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Über das Stadtteilplenum am 18. November 2014

Plenumsgäste im November
Michael Weiß...
...und Prof. Käpplinger berichteten über den Standort Turmstraße 75

Der Moabiter Ratschlag e. V. und die S.T.E.R.N. GmbH luden zum Stadtteilplenum am Dienstag, 18. November 2014, in den Stadtschlosstreff ein und viele folgten dieser Einladung. Leider fiel die Vorstellung der Pläne für den Gemeindesaal aus Krankheitsgründen aus, weshalb Moderatorin Susanne Torka nach „brennenden Aktualitäten“ im Kiez fragte. Aus dem Plenum kam die Frage danach, warum die Stadtteilzeitung „moabiter Inselpost“ nach fast vier Jahren eingestellt wird. Daraufhin erklärte Quartiersmanagerin Beatrice Pfitzner die Lage bei Fortführungsprojekten und dass für diese Projekte für das Kalenderjahr 2015 insgesamt nur 54.000 Euro zur Verfügung stehen (in den Folgejahren  2016 und 17 sind es jeweils 108.000 Euro). Der Quartiersrat hatte eine Hitliste der neun Projekte aufgestellt. Vier davon können aufgrund des geringeren Budgets nur gefördert werden, und zwar die ersten vier der Hitliste: Lernort Stadtnatur im Ottopark, Naturwissenschaftlicher und Kultureller Bildungsverbund Moabit, das RAA-Projekt zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien sowie das Projekt „Bühne 21“ des Jugendtheaterbüros. Die Stadtteilzeitung kam nur auf Platz 5 und erhält somit kein Geld. Warum kann man nicht Gelder umschichten von den Jahren 2016/17 auf das Jahr 2015, damit die „Inselpost“ weiter erscheint? Ob das geht, wird das QM beim Senat erfragen. Gemeinsam mit dem Quartiersrat wird zu Beginn des nächsten Jahres überlegt, welche Projekte mit den restlichen Mitteln gefördert werden sollen.

Quartiersratssprecherin Jutta Schauer-Oldenburg brachte eine positive Nachricht zur Bühne 21. Das Jugendtheater-Projekt erhielt kürzlich den Integrationspreis von Mitte, er ging zur Hälfte an das Familienzentrum Wedding und zur anderen an Bühne 21.

Neuigkeiten gab es auch von Herrn Nake. Überraschung und Verwirrung um die Jugendverkehrsschule hinter der Arminiusmarkthalle im Schulausschuss der BVV: von Schließung sei plötzlich keine Rede mehr. Stattdessen sprach Stadträtin Smentek dort von einem Mobilitätskonzept für den ganzen Bezirk Mitte. Alle Fraktionen hätten sich darauf geeinigt, dafür Geld vom Senat zu beantragen. Frau Smentek will dazu ein Arbeitstreffen mit Fachleuten organisieren, um diesen Antrag an den Senat zu formulieren. Ein Vertreter der LINKEN in der BVV berichtete, dass der Antrag zum Ziel hat, den Standort in der Bredowstraße zu einem Pilotprojekt zu machen. Die SPD möchte das für alle drei Standorte in Mitte, die LINKE sieht hingegen die Gefahr, dass der Moabiter Standort dann doch geschlossen werden könnte. Noch ist der Antrag nicht in der BVV, sondern geht erst in den Hauptausschuss und beinhaltet eine „standortspezifische“ Prüfung. Diese kann auch den Standort Bremer Straße beinhalten, so Quartiersrätin Jutta Schauer-Oldenburg. Das wollte die SPD ursprünglich herausnehmen, ihre Fraktion Die Grünen baten jedoch darum, den Passus drin zu belassen.

Ein Bildungs- und Kulturzentrum für alle Moabiter?

