Suche


Veranstaltungen

Dienstag, 02. Mai 2017 , 18:00 Uhr

Ausstellungs -Eröffnung "AF/CH" - ...

Mittwoch, 03. Mai 2017 , 15:30 Uhr

Einweihung Theater X - Erweiterungsbau

Donnerstag, 04. Mai 2017 , 15:00 Uhr

Kiez-Spaziergang "Zusammen leben - zusammen älter werden"

Sonntag, 07. Mai 2017 , 11:00 Uhr

Gütermarkt am ZK/U

Dienstag, 09. Mai 2017 , 19:00 Uhr

Runder Tisch gegen Gentrifizierung in Moabit

Samstag, 13. Mai 2017 , 10:00 Uhr

Hansa-Viertel - Stadt von morgen

Samstag, 13. Mai 2017 , 11:00 Uhr

Kiez-Rundgang Moabit: Handel im Wandel

Samstag, 13. Mai 2017 , 19:00 Uhr

Kino für Moabit "Menschen am Sonntag"

Mittwoch, 17. Mai 2017 , 18:00 Uhr

Stadtteilplenum Moabit West

Logo EnergiesparratgeberMit dem EnergieSpar-Ratgeber können Sie Heiz- und Stromkosten senken

Stadtteilplenum im November 2011

Maryam Stibenz und Moderatorin Susanne Torka (rechts)

Eine Mitarbeiterin von Vössing-Vepro erklärt die Pläne für die Huttenstraße






Eva Rösler vom Berliner Tafel e.V.
"Stromspar-Checkerin" Frau Gradmann bei ihren Erklärungen im Plenum (stehend) ...
...und "am Kunden"

Das Stadtteilplenum Moabit West am 15. November 2011

Trotz Kälteeinbruchs waren fast alle Plätze besetzt beim Stadtteilplenum im Nachbarschaftstreff "Stadtschloss Moabit", das vom Moabiter Ratschlag e. V. und der S.T.E.R.N. GmbH veranstaltet und von Susanne Torka moderiert wurde. Das lag sicher an den verschiedenen spannenden Themen.

Das erste Schwerpunktthema – das Integrationsprogramm des Bezirkes Mitte – war gleich zu Beginn präsent durch Maryam Stibenz, die seit drei Jahren als Integrationsbeauftragte des Bezirkes tätig ist. Ein Integrationskonzept hat Berlin auf Landesebene. So begann sie ihren Vortrag, „und jeder Bezirk hat ein eigenes Programm verfasst, was auf seine speziellen Bedürfnisse eingeht. Ein Programm ist pragmatischer als ein Konzept.“ Ganz wichtig sei es, als Zielgruppe von Integrationsmaßnahmen nicht pauschal Migranten zu benennen, denn das sei undemokratisch, so Stibenz. „Jeder von uns trägt viele Identitäten in sich. Ein und dieselbe Person ist beispielsweise gleichzeitig Türke, Christ und ein Vater, der Fußball und Klavier spielt.“ Sie selbst als Integrationsbeauftragte sieht sich nicht „wie ein Schweizer Messer, das alles kann, denn es gibt Experten auf allen Fachgebieten, z.B. das Jugendamt für Jugendfragen“, sondern sie fungiert eher als Beraterin aller Verwaltungseinheiten des Bezirksamts.

Das Integrationsprogramm, das online verfügbar ist und zu dem Maryam Stibenz auch gern Fragen per Mail beantwortet, beinhaltet zwei Module. Im Modul 1 „Abteilungsübergeifende Integrationsarbeit“ gibt es sechs Handlungsfelder. Einige davon stellte sie auf dem Plenum etwas näher vor, wie das „Handlungsfeld Sprache“. Das beinhaltet u.a. das Projekt „Elternakademie“, bei dem der Bezirk mit der VHS zusammenarbeitet, sowie das „Sprachförderzentrum Mitte“, das Mindeststandards für die Sprachförderung festlegt. 

Zum „Handlungsfeld interkulturelle Öffnung der Verwaltung“: Ihr Lieblingsbeispiel für misslungene interkulturelle Öffnung ist die Begebenheit, bei der ihr ein deutscher Mann nicht die Hand geben wollte, weil er gehört hatte, man gäbe im Iran den Frauen nicht die Hand. Maryam Stibenz, die zwar aus dem Iran stammt, aber schon lange in Deutschland lebt,  empfand sein Verhalten als unhöflich. Interkulturelle Kompetenz beschreibt sie vor allem als soziale Kompetenz. Man solle respektvoll, aber auch kritisch miteinander umgehen, appellierte sie an die Plenumsbesucher: „Das gilt für alle und ist nicht herkunftsabhängig!“ Sie ist dafür, dass alle über ihr „Wir-Sein“ und „Deutsch-Sein“ nachdenken und das einmal definieren sollten. Sie plant zu diesen und weiteren Integrationsthemen so genannte „Inhouse-Schulungen“ für die Bezirksamtsmitarbeiter.

