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Geschichte der Industrialisierung in Moabit West

Patriarchalische Industrieformen ab Mitte des 19. Jahrhunderts: erste Phase der Industrialisierung

Borsig und Bolle: Industrie an der Spree

Als August Borsig (1804-1854) sich entschloss, seine Maschinenbaufabrik am Oranienburger Tor zu entlasten, kaufte er Grundstücke in Moabit zwischen Kirchstraße, Alt-Moabit und Spree und ließ dort ein neues Eisenwerk bauen, das 1849 betriebsfertig wurde. Die Werkanlage wurde nach und nach durch den Kauf der Maschinenbauanstalt der Seehandlung in der Kirchstraße und mehrere Grundstücke zwischen Alt-Moabit und Spree erweitert. Er ließ, wie der Porzellanfabrikant Schumann es früher tat, eine prächtige Villa samt Park- und Treibhausanlagen in unmittelbarer Nähe seines Werkes errichten.

Die Firma Borsig wurde zu einem Wahrzeichen großer Modernität und technischen Fortschritts im Maschinenzeitalter. Sie war in Deutschland wie auch international äußerst erfolgreich. Im Familienunternehmen übernahm der Sohn Albert Borsig die Führung nach dem Tod des Gründers. Seine drei Söhne wiederum leiteten die Firma in Moabit, bis sie 1898 nach Tegel übersiedelte.

Die Borsig-Werke

Borsig, der 1851 um die 1800 Personen in seinem Werk beschäftigte, behielt dort patriarchalische Strukturen. Nach dem Streik seiner Arbeiter im Revolutionsjahr 1848 gewährte er eine Lohnerhöhung, verkürzte die Arbeitszeit und ließ einen Arbeiterausschuss (Betriebsrat) bilden. Die schon existierenden Leistungen blieben bestehen: Kranken-, Sterbe-, Unterstützungskasse. Das Krankengeld wurde aus Abzügen von Löhnen (bei Ordnungsgeldern) und Geldern für die Besichtigung des Treibhauses und des Gartens der Villa finanziert. Sozialeinrichtungen wie Betriebsfeste und Betriebsausflüge gehörten zu seinen Betriebsstrukturen. So konnten sich seine Arbeiter mit ihrer Firma identifizieren, sie bildeten die Borsigfamilie unter der Leitung des Firmenvaters.

Die Bolle Meierei

Vier Jahrzehnte später, im Jahre 1887, eröffnete Carl Bolle (1832-1910) seine Meierei auf dem ehemaligen Grundstück des Porzellanfabrikanten Adolf Schumann im heutigen Alt-Moabit 99 bis 103 und zog in dessen Villa. Die Meierei, samt Kesselanlage, Werkstatt-, Stallgebäude, Räumen für eine Kirche, Festsälen, Kino, wuchs ständig, bis hin zur Spree. Bis 1967/68 verdoppelte die Firma ihre Gesamtfläche auf 46 000 Quadratmeter. Nach dem Tod des Gründers 1911 wurde die Firma eine Aktiengesellschaft, die 2500 Menschen beschäftigte. Die Selbstbedienungsläden erschienen erst 1955.

Foto: Mitte Museum
Labor in der Bolle Meierei. Forschung und Hygiene waren Merkmale der Firmen-Philosophie.

Modernität

Die Firma Bolle war ebenfalls ein Sinnbild für Modernität und Neuerung. Hygiene, Sterilisierung der Flaschen, hohe Qualität der Milch wurden strengstens kontrolliert. Allein zu diesem Zweck wurden chemische und bakteriologische Labore innerhalb der Firma eingerichtet. Das Produktangebot wurde zunehmend erweitert: Milch, Käse, Joghurt, Trinkmilch, Obst und Gemüse. Die Zuverlässigkeit der Lieferung war höchstes Gebot.

Der Firmenvater gestaltete das Arbeitsklima mittels verschiedener Sozialleistungen: Betriebskrankenkasse (Kuraufenthalte, Krankenhauskosten, Krankengeld), Bestattungskosten (Witwen- und Waisenunterstützung), bezahlter Urlaub und Ferienheime für Kinder.

Eine umfangreiche Freizeitgestaltung konnten oder mussten die Mitarbeiter in Anspruch nehmen: Handwerkskurse, Musikvereine, Feste, Familienabende. Bildung und Religiosität seiner Arbeiter betrachtete Bolle als seine Aufgabe. Er ging so weit, dass er 1897 seine katholischen Mitarbeiter entließ. Nur durch die Vermittlung eines Paters von St. Paulus konnten sie wieder eingestellt werden.