Das Schwerpunktthema waren die Zukunftsideen zum Standort Turmstraße 75, das den Namen „Brüder-Grimm-Haus“ trägt und in dem sich derzeit u. a,. die Galerie Nord und die VHS befinden. Das Gebäude – es geht hier nicht um das Berlin Kolleg - gehört zum „Fachvermögen Schule“ des Bezirks Mitte. Da das Haus in einem Zustand ist, der Verbesserungen bedarf und es Geld für die bauliche Umgestaltung vom Bund geben kann, möchte das Bezirksamt hier Veränderungen vorantreiben. Vor baulichen Maßnahmen steht ein Gesamtkonzept für den Standort. Im Moment gibt es noch kein abgeschlossenes Konzept, „wir sind aber auf dem Weg dahin,“ sagte Michael Weiß vom Amt für Weiterbildung und Kultur, dem Hauptnutzer des Gebäudes. Es sei ein Ort ungenutzten Potentials und der Bezirk als Nutzer nicht glücklich. Mit dem Stadtplanungsamt wurde besprochen, bevor etwas daran verändert wird, muss man sich über die zukünftige Nutzung klar werden. Dazu wurde eine Arbeitsgruppe gebildet und die Humboldt-Universität (HU) wurde mit einem Bedarfs- und Nutzungskonzept für das Gebäude beauftragt. Dieses wurde partizipativ mit den derzeitigen Nutzern des Hauses und nicht hinter verschlossenen Türen angegangen, „seit Mai 2014 sind wir an dem Prozess zusammen mit den derzeitigen Nutzern.“

Im Weiteren berichtete HU-Professor Dr. Bernd Käpplinger, der selbst seit 20 Jahren im Bezirk lebt, über sein Forschungsprojekt mit dem Arbeitstitel „Bildungs- und Kulturzentrum Turmstraße 75“. Die jetzigen Nutzer des Hauses in kommunalen Besitz sind u. a. die Galerie Nord des Kunstvereins Tiergarten, Lesewelt e.V., Erziehungs- und Familienberatung, VHS Mitte, Berlin Kolleg (Kunstbereich) und die Musikschule Fanny Hensel. Bei einer Bedarfsanalyse mit verschiedenen Methoden wurde mit diesen Einrichtungen begonnen. Es gab Interviews mit den Mietern, aber auch mit Experten wie dem QM Moabit Ost und West sowie Gruppendiskussionen mit Besuchern und auch Workshops mit den rund 15 Mietern. Dabei ging es darum, welche gemeinsamen Vorstellungen es gibt. Das Ziel lässt sich so formulieren: ein modernes Lernzentrum zusammen mit verschiedenen Einrichtungen zu schaffen. Zu den Zwischenergebnissen, die Prof. Käpplinger nannte, zählte die Erfassung des Ist-Zustands, also wer wo mit welchen Räumen im Gebäude zur Zeit vertreten ist. Er beschrieb das Haus als nicht einladend, und die Sichtbarkeit nach außen hin sehr begrenzt: „Die ganze Eingangssituation des Hauses ist unmöglich“, „Die Hälfte der Einrichtungen ist mir kein Begriff“ und „Die Fassade ist in ihrer Hässlichkeit kaum zu übertreffen“ zitierte er aus den Interviews mit Mietern und Moabit-Experten. Stärken und Schwächen des Gebäudes wurden analysiert, darunter nannte er die Lage „mitten im Kiez“, aber auch die Tatsache, dass „alle schnell vorbei gehen“, obwohl es sich in der Hauptgeschäftsstraße von Moabit befindet. Positiv erwähnte Prof. Käpplinger den Innenhof als Perle und Ruheoase. Natürlich muss man sich die Frage stellen, ob alle Moabiter erreicht werden bzw. wer wird bisher mit den dortigen Angeboten erreicht? Muss man das Haus mehr öffnen? Was muss baulich geschehen? Der HU-Professor betonte noch einmal, dass bislang kein Gesamtkonzept für das Haus existiert und das die heute dort tätigen Nutzer zum Teil eine eher zufällige Zusammensetzung darstellen. Was ganz wichtig ist: Die Sichtbarkeit müsste erhöht werden und das Haus muss baulich attraktiver gemacht werden, was der „verheerende Zustand innen und außen“ gebietet. Bevor man mit Bautätigkeiten beginnt, sollte klar sein, welche Gesamtgeschichte der Bezirk als Eigentümer mit dem Haus erzählen möchte.

