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Gasturbinentransport durch Moabit
Bauarbeiten für kurze Wege: Schnellere Gasturbinentransporte durch Moabit ab 2012
Alles in Butter, konnte man nach der Bürgerinformationsveranstaltung "Bau der neuen Verladerampe am Charlottenburger Verbindungskanal" sagen, zu der Siemens und BEHALA am 20. Dezember 2011 einluden. Beatrice Pfitzner, Projektleiterin des QMs Moabit West, moderierte den Abend, der anstelle des Stadtteilplenums im Moabiter Stadtschloss stattfand. Vom Podium aus gaben Helmut Rösener von der S.T.E.R.N. GmbH (Projektleiter des Stadtumbaugebietes), Stadtrat Carsten Spallek, Peter Stäblein (BEHALA) und Dr. Torsten Ganzow (Siemens AG) Auskunft über das Bauvorhaben.
Spallek betonte zunächst die wirtschaftspolitische Bedeutung des Siemens-Standorts in der Huttenstraße mit seinen 3 500 Mitarbeitern, die auf einer Fläche von rund 130 000 Quadratmetern die weltgrößten und effizientesten Gasturbinen herstellen. "Wir müssen vom Ende her denken: wie kriegen wir die Gasturbinen ohne große Beeinträchtigung der Anwohner vom Hof", fasste er die vorausgegangenen gemeinsamen Überlegungen aller Beteiligten zusammen. Die Lösung ist spannend: eine Roll on - Roll off, kurz RoRo-Rampe wird am Charlottenburger Verbindungskanal gebaut. Bauherr ist die BEHALA, ein landeseigenes Logistikunternehmen mit rund 120 Mitarbeitern, das u.a. seit 85 Jahren den Westhafen betreibt. Der traditionelle Binnenhafen-Experte transportierte bereits 2007 die erste Siemens-Gasturbine. Dazu reichte damals ein üblicher 350-Tonnen-Kran nicht aus, weshalb die BEHALA einen 1000-Tonnen-Mobilkran extra für den Kunden Siemens anschaffte. Durch die neue RoRo-Rampe soll der Transport der Turbinen über die Moabiter Straßen ab kommendem Jahr nun sehr verkürzt werden - von 7 Kilometer auf nur noch rund 700 Meter. Der kurze Weg führt vom Siemens Werk über die Wiebe- und die Huttenstraße hin zum Neuen Ufer, wo 2012 die neue Rampe entstehen wird. An der Rampe wird ein Spezial-Schubschiff der BEHALA anlegen, auf das ein Schwertransportverladefahrzeug mit der Gasturbine auffahren kann. Das Spezialschiff transportiert die Turbine anschließend vom Neuen Ufer weiter bis zum Westhafen, wo sie für den weiteren Wasserweg bis zu einem Seehafen auf ein anderes Schiff umgeladen wird.
Die Videoanimation der BEHALA, die Peter Stäblein den Anwesenden im Stadtschloss vorführte, veranschaulicht den Transport mit dem Shuttle gut. Sie können sich den Film auch auf MoabitOnline anschauen, dazu klicken Sie bitte hier.
Die Transporte werden etwa ein Mal pro Woche - im Unterschied zu den derzeitigen nächtlichen Fahrten - tagsüber stattfinden und rund eine Stunde dauern. Das liegt daran, dass der sich in Polizeibegleitung bewegende Schwergut-RoRo-Shuttle nur mit einer Geschwindigkeit von rund 5 km/h fahren kann.
Die Sorgen der versammelten Anwohner konnten die Herren auf dem Podium zum Großteil zerstreuen. Zunächst zur Bauphase: Die Lärmbelastung während der Bauarbeiten von März bis August 2012 wird sich in Grenzen halten. Nachtaktionen sind nicht geplant, so Peter Stäblein. Im März und April werden vorwiegend Rammarbeiten stattfinden, im Mai und Juni vor allem Transportfahrten. Danach erfolgt die Betonaushärtung, ganz ohne Lärm.
Zu den neuen Transporten ab September 2012: Im letzten Jahr wurden 55 Turbinen transportiert, so Dr. Ganzow von Siemens. "Es handelt sich also um durchschnittlich eine Turbine pro Woche. Mehr könnten wir gar nicht produzieren, da das Werk rund drei Wochen für eine Turbine braucht." Die genauen Verladezeiten sind noch nicht bekannt, angestrebt werden die Turbinentransporte aber vormittags. Die Buslinie M27 bleibt bestehen und wird dann nur für zwei bis drei Bustakte umgeleitet, was aber noch mit der BVG geklärt werden muss. Laut Franz Plich, ehemals Siemens-Mitarbeiter und Quartiersrat in Moabit West, wird wahrscheinlich nur ein Bus umgeleitet werden müssen, "wenn die Fahrer dann im Laufe der Zeit geübter sind."
Die Lärmbelastung durch die Transporte wird aufgrund der geringen Fahrgeschwindigkeit nicht groß sein, sie soll dem Fahrgeräusch eines normalen LKW entsprechen. Eine von Volker Liepelt (CDU) und Anwohnern angeregte Lärmmessung soll laut Peter Stäblein trotzdem durchgeführt werden. Auch bestehende Parkplatzflächen sollen durch die Transporte nicht eingeschränkt werden. Die Sorge von Mathis Menzel von der Firma Menzel Elektromotoren, die Ein- und Ausfahrt seines Betriebes am Neuen Ufer würde blockiert, wurde entkräftet. "Es wird sich nur um wenige Minuten handeln, die der Transport-Konvoi die Firma Menzel tangiert," sagte Peter Stäblein. "Bewacht wird die neue Rampe übrigens nicht wie Fort Knox, so dass mit Vandalismus und Sperrmüllablagerung durchaus zu rechnen ist, aber vielleicht fährt unser Wachdienst vom Westhafen ab und zu mal vorbei."
Es wird einen Benachrichtigungs-Service für alle betroffenen Anwohner und Anlieger geben. Sie können ihre Kontaktdaten schon jetzt an die BEHALA senden. Peter Stäblein versprach, dass sie dann vor jedem Transport informiert würden. E-Mail-Adresse: info[at]behala[.]de













