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Freitag, 11.05.2012

Moabit West im Frühling - ein Kiezrundgang mit Bezirksstadtrat Spallek

Vorm Tourstart im QM-Büro
Auf dem Reuchlinstraßen-Spielplatz


Im Jugendhaus B8





Vorm Stadtschloss in der Rostocker




Vor dem Refokirchenareal...
...und beim JugendtheaterBüro
Hier der neue Theater-Veranstaltungsraum
Stadtrat Spallek und Carl-Bolle-Schulleiterin Stobernack


In der "Hexenküche" der Carl-Bolle-Schule
Roma-Mediatorin Milena Ademovic (links im Bild)

Am 10. Mai 2012 besuchte Carsten Spallek, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Ordnung (CDU), den Moabiter Westen. Unter Leitung von Beatrice Pfitzner vom QM Moabit West ging es bei schönstem Frühlingswetter rund zwei Stunden lang durch den Kiez. Stationen waren u.a. der Spielplatz in der Reuchlinstraße, das Jugendhaus B8, die Refokirche (JugendtheaterBüro), die Carl-Bolle-Grundschule und das "Haus der Weisheit". Mit dabei waren auch Vertreter von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, vom Bezirksamt Mitte und dem Quartiersrat.

Zunächst gab Beatrice Pfitzner den Gästen im Vor-Ort-Büro des Quartiersmanagements einen Überblick über das Gebiet Moabit West. Dabei erwähnte sie u.a. den hohen Anteil an Migranten aus vielen unterschiedlichen Herkunfstländen an der Gesamtbevölkerung (ca 50 Prozent), den Zuzug von rund 500 Personen im vergangenen Jahr, die Verhältnisse im "Sorgenkind" Beusselkiez mit vielen Familien und besonders Kindern, die unter der Armutsgrenze leben, und erläuterte die Handlungsfelder des Quartiersmanagements (Bildung und Erziehung tut Not, Starke Nachbarschaft, Gewerbe stärkt den Kiez sowie übergreifend: Integration). Im August ist eine Leitbildentwicklung für die Quartiersarbeit zusammen mit dem Quartiersrat geplant, die in dem "Integrierten Handlungskonzept" (IHEK) für 2013 münden soll.

Nach der ersten Station des anschließenden Rundgangs, dem naturnahen Spielplatz in der Reuchlinstraße, der im Rahmen des Projekts "Moabiter Bewegungslandschaft" entstand, ging es in die Berlichingenstraße 8 zu Shiva Saber-Fattahy. Die Mitarbeiterin der Diakoniegemeinschaft Bethania e.V. zeigte Stadtrat Spallek und den anderen Gästen Haus und Garten vom Jugendhaus B8. Sie berichtete u.a. über die Angebote für "Lückekinder" und über die vom Programm Soziale Stadt geförderten Integrationsprojekte "Mütter für Mütter" (MüfüMü) und "Auf dem Weg in die Kita". "MüfüMü", das von 2006 bis 2011 lief, soll demnächst in anderer Form - gefördert durch Aktionsraum+ und in Kooperation mit dem Jobcenter - fortgesetzt werden. In Planung hat Shiva Saber-Fattahy gerade ein Kochbuch mit Rezepten von Moabiter Frauen aus verschiedenen Kulturkreisen, worauf man gespannt sein darf.

Nach einem Schlenker über den Spielplatz in der Rostocker Straße, der als gutes Beispiel für kooperatives Handeln freier Träger im öffentlichen Raum gilt, passierte die kleine Gruppe das Stadtschloss, das als Nachbarschaftshaus und Stadtteilzentrum von Moabit West fungiert. Hier befindet sich neben einer Kita und einer kleinen Bibliothek das Hauptquartier des Vereins Moabiter Ratschlag e.V. mit seinen vielfältigen Angeboten für die Anwohner.

Über die belebte Sickingen- und Beusselstraße ging es vorbei an Spielhallen und zahlreichen leerstehenden Ladenlokalen zur Refokirche, dem Areal an der Ecke Wiclefstraße, dessen Zukunft als Konvent und eventueller Kitastandort Gegenstand des Stadtteilplenums im März war (mehr dazu hier). Wünschenswert ist hier ein Standort für interreligiösen Dialog und Kultur in Form einer Kita, die gemeinsam von Christen und Muslimen betrieben wird. Leider ist diesbezüglich aber noch nichts spruchreif. Stadtrat Carsten Spallek und die anderen Gäste stiegen in den 3. Stock des Gebäudes, wo das JugendtheaterBüro (JTB) seine Räume hat. Sandra Rabbow, pädagogische Leiterin des JTB, berichtete über die spannende und vielfältige Arbeit dieser Institution von und für Jugendliche in Moabit. Sie resümierte über das 2011 sehr erfolgreich vom JTB organisierte Jugendtheaterfestival FESTIWALLA, über das auch wir ausführlich berichteten, und führte die neue Spielstätte im Erdgeschoss vor. Auch diese entstand vor allem in Eigenarbeit von JTB-Team und Jugendlichen. 

Von der Refokirche führte der Weg zur Carl-Bolle-Grundschule, wo es sich Schulleiterin Cordula Stobernack nicht nehmen ließ, die Gäste bereits auf dem Trottoir vor der Schultür zu begrüßen. Die energetische und enthusiastische Chefin, die wir 2011 auch in einem Kiezporträt vorstellten, leitet eine besondere Schule. Die Mädchen und Jungs hier stehen für 27 Nationalitäten, 92 Prozent sind nicht deutscher Herkunftssprache. Seit einiger Zeit sind darunter auch immer mehr Kinder aus rund 70 Roma-Familien, die - so Stobernack - "lernen gern, gut und wie alle anderen mehr oder weniger schnell." Da sie oft ohne deutsche Sprachkenntnisse eingeschult werden, sind die beiden Roma-Mediatorinnen des Trägers RAA sowie eine durch den Senat finanzierte Stelle einer Sprachlehrerin für die Schule unentbehrlich. "Dadurch können wir die Schuldistanz der Roma-Familien verringern und Begeisterung für das Lernen wecken," so die Schulleiterin. Cordula Stobernack zeigte nicht nur ihre Schulhöfe, sondern führte die Besucher auch in die "Hexenküche", in der u.a. Experimente durchgeführt werden. Besonders die Vermittlung der Naturwissenschaften wird groß geschrieben an der Ganztagsgrundschule. Zur Verabschiedung der Gäste vor dem Schultor kam zufällig eine der Roma-Mediatorinnen, Milena Ademovic, vorbei und konnte Stadtrat Spallek vorgestellt werden.

Eine Stippvisite statteten Stadtrat Spallek und die anderen auch dem "Haus der Weisheit e.V." in der Waldstraße ab. Der arabische Kultur- und Moscheeverein, der ein wichtiger Partner im Moabiter Integrationsnetzwerk ist und die 20-Plätze-Kita "Safina" in der Rostocker Straße betreibt, interessiert sich für eine Ausweitung seiner Angebote für Kinder - wo wir wieder bei der Zukunft des Refokirchenstandorts wären, siehe oben. 

Der Rundgang brachte Bezirksstadtrat Carsten Spallek und den anderen Teilnehmern viele interessante Einblicke in die Besonderheiten des Gebiets. Sowohl Erfolge als auch Sorgen und Probleme kamen dabei zur Sprache. Wie es fast immer in solchen Fällen ist: die Zeit für die Tour war leider zu knapp bemessen, Moabit West bietet noch viel mehr.

Text & Fotos: Gerald Backhaus