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Grünes Moabit? Ein Jahr Unternehmensnetzwerk

Voller Freude und Dank war Netzwerk-"Kümmerer" Heike Pfeiffer (S.T.E.R.N. GmbH)
Netzwerk-Vorstand Walter J. Müller (GFAD Systemhaus AG)
Interessierte Gäste auf dem ersten Netzwerk-Geburtstag im Adrema-Hotel
Vorstand Pierre Voss (links) mit Sportlern des ASV Moabit Basketball e.V.
Gespannt lauschen die Gästen den Reden der Netzwerker

Ein Jahr Unternehmensnetzwerk Moabit e.V. – wir gratulieren!

Am Dienstag, 16. November, zog der Kreis aus Moabiter Wirtschaftsvertretern, Politikern und Verwaltungsmitarbeitern Bilanz und schaute in die Zukunft, wie und mit welchen Aktivitäten der "Unternehmensstandort Moabit" weiter fit gemacht werden kann. Die 8. Informationsveranstaltung des Unternehmensnetzwerks Moabit e.V. fand im Adrema-Hotel in der Gotzkowskystraße statt. Schwerpunkt war dieses Mal neben der Rückschau auf "Ein Jahr Unternehmensnetzwerk" das Thema "Moabit auf dem Weg zu einem grünen Industriegebiet". Dazu waren Experten aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft vor Ort, um dieses Feld näher zu beleuchten. Nach der Begrüßung durch Netzwerk-Vorstand Walter J. Müller von der GFAD Systemhaus AG sprach zunächst Dr. Jens-Peter Heuer, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, über die Bedeutung von solchen Unternehmensnetzwerken wie dem Moabiter für die Entwicklung von Industriegebieten. „Industrie und Berlin gehören zusammen,“ Heuer beschrieb die Eckpfeiler des „Masterplans Industrie“, den der Senat für die Hauptstadt aufgestellt hat. Dabei erwähnte er, dass für Moabit ein Antrag auf Regionalmanagement - ähnlich wie das der City West - gestellt wurde, über den aber noch nicht entschieden sei.

Ein Jahr Unternehmensnetzwerk Moabit – was bisher geschah

„Moabit wurde lange Zeit unter Wert verkauft. Die Qualitäten dieses Standorts müssen besser kommuniziert werden, dazu brauchen wir eine Interessenvertretung.“ Diese Idee konnte in Form des Unternehmensnetzwerkes mit Hilfe finanzieller Unterstützung durch das Förderprogramm Stadtumbau West in die Tat umgesetzt werden. Über die Anfänge, die bis ins Jahr 2007 zurückdatieren, sprach Heike Pfeiffer von der S.T.E.R.N. GmbH, bei der in der Geschäftstelle alle Netzwerkfäden zusammen laufen. Der Vereinsgründung mit 15 Unternehmen am 24.11.2009 in der Universal Hall gingen diverse Mentorenrunden sowie eine Unternehmensbefragung im Jahr 2008 voraus. Inzwischen hat das Netzwerk an Fahrt gewonnen und ist in der öffentlichen Wahrnehmung breit verankert, so Pfeiffer. „Man kommt am Netzwerk nicht vorbei,“ rief sie und richtete ihren Dank an Politik und Verwaltung für ihre Unterstützung. Heute hat das Netzwerk 25 Mitglieder, darunter kleine, mittlere und große Unternehmen. Es gibt einen fünfköpfigen Vorstand, der einmal im Monat tagt und vier Arbeitgruppen. Diese beschäftigen sich mit den Bereichen Standortmarketing, Veranstaltungen, Bildung und Mitgliedernutzen. Die AG Bildung hat ganz aktuell einen so genannten „Ausbildungsreader“, also eine Sammlung von Informationen über 22 Berufsfelder verknüpft mit konkreten Ausbildungsmöglichkeiten in Moabiter Firmen zusammengestellt. Und auch als Sportsponsor ist das Netzwerk aktiv: Unterstützt wird der ASV Moabit Basketball e.V., der besonders erfolgreich in der Regionalliga der Damen ist. Drei der Sportlerinnen samt Trainer und Vereinschef erschienen zum ersten Netzwerk-Jahrestag in ihren Trikots und bekamen Blumen von Vorstandsmitglied Pierre Voss überreicht.

