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Sonntag, 29.06.2008

Inselglück 2008 - Der Sonntag

Der Sonntag war zum Entspannen, Ausprobieren und Kennenlernen da: afrikanisches, finnisches, musikalisches, politisches, künstlerisches ....

Außen nicht so auffällig -dafür wird innen drin eine ganze Menge bewegt - Medienmodul.de, die Internet-Zeitung entsteht hier in der Gotzkowskystr. 29
Außen nicht so auffällig -dafür wird innen drin eine ganze Menge bewegt. Hier in der Gotzkowskystr. 29 entsteht Medienmodul.de, die Internet-Zeitung rund um das Thema Demokratie.
Franziska Sylla hat MedienModul 2004 gegründet. Nach Moabit kam sie vor zwei Jahren "wegen der Nähe zum Regierungsviertel und wegen der günstigen Mietpreise".
Den Tag der offenen Tür im Rahmen des Inselglücks bestreitet das Team des MedienModuls in wechselnder Besetzung. Rund 20 Personen arbeiten daran mit.
Vor dem Haus Bredowstr. 44 wurden die Passanten zum Verweilen und Plaudern eingeladen. Hier hatten raymond&lena&aenne ihre Wohnung im EG in eine Raum-Installation eingebunden.
Es ging um das Schauen, insbesondere um den Blick von drinnen nach draussen - und umgekehrt: die Passanten konnten durch die leuchtend pink markierten Guckschlitze in die Wohnung der drei hinein sehen.
Im Innenraum waren Dias aus den Archiven von Raymond und Lena aufgereiht. Beide stammen aus den Niederlanden, studieren Kunst und sind erst seit einem halben Jahr in Berlin-Moabit.
Der Projektor warf - auf Knopfdruck des Betrachters draussen vor den Scheibe - wechselnde Bilder an die aufgespannte Leinwand. Sie zeigten Urlaubs- und Freizeitaufnahmen aus den sechziger Jahren. Lena und Raymond:"Wir wollten gerne etwas interessantes tun für unsere Nachbarn, für die Straße, in der wir leben, für Moabit. Darum nehmen wir an den Kulturtagen teil".
Im Schulgarten ging es unter dem Motto "Kennst du deinen Nachbarn?" um das Thema kreative Abfall-Wiederverwertung.
Der Stab in der Mitte soll durch die beiden Stäbe rechts und links immer in der Luft gehalten werden - dazu brauchen die Spieler Schnelligkeit und ein gutes Reaktionsvermögen.
Nicht nur zum Anschauen: Stoffe und Kleidungsstücke, bedruckt mit afrikanischen Dessins.
Währenddessen nutzten die Kinder die Spiel-Möglichkeiten des Schulgartens ... - immer beliebt: der Kletterbaum!
Das gab den Eltern die Möglichkeit, in Ruhe in der Sonne zu sitzen, zu plaudern und ein paar der afrikanischen Spezialitäten zu probieren, die auch im Schulgarten angeboten wurden.
Fast ein Geheimtipp: das Atelier von Dana Widowski im 2. Hinterhof der Stendaler Str. 6.
Die Künstlerin zeigt die Schablonen, die sie entwickelt hat, um ihre Kunst-Tapeten herstellen zu können.
Alle Motive auf den Tapeten haben eine Verbindung zu ihrem eigenen Leben. Darum sind sie auch nicht so antik, wie sie auf den ersten Blick anmuten, sondern enthalten immer auch verfremdende, moderne Elemente.
Zum Beispiel den alten französischen Weinbauern: Dana Wiodowski lernte ihnkennen und hörte seine erbitterten Klagen gegen den Einsatz moderner Gerätschaften in der Weinwirtschaft, denn davon würde die Qualität des Weins vermindert. Auf ihrer Tapete hielt sie den südfranzösichen Winzer fest - mit der Zange für die Weinlese, ganz klassisch.
Aber auch das von dem alten Weinbauern beschimpfte Gerät hat einen Platz auf der Tapete bekommen.
In der Musikschule Klangbaum konnten die Kinder mal so richtig auf die Pauke - Pardon: die Trommel hauen. Hier war Tag der offenen Tür...
Der Hof der Musikschule war zum Treffpunkt von Freunden und Nachbarn geworden, zum Entspannen und Kontaktmachen.
Die Kinder gestalteten derweil den Tag - und den Ort- auf ihre Weise bunt.
"Satumaa" spielte finnischen Tango - herzzerreißend und melancholisch.
In den Räumen der Musikschule zeigte Leon Digwe seine Gemälde mit afrikanisch inspirierten Motiven.
Er malt mit sehr unterschiedlichen Materialien; neben Öl benutzt Digwe auch Tusche und Kreide für Zeichnung in starkem schwarz-weiß Kontrast.
Hanneke van der Hoeven ist für ein Jahr Kunst-Stipendiatin aus Amsterdam. Sie hat vor der Wende schon einmal in Berlin gelebt ; nun arbeitet sie an einem Buch, in dem sie selbstverfassten Texten über die Stadt in der Vor-Wende-Zeit Bilder Berlins aus der Gegenwart gegenüberstellt.
Ebenfalls für das Buch fertigt sie Siebdrucke und Zeichnungen aus der Gegenwart Berlins an. Die Texte und die Zeichnungen werden in den nächsten sechs Monaten fertiggestellt sein, denn dann ist das Stipendium zu Ende und sie kehrt in die Niederlande zurück.
Ihre Motive sind teils real existierende Gebäude und Bauwerke, teils eigene Zusammenstellungen, mit denen sie die Atmosphäre der Stadt einfangen will.
Hanneke van der Hoeven fand die Inselglück-Tage richtig gut, denn viele Besucherinnen und Besucher hatten den Weg in ihrer Atelier-Wohnung in der Unionstr.7 gefunden.
emk