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Krankenhaus Moabit - Ausstellungseröffnung

Das Moabiter Krankenhaus (Foto: Wikipedia)

„Die verkaufte Braut“ – Ausstellung zum Kampf um das Krankenhaus Moabit von Jutta Schauer-Oldenburg.

Am 6. Juni um 16 Uhr wurde die "Ausstellung Krankenhaus Moabit" im 3. Stock des Rathauses Tiergarten, Mathilde-Jacob-Platz 1, 10551-Berlin (Karte anzeigen) eröffnet. Sie ist zu den normalen Bürozeiten des Rathauses zugänglich und kostenlos.  

 

Im großen historischen Strauß der Veranstaltungen rund um die Eingemeindung Moabits in „Groß-Berlin“ vor 150 Jahren darf natürlich die Geschichte des Krankenhauses Moabit nicht fehlen. Im 3. Stock des Rathauses Tiergarten existiert bereits eine ansehnliche Dauerausstellung über das Krankenhaus, rund um dessen Gründung 1872 als Seuchenlazarett, sein Schicksal im Dritten Reich und das seiner Menschen – herausragende Persönlichkeiten der Berliner Medizingeschichte.  Denn das Krankenhaus Moabit hat  - im Gegensatz zu anderen Berliner Krankenhäusern – seine nationalsozialistische Vergangenheit aufgearbeitet und dies dokumentiert.

Nun sind für rund eine Woche fünf Schaukästen hinzugekommen – bestückt mit Erinnerungsstücken, die Jutta Schauer-Oldenburg zusammengetragen hat. Die ehemalige Oberschwester hat den Kampf um die Existenz des Krankenhauses und seines Personals mit großem Engagement begleitet und ist auch heute noch mit viel Energie dabei. Sie hat 129 Jahre Höhen, Kämpfe und Niederlagen dokumentiert und eingeordnet – wobei fünf Vitrinen nicht viel Platz sind, für die große Masse an Material, die sie zusammengetragen hat.  Für Sie und auch viele Ihrer ehemaligen Kolleginnen und Kollegen ist die Schließung des Krankenhauses im September 2001 immer noch schmerzlich. Aber diejenigen, die zur Eröffnung gekommen sind, haben sich viel zu erzählen. Wer wen getriezt hat, dass der berühmte Politiker, der bei ihnen lag zwar ein Schweinehund war, aber trotzdem Gentlemen. 752 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde damals betriebsbedingt gekündigt, darunter viel älteres und hochqualifiziertes Personal – zu teuer, um wo anders eine gute Stelle zu bekommen. Viele waren fast ihr ganzes Berufsleben am Krankenhaus Moabit beschäftigt, wie Ingrid Thorius, Tochter von Klara Franke: "Mit 16 rein, mit 62 raus," erzählt Sie stolz.

Jutta Schauer-Oldenburg trug ihr Anliegen in der Eröffnungsrede mit der bekannten Überzeugungskraft vor: „Erleben Sie noch einmal unser Krankenhaus und neben wichtigen Erinnerungen, empfinden Sie die Dokumentation nochmal als einen Protest und als Klassentreffen – denn wir waren Klasse!“

Details zur Krankenhaus-Geschichte:

1872 wurde das Moabiter Krankenhaus in der Turmstraße als Seuchenlazarett eingerichtet. Doch das starke Anwachsen der Bevölkerung machte einen Ausbau zu einem regulären Krankenhaus notwendig. 1920 wurde es Universitätskrankenhaus und gleichzeitig ein Krankenhaus mit hohem sozialmedizinischen Anspruch. Zwischen 1933 und 1945 war das Krankenhaus Moabit „nationalsozialistisch“ geprägt. Diese Zeit wurde mit dem Buch „nicht misshandeln“ politisch aufgearbeitet. Nach dem Krieg entwickelte sich das Krankenhaus Moabit schnell zu einem Schwerpunktkrankenhaus, bis der politische Ausverkauf begann. Ab 1985 wurde das Krankenhaus ständig von Schließungen bedroht und obwohl die Beschäftigten um den Erhalt kämpften, gingen am 30. September 2001 die Lichter aus, ein großer Verlust.

 

Ende 2010 bereits hatte die Organisatorin Jutta Schauer-Oldenburg zur Mithilfe aufgerufen:

Eine Eingemeindung ohne die Geschichte des Krankenhauses kann es nicht geben!" Zur 150-Jahr-Feier der Eingemeindung von Moabit im Juni 2011 ist im Rathaus unter der Regie von Quartiersrätin Jutta Schauer-Oldenburg eine Ausstellung zum Aufstieg und Niedergang des Moabiter Krankenhauses geplant. Im September vor zehn Jahren musste das Krankenhaus schließen, rund 750 Frauen und Männern wurde damals betriebsbedingt gekündigt. 

Für die Ausstellung sucht Jutta Schauer-Oldenburg, die selbst 37 Jahre lang im Moabiter Krankenhaus arbeitete und seit 1984 gegen die ständigen Schließungsabsichten des Senats kämpfte, Menschen, die ihr Unterlagen und Fotos aus ihrer Zeit im Krankenhaus zur Verfügung stellen.

Das können zum Beispiel Kündigungsschreiben sein, aber auch Flugblätter zur Demo gegen die Schließung. Um Datenschutz muss sich bei einer Veröffentlichung persönlicher Dokumente keiner sorgen, die Namen werden natürlich geschwärzt. 

 

Kontakt zu Jutta Schauer-Oldenburg:

Tel. 030-3965017, oder per eMail: jutta.schauer-oldenburg[at]gmx[.]de 

Text: Kerstin Heinze & Gerald Backhaus