Gestreikt wurde auch in der Firma. Als am 6. Oktober 1910 240 Bollejungen für eine bessere Bezahlung in den Streik traten, besetzte die Polizei das Werktor in der Befürchtung, dort könnte sich eine ähnliche Lage wie bei der Kohlenhandlung Kupfer entwickeln. Die Jungen erhielten eine geringe Lohnerhöhung. Lohnforderungen und Arbeitsbedingungen gaben im Februar und September 1925 erneut Anlass zu Arbeitsniederlegungen.

Die Unternehmen von Borsig und Bolle gehörten zu der ersten Phase der Industrialisierung in Moabit. Sie siedelten sich direkt an der Spree an, so dass ihnen die Wasserwege, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch unentbehrlich waren, zur Verfügung standen.

Obwohl beide Unternehmen Symbole der Modernität waren, wiesen sie starke patriarchalische Züge auf. Die Unternehmer behielten in dieser Konstellation die Alleinherrschaft oder die Alleinvaterschaft. Gewiss gab es schon soziale Unruhen. Die Arbeiter der Firma Borsig wurden während der Märzrevolution aktiv. Bis in das 20. Jahrhundert hinein waren jedoch politische oder soziale Forderungen bei Streiks nicht vorrangig. Immer wiederkehrende Forderungen betrafen lediglich Lohnerhöhungen, Kürzungen der Arbeitszeit und Bezahlung der Überstunden. Im April 1848 genehmigte Borsig die Bildung eines Arbeiterausschusses (Betriebsrat), der aber, schnell machtlos und uneffektiv geworden, im Februar 1851 aufgelöst wurde.

Neue Form der Industrie: 2. Phase der Industrialisierung in Moabit West Von der Spree zu den Martinickenfeldern

Pharus Verlag
Pharus-Plan Berlin 1890

Loewe und AEG

In Moabit-West begann die zweite Phase der Industrialisierung, die ganz andere Züge aufwies.

Zwei große Unternehmen, Loewe und AEG, beherrschten bis weit in das zwanzigste Jahrhundert hinein das ganze Leben in dem Areal zwischen Spree, Charlottenburger Verbindungskanal, Sickingenstraße und Ottostraße und galten als Sinnbild für die Amerikanisierung der Industrieformen. Dort entstand ein modernes Industriequartier.

Obwohl die Firmen Borsig/Bolle und Loewe/AEG im Grunde genommen gemeinsame Züge aufwiesen wie die immense räumliche Erweiterung des Werkes, die wachsende Belegschaft, der Anspruch auf Neuerung und Spitzenmodernität, kann man prinzipielle Unterschiede feststellen, die bedeutende Folgen für das soziale und politische Leben der Menschen nach sich zogen. Während patriarchalische Strukturen die Arbeiter an das Werk und seinen Gründer und Leiter binden, begünstigen amerikanische Methoden die Bildung von Gewerkschaften und politischen Organisationen.

Im Jahre 1888 existierte schon das Riesengelände der „Waffen- und Munitions-Fabrik der Ludwig Loewe & Co, Commandit-Gesellschaft auf Aktien“ zwischen Kaiserin-Augusta-Allee (14 bis 24), Huttenstraße und Wiebestraße. Das Unternehmen produzierte Gewehre und hatte eine elektrische Abteilung für Werkzeugmaschinen. Durch ständige Erweiterung entstanden Lagergebäude, Werkstätten, Schießhallen, ein Wasserturm, ein Maschinenhaus sowie ein Kesselhaus.

Internationale Firma

Zitat: Gustav Wunderwald, Brief an Schmidtbonn, Charlottenburg, den 7.12.1926.
Gustav Wunderwald: Fabrik Loewe & Co (Moabit) um 1927. „Die tristesten Dinge haben es mir angetan und liegen mir im Magen, Moabit und Wedding packen mich am meisten – diese interessante Nüchternheit und Trostlosigkeit“.

Die Firma war ein Pionierunternehmen auf dem Gebiet des Maschinen- und Werkzeugbaus, stellte Nähmaschinen, Werkzeugmaschinen und Waffen her. Die 1869 zur Fabrikation von Nähmaschinen gegründete Firma expandierte sehr schnell. 1870 zählte sie 900 Arbeiter. Ihre Bedeutung war international. 1890 hatte sie bereits 5.000 Mitarbeiter in der Kaiserin-Augusta-Allee (Martinickenfelde). Sie besaß deutschlandweite und internationale Waffenfirmen. Ab 1892 gelang ihr der Einstieg in die Elektroindustrie, die in internationalen Geschäften und Lieferungen an Bedeutung zunahm. Sie beteiligte sich an internationalen Werkzeug- und Waffenfabriken.

Nach dem Krieg stellte sie auf Friedensproduktion um und stellte hauptsächlich Maschinenteile her.

Um 1890 diente das große Werksgelände in der Kaiserin-Augusta-Allee hauptsächlich zur Waffenherstellung, die Fabrikanlage in der Huttenstraße zur Produktion von Werkzeugen und Werzeugmaschinen. Im Jahre 1896 wird die elektrotechnische Produktion in Betrieb genommen, später um 1898 die Werkzeugmaschinen- und Werkzeugproduktion.

