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Stadtteilplenum im April: Gebrauchtwaren, Fußball, Verkehrsberuhigung und die "Sozialstudie Moabit West"

Kaum ein freier Platz beim Aprilplenum


Sigmar Gude präsentiert die Ergebnisse der Sozialstudie

Das Stadtteilplenum am 20. April 2010

Beim vierten Stadtteilplenum 2010 im Nachbarschaftstreff "Stadtschloss Moabit" unter der Regie des Moabiter Ratschlag e.V. und der S.T.E.R.N. GmbH, wieder moderiert von Susanne Torka, reichte die Zeit nicht aus. Die Veranstaltung wurde - mehr als bei "Wetten, dass..." - um etwa eine Stunde überzogen, so spannend waren die Themen und so groß die Resonanz der rund 45 Anwesenden.

Moabit nutzt seine Ressourcen - unter "Aktuelles aus dem Kiez" wurden zunächst die Projekte FAHRbar und BRAUCHbar des Moabiter Ratschlags, die zusammen unter dem Dachbegriff NUTZbar firmieren, von Matthias Schnauss vorgestellt. Er  berichtete von der Nähwerkstatt, in der Taschen aus Kaffeeverpackungen und Gürteln aus Fahrradschläuchen designt werden. "Wir leisten einen Beitrag zur Werterhaltungskultur," so Schnauss. Er wies darauf hin, dass die Fahrradwerkstatt des Vereins in der Kaiserin-Augusta-Allee kein Laden, sondern eine Selbsthilfewerkstatt ist, die sich im Jugendclub "Schlupfwinkel" befindet. Hier ist Mitmachen gefragt, man wird dabei aber unterstützt und kann auf kostenlose Ersatzteile zurückgreifen. Die Bastler suchen ständig gebrauchte Fahrräder als Spende zum Ausschlachten. Und noch ein Hinweis für alle Gebrauchtwaren-Freunde: Am 8. Mai findet in der Waldstraße wieder ein Sperrmüll-Markt statt.

Frank Pannier, Jugendleiter des SC Minerva 93, eines alteingesessenen Moabiter Fußballclubs (93 steht für das Gründungsjahr 1893), der im Poststadion trainiert, berichtete von der Jugendarbeit seines Vereins. Rund 100 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 16 Jahren spielen hier in sieben Mannschaften. Das Besondere: bei Minerva darf jeder bolzen, es gibt kein Vorspielen wie bei anderen Clubs, und der Mitgliedsbeitrag ist mit 5 Euro pro Monat günstig. 2008 bekamen die ehrenamtlich tätigen Fußballer, die auch Schiedsrichter- und Trainerausbildungen anbieten und gerade eine FSJ-Stelle eingerichtet haben, einen Sonderpreis für Gewaltprävention, der ihnen durch den Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses Walter Momper überreicht wurde. www.scminerva1893.de

"Was soll in Mitte geschehen zur Zukunftsfähigkeit? Wie grün wird der Bezirk? Wie steht es um die Entwicklungsgerechtigkeit? - an einem Zukunftsplan für den Bezirk, der Fragen wie diese beantworten und als Dokumentvorlage für die BVV dienen soll, arbeitet der Förderverein Lokale Agenda 21 Berlin-Mitte e.V. Darin wird es zum Beispiel um Begrünung von Flachdächern, die gerade in Moabit zahlreich sein sollen, gehen. Zur 1. Agenda-Versammlung lädt der Verein am 6. Mai ab 19 Uhr ins Nachbarschaftshaus, hier finden Sie Einladung und Tagesordnung.

Sigmar Gude von TOPOS Stadtforschung gab einen Überblick über die Ergebnisse der "Sozialstudie Moabit West". Dazu wurden sechsseitige Fragebögen mit 43 Fragen an 10.500 Haushalte verteilt. Anschließend wurde der Rücklauf von rund 1.000 Fragebögen ausgewertet. Die Angaben haben die Stadtforscher verglichen mit Werten einer Befragung im Beusselkiez von 1999 und mit Werten aus Kreuzberg SO 36. Detaillierte Ergebnisse der Studie werden wir, so bald sie mit dem Bezirksamt abgestimmt wurden, hier veröffentlichen. Nur ein paar Zahlen an dieser Stelle: in Moabit West, das für die Studie unterteilt wurde in Beusselkiez, Ostteil und Huttenkiez/Neues Ufer, leben im Durchschnitt 1,85 Personen pro Haushalt. In 18 Prozent der Haushalte gibt es Kinder, bei Migranten sind es 30 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch, besonders betroffen sind Migranten mit 35 Prozent (Nicht-Migranten 11 Prozent) und der Beusselkiez mit 26 Prozent (im Ostteil nur 15 Prozent). Ähnlich ist die Lage beim Einkommensniveau, das nur im Ostteil an den Berliner Durchschnittswert herankommt und vor allem bei Migranten - und dabei besonders bei denen mit Herkunftsland Türkei - weit darunter liegt. 

