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Stadtteilplenum Moabit West

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"Green Moabit" & Wirtschaftsstandort Moabit auf dem Stadtteilplenum im April 2013

Frieder Rock ("Green Moabit") und Moderatorin Susanne Torka
Lutz Löbner, Atotech


Stefan Gerecke (House of Clouds)
Cem Celik (Morgenzeiten)

Endlich Frühling, das Stadtteilplenum hätte man hinaus ins (noch nicht so) Grüne legen können, so schön war es am 16. April. Ins Nachbarschaftshaus hatten wie immer der Moabiter Ratschlag e.V. und das Quartiersmanagement Moabit West der S.T.E.R.N. GmbH eingeladen, und Susanne Torka moderierte.

„Green Moabit – ein Standort mit Zukunft!“

„Mehr Grün in die Stadt bringen“: beim Stadtteilentwicklungskonzept „Green Moabit“ geht es um Themen wie „gesundes Stadtklima“ in Form von Baumpflanzungen, Dachgärten und Fassadenbegrünungen, um „intelligente Mobilität“ in Form von Buslinienanpassung, einer Moabiter „Green Card“ für alle Verkehrsmittel und ein Fahrradmobilitätszentrum. Beim Thema „Lebenswertes Quartier“ stehen Projekte wie eine Bürgerakademie und die betriebsnahe Kinderbetreuung im Fokus. Eine Art Zwischenbilanz zu „Green Moabit“ zog Frieder Rock von SUSTAINUM, dem Institut für zukunftsfähiges Wirtschaften. Er berichtete davon, wie "green" Moabit in Zukunft wirklich wird oder werden könnte. Im Mittelpunkt des Konzepts, das gleichzeitig ein zweijähriger Prozess ist, der nun in seiner zweiten Phase ist, steht die Frage, wie sich Moabiter Unternehmen auf den Klimawandel einstellen können. In der ersten Phase 2012 wurde zunächst der Standort Moabit West analysiert und daraufhin sprach SUSTAINUM Akteure vor Ort an. Bei „Green Moabit“ schon mit im Boot oder hinein geholt werden sollen Firmen wie Siemens, Müller Zeiner, Menzel Elektromotoren, Brose Fahrzeugteile, Centro Park, Continental, ANZAG und GFAD Systemhaus. Auch der im Bau befindliche Großmarkt Hamberger soll angesprochen werden. Den Unternehmen vor Ort wurden bisher z.B. Klimachecks angeboten, eine Internationale Sommerakademie fand statt sowie Kooperationen mit Hochschulen (TU, Beuth, HWR) und zwei öffentliche Planungsgespräche. Jetzt in der zweiten Phase, die bis Jahresende geht, sollen Maßnahmepläne für „Green Moabit“ ausgearbeitet werden. Welche Chancen gibt es, um das große innerstädtische Industriequartier trotz Klimawandels, der sich z.B. in Form von Starkregen und Dürreperioden zeigt, attraktiv zu gestalten? Projekte, die um effiziente Energienutzung im Gewerbe und den Ausbau der Fernwärmeversorgung kreisen, sollen gemeinsam mit interessierten Moabiter Firmen auf den Weg gebracht werden. So genannte „early bird“-Projekte stellte Frieder Rock vor, das sind u.a. Energiesparberatung, verbesserte Lichtsysteme und ein Gewerbehof „Neue Mobilität“. Weitere Ergebnisse werden dann auf den Moabiter Energietagen im Herbst vorgestellt. Läuft dieses „Experimentierprojekt“ weiter so gut, sagte Hartmut Schönknecht vom Bezirksamt Mitte, neben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt einer der beiden Auftraggeber von „Green Moabit“, dann ist Moabit West in dieser Hinsicht auch in der kommenden Förderperiode von Stadtumbau West ab 2014 dabei. Die Projekte mit den Unternehmen, die in diesem Jahr angestoßen werden, müssen übrigens nicht bis Jahresende abgeschlossen werden, so Frieder Rock, „aber es wäre schön, wenn sie bis dahin starten würden.“ Hier weitere Details zu "Green Moabit": http://www.sustainum.de/projekte/laufende-projekte/green-moabit.html

