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Dienstag, 24.10.2017

Straßenbahn in Moabit

 

 

Wo soll die Tram in Moabit hin?

Straßenbahn-Netzerweiterung über die Turmstraße hinaus 

Der Busverkehr hat nach Angaben von Matthias Horth von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klima in Moabit seine Grenze erreicht hat. Wer mal zur Hauptverkehrszeit in der Beusselstraße den TXL-Bus nehmen wollte, weiß das. Die Straßenbahn kommt, das steht so gut wie fest. Nur welche Route nimmt sie durch Moabit?  

Zur Wahl steht eine Route von der Turmstraße bis hin zum Virchow-Klinikum in Wedding oder bis zum Bahnhof Jungfernheide in Charlottenburg. Vielleicht können Tramlinien auch zu beiden Zielen führen. Darum ging es am 17. Oktober 2017 in der Reformationskirche. Zeitgleich zum regulären Stadtteilplenumstermin hatte die Senatsverkehrsverwaltung zu einer Infoveranstaltung zur Netzerweiterung der Straßenbahn eingeladen. Da die Plenumsveranstalter von einem großen öffentlichen Interesse bei der Tram ausgingen, fand zeitgleich kein Stadtteilplenum statt.    

Die möglichen Varianten stellten die Behördenvertreter und Experten der Verkehrs Consult Dresden Berlin (VCDB) mehr als 100 Interessierten in der vollbesetzten Kirche vor. Eine frühe Bürgerbeteiligung wird bei der Zukunft der Tram groß geschrieben, die Vorschläge von Anwohnern und Fahrgästen sollen auch künftig in die weiteren Planungen einfließen. 

Nach Wedding und Charlottenburg - zwei Korridore für die Straßenbahn 

Von der Turmstraße bis zum Virchow-Klinikum und/oder bis zum Bahnhof Jungfernheide - die Planer haben für beide Strecken zwei „Korridore“ mit weiteren Varianten bei der Streckenführung entwickelt. In Richtung Klinikum hat sich das Team um Matthias Zöbisch vom VCDB schon auf eine Vorzugsstrecke geeinigt. Diese führt vom U-Bahnhof Turmstraße über die Beusselstraße und die Seestraße bis zum Virchow-Klinikum, also dahin, wo heute die Tramlinien M 13 und 50 enden. Alternativ könnten die Gleise durch die Berlichingenstraße oder durch das Wohngebiet um die Oldenburger Straße führen, doch diese Varianten hatten in der Bewertung schlechter abgeschnitten. 

Fährt die Tram direkt auf der Straße oder auf einem eigenen Gleisbett? 

Laut Matthias Horth von der Senatsverkehrsverwaltung ist auch die Vorzugsvariante über die Beusselstraße auf einem eigene Gleisbett eine „Herausforderung“. So kämen sich Tram und Autos nicht in die Quere, und die Bahn würde nicht mit Hindernissen wie in zweiter Reihe Parkenden kämpfen, so wie das ab und zu am Hackeschen Markt und in der Kastanienallee zu beobachten ist. Für die Autos wird der Platz durch eine eigene Straßenbahn-Trasse allerdings knapper. Es wird dann nur noch eine Fahrspur in jeder Richtung geben. Außerdem wird sich die Parkplatzsituation verschärfen, weil Parkplätze wegfallen. In der Straßenmitte müssen Bäume gefällt werden, was sicher Naturschützer auf den Plan rufen wird. Fahrradfahrer hingegen können aufatmen, weil sie breitere Spuren bekommen sollen.  

Knackpunkte Sickingenbrücke und Endhaltestelle Jungfernheide

Während im Untersuchungskorridor Moabit-Wedding schon vieles klar ist, besteht beim Trassenverlauf im Korridor nach Charlottenburg hin zum Bahnhof Jungfernheide noch große Unklarheit. Südlich oder nördlich des S-Bahn-Rings, oder gibt es eine Blockumfahrung? Allein für die Endhaltestelle Jungfernheide gibt es drei Varianten. Bei einer Gleisführung über die Sickingenbrücke gäbe es fünf Möglichkeiten, wie die Tramgleise gelegt werden könnten, bei der Variante über die Kaiserin-Augusta-Allee sind es bis nach Jungfernheide sogar zehn Möglichkeiten. Eine Trasse über die Sickingenbrücke wäre wegen des dortigen Huckels kompliziert, weil die Brücke dafür eventuell neu gebaut werden müsste. Das würde die Kosten des Straßenbahn-Baus nach oben treiben. Die Oberleitung der Tram könnte außerdem den Turbinen-Transporten der Siemens AG im Weg sein, so dass eventuell absenkbare Oberleitungen installiert werden müssten. Auch das wäre eventuell zu teuer. Was schlussendlich konkret realisiert wird, hängt von einer Kosten-Nutzen-Analyse ab. Nur wenn der Bau auf der betreffenden Route volkswirtschaftlich sinnvoll ist, werden die Gleise dort verlegt. Die Berechnung erfolgt, sobald die Vorzugsvariante feststeht. Die Straßenbahn über die Route Huttenstraße–Wiebestraße–Kaiserin-Augusta-Allee–Lise-Meitner-Straße fahren zu lassen, ist nach Stand der Dinge wohl die wahrscheinlichste. 

2020/21 bis zum U-Bahnhof Turmstraße 

Zunächst müssen die Straßenbahngleise erst einmal bis zum U-Bahnhof Turmstraße gebaut werden, bevor sie von dort aus weitergeführt werden. Ende 2020 oder Anfang 2021 soll die Tram die Turmstraße anfahren, für die Verlängerung vom Hauptbahnhof bis zum U-Bahnhof wird in den nächsten Wochen das Genehmigungsverfahren eingeleitet. 

Diskussion mit weiterführenden Ideen 

Was von Gästen der Veranstaltung während des Diskussionsteils angesprochen wurde, darüber haben sich auch die Planer teilweise schon Gedanken gemacht. Sollte die Tram eines Tages über den U-Bahnhof Turmstraße hinaus fahren, sind weitere Verlängerungen vorgesehen. So könnte es bis zum Flughafen oder Wissenschaftsstandort Tegel gehen oder/und bis hin zur Wasserstadt in Spandau und in Richtung Reinickendorf. Ein Anwohner hatte vorgeschlagen hat, die Turmstraße komplett verkehrsberuhigt zu machen, so dass sie sich zu einer attraktiveren Einkaufsstraße entwickeln kann. Dies erntete viel Applaus aus dem Publikum. Die Reaktion der Senatsvertreter darauf: „Die Gedanken sind frei.“  

Weitere Informationen zum Vorhaben finden Sie auch auf http://www.berlin.de/senuvk/verkehr/politik_planung/oepnv/netzplanung/de/tram_turmstrasse.shtml

Bis zum 15.11.2017 kann man dort weitere Anmerkungen zum Verfahren machen.  

Text & Fotos: Gerald Backhaus