Die anderen Handlungsfelder sind: „Qualitätssicherung der Lotsenprojekte“ - „Die sind immer wieder neu zu justieren“, so Stibenz, „Schule“, „Partizipation“ (womit vor allem der Migrationsbeirat gemeint ist, dessen Sitzungen öffentlich und bei denen Gäste willkommen sind), sowie „Datensammlung“. Das bedeutet, dass alle erhobenen Daten fusioniert werden, um z.B. einen Förderatlas und eine Projektbörse für Mitte zu erstellen.

Das Modul 2 des Integrationsprogrammes, das „ämterspezifisch wirkt“, riss Maryam Stibenz in ihrem Vortrag nur an. „Alle Gesetze wie z.B. Schul- und Jugendgesetz haben ihre integrativen Ansätze. Dort heißt es u.a. auch immer ‚unabhängig von der Herkunft’. Sie müssen aber umgesetzt werden.“

Auf die Fragen aus dem Plenum ging die Integrationsbeauftragte teilweise ein, wobei viele eher Einzelstatements waren, die gar nicht von ihr beantwortet werden konnten.

Wolfgang Höwener regte z.B. für die Berliner Schulen eine Schülerdurchmischung nach amerikanischem Vorbild an. In den USA werden Kinder mit schwarzer und weißer Hautfarbe in die jeweils anderen Stadtteile gefahren, um dort in einer gemischten Klasse zur Schule zu gehen. 

Ein anderer Plenumsbesucher fragte nach der Weisungsgebundenheit und dem Budget der Integrationsbeauftragten. Maryam Stibenz betonte, dass sie parteiunabhängig, trotzdem aber Angestellte des Bezirksamts sei und damit Bezirksbürgermeister Hanke ihr Dienstherr ist, aber auch, dass sie einen Sonderauftrag ausführt. Ihr Budget ist recht klein, da sie sich auch nicht als Fachfrau für spezielle Projekte sieht, sondern eher Beratungen und Coachings vermittelt. 

Warum die Sportförderung zurück gefahren wird, wo doch gerade gemeinsamer Sport eine brilliante Gelegenheit zum Kennenlernen und für Integration darstellt, wollte Stadtteilvertreter Herr Erbe wissen. Daran sind die Sparmaßnahmen, die das Bezirksamt dazu zwingen, Schuld, antwortete Stibenz. 

Der sich mit ihrer Sprachfördergruppe benachteiligt fühlenden Quartiersrätin Sabina Hamm erklärte die Integrationsbeauftragte, wie das „Sprachförderzentrum Mitte“, das in der Turmstraße ansässig ist, funktioniert: „Dort geht es um Qualitätsoptimierung. Eine interne Leitungsrunde bestimmt über die Mindeststandard-Kriterien für Sprachförderprojekte, die wiederum durch Förderprogramme finanziert werden.“

Der Moabiter Jerene Ives, der sich mit „Heiligenseer Migrationshintergrund“ vorstellte, machte auf seinen Facebook-Blog „Du und Dein muslimisches Lehnwort“ aufmerksam, an dem man gut sehen kann, „wie eng verwoben unsere Sprachen miteinander sind, also wie die arabische und türkische Sprache die deutsche beeinflussen und umgekehrt.“

Quartiersrat Norbert Onken fragte nach der Extremismusklausel in der Koalitionsvereinbarung von SPD und CDU und nach dem Grillverbot im Tiergarten. Maryam Stibenz antwortete, dass sie das Grillverbot problematisch findet, vor allem da es immer mit Migranten in Zusammenhang gebracht wird. Die Extremismusklausel wird gerade juristisch überprüft, und „ich warte gespannt auf das Ergebnis und werde dann dazu Stellung nehmen.“

 

Im Anschluss kam es zur Vorstellung der Pläne zur Umgestaltung der Huttenstraße durch eine Mitarbeiterin des Ingenieurbüros Vössing Vepro GmbH, die durch Frau Radatz vom Bezirksamt ergänzt wurde. Die Umgestaltung im Abschnitt der Huttenstraße zwischen Wiebe- und Beusselstraße, für die Geld von der BVG und aus den Fördertöpfen „Stadtumbau West“ und dem Fahrrad-Infrastrukturprogramm des Senats fließt, beinhaltet vor allem eine Radwegmarkierung auf der Fahrbahn, im Verwaltungsdeutsch „Radangebotsstreifen“ genannt. Zudem werden die momentan auf den Trottoirs vorhandenen Radwege demarkiert. Durch diese beiden Maßnahmen sollen der Radfahrer- und der Fußgängerverkehr in der Huttenstraße verbessert werden.

