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Über das Stadtteilplenum am 18. Februar 2014

Musike im Plenum: 2 Kollegen 2.3 führen einen Instrumenten-Prototyp vor
Alexander Kujus von der Waldstraßeninitiative
Auch aus der Waldstraße: Uli Biskup,
Philip Wilbrandt von der Emdener Straßen Initiative...
...und Harry Hensler von der Erasmusstraßen-Initiative

Wie funktionieren Nachbarschaftsinitiativen? Das war das Hauptthema beim Stadtteilplenum Moabit West am 18. Februar 2014

Erst waren nur wenige Gäste da, doch immer mehr Leute schlichen sich in den Saal, so dass am Ende fast alle Plätze besetzt waren. Beim zweiten Stadtteilplenum in diesem Jahr, wieder organisiert vom QM Moabit West und dem Moabiter Ratschlag e.V., ging es vor allem um Nachbarschaftsinitiativen.

Erstes Thema aber waren die Musiktage 2014: Quartiersmanagerin Aischa Ahmed berichtete über die Moabiter Musiktage, die in diesem Jahr vom 11. bis 14. September stattfinden, und zwar gleichzeitig und in Kooperation mit dem Kulturfestival Wedding/Moabit. "Zu Beginn wird es einen Brückenschlag zwischen den beiden Stadtteilen geben - auf der Brücke zwischen Wedding und Moabit mit einer Percussiongruppe", so Sascha Schneider vom Veranstalter Kollegen 2.3. Wie in den Vorjahren ist für Freitag Straßenmusik in der Turmstraße geplant, während es am Samstag ein Bühnenprogramm im Hof des Berlinkollegs geben wird, u.a. wieder mit dem Kinderkaosorchester. Sonntags soll das Ganze ausklingen mit einer Installation aus von Anwohnern selbst gebauten Instrumenten. Sascha Schneider führte gemeinsam mit seiner Kollegin vor, wie so ein Instrument aussehen kann. Sie taten es am Beispiel eines Prototyps, einer Art Horn.

Alle Initiativen und Personen aus dem Kiez, die sich beteiligen möchten, sollen sich bitte melden beim Träger oder beim QM - ab Ende März geht es los damit, die Instrumente zu entwickeln. Und man kann den Organisatoren - der Agentur Kollegen 2.3 - auch Moabiter Bands vorschlagen, die beim Musikfestival im Spätsommer auftreten möchten.

Demnächst veröffentlichen die Veranstalter ihr Konzept hier: http://www.moabitermusiktage.de/ http://www.facebook.com/MoabiterMusiktage

Veranstalterkontakt: Hajo Toppius, Sascha Schneider & Ulrike Riebel von "Kollegen 2,3 – Bureau für Kulturangelegenheiten" http://www.kollegenzweikommadrei.de

Zum Hauptthema "Wie gründe ich eine Initiative?" waren Vertreter dreier Initiativen ins Plenum gekommen. Zur Initiative Waldstraße sprach Alexander Kujus. Er betonte, was von Anfang an wichtig sei: einen gemeinsamen Anlass erkennen, z.B. mangelnde Infrastruktur, eine fehlende Bushaltestelle oder nicht genügend Fahrradstellplätze. Daraus sollte man konkrete realistische Ziele formulieren, wie z.B. Grünanlagenpflege, Baumscheibenbegrünung, Verkehrsberuhigung oder -anbindung, die Einrichtung einer Hundewiese oder das Verhindern weiteren Laden-Leerstands. Um dann aktiv zu werden, sollte man sich zusammentun mit anderen Interessierten und ein Netzwerk bilden. Gut ist es, dabei über den Tellerrand zu schauen nach dem Motto "wer macht hier sonst noch was?". Hat man dann etwas auf die Beine gestellt, z.B. Baumscheiben bepflanzt, dann muss man eine dauerhafte Beständigkeit organisieren, also dass Anwohner, Ladeninhaber und Nachbarn die Pflanzen auch gießen.