Amtsleiter Michael Weiß griff erneut das Wort und berichtete von den „Eckpunkten einer Vision 2020“. Dazu hätte er sich sattelfest gemacht und bereits andere vergleichbare Häuser in Deutschland analysiert. Momentan gäbe es eine Zufallsbelegung der Räume und keinen gesteuerten Prozess. Michael Weiß entwarf symbolisch das Bild einer Blume für den Standort Turmstraße 75 – mit inhaltlich gefüllten Blütenblättern: Das Haus braucht ein gemeinsames Programm, einen Charakter, eine Erzählung. Wie sollte man es prägen? Man kann Themenschwerpunkte setzen und alle Nutzer ziehen dann an einem Strang, z.B. könnte es zu einer Galerie-Ausstellung im Parterre begleitende Aktionen von VHS und Musikschule in den Etagen darüber geben. Eigenständigkeit und Gemeinsamkeiten der Nutzer seien wichtig, aber auch eine zentrale Steuerung. Die stellt Michael Weiß sich durch zwei Personen vor, die „als Geist und Seele dieses Hauses“ die Besucher empfangen. Stehen konkrete Nutzungspläne, geht es dann an die Architektur: wie kann man die Ideen baulich umsetzen. Ein neuer Eingangsbereich z. B. muss sich nach den inhaltlichen Bedürfnissen richten. Das Haus verfügt über viele Ressourcen wie Küche, Atelier und Veranstaltungsräume, was die Frage aufwirft, warum diese nur die jetzigen Mieter nutzen können. „Warum sind wir mit diesem Haus nicht öffentlicher und lassen es im nichtkommerziellen Bereich auch von anderen Interessenten nutzen?“ Noch viele Fragen stehen im Raum: Wird das Haus, das im Moment 350.000 Euro im Jahr an Unterhalt kostet,  eher ein Zentrum für Bildung oder eines für Kultur? Kann man den Aspekt Beratung abdecken?

Zu seiner Vision sagte Michael Weiß konkret:

1. Nach wie vor ganz wichtig sind die bestehenden Angebote der ansässigen Institutionen wie der VHS Mitte (Thema Eigenständigkeit), was aber nicht heißt, man solle so weitermachen wie bisher. Die momentane Auswahl der hier stattfindenden VHS-Kurse sei eher zufällig, man könne sie stattdessen auch speziell für Moabit entwickeln und dabei Schwerpunkte setzen.

2. Dazu kommen Kooperationen mehrerer ansässiger Einrichtungen untereinander (sowohl intern als auch extern) – Thema Gemeinsamkeit.

3. Wichtig sei die weitere Öffnung nach außen (Mitbenutzung von Übungsräumen, Konzertsaal usw. durch andere Interessenten).

Als Ausblick formulierte es der Amtsleiter so: Es soll „ein öffentlicher Raum in Moabit werden, an dem sich etablierte und neue Bildungs- und Kulturangebote finden lassen.“ Im ersten Halbjahr 2015 sollen die Endergebnisse der universitären Forschung öffentlich präsentiert werden.

Anregungen und Ideen zur Turmstraße 75 können Sie senden an s.kraemer[at]hu-berlin[.]de

In der anschließenden Diskussion gab es folgende Themen:

Thomas Bausch von der Stadtteilvertretung Turmstraße fand die Präsentation insgesamt sehr schwach - von Bildungsbürgern für Bildungsbürgern, „und die nutzen das Haus sowieso schon.“ Von Partizipation, z.B. von Migranten und sozialen Initiativen, sei keine Rede, lautete sein Vorwurf, „die müssten Sie mal interviewen, also diejenigen, die es noch nicht nutzen.“ Dem entgegnete Amtsleiter Weiß, dass es eine Unterstellung sei, dass diese Menschen das Haus momentan nicht nutzen: „Wir machen z. B. Grundbildung für Flüchtlinge, und im Kolleg holen die Leute ihren Schulabschluss nach. Diese Milieus sind nicht außerhalb, es stimmt also nicht!“ Prof. Käpplinger ergänzte, dass auch Mittler wie das QM befragt wurden. „Prinzipiell ist es ein offener Raum und für alle zugänglich, auch für z.B. Migranten und Flüchtlingsinitiativen.“ Wie die Raumvergabe konkret funktionieren soll, ist aber noch unklar.

