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Moa & Bit, die reißen mit!

Bei der Präsentation der CD und der Broschüre wurden auch die drei Songs, die auf der CD zu hören sind, vorgetragen
Die Mädchen von Dünja waren mit Begeisterung dabei (Foto: Jürgen Schwenzel)

" Dünja - Dünjitja!" - mit diesem Ruf begann der Rap der Dünja-Mädchen bei der Präsenation im Rathaus Tiergarten am Samstag.

 

Ein weiterer großer Schritt auf dem Weg, die Goldenen Straßenregeln bekannt zu machen: die Broschüre mit den Illustrationen des Kiezknigge und die CD mit den drei Songs zum den dreizehn Regeln wurden im Balkonsaal des Rathauses Tiergarten der Öffentlichkeit vorgestellt.

Damit hatten auch Moa & Bit, die beiden Comic- Figuren, die sich mittlerweile zu Vertretern der Moabiter Goldenen Straßenregeln entwickelt haben, ihren ersten großen Auftritt vor Publikum.

Das kennt man auch: das Rathaus Tiergarten am Mathilde-Jacob-Platz
In den Zeichnungen lassen sich gut signifikante Plätze oder Gebäude in Moabit wiedererkennen

Sie zieren nicht nur die CD mit den Songs, die zu den 13 Goldenen Straßenregeln entstanden, sondern zeigen in den Zeichnungen der 10-seitigen Broschüre genau, was mit Stichworten  wie Rücksicht, Gewalt,  oder Sauberkeit gemeint ist.

Sympathisch: alle Illustrationen haben einen eindeutigen Bezug zum Stadtteil, denn alle Szenen spielen sich eindeutig in Moabit ab: da erkennt man das Spielschiff im Hof des Stadtschlosses ebenso wie die Metall-Skulpturen auf der Beusselbrücke oder den Platz vor dem Rathaus Tiergarten. Dieser Wiedererkennungseffekt macht die Broschüre auch zu einer optischen Entdeckungsreise: wer weiß, wo das hier ist?

Und damit auch wirklich alle Moabiter verstehen, um was es in den dreizehn Goldenen Straßenregeln geht, gibt´s den Text auch in türkisch und arabisch.

Dem Publikum machten die Auftritte sichtlich Spaß; Bürgermeister Dr. Hanke traute sich sogar, mitzusingen.

Die Goldenen Straßenregeln sind in einem Prozess, der schon vor drei Jahren begann, gewachsen.
V.l.n.r.: Bürgermeister Dr. Hanke (SPD), Annette David (SPD), Jutta Leder (SPD), Frank Bertermann (Bündnis 90/Die Grünen), Volker Liepelt (CDU) (Foto: Eva-Maria Kaes)

Die Vorgeschichte der Moabiter Goldenen Straßenregeln begann schon 2004, als das Quartiersmanagement eine Sozialstudie in Auftrag gab, die erfassen sollte, wovon die Menschen im Quartier sich am meisten gestört fühlen.

Die Ergebnisse dieser Studie wurden u.a. im Stadtteilplenum, einem monatlich stattfindenden öffentlichen Treffen der Akteure des Quartiersgebietes vorgestellt.
Überraschend war am Ergebnis nur, dass die meisten Moabiter deutlich sagten, dass sie sich in ihrem Kiez sicher fühlen - aber sonst entsprachen die genannten Faktoren dem, was man den Umständen nach erwarten durfte: Lärm, Müll, Gewalt, Zerstörung und respektloser Umgang miteinander störte die Menschen in ihrem Lebensumfeld am meisten.

Die Wurzeln der Goldenen Straßenregeln für Moabit liegen in den Goldenen Straßenregeln von Amsterdam und der "Straßen-Etikette" aus Rotterdam
Das "One-Hit-Wonder von Moabit", die Golden Kiez Girls mit ihrem Pianisten Torsten Gardei. Die Shooting-Stars fehlen auf kaum einer Veranstaltung im Quartier (Foto: Eva-Maria Kaes)

Die Sozialstudie schloss mit einer Beschreibung eines in Amsterdam und Rotterdam mit großem Erfolg eingeführten Straßenknigge.
Maßgeblichen Anteil am Erfolg des  Verhaltskataloges in den beiden  niederländischen Großstädten hatte die Tatsache, dass die Regeln nicht "von oben" , sprich von den Behörden angeordnet, sondern von den Anwohnern des jeweiligen Viertels selbst erarbeitet worden waren.
Die Moabiter Sozialstudie gab die Handlungsempfehlung, mit Beteiligung von Bewohnern des Quartiers etwas Ähnliches zu erarbeiten.
Im Stadtteilplenum fand sich eine Arbeitsgruppe zusammen, die in regelmäßigen Treffen die "erwünschten" Verhaltensweisen formulierte.
Daraus entstanden 2005 die Moabiter Goldenen Straßenregeln.
Deren erste öffentliche Präsentation fand im November 2005 im Rahmen des Stadtteilplenums statt - die Geburtsstunde der Golden Kiez Girls, die begleitet von Torsten Gardei, der auch den Song dazu verfasst hatte, die Goldenen Straßenregeln als Lied vortrugen.

 

Die Klasse hat die Rhytmik des Songs im Musikunterricht entwickelt und eingeübt.
Schüler und Schülerinnen der 5. Klasse der James-Krüss-Grundschule trugen ihren Song zu den dreizehn Goldenen Straßenregeln vor. (Foto: Jürgen Schwenzel)

Der Song und die Präsentationsform der Goldenen Straßenregeln stießen auf ein sehr positives Echo, so dass das Quartiersmanagement Moabit West sich 2006 entschloss, einen Wettbewerb zur künstlerischen Umsetzung der Goldenen Straßenregeln zu veranstalten.

Im Rahmen dieses Aufrufes waren - neben vielen anderen künstlerischen Ideen dazu-  der Rap der Dünja-Mädchen und der rhythmische Song der Schüler und Schülerinnen der 5. Klasse der James-Krüss-Grundschule entstanden. Ein ´Nebenprodukt´ dieses Wettbewerbs war die Idee, die beiden Figuren Moa & Bit, die von Illustrator Soenke Hollstein entwickelt worden waren, zu den Sympathieträgern der gesamten Aktion zu machen.

Daraus wurde dann die dreisprachige Broschüre mit den Illustrationen, die nun vorliegt und beim Publikum auf großen Zuspruch stiess.

Auch in der Rostocker Straße hat Hollstein schon gewohnt -er weiß also genau, um was es in den Goldenen Straßenregeln geht
Soenke Hollstein mit Moa & Bit, (Foto: Eva-Maria Kaes)

Der "Vater" von Moa & Bit, den beiden Sympathieträgern der Broschüre zu den Goldenen Straßenregeln, ist Soenke Hollstein, ein Illustrator, der Moabit aus nächste Nähe kennt -er lebt nämlich im Kiez.

Die Idee zu den beiden Figuren kam ihm, als er 2006 die Plakate zur Ausschreibung des Wettbewerbs sah.
Er entwarf die Ur-Form von Moa & Bit und stellte sie im Rahmen der Präsentation der Wettbewerbsergebnisse vor.
Die beiden stießen auf so großem Zuspruch, dass daraus die Idee zu der Broschüre mit Illustrationen zu den Goldenen Straßenregeln entstand. 

Die Präsentation der Broschüre und der CD stieß auf reges Interesse; der Balkonsaal des Rathauses war bis auf den letzten Platz gefüllt. Damit ist ein großer Schritt Richtung Verbreitung des Kiezknigge getan.

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emk