Die Vision von einem grünen Moabit

Die AG „Nutzen für Mitglieder“ sucht intensiv nach weiteren Kooperationspotenzialen im Stadtteil, zum Beispiel auf dem Gebiet der Verbundausbildung, und um Einkaufsgemeinschaften von Firmen zu entwickeln. Sie hat „zehn Gründe für das Unternehmensnetzwerk“ zusammengetragen, um potentielle neue Mitglieder zu werben und möchte den Stadtteil als grünen Standort durch die Marke „Green Moabit“ profilieren.

Jürgen Allesch von der Millhouse IAG skizzierte seine Vision davon vor den Gästen im Adrema-Hotel. Viele Argumente sprächen dafür, auf ein grünes Moabit zu setzen. Er nannte 28 000 Arbeitsplätze in der Grünen Industrie in Berlin und davon, dass eine immer höhere Energieeffizienz, umweltfreundliche Energieerzeugung und eine nachhaltige Wasserwirtschaft gesellschaftlich gewollt sind. Zudem sei auch eine nachhaltige Mobilität immer mehr Thema, seit Berlin zu einer der 8 Modellregionen für strombetriebene Autos gekürt wurde. Die ersten E-Autos fuhren übrigens schon vor 105 Jahren durch Berlin. Allesch lobte Siemens für sein Engagement am Standort: "Eigentlich müsste jede Gasturbine als Triumphzug durch die Straßen Moabits gefahren werden." Aber mit dem Industriegiganten allein sei es eben nicht getan, das Netzwerk plädiert für die Ansiedlung innovativer grüner Unternehmen als Alleinstellungsmerkmal Moabits. Neben der RoRo-Anlage von Siemens zur Turbinenverschiffung brachte er solarbetriebene Wassertaxis ins Spiel, die zur „Insel Moabit“ herüber schippern könnten, dass ein industrienahes Gründerzentrum in Planung sei sowie der angestrebte Bau einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke nach Charlottenburg zur TU und dortigen Forschungseinrichtungen. Insgesamt wäre es wünschenswert, das Wohn-und-Arbeits-Umfeld im Kiez ökologisch und grün zu gestalten.

Das gab allgemein Beifall und nicht nur Volker Ratzmann, wirtschaftspolitischer Sprecher und Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90 / Die Grünen im Abgeordnetenhaus, war begeistert. Olaf Moll von der Craiss Logistik - International Spedition ist Mitglied der AG "Nutzen für Mitglieder". Er plant die Untersuchung von Moabiter Gewerberäumen hinsichtlich ihrer Energieeffizienz. Sein Projekt trägt den Titel "Nachhaltiges Wirtschaften in Berlin". Dr. Adolf M. Kopp von der TSB Technologiestiftung Berlin betonte die Wirkung des Unternehmensnetzwerkes über Moabit hinaus und wies auf den internationalen Wettbewerb hin, den man nicht aus dem Blick verlieren dürfe, „wir sollten nicht nur die Konkurrenz zu anderen Berliner Bezirken sehen.“

Am Ende der Veranstaltung dankte Olaf Moll Heike Pfeiffer als "Kümmerer des Netzwerkes" und appellierte an die Politik, mehr für die Wirtschaft in Berlin zu tun. Das Quartiersmanagement Moabit West (Beusselstraße) schließt sich dem Beifall der Gäste der Veranstaltung an und wünscht dem Netzwerk weiterhin viel Erfolg bei seiner Arbeit. Ganz konkret wird die Zusammenarbeit zwischen QM und Netzwerk bei der aktuellen Broschüre „Ausbildungsmöglichkeiten für Moabiter Jugendliche im lokalen Gewerbe“, hier finden Sie diese Ausschreibung.

Kontakt zum Unternehmensnetzwerk Moabit e.V.

Huttenstraße 34/35, 10553 Berlin, Tel 030-33006180 (Mo, Di, Do) 

www.netzwerk-moabit.de

Text und Fotos: Gerald Backhaus