Wir fragen Unternehmen: Atotech

Als Hauptpunkt stellten sich Moabiter Unternehmen dem Plenum vor. Den Anfang machte  Lutz Löbner, Personalleiter von Atotech in der Erasmusstraße. Früher zu Schering gehörig, wurde der Galvanotechnik-Betrieb Atotech 1993 gegründet, er gehört seit 2000 zum Konzern TotalFinaElf, der seit 2003 nur noch Total heißt. Atotech beschäftigt in Deutschland ca. 950 Mitarbeiter, im Hauptquartier in Moabit arbeiten rund 560 Männer und Frauen aus rund 30 Nationen, u.a. in zahlreichen Laboren. Die Firma, die „immer grünere Produkte“ auf dem Gebiet der Leiterplattenherstellung und Oberflächenbeschichtung entwickeln möchte, ist sehr erfolgreich, besonders in Asien. 2012 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 965 Mio. Euro, Tendenz steigend. „Es gibt nichts, wo sie uns nicht finden,“ so Löbner, „ob in Ihrem Duschkopf, in Autos oder Handys.“ Dabei stellt Atotech genau genommen keine Produkte selbst her, sondern hilft anderen Unternehmen dabei, das zu tun: „Wir werben mit fertigen Produkten, verkaufen aber nur die Backmischungen dafür. So ähnlich wie Dr. Oetker.“ Atotech verkauft seinen Kunden Anlagen zusammen mit einem nasschemischen Prozess, mit der sie ihre Produkte herstellen können. Mit Hilfe der Moabiter werden z.B. Autoteile galvanisiert, d.h. Kunststoffteile erhalten einen Metallüberzug. Da Fachkräfte sehr gesucht sind, kooperiert das Unternehmen mit Universitäten, hat attraktive Vergütungssysteme eingeführt und steckt viel in Fort- und Weiterbildungsprogramme. „Unser Ziel ist ein dauerhafter Unternehmenserfolg.“ Außerhalb der Firmenaktivitäten engagiert sich Atotech bei drei Schulpartnerschaften und spendet an Moabiter Kindergärten, ein Kinderheim und das Unternehmensnetzwerk. Moabit war und ist besonders überzeugend als Standort für das Galvanotechnik-Unternehmen wegen seiner zentralen Lage und der „hervorragenden Verkehrsanbindung“. http://www.atotech.com/de.html

Menzel Elektromotoren GmbH

„Menzel – it’s already done“, so der Firmen-Slogan. Das Familienunternehmen Menzel Elektromotoren GmbH am Neuen Ufer wurde von Seniorchef Kurt Menzel in Vertretung seines Sohnes Mathis vorgestellt. 1927 vom Vater des Seniors gegründet, arbeitet die Firma mit rund 50 Mitarbeitern in Moabit - weltweit sind es 135 - vor allem für die Stahl- und Zementindustrie und stellt auch Motoren für große Kunststoffanlagen und Schiffsantriebe her. "Wir wandeln Rohdiamanten kundenspezifisch ab." Kurt Menzel zeigte dem Plenum einen Imagefilm über einen spektakulären Auftrag, bei dem seine Firma einen Ventilatormotor für ein malaysisches Kraftwerk unter Zeitdruck herstellte, lieferte und dort vor Ort aufbaute. Auch die Menzel Elektromotoren GmbH engagiert sich ähnlich wie atotech auf dem Gebiet der Bildung. Es werden Führungen für Schulen im Technikunterricht durchgeführt, und auf dem gewerblichen Gebiet gibt es Azubis - immer mit dem Ziel, so viele wie möglich nach der Lehre zu übernehmen. "Was für Atotech gut ist, ist auch für uns gut," sagte Kurt Menzel über Moabit. Seine Eltern hatten das Firmengrundstück 1958 gekauft, damals gab es viel Industrie drum herum, "jetzt halten wir hier die Fahne hoch." Auf die Frage von Hartmut Schönknecht nach einer Involvierung in "Green Moabit" antwortete Kurt Menzel, dass seine Firma bei einem neuen Prüffeld darauf achtete, nicht das günstigste zu installieren, sondern ein teueres, was Energie spart und damit auf Dauer auch Kosten. http://www.menzel-elektromotoren.com

House of Clouds

House of Clouds, einen so genannten "Co-Working-Space" in einem Hinterhaus in der Wiclefstraße 16-17, stellte Gründer Stefan Gerecke vor. "Wir sind eine Plattform, die als Arbeitsplatz, Veranstaltungsraum und Vernetzungsort für eine Vielfalt von Unternehmern, Kreativen und Schaffenden agiert." Im House of Clouds können nicht nur Büroplätze - wie für die "moabiter Inselpost" - und Arbeitsplätze für ganze Projektgruppen mit eigenen Räumen flexibel und bezahlbar angemietet werden. Auch ein Fotostudio kann man unkompliziert nutzen. Zielgruppe sind u.a. auch Leute, die sich aufgrund der Umstände  auf dem Arbeitsmarkt selbständig machen müssen und sich kein eigenes Büro leisten können oder wollen. 158 Euro pro Monat zahlt man, rund 50 Plätze gibt es momentan, die meisten sind allerdings besetzt. Als Vorteil von Moabit erwähnte Stefan Gerecke vor allem die (noch) günstigen Mieten, gerade im Gewerbebereich. Und zum Thema "Green Moabit" sagte er, dass die Beleuchtung im House of Clouds derzeit auf energiesparende LED-Leuchten umgestellt wird. Zudem ist geplant, einen Auto-Pool zusammen mit der Firma Citycar einzurichten, bei dem sich auch externe Nutzer Autos ausleihen können. http://www.houseofclouds.de/ 

 

Werbeagentur "Morgenzeiten"

Der freiberuflich arbeitende Sprachtrainer Cem Celik stellte als einer der Mieter im House of Clouds seine Agentur "Morgenzeiten" vor, die sich vor allem mit den Schwerpunkten Webdesign, Kultur- und Ethnomarketing beschäftigt. Sein Hauptziel ist es, Menschen durch Kommunikation zusammen zu bringen: "Ich netzwerke, wo es nur geht, u.a. auch  im Unternehmensnetzwerk, und ich stelle auch Praktikanten ein." http://www.morgenzeiten.de

„Aktive Turmstraße: bewegt! belebt! beliebt!"