In der Huttenstraße befand sich ab 1895 die „Werkzeugmaschinenfabrik der Ludwig Loewe & Co. Aktiengesellschaft“ (Huttenstraße 17-20), auf dem Gelände nördlich der Huttenstraße, zwischen Wiebe- und Berlichingenstraße. Während der Kriegsjahre florierte die Werkzeugindustrie und selbstverständlich die Waffenproduktion für die Rüstung. Ende der 20er Jahre entwickelte sie den Bereich elektrische Unternehmungen und änderte ihren Namen in „Gesellschaft für elektrische Unternehmungen A.G. Loewe-Fabriken“.

Während des 2. Weltkrieges arbeitete eine nicht unbedeutende Zahl von Zwangsarbeitern (Ostarbeitern und Kriegsgefangenen) in den Loewe-Werken. Die Firmenbauten wurden zum Teil zerstört durch Luftangriffe und unterlagen nach 1945 einer vollständigen Demontage. Im Sommer 1945 wurde die Arbeit wieder aufgenommen, hauptsächlich mit Gegenständen des täglichen Bedarfs. Man fing erneut mit der Werkzeugs- und Maschinenproduktion nach der Währungsreform an. Der zentrale Betriebsteil der Firma wurde um 1960 neu gebaut. 1979 erwarb die Kraftwerksunion die ehemalige Loewe-Industrie-Anlage. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Gewerbehof.

Seit seiner Gründung orientierte sich das Unternehmen am Vorbild amerikanischer Massenproduktion, sie nutzte die Taylorierung.

Automatisierung, Standardisierung und Normung wurden eingeführt, chemische und physikalische Laboratorien eingerichtet. Die Rationalisierung, auch der Arbeitskräfte, führte zu der Gründung einer Ausbildungsstätte, die 1904 staatlich anerkannt wurde. Seither wurden qualifizierte, spezialisierte, von der Firma selbst ausgebildete Arbeiter eingestellt.

AEG

Fotos: Mitte Museum am Gesundbrunnen
2007 Die ehemalige Firma Loewe in der Reuchlinstraße, jetzt Gewerbehof.
2007 Firma Siemens in der Huttenstraße. Im Jahre 2004 feierte Siemens das 100. Jubiläum der Turbinenfabrik

Um die Jahrhundertwende (1900) siedelte sich die „AEG-Glühlampenfabrik/ Telefunken-Röhrenfabrik“ in Moabit, Sickingenstraße 70-71, an. 1904-05 bestand die alte Fabrik in der Huttenstraße 12-16, bis 1907-12 die neue Fabrik gebaut wurde.

Die von Emil Rathenau (1838-1915) gegründete Firma hatte in den 90er Jahren eine dominante Stellung im Bereich der Elektroindustrie und expandierte zunehmend. Bei der darauf folgenden Sättigung des Marktes konnte sie die Krise durch amerikanische Methoden in den Arbeitsverfahren und die Einführung von amerikanischen Hochleistungsmaschinen überwinden. Die Rationalisierung der Fabrikation brachte Normierung, Typisierung, Ausbau und Konzentration der Massenfertigung mit sich. Die Rezession in den Krisenjahren zeigte sich in der Zahl der Beschäftigten. 1901-02: 1841 Beschäftigte in der Firma, 1905: nur noch 663.

Das Unternehmen produzierte ursprünglich Lampen, Röntgenröhren, dann Maschinen und Transformatoren für Großsender (1903 wurde Telefunken gegründet).

Während des ersten Weltkriegs boomte die Rüstungsproduktion. AEG war, nach Krupp, der zweitgrößte Militärlieferant. Die wissenschaftliche Forschung musste eingestellt werden. Die Firma beschäftigte Frauen und Zwangsarbeiter: belgische, französische und russische Kriegsgefangene.

Durch die wechselnde Belegschaft ging zum Teil das Zusammengehörigkeitsgefühl der Arbeiter verloren.

Aber als Ende Januar 1918 Massenstreiks in Berlin stattfanden, beteiligten sich Arbeiter und Arbeiterinnen von AEG an dieser Streikbewegung und unterstützten die Forderung nach einer radikalen Demokratisierung der Gesellschaft. Politische Motive standen im Vordergrund, auch am 9. November 1918, als die Arbeiter aller Moabiter Großbetriebe sich versammelten und Richtung Lehrter- und Invalidenstraße gingen, um Kasernen zu stürmen und Gefangene aus dem Zellengefängnis zu befreien.

