraße: durch die dortigen Kissen wird der Radstreifen oft von Autos als Slalomfahrstrecke benutzt, was eine Gefahr für Radler darstellt.

Termine und Verschiedenes:

Moabiter Bildungsfest am 29.6. von 14 bis 18 Uhr auf dem Ottospielplatz - Details hier: http://www.moabitwest.de/Auf-zum-5-Moabiter-Bildungsfest-am-29-Juni-2017.6180.0.html

Frühstück zum Erfahrungsaustausch für von Erwerbslosigkeit Betroffene im B-Laden in der Lehrter Straße 27 am 5.7. und 19.7. ab 11 Uhr. Dazu bitte etwas mitbringen. Im August Sommerpause.

Susanne Staake regte als Themen für nächste Plena Folgendes an:

- Thema Klimaschutz: das Steinkohle-Kraftwerk Moabit gehört zu den schlimmsten Produzenten von CO2 und Schwermetalle wie Arsen usw. (Bericht auf Inforadio dazu von Franziska Ritter), während das Kraftwerk in der Rummelsburger Bucht gerade auf Gas umgestellt wird...

- Thema Wohnnebenkosten: Laut Ranking des Bundes der Steuerzahler steht Berlin da auf Platz 1, ist also am teuersten, München hingegen am preiswertesten. Details: https://www.steuerzahler.de/So-teuer-macht-der-Staat-das-Wohnen/80721c92242i1p1520/

- Thema Verdrängung: Was dagegen unternommen wird, sollte thematisiert werden im Plenum - Susanne Torka: Baustadtrat Gothe sprach genau dazu im Plenum im April, http://www.moabitwest.de/Stadtrat-Ephraim-Gothe-beim-Stadtteilplenum-im-April-2017.6147.0.html

Georg Thieme: Für das Moabiter Kiezfest am 16. September wurde die Anmeldephase gestartet. Sie geht bis 31.7., und auch der ADFC ist eingeladen, sich dort vorzustellen.

Susanne Torka: In der Betroffenratssitzung am 4.7. um 19 Uhr geht es um Grundwasser- und Bodensanierung des ehemaligen Gaswerks hinter dem Haus Lehrter Straße 6 und Kleingärten durch die Deutsche Bahn. - Ort: B-Laden in der Lehrter Straße 27-30, http://www.moabitonline.de/events/18295/oeffentliche-betroffenenratssitzung-lehrter-strasse

Rudolf Blais: Der Bund der Steuerzahler https://www.youtube.com/watch?v=2fQlLvbMAnA hatte eine Schwarzbuch-Bustour zum Thema Verschwendung von Steuermitteln angeboten und der rbb-Abendschau berichtete über diese Tour. Die Sitzkiesel im Ottopark/Kleinen Tiergarten werden in dem Filmbeitrag erwähnt und, dass die gesamte Parkumgestaltung seit 2011 rund 8,7 Mio. Euro gekostet haben soll und die Bürger dabei nicht angemessen involviert wurden. Der NDR hatte schon davon früher darüber berichtet: https://www.youtube.com/watch?v=Ib1NHGvgQzo

Der Anwohner und Filmfreund Ewald Zimmermann vermisst „Filme unter Bäumen“, die "Moabinale" im Schulgarten. Er findet es jammerschade, 2015 war das ein „fetter Termin“ mit Band, Essen und tollen Filmen mit Top-Moderator und das auch noch unter Bäumen und mit den Filmschaffenden vor Ort. Fällt das künftig aus, wäre das ein großer Verlust für Moabit. - Elke Fenster, Moabiter Ratschlag e.V.: Es gibt wohl nicht genug junge Leute, die sich weiterhin dafür engagieren, deshalb wurde die Veranstaltung nicht weitergeführt. Ich gebe das an den Schulgarten weiter, und evtl. wird etwas Neues in dieser Beziehung organisiert.

Das nächste Plenum am 18. Juli 2017 soll der Vorbereitung der Veranstaltung mit den Kandidatinnen und Kandidaten zur Bundestagswahl dienen, die im September stattfinden wird. Welche Aspekte der Bundespolitik sind relevant für den Kiez, z.B. in der Wohnungs- und der Arbeitsmarktpolitik? Zu Themen wie diesen werden im Juli-Plenum Arbeitsgruppen gebildet, die inhaltliche Grundlagen und konkrete Fragestellungen erarbeiten. Diese werden dann bei der Veranstaltung am 18. September vorgestellt. Durch diese Vorgehensweise soll es keine Werbeveranstaltung für die Bundestags-Kandidaten werden. Stattdessen wird es konkrete Fragen aus Moabit an sie geben.

Vergangene Stadtteilplena: Die Berichte der vergangenen Stadtteilplena finden Sie wie immer unter folgendem Link: http://www.moabitwest.de/Das-Stadtteilplenum.171.0.html

Text & Fotos: Gerald Backhaus