Herr Stahl, ein häufiger Nutzer der Galerie Nord, sieht viele, die sich an den Schaufenstern die Nase platt drücken und sich nicht hinein trauen. Er fände es gut, dass auch weitere Initiativen die Räume nutzen können, z. B. sei der Konzertsaal abends sicher ungenutzt.

Eine Plenumsteilnehmerin, die selbst Musikunterricht im Gebäude hat, fand des Grundkonzept eine sehr gute Idee. Unabhängig vom Konzept für 2020 gäbe es aber grundlegende Dinge, die unabhängig davon repariert werden müssten. Der Aufzug z. B. sei eine Katastrophe und sollte dringend saniert werden.

Matthias Schnauss vom Moabiter Ratschlag e.V. fand es toll, dass ein Gesamtkonzept gemacht wird und schlug vor, sich an dem Projekt Green Moabit zu orientieren bzw. mit diesem zusammenzuarbeiten. Green Moabit sollte nicht nur auf Firmen konzentriert bleiben, sondern auch auf Bildungs- und Kultureinrichtungen ausgeweitet werden. Die Turmstraße 75 könnte auch eine Bürgerakademie, die sich mit einer beispielhaften nachhaltigen Entwicklung beschäftigt, beherbergen.

Jutta Schauer-Oldenburg, die bei Workshops zur Bedarfanalyse dabei war, fragte, was mit den Ergebnissen dieser Workshops geschieht. Dort gab es z. B. Ideen wie die, ein Mehrzweckcafé für Kinovorführungen u. a. einzurichten. Prof. Käpplinger antwortete, dass diese Vielfalt gesammelt wurde und in den Ideenfundus und das Konzept einfließen wird. Er teilte zudem mit, dass die notwendige Dachreparatur schon ab Dezember 2014 beginnt, also „bitte nicht wundern, wenn da Gerüste aufgebaut werden, das ist noch nicht der Umbau!“

Herr Rannenberg, der 35 Jahre lang Pfarrer in Moabit war und fast jeden Tag schnell an dem Haus vorbei lief, weil er es „so öde und langweilig“ fand, findet das Konzept der Raumöffnung für die Allgemeinheit gut. Auch, dass an einem Strang gezogen wird. Insgesamt fand er die Vorstellung aber ein bisschen mager, da es seiner Ansicht nach zu wenig um den Hauptpunkt Architektur gehe. Er schlug vor, Passanten baulich durch das Haus zu zwingen, also dass sie z. B. durch einen Vorbau mit Grün und Ausstellungen hindurch gehen. Prof. Käpplinger entgegnete, dass es dazu viele Vorschläge gäbe. Das Berlin Kolleg z. B. veranstaltete bereits einen Ideenwettbewerb zur Hofgestaltung. Die künftigen Umgestalter der Turmstraße 75, also die Architekten, haben anhand des Konzepts schon eine Grundlage für ihre Umsetzung. Klar ist, dass es eine andere Form der Willkommenskultur geben soll, egal wie die nun konkret aussehen wird. Eventuell reichen dafür auch Schaukästen auf dem Bürgersteig.