Wo bekommt man Unterstützung? Alexander Kujus zählte bürgernahe Einrichtungen wie das Nachbarschaftshaus und QM auf und verwies auch auf die Bürgersprechstunden der Verwaltung. "Achtung, überall gibt es andere Empfehlungen bzw. Vorschriften, z.B. was die Baumscheibenbegrünung angeht". Er zeigte im Plenum eine Broschüre des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg mit dem Titel "Lust auf Grün vor Ihrer Tür?". Dort gibt es Informationen zum Thema Baumscheiben und besonders um die Begrenzungszäune darum. "Das Umweltamt vom Bezirk Mitte dagegen sagt 'Die Einfassung der Baumscheibe darf nicht beschädigt werden'. Das ist also überall etwas anders," erklärte Alexander Kujus. Er zeigt auch vier spannende studentische Entwürfe zur Waldstraße, z.B. "Living Kiez" mit in den Boden eingelassenen LEDs und von Netzen überspannten Flächen - "leider unrealistisch". Ebenso der Entwurf "Fließende Synthese" mit einem Gewässer auf der Waldstraße sowie der radikale Entwurf, der die Waldstraße als Landschaft ganz ohne Parkplätze zeigt. Alle Autos kämen dann ins Parkhaus. Der Entwurf namens "Wellen der Gemeinschaft" geht von einer gefluteten Siemensstraße aus, durch die Frachtschiffe vom Westhafen bis zur Waldstraße kommen.

Waldstraßenbewohner Uli Biskup initiierte im vergangenen Sommer eine Waldstraßenaktion in Anlehnung an die Verschönerungsaktionen in der Emdener Straße. Er traf zur Vorbereitung Philip Wilbrandt und Alexander Kujus vom Verein Moabit e.V. Bei der Aktion sollten "Baumscheiben verschönert und alle Bänke und Brunnen neu gemacht werden." Um die Anwohner ins Boot zu holen, produzierte Biskup vorab Plakate und Flyer. Leider gab es nicht die erwartete Resonanz, "aber immerhin 20 Leute kamen zu den Vorbereitungstreffen". Dann wurde weiter geplant, die Straßensperrung organisiert und die BSR einbezogen. Am Aktionstag selbst wurden von den zahlreichen Helfern Straßenbänke gesäubert, Rasen gemäht und bewässert. Bänke und Zelte für den Partyteil gab es vom Moabiter Ratschlag. Es war eine sehr gelungene Waldstraßenaktion im August, bilanzierte Uli Biskup im Plenum, mit Unterstützung vom Verein Moabit e.V., finanziell unterstützt vom QM Moabit West und durch Parteien, Personen, Einrichtungen und Firmen. Insgesamt kamen rund 100 Leute, die halfen. Auf der Straße wurde von morgens bis abends u.a. Müll gesammelt, ein Bewag-Häuschen angestrichen und Sitzflächen schick gemacht. "Ich werde das 2014 nochmals machen," verkündete er. Im Anschluss wurde ein schöner 5-Minuten-Film von Franziska Wilbrandt über die Aktion gezeigt. www.waldstraße-moabit.de