Keine Panik bei den Autofahrern: ihnen bleiben pro Richtung Fahrbahnen mit einer Breite von 3,25 Metern, was „üppig“ ist und auch für Busse und Schwerlaster ausreicht. Auch die Lade- und Lieferzonen werden erhalten - bis auf den Knotenpunkt Beussel-/Rostocker Straße, wo sie etwas beschnitten werden. Zur Planung der Umgestaltungen wurde ein so genanntes „Sicherheits-Audit“ durchgeführt, bei dem man u.a. Hinweise des FUSS e.V. (Fachverband Fußverkehr Deutschland) berücksichtigte. An den Einmündungen von anderen Straßen in die Huttenstraße werden Gehwegüberfahrten gestaltet, was die Sicherheit der Fußgänger vergrößert. Gelungenes Beispiel dafür erlebt man an der Ecke Wilhelmshavener Straße / Turmstraße, flocht Moderatorin Susanne Torka ein.

Da die BVG „Busbeschleunigung“ in der Huttenstraße plant, werden an den Haltestellen so genannte „Sonderbords“, also erhöhte Bussteige zum barrierefreien Ein- und Aussteigen, gebaut. Zudem werden an manchen Stellen der Huttenstraße Gehwege in die Fahrbahn „vorgestreckt“, damit Fußgänger einen kürzeren Weg beim Überqueren haben. Wegen der Schwerlasttransporte mit den Gasturbinen von Siemens wird die Huttenstraße ab 2012 drei Mal wöchentlich nach 22 Uhr voll gesperrt. Deshalb ist es auch nicht möglich, auf den kleinen Fußgängerinseln inmitten der Fahrbahn Bäume anzupflanzen, da diese Inseln von den Lastern überfahren werden müssen. Der „ruhende Verkehr“, also die Auto-Parkplätze, werden durch die Neugestaltungen nicht beeinträchtigt, und für Radler gibt es weitere Verbesserungen: 50 Fahrradbügel zum Anschließen von Rädern sind geplant, 11 davon stehen bereits.

Zum Zeitplan: Die Entwurfsplanung soll bis Mitte Dezember stehen. Nach ihrer Prüfung wird es im ersten Quartal zur Ausführungsplanung und zur  Ausschreibung der Bauarbeiten kommen. Für 2012 sind zunächst die neuen Radwege geplant, danach kommen die Gehwegüberfahrten dran. 

Was tun, wenn der schöne neue Radweg von parkenden Lieferwagen verstellt ist? In einem solchen Fall sprechen die Fachleute von „Vollzugsdefizit“, wozu der Moabiter Polizist Karl Bösel sagte: „Wir kümmern uns zuerst um die Messerstechereien, dann um Parksünder.“ Er rief dazu auf, sich trotzdem in einem solchen Fall bei der Polizei zu melden: „Nicht ärgern, rufen Sie uns an!“ 

Der im Plenum angesprochene Fall BMW, wo häufig Autotransporter ihre Fracht auf dem künftigen Radweg entladen, löst sich wohl in Zukunft von selbst, so Helmut Rösener von der S.T.E.R.N. GmbH, da die Firma BMW diesen Standort aufgibt und woanders neu baut.

Zum Ingenieurbüro Vössing Vepro GmbH hier mehr: www.voessing.de

 

Unter der Rubrik „Aktuelles aus dem Kiez“ stellten sich dieses Mal zwei Projekte vor: Eva Rösler vom Verein Berliner Tafel sprach zu dessen Angeboten für Kinder und Jugendliche auf dem Gelände des Großmarktes in der Beusselstraße. Schwerpunkt ist die Ernährungs-bildung bzw. Ernährungskompetenz. „Viele Kinder wissen z.B. nicht, wie eine rohe Möhre schmeckt, und das wollen wir ändern.“ Seit April 2010 fährt der Verein dazu bereits mit einem Doppeldeckerbus durch die Stadt und bietet mobile Kinderkochkurse an. Im Frühjahr 2012 starten dann Kurse im Kimba-Express, einem alten „Silberling“-Eisenbahnwagen, der auf dem Großmarktgelände steht und derzeit ausgebaut wird. Ein Abteil bleibt – auch um den Zug-Charakter zu bewahren – als Speiseabteil erhalten, während die anderen beiden entkernt und zu einer kommunikativen Küche sowie einem Schulungszentrum für Lebensmittelexperimente umgebaut werden. Vom Großmarkt gibt es nicht nur den Standort, Wasser und Strom, er stellt als Kooperationspartner auch Lebensmittel zur Verfügung. „Die dürfen wir dann zusammen mit den Kindern direkt im Großmarkt aussuchen und zum Verarbeiten mitnehmen“, so Eva Rösler. Interessierte Schulklassen können sich anmelden unter kimbamobil@berliner-tafel.de, aber bis Juli 2012 ist der Kimba-Express bereits ausgebucht. Leider finden sowohl Koch-Kurse als auch Schulungen nur im Sommerhalbjahr statt, weil die Heizung des Busses und Eisenbahnwagen zu teuer für den von Spenden lebenden Verein Berliner Tafel wäre.

