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Schulgartenkurse in Gefahr

Vor'm Schulgarten, Anfang April 2012

Regina Eskelsen und Birgitta von Homeyer (von links)
Nicola Kluftinger


Birgitta von Homeyer in Aktion

Schöner könnte der Frühling gar nicht sein. Im Schulgarten zeigt das Thermometer in der Sonne fast 30 Grad an, die Osterglocken stehen in voller Blüte, ein paar ganz Kleine tollen über die Wiesen, und gleich beginnt ein Imkerprogramm für etwas größere Kinder.

Doch der (Sonnen-)schein trügt, denn die Idylle ist in Gefahr - zumindest für viele Moabiter Kinder, so die Malerin Birgitta von Homeyer, die hier u.a. für das Kinder-Natur-Büro verantwortlich ist. Am 20. März 2012 wurde bekanntgegeben, dass der Trägerverein Moabiter Ratschlag e.V. bereits ab dem 1. Juli 2012 keine Förderung mehr für die außerschulischen Jugendfreizeitangebote und die Familien-Veranstaltungen im Schulgarten Moabit erhalten soll. "Ein Wahnsinn ist auch der Termin, da er mitten in den Sommerferien liegt," so Projektleiterin Nicola Kluftinger. "Ich weiß gar nicht, was ich den Eltern sagen soll, die anrufen und ihre Kinder für unsere Ferienangebote anmelden wollen." Gerade diese Ferienspiele findet sie extrem wichtig in einem Wohngebiet, "in dem nicht alle Eltern mit ihren Kindern drei Wochen in den Urlaub fahren können." 

Es geht um eine jährliche Einsparung von 24.500 Euro, was bedeuten würde, dass es keine Nachmittags-, Wochenend- und Ferienkurse mehr gäbe. Dabei ist der Schulgarten so etwas wie "eine grüne Oase mitten in Moabit", sagt die gebürtige Moabiterin Regina Eskelsen, die seit über zehn Jahren hier tätig ist und die rund 50 Ehrenamtlichen betreut. Sie kam über ihre eigenen Kinder zum Schulgarten und empfindet die geplante Mittelstreichung als einen Schlag ins Gesicht. Und als absurd: "2011 haben wir als Schulgarten-Team erst den Ehrenamtspreis vom Bezirk Mitte bekommen, und nun? Es ist eine Sünde, diesen herrlichen Fleck Erde den Kindern zu verschließen!" Betroffen sind Kinder von 6 bis 12 Jahren, die hier Naturerfahrungen machen und Freundschaften schließen können, aber auch Familien, Anwohner und Gartenfreunde im Seniorenalter, die einfach mal vorbeikommen, um sich an Pflanzen und Tieren zu erfreuen. "Von dem Geld können pro Jahr rund 900 Kinder an Ferien- und andere Kursen teilnehmen, und viele Moabiter unsere Feste und Veranstaltungen besuchen", so Nicola Kluftinger. 2011 waren es acht Feste für Jung und Alt - von Flohmärkten über Filmnächte bis zum Erntedankfest. Und was man dabei nicht vergessen darf: "Hier funktioniert nur deshalb alles so gut, weil sich viele Ehrenamtliche engagieren und mit ihrem Herzblut dabei sind."

Wer den Schulgarten noch nicht kennt, sollte ihn unbedingt einmal besuchen, um zu verstehen, was ihn ausmacht und was er für Moabit bedeutet. "Manche Kinder sagen, es sei für sie wie Urlaub an der Ostsee, hier zu sein. Sie finden es z.B. große Klasse, wenn sie in den Ferien auch mal hier in unserer Jurte übernachten dürfen," erzählt Regina Eskelsen.

Die Kurse, die von engagierten Naturwissenschaftlern und Künstlerinnen wie Birgitta von Homeyer hier durchgeführt werden, schließen mehrere Lücken, so Nicola Kluftinger. Sie ermöglichen den Kindern Dinge, die weder die Schulen noch viele Elternhäuser bieten können. Regina Eskelsen schwärmt: "Die Jungen und Mädchen können hier zum Beispiel regenerative Energien kennenlernen, Bienen erforschen und Honig schleudern, Vögel beobachten und Kräuter bestimmen." Sie können auch eine Wildwiese erforschen, die im vergangenen Jahr mit Mitteln des Programms 'Soziale Stadt' angelegt wurde, und vieles mehr." Nicola Kluftinger ergänzt: "Auch das Projekt 'Brot und Honig' und das Recyclingprojekt wurden sehr gut angenommen, und bei uns kann man Filzen, Papierschöpfen, Nist- und Futterkästen bauen, mit Beton arbeiten, Ton brennen im japanischen Raku-Ofen, im Lehm-Ofen eigene Pizza backen, Theater spielen, Filmkulissen bauen und und und..."

All diese Aktivitäten, die grundsätzlich für alle Kinder in Moabit offen sind, stehen nun zur Disposition. Die Schulgarten-Nutzer und der Trägerverein Moabiter Ratschlag haben deshalb verschiedene Formen des Protestes gegen die Streichung der Förderung organisiert. So gibt es zum Beispiel unter folgendem Link eine Petition des Moabiter Ratschlag: openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-der-ausserschulischen-freizeitangebote-im-schulgarten-moabit  Man kann aber auch eine der im Kiez ausgelegten Unterschriftenlisten unterschreiben. Bei der Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses am 20. April 2012 um 16.30 Uhr im BVV-Saal in der Karl-Marx-Allee 31 waren Nicola Kluftinger, Birgitta von Homeyer und Regina Eskelsen dabei, denn "besonders wichtig ist der direkte Protest vor Ort."

Darüber schreibt Nicola Kluftinger für alle, die sich für die aktuelle Situation des Schulgartens interessieren:

"Am 20. April 2012 fand eine Sondersitzung des JHA statt. Wir, die Freunde des Schulgartens, waren dort und haben den Garten mit beeindruckenden Statements vertreten. Zahlreiche andere Einrichtungen waren ebenfalls dort und haben ganz klar gemacht, dass im Bereich Kinder- und Jugendarbeit in Mitte keine Einsparungen mehr möglich sind! Jetzt wird eine Gruppe aus neun JHA-Mitgliedern gebildet, die bis zum 3.5.2012 nochmals nach einer Finanzierungsmöglichkeit für die Kinder- und Jugendarbeit sucht.

Also ganz herzlichen Dank all denen, die uns bis jetzt schon auf unterschiedlichste Art und Weise unterstützt haben. Das finde ich wirklich toll! Aber wir müssen noch weiter kämpfen! 

Am 3.5.2012 um 17.30 Uhr tagt der JHA in der Karl-Marx-Str. 31 im BVV-Saal erneut und wir werden wieder dort sein. Über breite Unterstützung vor Ort würden wir uns sehr freuen! Wer mit uns gemeinsam zum Rathaus Mitte ziehen möchte, kommt doch bitte um 16 Uhr zum Schulgarten... Liebe Grüße, Nicola Kluftinger"

 

Kontakt: 

Moabiter Ratschlag e.V.

Nicola Kluftinger

Rostockerstr. 32

10553 Berlin

Tel.  : 030 390 812 18

Fax   : 030 390 812 29

Text & Fotos: Gerald Backhaus