Elke Fenster, die im Rahmen des Forschungsprojekts interviewt wurde, würde die Moabiter lieber einladen als zwingen! Dazu gäbe es bereits viele Ideen. Nur „wie bekommt man die Nutzer dazu, sich dafür zu öffnen? Das wäre die tragende Säule!“ Prof. Käpplinger sagte dazu, dass neue Ideen von den jetzigen Nutzern mehr oder weniger gut angenommen werden. „Entweder ziehe ich mich als Institution auf meine Kernräume und Kernzeiten zurück, oder ich öffne mich.“ Wie die Beteiligung wirklich läuft, ist noch unklar, aber es gibt auch viele Ideen der Einrichtungen. „Natürlich ist es kein reibungsloser Prozess, weil sich einige momentan auch abgrenzen, aber es ist ein Prozess, durch den viel in Bewegung kommt.“

Herr Nake fand, dass der hoch attraktive Hof in seiner derzeitigen Tendenz zur Nullfunktion als Fahrradabstellplatz tendiere: „Da muss eine Mischung zwischen Einladen und Lenken passieren, die Menschen zum Verweilen in den schönen Hof hinein lockt.“ Er fände dort ein attraktives gastronomisches Angebot gut.

Mehrfach geäußert wurde der Wunsch nach einer Veröffentlichung der vorläufigen Zwischenergebnisse des Forschungsprojekts der HU, „damit alles klar ist, und es einen Bürgerwettbewerb statt einen Architektenwettbewerb geben kann.“ Prof. Käpplinger nahm dahingehend den Wind aus den Segeln: „Wir haben erst im Mai begonnen und brauchen noch etwas Zeit. Wir werden die Ergebnisse zu gegebener Zeit gern veröffentlichen.“ Er als Wissenschaftler kann die Dinge jedoch nur benennen und nicht entscheiden, betonte er.

Die Galerie Nord sei ein Drama, hieß es im Plenum, „gähnend leere Schaufenster stellten über Wochen eine Art Barriere dar.“ Und bei Eröffnungen kämen vorwiegend Leute von auswärts und nicht die Moabiter Spaziergänger, wurde moniert. „Die Satzung der Galerie müsste geändert werden!“

Jenny Neubert von der Grünen-Fraktion in der BVV befand, dass es so wie es ist, wirklich nicht bleiben kann. Sie freut sich über die Entwicklung des Hauses, denn gerade das Amt für Weiterbildung und Kultur kommt an viele Leute heran, z. B. durch seine Kurse für Eltern. Eine Öffnung der Räume fände sie wichtig, unklar sei ihr aber noch die Zeitschiene und vor allem die Finanzierung. Was soll das Ganze kosten? Laut Amtsleiter Weiß gibt es noch keine Kostenschätzung. Die kann es jetzt auch noch nicht geben, „weil noch unklar ist, was wir genau machen werden.“ Auch zu den jetzigen Kosten könnte das Gebäude schon besser genutzt werden, und für Bauliches und den Erhalt der Substanz stehen Gelder aus dem Bundesprogramm „Aktive Zentren“ zur Verfügung, 2015 wird baulich außer dem Dach noch nichts passieren; vorher muss es Klarheit geben über die Nutzung und die anvisierten Zielgruppen.

Der Stadt- und Regionalplaner Gisbert Preuß, KoSP-Gesellschafter und verantwortlich für die Prozesssteuerung der Turmstraße, berichtete, dass das Gebäude Turmstraße 75 als wichtiges Projekt auch beim Senat erkannt worden sei. Es passt gut in die Fördersystematik hinein, weshalb er für 2015 eine erste Tranche angemeldet habe. Im Jahr 2015 wird vermutlich die Planung erfolgen. Welches Konzept wird der Bezirk verfolgen? Diese Diskussion geht sicher noch bis 2015/16, vermutete er und teilte mit, dass das Sanierungsgebiet Turmstraße bis zum Jahr 2026 andauere.

Einen Wettbewerb für einen gut vermarktbaren Namen des Hauses fände Prof. Käpplinger gut, da Brüder-Grimm-Haus „nicht sexy“ sei.

