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Donnerstag, 16.06.2016

Fastenbrechen mit Bundespräsident Gauck am 13. Juni 2016 in Moabit

Bundespräsident Joachim Gauck zwischen den Gästen, rechts neben ihm der Imam im Haus der Weisheit, Abdallah Hajjir

Moderatorin des Abends: Zeinab Hammoud, Quartiersmanagerin QM Moabit West
Pastor Volker Tepp von der Bethania-Gemeinde

Steve Rauhut von der Refo-Gemeinde zusammen mit Nushin Atmaca vom Liberal-Islamischen Bund

rechts neben dem Bundespräsidenten: der Bezirksbürgermeister von Mitte, Dr. Christian Hanke (SPD)
Die Sufi-Gruppe vom Haus der Weisheit musizierte












Der Imam im Haus der Weisheit, Abdallah Hajjir
Elke Fenster vom Moabiter Ratschlag e. V. saß gegenüber des Präsidentenpaars
Der Gebetsruf ertönte...
...bevor es zum Essen ging

Joachim Gauck in Moabit - Fastenbrechen mit dem Staatsoberhaupt

"Wir wollen sichtbar machen, dass wir auch da sind" Um Transparenz, Anerkennung und Gemeinschaft verschiedener Religionen ging es am 13. Juni 2016 beim gemeinsamen öffentlichen Fastenbrechen (Iftar) während des muslimischen Fastenmonats Ramadan auf dem Vorplatz des Otto-Spielplatzes in Moabit. Nach einem Bühnenprogramm gab es zum Sonnenuntergang um kurz nach 21.30 Uhr neben Datteln, Obst und Wasser auch Linsensuppe, Hühnchen mit Reis und Gemüsesoße und einer Süßspeise.

Rund 500 Gäste hatten zuvor in Zelten an langen Tafeln aus Bierbänken und –tischen Platz genommen, vor sich Obstteller mit Äpfeln, Aprikosen, Melonen und Pfirsichen. Viele Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeit waren der Einladung der zahlreichen Veranstalter gefolgt. Engagierten Moabiter Bürgern und Institutionen ist es zu verdanken, dass es dieses große Treffen gab. Vom Bezirksamt Mitte über das QM Moabit West und den Moabiter Ratschlag e. V. bis hin zum RAA – Ein km-Bildung, dem ZiD e.V., dem Haus der Weisheit e. V., den Kiezmüttern der Diakoniegemeinschaft Bethania e.V., der Refo-Gemeinde und dem Liberal-Islamischen Bund - sie alle hatten gemeinsam dieses große Fest organisiert. Unter den Gästen waren neben Politikern wie dem Bezirksbürgermeister von Mitte, Dr. Christian Hanke (SPD), vor allem Vertreter von Muslimen, christlichen Kirchen und Flüchtlingsorganisationen.

"Ich komme heute nicht nur als Bundespräsident, ich komme als Nachbar zu Ihnen, denn das Schloss Bellevue liegt kaum zwei Kilometer entfernt. Und so habe ich Ihre Einladung dankbar angenommen, hier in Moabit gemeinsam mit Ihnen das Fastenbrechen zu feiern." Joachim Gauck, der die festliche Veranstaltung durch seinen Besuch zusammen mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt krönte, setzt angesichts der Angst vor islamistischem Terror auf mehr Begegnung von Muslimen und Nichtmuslimen zum Abbau von Misstrauen und Distanz: "Ein Miteinander ist möglich." Er betonte, dass ein Teil der in Deutschland lebenden Muslime den Willen unserer Gesellschaft zu einem gleichberechtigten Miteinander anzweifelt. Oft fühlten sich diese einem Generalverdacht ausgesetzt. "Begegnung zu fördern, ist besonders wichtig in einer Zeit, in der es viel gegenseitiges Misstrauen gibt", so Gauck in seiner Begrüßungsrede. "In jüngster Zeit erleben wir eine gesellschaftliche Polarisierung. Aber gleichzeitig wächst doch auch das Bemühen, Misstrauen und Distanz abzubauen." Muslime und Nichtsmuslime sollten mit Respekt aufeinander zugehen. Da man in vieler Hinsicht noch zu wenig voneinander wisse, sei das gemeinsame Fastenbrechen ein willkommener Anlass, etwas mehr zu erfahren.

Dieser Besuch von Joachim Gauck in Moabit war eine Premiere: Er ist der erste Bundespräsident, der an einem öffentlichen Fastenbrechen teilnahm. Während der Veranstaltung sprachen neben ihm auch Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke, Safiye Ergün für die Ayasofya Moschee, Pastor Volker Tepp von der Bethania-Gemeinde, Steve Rauhut von der Refo-Gemeinde zusammen mit Nushin Atmaca vom Liberal-Islamischen Bund und der Imam im Haus der Weisheit, Abdallah Hajjir. Letzterer erklärte den Gästen die Bedeutung des Ramadans als Fest des Zusammenkommens. "Was uns verbindet, ist vielleicht nicht die Religion oder die Sprache, sondern das Land in dem wir leben, der Kiez in dem wir leben. Die Verantwortung, unsere Gesellschaft voranzubringen und die Gesellschaft vor Terroristen, Aggression und Gewalt zu schützen."

Zeinab Hammoud vom Quartiersmanagement Moabit West, moderierte die Veranstaltung auf Deutsch und teilweise auch auf Arabisch. Die arabische Sufi-Gruppe vom Haus der Weisheit spielte auf, und ein junger Mann aus ihren Reihen sang den Gebetsruf, der das Zeichen zum Fastenbrechen war. Daraufhin stellten sich die Gäste, allen voran der Bundespräsident, bei der Essensausgabe an, um ihr Abendessen zu empfangen.

Wissenswertes über Ramadan

Dieses Jahr fällt der Fastenmonat in den Juni, den Monat mit den längsten Tagen. Zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang liegen etwa 19 Stunden, in denen Muslime nichts essen und trinken dürfen. Ausnahmen gibt es für Schwangere, Reisende und all jene, für die das Fasten gesundheitliche schädlich ist. Das tägliche Fastenbrechen (Iftar) findet zum Sonnenuntergang statt. Der Ramadan endet für 1,6 Milliarden Muslime weltweit und 350.000 in Berlin voraussichtlich am 4. Juli 2016.

Nebenstehend finden Sie einige Impressionen von dem gelungenen Fest am 13. Juni 2016.

Text & Fotos: Gerald Backhaus