Initiative "Emdener treffen Emdener" in der Emdener Straße

Philip Wilbrandt vom Verein Moabit e.V., maßgeblicher Initiator der Initiative "Emdener treffen Emdener", über die wir immer mit vielen Fotos berichteten, warnte zu Beginn seiner Ausführungen: "Ich möchte ein bisschen abschrecken." Er sagte, man solle sich am Anfang ganz klar sein, was das Ziel ist und wodurch das Problem entstanden ist. Kann man so etwas mit einer Initiative überhaupt lösen? "Bei kriminellen Dingen z.B. geht das nicht, da muss die Polizei ran." Sein Tipp: nicht gleich etwas Neues gründen, sondern erstmal woanders mitmachen, "gucken, wie es läuft". Erfahreneren macht es Spaß, auch woanders im Kiez mitzuhelfen, wie er selbst in der Waldstraße zeigte. Solche Initiativen zu gründen bietet reichlich Stoff für Anekdoten, kann aber auch Frust bringen: "Dramatisch ist die Zusammenarbeit mit den Behörden. Das Grünflächenamt z.B. genehmigt nichts, sondern toleriert maximal. Und das Ordnungsamt ist total überarbeitet und musste von uns getröstet werden," sagte Philip Wilbrandt. Uli Biskup und Alexander Kujus hingegen erlebten die Ämter eher kooperativ und gaben den Tipp, die Zusammenarbeit mit ihnen zu suchen, sich vorher zu informieren. "Dabei freundlich bleiben und positiv rangehen, dann findet man immer Mitstreiter." Gut sei es, Parteien einzubeziehen. Ganz besonders lohnt es sich, sie vor oder in einem Wahlkampf anzusprechen. Die Waldstraßenaktion 2013 unterstützten u.a. CDU, Grüne und Linke. Solche Partner sind ganz wichtig für den Erfolg einer Initiative, aber am wichtigsten sind natürlich diejenigen, die die konkrete Arbeit machen und immer vor Ort sind, also die Anwohner. Mit wem mache ich es, wie komme ich an sie ran? "In der Emdener Straße erreichten wir die vielen dort wohnenden Migranten nicht", gab Philip Wilbrandt zu. Da  es so viele unterschiedliche Nationalitäten sind, hätten auch mehrsprachige Flyer nicht viel gebracht. "Es geht nur mit direkter Ansprache in der Nachbarschaft. Das ist sehr zeitintensiv, aber man bekommt viele neue Freunde dadurch." Er berichtet davon, dass man eine gewisse Hierarchie beachten solle: "Über die Kinder und dann die Frauen erreicht man schließlich auch die Männer und bringt die dazu, mit anzupacken." Daher sollte man bei einer Straßenverschönerungsaktion immer etwas für Kinder anbieten wie z.B. Schminkkurse, und die Straße sperren wegen der Sicherheit. "Nicht entmutigen lassen! Und auch auf die Eigendynamik am Tag selbst vertrauen." Er hat ein Flugblatt mit Tipps dazu verfasst, was man vorher und am Aktionstag selbst beachten sollte. Vor allem sollte man das Ganze nicht unterschätzen, 3 bis 4 Monate Vorarbeit bedeuten Aktionen wie die in der Wald- und Emdener Straße. "Und nochmal der Hinweis: man sollte nicht das Rad neu erfinden, sondern sich rat bei Erfahrenen holen. Der Verein Moabit unterstützt gern."

Initiative Zebrastreifen Erasmusstraße

Harry Hensler, Bezirksbeauftragter der Piratenpartei Berlin-Mitte, hat eine Tochter, die keinen sicheren Schulweg von zuhause zur Miriam-Makeba-Schule hat. Das wollte der Vater ändern und nahm eine sichere Straßenüberquerung in Angriff. "Ich hab kein Flugblatt gemacht, sondern stattdessen mit vielen Leuten vor Ort geredet, z.B. am Kiosk, und dann eine Unterschriftenaktion für einen Zebrastreifen gestartet." 600 kamen bei seiner Aktion „Sicherer Schulweg“ zusammen, "weil viele seit Jahren hier einen Zebrastreifen haben wollten." Besonders die Firma Atotech als Anlieger nahm mit vielen Mitarbeitern teil. Die Antwort auf einen Brief von Harry Hensler an den Polizeipräsidenten, in dem er fragte, wie viele Unfälle es in der Erasmusstraße gäbe, ließ sich nicht für das Anliegen nutzen. Angeblich gäbe es dort kaum welche. Das ließ Hensler nicht auf sich beruhen. Er ging zur Piratenpartei in der BVV, die einen Antrag stellte, dem sich auch die SPD anschloss. "Parteiübergreifend funktionierte das gut. Und am 14.1. 2014 berichtete das Bezirksamt Mitte in der BVV, dass der Zebrastreifen aus AZ-Mitteln gebaut werden soll. Worüber wir alle staunten. Wir werden ein Straßenfest veranstalten, wenn es soweit ist." Er empfiehlt, "einfach mal anzufangen!", dabei "die Menschen vor Ort mitzunehmen und zu versuchen, über die Politik Einfluss zu nehmen." Der Erfolg seiner Initiative spricht sich herum: "Jetzt fragte uns die Kita Elfenbein an, ob wir sie dabei unterstützen, dass ein Zebrastreifen in der Wiebestraße eingerichtet wird." Kontakt: www.engagement-berlin-moabit.de