Michael Wiesemann-Wagenhuber vom Frechen Spatz e.V. und Holger Weichler (die raumplaner) vom Geschäftsstraßenmanagement Turmstraße berichteten über ihr gemeinsames Projekt „Aktive Turmstraße: bewegt! belebt! beliebt!". Es ist einer der drei preisgekrönten Sieger beim Wettbewerb „MittendrIn Berlin!" und soll die Turmstraße zwischen Hertie und Oldenburger Sraße sowie die Krefelder Straße  mit insgesamt 18 bemalten Verteilerkästen verschönern. Am 13.4. fand vor dem Rathaus Tiergarten der feierliche Auftakt des über den Sommer andauernden Gestaltungsprojektes entlang der Turmstraße statt, am 25. April soll es anlässlich der Eröffnung von neuen Geschäften im Hertie-Gebäude ein Fotoshooting geben. "Im Zentrum des ganzen Projekts stehen die künstlerische Gestaltung von Straßenmöbeln und die Durchführung eines attraktiven Rahmenprogramms, dessen Höhepunkt und Abschluss ein Gehwegfest am 21. September 2013 bilden wird." Das Plenum riefen die beiden Organisatoren dazu auf, Motive für die Gestaltung der Kästen zu liefern. "Sie sollen die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Moabit aufzeigen. Und alle Moabiter können sich daran beteiligen!" Die Kästen werden dann durch Künstler zusammen mit Schulen, Kindergärten und einem Altenheim gestaltet. Zudem entwickelte das Projekt eine "Turmtüte", eine Papiertüte, die kostenfrei u.a. an Gewerbetreibende verteilt wird, damit sie darin Ware für ihre Kunden einpacken können. "Diese Aktion soll die Standortidentität stärken." Dazu soll auch ein bald erscheinender Einkaufsführer dienen, der 20 meist inhabergeführte Einzelhändler und Gewerbetreibende in Moabit vorstellt. Auf die Anmerkung aus dem Plenum, dass damit aber nicht Dreck und Verwahrlosung in der Turmstraße bekämpft würden, entgegnete Holger Weichler, dass er Paten für die Kästen sucht, die damit Verantwortung für den öffentlichen Raum übernähmen. Zum Thema "ewige Baustellen auf den Fußwegen" befragt, gab es die Auskunft, dass Stadtrat Spallek dazu bereits angefragt sei, bislang aber keine Antwort vorläge. Mehr zum Projekt erfahren Sie hier: http://mittendrin-turmstrasse.de/

Bis zum 30.4.2013 kann man sich auch noch für die Förderung aus dem Gebietsfonds bewerben, Details dazu hier: http://www.turmstrasse.de/projekte/gebietsfonds.html

Termine zum Vormerken

Elke Fenster wies auf die geplante RUNDE TAFEL am 31. Mai im Ottopark hin. Sie sucht noch Mitstreiter für das Organisationstreffen am 19.4., hier Details dazu: http://www.moabitwest.de/Lange-Tafel-im-Ottopark.4751.0.html

Am 4. Mai findet die Lange Nacht der Familie im Moabiter Stadtgarten statt, mehr dazu hier: http://www.moabitwest.de/Lange-Nacht-der-Familie-in-Moabit-Feuerzauber-im-Schulgarten.4747.0.html

Und zum Teilerfolg, was die Öffnungszeiten der Kiezbibliothek angeht, die jetzt an zwei Wochentagen geöffnet ist, Details hier: http://www.moabitwest.de/Bibliothek-wieder-an-2-Wochentagen-geoeffnet.4733.0.html

Beatrice Pfitzner wies auf das Fest des Bildungsverbunds, das mit Bühnenprogrammen und Mitmachangeboten am 23. Mai im Ottopark stattfindet, hin.

Quartiersrat Martin Blattmann erwähnte, dass am 24.4. im Stadtentwicklungsausschuss der BVV die Pläne zur Bebauung eines Teils des Unionparks durch die Mietergenossenschaft Unionsstraße (MUT) vorgestellt werden.

Das Mai-Plenum zum Thema „Wohnen“ findet wegen der Feiertage im Mai ausnahmsweise nicht am 21.5., sondern erst am 28.5. statt. Auch der Ort ist ein anderer: ZKU (Moabiter Stadtgarten), zuvor ist ein Rundgang durch Häuser der Genossenschaft MUT geplant.

Rudolf Blais wies auf die große Maidemo am 1.5. hin und auch auf eine Demo gegen Gentrifizierung, die am 30.4. durch Wedding führt.

Die zusammengefassten Ergebnisse und Inhalte der Stadtteilplena sind hier nachzulesen.

Text & Fotos: Gerald Backhaus / Plakat: Günter Schmid