Moabit ist nach wie vor ein Durchzugsbezirk. Viele Befragte (48 Prozent) haben die Absicht wegzuziehen. Die Durchschnittswohndauer liegt bei 11,4 Jahren (in SO 36 sind es 15,2 Jahre und dort tragen sich nur 26 Prozent der Befragten mit einer Wegzugsabsicht). Laut TOPOS gibt es keine deutlichen Veränderungstendenzen - weder nach oben noch nach unten. Ein Zuzug Besserverdienender ist nur im Ostteil, speziell im Zwinglikiez, zu verzeichnen. Chancen versprechen die vielen Studenten. Sie ziehen vor allem wegen der zentralen Lage nach Moabit und weniger wegen günstiger Mieten, denn das Mietniveau ist hier durch die hohe Fluktuation sogar überdurchschnittlich. Kann man sie halten, würde eine deutliche Stabilisierung im Stadtteil erreicht. Zur Erhöhung des Bildungsniveaus gerade unter Migrantenfamilien empfiehlt Sigmar Gude von TOPOS den Einsatz von Studenten mit Migrationshintergrund als Paten. Diese wären bestens geeignet, um an Eltern heranzukommen, die oft nicht wüssten, was genau sie für ihre Kinder tun können.

Karsten Muraro von der Ingenieurgesellschaft Hoffmann-Leichter referierte über die geplante Verkehrsberuhigung in der Siemens- und Quitzowstraße. Um die Wohnqualität in diesem Bereich zu verbessern, soll der Durchgangsverkehr vermindert werden. Murano stellte mehrere Varianten vor, die erreichen sollen, die Durchfahrt von derzeit 16.000 bis 21.000 Fahrzeugen auf nur noch 2.000 und auf Teilstücken 6.000 Kfz zu verringern. Dazu wird "der Straßenquerschnitt reduziert", was eine Verkleinerung der Fahrbahnbreite zum Beispiel durch Markierung von Fahrradwegen bedeutet. Um die Geschwindigkeit der Autos zu mindern, sollen zudem Straßeneinmündungen verengt und Hindernisse wie die "Moabiter Kissen" gebaut werden. Vielleicht werden Siemens- und Quitzowstraße auch zu einer Fahrradstraße? Was und wann es genau passiert, hängt unter anderem ab vom Budget. Derzeit sind 600.000 Euro für die Markierungs- und Bauarbeiten veranschlagt, und die Umgestaltung ist definitiv für das Jahr 2012, ggf. aber auch früher geplant. Ob die Straßen nun zu einer Tempo-30-Zone oder einer verkehrsberuhigten Zone werden, muss letztlich der Bezirk entscheiden, so Karsten Muraro. Eine erneute Präsentation über die endgültige Planung wird vom Plenum gewünscht. Wir werden zu gegebener Zeit natürlich auch auf www.moabitwest.de darauf zurückkommen.

Celal Altun von der türkischen Gesellschaft warb noch einmal für die Beteiligung am Kiezfest am 19. Juni. 40 Stände stehen für 20 Euro Standmiete zur Verfügung. Das Straßenfest, das über das Quartiersmanagement finanziert wird, findet dieses Jahr im Rahmen der Moabiter Kulturtage statt. Hier das Anmeldeformular und mehr Details

 

Zum nächsten Stadtteilplenum im Mai erwarten wir die Jugendrichterin Kirsten Heisig. Mehr Information zur Tagesordnung gibt es vorab hier auf unserer Seite.

Den Bericht zum Stadtteilplenum im März können Sie hier nachlesen und den zum Februar-Plenum hier.

Die nächste Veranstaltung findet statt am Dienstag, 18. Mai 2010 um 19 Uhr 

im

Stadtschloss Moabit
Nachbarschaftshaus
Rostocker Straße 32
10553 Berlin

 

Text und Fotos: Gerald Backhaus