In der anschließenden Diskussion fragte in Mann aus der Stadtteilvertretung Turmstraße, der gern eine Verschönerungsaktion in der Bochumer Straße machen möchte, etwas frustriert, was man mit schwierigen Leuten bzw. Querulanten macht, die alles verkomplizieren und/oder eigene Themen transportieren möchten. Darauf antworteten die Vertreter der Initiativen u.a., dass man mit keinem zusammenarbeiten muss, den man nicht mag. "Es ist ja kein Verein, in den man eintritt." Vielleicht kann man durch genug positive Mitstreiter bei einer Initiative über so etwas hinwegsehen? Philip Wilbrandt: "Man verliert aber sehr schnell die Positiven durch solche Querulanten. Daher muss man, um die Initiative zu retten, den unangenehmen Part übernehmen und die Notbremse ziehen." Er empfiehlt, erst mal mit dem Betreffenden allein zu sprechen und "ihn dann rauszukegeln." Er hatte gleich ein Beispiel parat: "Wir wurden als Gentrifizierer beschimpft wegen des Preises für die Emdener Straße. Und obwohl ich mit einem dieser Spezies danach zusammen geredet und getrunken hatte, hieb er später wieder auf uns ein." Trennt man sich nicht von Querulanten, kann es ganz schwierig werden,  wie die Aufteilung des Berliner Wassertischs  in drei Wassertische zeige. Quartiersrat Knut Pankrath empfahl, auch bei einer informellen Struktur der Initiative immer mal Abstimmungen zu machen, "damit ein Querulant merkt, dass die anderen anderer Meinung sind und seine Position keine Mehrheit findet."

Termine & Verschiedenes

Elke Fenster wies hin auf den Internationalen Frauentag, der am 8. März um 11 Uhr vor dem Rathaus Tiergarten mit einer Aktion begangen wird, woraufhin es dann zum Gesundbrunnen zu einer Demo geht. Moderatorin Susanne Torka wies auf die auch am 4. März nachmittags ab 16 Uhr stattfindende Verleihung des Klara-Franke-Preises in der Dorotheenstädtischen Buchhandlung hin. Diesmal ist sie verbunden mit einer Revue.

Mehr Info zum Vortrag zur Magisterarbeit über die Moabiter Synagoge am Donnerstag um 20 Uhr auch in der Buchhandlung gibt es hier: http://www.moabitwest.de/Die-Synagoge-Levetzowstrasse-als-Sammellager-Vortrag-und-Diskussion-mit-Philipp-Dinkelaker.5149.0.html

Das nächste Plenum im März beschäftigt sich mit dem Thema "Armut in Moabit". Das sei ein Wunschthema, so Susanne Torka, "wir hoffen auf Leute, die sich trauen, von ihrer eigenen Situation zu sprechen."

Zum Plenum im April soll die neue Jugendstadträtin kommen.

Den Bericht vom letzten Stadtteilplenum können Sie HIER nachlesen.

Text & Fotos: Gerald Backhaus