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Gepflegt Schlemmen und Chillen in Moabits Lokal "The Great Room"

Am 22.4. wurde der neue Name enthüllt
Geschäftsführer und Jugendfreunde: Christian Klingenberg und Oliver Lorenz
...noch steht der neue Name nicht dran
Der "Chef's Table"
Heute mal Pizza Salami?
Diplom-Jurist Christian Klingenberg

Küchenchef Oliver Lorenz mittags am Pizzaofen

Sterneküche zu Nicht-Sterne-Preisen: Ein Besuch im neuen Restaurant "The Great Room", dem ehemaligen "Deli", in der Reuchlinstraße 10-11, Ecke Kaiserin-Augusta-Allee

 

Die besten BBQ-Burger Berlins soll es jetzt in Moabit geben - dort, wo momentan an jedem Werktag 150 bis 200 Mittagsportionen über den Tresen wandern. Das vormals als "Deli" bekannte Restaurant in einem Backsteingebäude des GSG-Hofes an der Straßenecke Rechlinstraße und Kaiserin-Augusta-Allee ist schon jetzt alles andere als eine Kantine. Das Mittagsgeschäft wird es natürlich weitergeben, auch wenn bald abends geöffnet ist. Wo schließlich bekommt man frische Pizza - Margherita für 3,79 Euro, Salami und Vegetarian für 4,59 Euro - direkt vor den Augen von einem Spitzenkoch wie Oliver Lorenz "live" in einer Art Showküche zubereitet? Das wissen die Mitarbeiter der umliegenden Firmen sehr zu schätzen, so Christian Klingenberg, der zusammen mit Lorenz das Lokal leitet. Unter den Mittagsgästen sind Frauen und Männer, die beim Solarunternehmen Jonas & Redmann, Versicherungen wie Skandia, im Turbinenwerk von Siemens, bei T-Systems und dem Frauenhofer-Institut tätig sind.

Lust auf eine kulinarische Weltreise?

Abends erwartet die Gäste hier in Zukunft "Sterne-angehauchtes Essen zu Nicht-Sternepreisen." Restaurantbetreiber Christian Klingenberg stellt klar, dass es in seinem Restaurant nicht exorbitant teuer wird. Das Konzept des neuen Lokals, was kein reines Restaurant sein soll, beschreibt der 32-jährige Steglitzer, der mit seinem Geschäftsführer-Kollegen und Chefkoch Oliver Lorenz bereits zusammen die Schulbank gedrückt hat, als "Fine Food & Hang Out". Zu deutsch bedeutet das, in einem Ambiente, in dem man sich wohl fühlt und gern aufhält, auch gut zu speisen. Konzerte und Lesungen sind hier geplant, aber auch ein "WM-Camp" für alle Fußballbegeisterten. Es ist allerdings keine Sportsbar, geraucht wird vor der Tür und nicht im Loungebereich. Im Mittelpunkt steht ein so genannter "Chef's Table", ein rustikaler Tisch mit Sesseln unter einem großen Kronleuchter, den man für 8 bis 12 Personen buchen kann. Hier wird man von den beiden Sterne-erprobten Chefköchen - neben Oliver Lorenz auch Emilio Deocampo - mit mehrgängigen Menüs verwöhnt, kann aber auch zusammen mit ihnen  ganz persönliche kulinarische Entdeckungsreisen antreten, gemeinsam neue Ideen entwickeln und eigene Gerichte kreieren.

"After-Work-Partys" in Moabit 

Zu den angepeilten Zielgruppen des neuen Restaurants, das zu einem In-Spot avancieren möchte, zählen Menschen aus ganz Berlin, die zu einer  "kulinarischen Weltreise" nach Moabit aufbrechen wollen, junge Moabiter und die Studenten der nahe gelegenen TU, aber auch die in Moabit Arbeitenden. Klingenberg und sein Team wollen die After-Work-Idee beleben und setzen dabei auf Managergrüppchen genauso wie auf Arbeiter: "Warum sollen die Leute nicht wie in New York oder London nach der Arbeit zusammen einen trinken gehen?" Als Vorbild nennt Oliver Lorenz, der auf seiner zehnjährigen "Ausbildungstour" unter anderem in New York arbeitete, das Deli-Lokal "Strokos" in Manhattan. Der 33-jährige Berliner, der mit einer Amerikanerin verheiratet ist, wurde im hiesigen "Hotel Intercontinental" zum Koch ausgebildet. Er kochte unter anderen im "Suvretta House" in St. Moritz, in New Jersey und im Frankfurter "Cocoon-Club", den er mit gründete.

Gazpacho, Burger, Pizza und Wiener Schnitzel - nicht nur am "Chef's Table"

"Home is where your friend is", so der Slogan des neuen Lokals in Moabit, das am 22.4. im neuen Gewand und mit großer Party eröffnet wurde. Im Vorfeld band man alle interessierten Gäste ein in die Namensfindung. Der Gewinnername "The Great Room" wurde erst auf der Eröffnung feierlich verkündet, die zehn besten Vorschläge werden prämiert. Zu den Speisen, die in der Kaiserin-Augusta-Allee kredenzt werden, zählen "Lieblingsgerichte aus aller Welt, und zwar zu fairen Preisen und jeden Cent Wert, zusammengestellt aus den besten, frischesten regional erhältlichen Speisen," wie Klingenberg betont. Darunter  findet man Gazpacho  "Asian Style" genauso wie Cäsar Salat und Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und - natürlich - Pizza und die vielleicht besten Burger der Stadt. Abends liegen die Preise für Fingerfood bei 5 Euro, Burger und Pizza kosten etwa 8 bis 10 Euro, andere Hauptgerichte zwischen 12 und 25 Euro.

Aktiv in Moabit - zusammen mit dem SOS-Kinderdorf und der Arminiushalle

An Ideen und Zukunftsplänen mangelt es dem studierten Juristen Klingenberg nicht. Er leitet neben der European Catering Company GmbH (ECC), unter deren Dach sich das neue Lokal befindet, auch die Europäische Akademie für Steuern, Wirtschaft und Recht am Hausvogteiplatz. Mit seinem neuen Restaurant plant er zum Beispiel eine Kooperation mit dem Moabiter SOS-Kinderdorf: "Die Kinder sollen hier die Gastronomie kennen lernen, und auch selbst mal ausschenken." Zudem stellt er sich eine Zusammenarbeit mit der Zunft AG, die in die Arminius-Markthalle investieren will, ganz plastisch vor: "Dort könnten wir die Showküche machen."

 

ECC European Catering Company GmbH

"The Great Room"

Reuchlinstraße 10-11

D-10553 Berlin

www.goodbyedeli.de

 

Text und Fotos: Gerald Backhaus (Stand: Mai 2010)