Foto: Mitte Museum
AEG-Turbinenhalle in der Huttenstraße. 1908-09 nach Entwürfen von Peter Behrens erbaut. Sie wurde von der Zeitgenössischen Kritik als architektonische Sensation empfunden

Trotz der Gründung von OSRAM im Jahre 1919 hatte die Firma 1924 nur 550 Beschäftigte, 1929 aber schon 700 in der Röhrenfabrik.

Im März 1931 wurde eine nationalsozialistische Betriebszellenorganisation gegründet, die in den darauf folgenden Jahren rasch an Mitgliedern gewann.

In Folge der Entwicklung und Verbreitung des Rundfunks durch die nationalsozialistische Regierung konnte die Firma ihre Produktion ausweiten. Im Jahre 1937 gab es fast 9.000 Beschäftigte in der Sickingenstraße.

Während des 2. Weltkrieges produzierte die Firma fast ausschließlich für die Wehrmacht Röhren für Nachrichtenübermittlungen.

Ab 1945 schränkten die Produktionsverbote der Siegermächte die Arbeit des Unternehmens ein. Mitte der 60er Jahre wurde Telefunken in die AEG integriert. In den 70er Jahren fanden Schließungen und Massenentlassungen statt. Der Standort Sickingenstraße wurde zur Ausbildungsstätte.

Die beiden Unternehmen verwandelten diesen Teil Moabits in ein großstädtisches  Industriegebiet. Durch sie wurde Moabit zum Arbeiterviertel, in dem die Arbeiter sich zunehmend sozial und politisch streng organisierten, im Gegensatz zu den Arbeitern von Borsig oder Bolle.

Die Moabiter "Polizei-Unruhen" Sept. 1910

Zeitung: im Mitte Museum
Vorwärts: Nr. vom 4. März 1919 "Kampf für Freiheit, Demokratie und Sozialismus"

Erster großer Streik mit politischem Hintergrund

Am 19. September 1910 traten Arbeiter der „Kohlenhandlung Kupfer & Co“ in der Sickingenstraße 20-23 (später Telefunkengelände) wegen einer abgelehnten Forderung nach Lohnerhöhung in den Streik.

Diesen Streik kann man als den ersten politischen Streik der Arbeiterbewegung in Moabit betrachten.

Die Ereignisse wurden von der Zeitung „Vorwärts" sehr treffend „Polizeiunruhen" genannt. (Der „Vorwärts“ war die 1876 gegründete sozialdemokratische Wochenzeitung unter der Leitung von K. Liebknecht und W. Hasenclever, die ab 1891 Tageszeitung wurde).

Die 1909 gegründete Firma beschäftigte 141 Arbeiter, die eine Lohnerhöhung von 43 auf 50 Pfg./Std. für Arbeiter (Träger) und von 30 auf 33 Mark/Woche für Kohlenkutscher forderten. Die Vermittlungsvorschläge blieben erfolglos, die Verhandlungen mit Arbeitervertretern wurden abgelehnt. Die Leitung holte Streikbrecher aus Hamburg, die bewaffnet und geschützt von der Polizei die Arbeit verrichten sollten.

Straßenkämpfe

Die Auseinandersetzungen auf der Straße stellten eine richtige Behinderung für die Anwohner sowie für die Arbeiter von Loewe und AEG, die kaum zu ihrer Firma gelangen konnten, dar. Als Streikbrecher Gebrauch von der Waffe machten, eskalierte der Konflikt. Überfälle von beiden Seiten wuchsen zu schweren Ausschreitungen aus. Die Polizei wurde am 24. September 1910 auf 1.000 Mann verstärkt, sie griff Arbeiter und Bevölkerung an. Am 29. September war der Höhepunkt der Ereignisse. Der Beusselkiez war im Belagerungszustand, die Hutten-, Rostocker- und Beusselstraße von der Polizei gesperrt. Während der Straßenkämpfe wurden Geschäfte, Gastwirtschaften und Schaufenster zerstört, aus den Fenstern flogen Steine, Blumentöpfe und allerlei Gegenstände. Der Einsatz der Polizei wurde zunehmend brutaler. Ein Mensch starb, ca. 150 Menschen sowie 104 Polizisten wurden verwundet. Eine Gruppe von englischen und amerikanischen Journalisten wurde von der Polizei überfallen und verletzt. Das führte zu Berichten in der internationalen Presse mit der Frage nach der demokratischen und politischen Situation im Deutschen Reich. Debatten über diese Ereignisse folgten im Parlament.

Im anschließenden Prozess wurden 45 Menschen zu Geld- oder Gefängnisstrafen verurteilt. Von 77 verhafteten Personen waren laut Polizei 47 in der Sozialdemokratie oder in Gewerkschaften organisiert.

Am 9. Oktober nahmen Zehntausende von Arbeitern an einer Protestveranstaltung gegen die Methoden der Polizei teil.

95 Polizisten erhielten für ihren Einsatz einen Orden.

Frau Jacqueline Goineau