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Freitag, 08.09.2017

Projektwettbewerb "Offen füreinander! – Ein Projekt gegen den alltäglichen Rassismus" - Bewerbung bis 20. September 2017

Welche Möglichkeiten gibt es, gegen den alltäglichen Rassismus anzugehen? Das Quartiersmanagement Moabit West sucht einen Träger, der innerhalb der Nachbarschaftsarbeit Handlungsoptionen entwickelt, um dieser Frage zu begegnen.

Ausgangslage

Wenn ein Kind in der Schule mit „Guten Morgen, Terror“ begrüßt wird, wenn eine freie Wohnung an Maria Meier, nicht aber an Volkan Yilmaz[1] vermietet wird, wenn Menschen Gruppen zugeordnet und ihnen bestimmte Fähigkeiten abgesprochen werden, dann zeigen sich Grundzüge rassistischer Zuschreibungen.

Viele Menschen in der Stadt leben mit alltäglichen Erfahrungen der Diskriminierung und Ausgrenzung. Verschiedene Statistiken belegen, dass es eine gesellschaftliche Zunahme von Formen des Rassismus gibt, die sich von verbalen bis hin zu körperlich gewaltvollen Übergriffen nachweisen lässt. Einige der Beispiele fanden in Moabit statt. Das QM wird vermehrt zur Lösung von Konflikten angesprochen, einige Erfahrungen werden jedoch gar nicht benannt – aus Scham, aus Unsicherheit, weil die Worte fehlen, um bestimmte Verhaltensweisen zu beschreiben.

An diesem Punkt setzt die Projektidee an. Welche Möglichkeiten einer niedrigschwelligen Sensibilisierung gibt es, um den alltäglichen Rassismus kenntlich zu machen und Handlungsoptionen gegen diskriminierendes Verhalten zu finden?

Zielsetzung

Folgende Ziele werden durch das Projekt verfolgt:

  • Sensibilisierung gegenüber alltäglichen rassistischen Verhaltensformen innerhalb von strukturierten Gruppen, wie Gemeinden, Elterngruppen, Initiativen, Nachbarschaftstreffpunkten;
  • Abbau von Vorurteilen;
  • Unterschiede kenntlich machen und nebeneinander bestehen lassen;
  • Ausbildung von Multiplikator_innen, Vermittler_innen;
  • Aufbau einer Struktur, die Möglichkeit zum Austausch oder für regelmäßige Treffen bietet;

Zielgruppen

Zielgruppen des Projekts sind unterschiedliche Nachbarschaftsgruppen, die innerhalb von Gemeinden, im Rahmen der Familienarbeit, innerhalb von Initiativen und an Nachbarschaftstreffpunkten zusammenkommen.

Maßnahmen

Grundlegend muss eine Auswahl unterschiedlicher Methoden getroffen werden, um Diversitäts-Themen zu vermitteln und gegenüber Alltagsrassismus zu sensibilisieren.

Im Rahmen des Projekts sollen folgende Maßnahmen/Module realisiert werden:

  • Austausch über die gegenseitige Wahrnehmung innerhalb von sozialen Zusammenhängen:
    • Wer gehört dazu? Wer ist ausgeschlossen? Wer hat welche Möglichkeiten?
  • Gesprächsreihe zu Gemeinsamkeiten und Differenzen
  • Diversitäts-Workshops, Fortbildungen
  • Ggf. weitere Formate wie World-Café, Dialogtische etc.
  • Aufbau einer Struktur des regelmäßigen Austauschs;
  • Thematisierung und Vermittlung von Diversität im Rahmen der Familienarbeit
  • Erarbeitung von Handlungsoptionen gegen Rassismus und für ein offenes miteinander
  • Schulung von Multiplikator_innen
  • Kooperationen bzw. Abstimmung mit vor Ort ansässigen Trägern, die mit Anti-Rassismus-Arbeit befasst sind sowie ein Austausch mit landesweit tätigen Akteuren der Antidiskriminierungsarbeit, insbesondere dem Berliner Register und der LADS (Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung)
  • Darlegung möglicher Kooperationen mit in Moabit ansässigen Akteuren im Bereich der Nachbarschaftsarbeit und Freizeiteinrichtungen
  • Dokumentation des Projekts.
  • Konzept mit detaillierten Diversity-Ansätzen, inkl. angewandter Methoden, praktischen Umsetzungsmöglichkeiten sowie einem Zeitplan
  • Benennung von Indikatoren zur Zielerreichung
  • Das Projekt ist in Kooperation mit dem Bezirksamt, bes. dem  Integrationsbeauftragten des Bezirks, Herrn Winkelhöfer, vorzunehmen.
  • Abwicklung und Umsetzung der Maßnahme (inkl. Beantragung und Abrechnung) bei der PDL

Eignungsnachweis / Anforderungen

Fachliche Kenntnisse von Diversity-Ansätzen, Anti-Rassismusarbeit sowie zu aktuellen Angeboten und bereits existierenden Maßnahmen in dem Themenfeld der Sensiblisierung gegenüber Rassismus sind vorzuweisen. Die Bewerber_innen müssen Erfahrungen in der Umsetzung von Maßnahmen für die genannten Zielgruppen sowie Erfahrungen in der Arbeit vor Ort haben. Darüber hinaus sind eine entsprechende fachliche Qualifikation und ein lokales Wissen zu den Moabiter Gegebenheiten und den Einrichtungen wünschenswert.

Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Programms Soziale Stadt (Projektfonds). Zur Abwicklung des Projektes gehört die eigenständige Beantragung und Umsetzung von Fördermitteln als Fördernehmer des Projektes über das Bezirksamt Mitte und dem Programmdienstleister (PDL) sowie der selbstständige Abruf der benötigten Fördermittel, die Finanzabrechnung und die Auswertung des Projektes (inkl. Sachbericht).

Projektzeitraum

Das Projekt soll 2018 beginnen und voraussichtlich Ende 2019 abgeschlossen sein.

Einzureichende Unterlagen

Eine Projektskizze sowie ein Finanzplan (FB 01) stehen zum Download auf der Seite des PDL bereit:       https://www.pdl‑berlin.eu/foerderinformationen/downloadbereich/formulare-soziale-stadt/formulare-soziale-stadt-projektfonds.html.
Die Angaben sind in der Projektskizze vollständig auszufüllen. Die Projektskizze und der Finanzplan können auf Nachfrage auch zugesandt werden.

Der Finanzplan ist getrennt für die Jahre 2018 und 2019 mit konkreter Darstellung der Personal- und Sachkosten (keine Pauschalsummen) auszufüllen. Bei Personalkosten ist das Besserstellungsverbot gem. Anlage 2 AV § 44 Nr. 1.3 der LHO zu beachten, Honorarkosten sind aufzuschlüsseln mit Stundenkalkulation inkl. Stundensatz. Ein Nachweis der fachlichen Qualifikationen des eingesetzten Personals mit kurzer stichpunktartiger Aufführung bisheriger Tätigkeiten ist der Bewerbung beizufügen.

Eine Datenschutzerklärung ist vorzulegen (steht zum Download  auf der Internetseite des Quartiersmanagements bereit        http://www.moabitwest.de/Datenschutz.5951.0.html).

Finanzierung

Für die Umsetzung der Maßnahme stehen aus dem Programm „Soziale Stadt“ Mittel aus dem Projektfonds zur Verfügung.

Bewerbungsfrist

Die Bewerbungsunterlagen sind bis zum 20.09.2017 (17.00 Uhr) in einem verschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „Offen füreinander! – Ein Projekt gegen den alltäglichen Rassismus“ beim Quartiersmanagement Moabit West, Rostocker Str. 35, 10553 Berlin (Achtung: neue Anschrift!) einzureichen. Bei Übersendung durch die Post müssen vorstehende Angaben deutlich und vollständig auf dem äußeren und einem besonderen inneren Umschlag vermerkt sein.

Bitte schicken Sie unbedingt die Bewerbungsunterlagen auch in digitaler Form an qm-moabit[at]stern-berlin[.]de.

Das Auswahlgespräch findet voraussichtlich in der 40. oder 41. Kalenderwoche statt. Wir bitten, diesen Zeitraum vorzumerken. Eine Einladung erfolgt kurzfristig nach einer Vorprüfung der eingereichten Angebote.

Hinweise

Bei dem Auswahlverfahren handelt es sich nicht um ein Interessenbekundungsverfahren gemäß §7 LHO oder eine Ausschreibung im Sinne des § 55 LHO. Rechtliche Forderungen oder Ansprüche auf Ausführung der Maßnahme oder finanzielle Mittel seitens der Bewerber bestehen mit der Teilnahme am Auswahlverfahren nicht. Die Teilnahme ist unverbindlich, Kosten werden den Bewerbern im Rahmen des Verfahrens nicht erstattet.

Für Nachfragen steht Ihnen das Quartiersmanagement Moabit West, insbesondere Frau Ahmed, Tel. 3990 7195 zur Verfügung.

Für die Auswahl des Projektträgers werden folgende Kriterien herangezogen: 

·        Methodik und Herangehensweise an die Umsetzung der Maßnahmen

·        Inhalt und Qualität des Konzeptes

·        Qualifikation und Erfahrung der Mitarbeiter_innen

·        Kostenkalkulation

·        Einbindung in lokale Netzwerke in Moabit West

Den Projektwettbewerb im PDF-Format finden Sie hier.

Berlin, 20.07.2017

 [1] Die Namen sind beispielhaft und stehen nicht für wirkliche Personen.

 

 

 

QM & GB