Eine Vertreterin des Heimatvereins Tiergarten fragte danach, wie lang die vorgetragene Idee tragen solle? Lange Zeit gab es im Haus Turmstraße 75 ein Regionalmuseum und auch ein Kino im Keller, zudem eine gut genutzte Kinderbibliothek. „Und 2010 wurden wir als Heimatverein ziemlich unfreundlich rausgeschmissen.“ Sie fand es absurd, dass jetzt über ein neues Konzept diskutiert wird, denn es gab früher ja bereits ein Bildungs- und Kulturzentrum in dem Gebäude. Es muss Kontinuität geben im öffentlichen Planen. „Wie lange trägt jetzt Ihre Idee?“, fragte sie die beiden Herren. Michael Weiß sagte, dass eine Idee lange tragen muss. Er berichtete, dass das Kellerkino aus baupolizeilichen Gründen nicht weiter betrieben werden konnte. Warum es nicht mehr Kontinuität gäbe und die Frage nach Nachhaltigkeit, verstand Prof. Käpplinger: „Aber sollen wir wegen der Vergangenheit die Chance verstreichen lassen, dass es jetzt gerade Geld vom Bund für die Umgestaltung gibt?“

Es gab seitens Plenumsteilnehmer den Appell, den breiten Bürgersteig in die Umgestaltung einzubeziehen. Für die weißen Wände im Eingangsbereich gab es den Vorschlag, dort über den derzeitigen Ideenfindungs- und Planungsprozess zu informieren. Hier, wo täglich viele Menschen ein- und ausgehen, könnte man das Konzept darstellen und Kontaktdaten für die weitere Ideensammlung veröffentlichen.

Dass das Gebäude als Fremdkörper empfunden wird, liegt u. a. daran, dass es in dem Haus keine Geschäfte gibt, lautete eine Äußerung. Kommen Geschäfte rein? Laut Prof. Käpplinger ist das nicht geplant, aber „das Haus muss auf alle Fälle einladender werden!“

Eine Anwohnerin, deren Kind früher oft in der Bibliothek war, und die selbst viele kleine Veranstaltungen in Moabit nutzt, fand das Gebäude momentan zu langweilig. Ihrer Meinung nach solle man sich bei den Umgestaltungsplänen an bestehenden Einrichtungen wie der Ufafabrik, Schokofabrik u. a. ein Beispiel nehmen.

 

Unter dem Tagesordnungspunkt „Termine und Sonstiges“ berichtete Frank Bertermann von den Grünen in der BVV, dass das Bezirksamt im Stadtentwicklungsausschuss am 26.11.2014 (BVV-Saal Rathaus Mitte, Karl-Marx-Allee 31) die 4 Bebauungsvarianten für das Grundstück Bremerstraße 10 (Jugendverkehrsschule) vorstellt. Zum Thema Spielhallen sagte er, dass es einen ersten Fall in Moabit gäbe, wo für eine Spielhalle eine Umwandlung in ein Café beantragt wurde. Im Stadtentwicklungsausschuss war das Seniorenhaus am Hansaufer 5 Thema. Es wird dazu einen BVV-Antrag der Grünen geben, der das Bezirksamt auffordert, sich gegenüber dem Senat für einen Rückkauf des Hauses einzusetzen und eine Verkehrswertermittlung für das Grundstück zu machen.

 

Beatrice Pfitzner vom QM wies hin auf die in dieser Woche stattfindende Moabiter Lesewoche und die Lange Nacht des Buches am Freitag. Mehr dazu finden Sie hier.

Matthias Schnauss warb für Kreatives am Adventssonntag 7.12. im Stadtschlosstreff, und am 3. und 4. Advent gibt es wieder einen Gütermarkt im ZK/U (Flohmarkt und Kreativmarkt).

Das nächste Plenum findet am 3. Dienstag im Januar, am 20. Januar 2015, statt.

Vergangene Stadtteilplena

Den Artikel des letzten Stadtteilplenums im Oktober können Sie unter folgendem Link nachlesen: http://www.moabitwest.de/Neue-Radwege-Freude-bei-Refo-Senioren-Widerstand-am-Hansa-Ufer-und-vor-allem-Verkehrserziehung.5409.0.html

Die zusammengefassten Ergebnisse und Inhalte der Stadtteilplena sind HIER nachzulesen.

Text & Fotos: Gerald Backhaus