Plenumsgast Ulrich Krüger bemerkte passend dazu, dass sein Erzählcafé am 25.11. um 16 Uhr im SOS-Kinderdorf mit Sabine Werth, der „Mutter der Berliner Tafel“, starten wird, und lud alle Anwesenden dazu ein.

Als es im Anschluss Informationen zum Bürgergarten durch BürSte e.V. geben sollte, aber niemand von dem Verein erschien oder absagte, meinte Norbert Onken treffend: „Die haben uns abgebürstet“. Hoffentlich ist dem nicht so und der Verein stellt bei einem der kommenden Plena sein Vorhaben vor.

Frau Gradmann dagegen war anwesend und berichtete über die Aktion „Stromspar-Check“. Sie bietet einkommensschwachen Haushalten kostenlose Energieberatungen an. Diese werden von in einem Kurs qualifizierten Langzeitarbeitslosen durchgeführt. Bei einem ersten Besuch vor Ort erfassen sie alle vorhandenen Geräte. Der Bestandsaufnahme folgen Auswertung und ein Bericht für den Haushalt. Bei ihrem zweiten Vor-Ort-Besuch geben die Stromsparhelfer dann Nutzungstipps und bauen Energie- und Wassersparartikel als „Soforthilfen“ ein. Auch das ist kostenlos. Die Aktion „Stromspar-Check“ ist eine gemeinsame Aktion des Deutschen Caritasverbandes e.V. (DCV) und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e.V. (eaD). Ihre Ziele: Der Stromverbrauch in einkommensschwachen Haushalten soll verringert und damit deren Kostenbelastung reduziert werden. Gleichzeitig erhalten Langzeitarbeitslose über ihre Tätigkeit als Stromsparhelfer die Chance auf einen Wiedereinstieg ins Berufsleben. Zudem leistet die Aktion einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz, weswegen sie vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert wird

Kontakte zur Terminvereinbarung „Stromspar-Check“: Diözesan-Caritasverband Berlin, Ansprechpartner für Berlin-Mitte, Neukölln, Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg: Stefan Becker, Tel. 66633-1220,  s.becker[at]caritas-berlin[.]de

Regionalpartner im eaD, Berliner Energieagentur GmbH, www.berliner-e-agentur.de

Mehr Info zur Aktion finden Sie hier:  www.stromspar-check.de

 

Termine & Sonstiges:

Rudolf Blais berichtete von den Baumfällungen im Kleinen Tiergarten/Ottopark und forderte ein neutrales Mediationsverfahren. 

Beatrice Pfitzner vom QM warb für die Moabiter Buchtage und besonders für die „Lange Nacht des Buches“ am 18.11., in deren Rahmen um 17 Uhr die Lesung „Gespräche mit Arbeitslosen“ von Nadja Messerschmidt im QM-Büro in der Rostocker Straße 3 stattfindet. Mehr Info dazu hier

Helmut Rösener von der S.T.E.R.N. machte aufmerksam auf den 20.12., an dem anstelle eines Stadtteilplenums im Nachbarschaftstreff um 19 Uhr eine Infoveranstaltung zum Roro-Projekt am Neuen Ufer stattfinden wird.

Barbara Kirchner („Ein Quadratkilometer Bildung“) bewarb den Roma-Workshop am 7.12. um 16 Uhr in der Pädagogischen Werkstatt in der Emdener Straße. Details dazu finden Sie hier 

Und Herr Erbe berichtete von einem erfreulichen Neuzugang in der Arminiusmarkthalle: dort steht seit 16.11. ein Gingkobaum!

 

 

Die zusammengefassten Ergebnisse und Inhalte der vergangenen Stadtteilplena sowie Termine sind hier nachzulesen. 

 

Text & Fotos: Gerald Backhaus