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Über das Stadtteilplenum am 20. Januar 2015

Moderatorin Susanne Torka beim ersten Plenum 2015
Plenumsgäste

Johannes Wildhack berichtet über seine Aktion Ideenwerkstatt Beusselstraße
Shiva Saber-Fattahy und...
...Jutta Schauer-Oldenburg machen auf die kritische Lage der Kiezmütter aufmerksam

Quartiersratssprecher Norbert Onken verliest den Protestbrief
Matthias Schnauss erzählt über die vielen Facetten seines MachWERK-Projekts
...und diese beiden jungen Männer berichten über das neue Projekt "Fairteiler", das auch in Moabit Fuß fassen möchte
In Moabit Fuß gefasst hat schon Frank Viohl mit CSA - Direktversorgung für Stadtmenschen
Sprachlernkurse für Kinder und Erwachsene bieten sie an: Neu in Moabit sind diese beiden Damen (Mutter und Tochter) der NATIVA AKADEMIE in der Bredowstraße 29

 

Um Kiezmütter, MachWERK, Fairteiler, GemüseGemeinschaften und mehr ging es beim Stadtteilplenum Moabit West am 20. Januar 2015

Der Moabiter Ratschlag e. V. und die S.T.E.R.N. GmbH luden zum ersten Stadtteilplenum im neuen Jahr am Dienstag, 20. Januar 2015, und viele Besucher fanden den Weg in den Stadtschlosstreff trotz des grauen Winterwetters. Zuvor wurde der Film „15 Jahre Quartiersmanagement Moabit West“ gezeigt. 

Moderatorin Susanne Torka gab zunächst bekannt, dass die geplante Vorstellung von Green Moabit durch Vertreter von Stadtumbau West und auch die Vorstellung des Projekts Food Assembly wegen Krankheit ausfallen. Dafür sprang Johannes Wildhack in die Bresche und berichtete unter dem Tagesordnungspunkt Aktuelles aus dem Kiez von seinem durch den QF I geförderten Projekt “Ideenwerkstatt Beusselstraße“. Dazu reichte er eine Umfrage mit Fragen zur Beusselstraße herum, deren Ergebnisse in diese Ideenwerkstatt einfließen sollen. Sie findet in der Seniorenbegegnungsstätte in der Beusselstraße 61 (neben der Post) am Freitag, 30.1. von 16 bis 20 Uhr statt, wo es vor allem um das Einreichen von Ideen geht, sowie am Samstag, 31.1. Dann werden ab 12 Uhr weiter Ideen gesammelt, und es wird einen Rundgang durch die Straße geben. Von 13 bis15 Uhr findet eine kreative Kinderaktion nach dem Motto „wie stellen sie sich ihre Straße vor“ statt. Von 14 bis 16 Uhr gibt es Diskussionen und die Filterung der Ideen, danach werden die Ideen kategorisiert, und von 17 bis 18 Uhr gibt es eine Präsentation der Top-Ideen. Danach soll aus den Ergebnissen eine Broschüre entstehen. Die „Ideenwerkstatt Beusselstraße“ ist auch bei Facebook zu finden, dort ist der Fragebogen online ausfüllbar. https://www.facebook.com/pages/Ideenwerkstatt-Beusselstrasse/618536464913847

Flyer und Plakate zu dem Projekt verteilt Johannes Wildhack schon im Kiez. Die Einwurfkästen für die Umfragebögen befinden sich im QM-Büro und im Naturkostladen nature & more in der Oldenburger Straße.

Über die aktuellen Schwierigkeiten der Kiezmütter berichtete Projektleiterin Shiva Saber-Fattahy. Sie hatte im Dezember 2014 plötzlich erfahren, dass die Finanzierung für die nächsten Monate nicht gesichert ist, obwohl sie seitens des Bezirksamts mündlich zugesagt war. Eine verbindliche Finanzierungszusage des Senats gibt es für die Zeit ab Juli 2015 durch Gelder aus dem Netzwerkfonds. Zur Überbrückung war für das erste Halbjahr 2015 geplant, nicht verbrauchte ESF-Mittel zu verwenden. Auch das war mündlich zugesagt, aber das Projektkonzept entsprach nicht den ESF-Kriterien, weshalb „das Projekt von heute auf morgen stirbt!“ Shiva Saber-Fattahy hatte mit anderen Unterstützern zum Protest dazu eine kleine Demo vor dem Rathaus am Dienstag der letzten Woche organisiert, „da mussten viele Entscheidungsträger an uns vorbei.“ Bis jetzt gibt es aber keine Neuigkeiten zur Zukunft der Kiezmütter. Quartiersrätin Jutta Schauer-Oldenburg, die die Kiezmütter selbst zwei Mal in Staatsbürgerkunde unterrichtete und ihnen z. B. erklärte, was der Bundestag macht, fand die Demo gut. Sie berichtete auch von dem Versuch, über den Frauenbeirat Geld für das Projekt zu akquirieren, „aber da ginge es erst ab 2016, auch dazu wäre eine Überbrückung nötig.“ Am Donnerstag, 22.1., wird ein Antrag zur Sicherung des wichtigen Integrationsprojekts von den Fraktionen der Grünen und Linken in einer aktuellen Stunde zum Thema Kiezmütter in der BVV besprochen. Jutta Schauer-Oldenburg ist sehr gespannt auf die Positionierung der Politik dazu, gerade „weil der Regierende Bürgermeister Michael Müller ja sagte, dass Integrationsprojekte von den Bezirksämtern bezahlt werden sollen.“ Quartiersrat Norbert Onken sagte zur aktuellen Stunde in der BVV, dass es Anzeichen dafür gäbe, dass SPD und Teile der CDU dem Antrag von Grünen und Linken zustimmen werden. Da es die Möglichkeit einer Bürgeranfrage an die BVV gibt, machte Jutta Schauer-Oldenburg davon Gebrauch und fragte vorab zu den Kiezmüttern. Damit soll die aktuelle Stunde eingeleitet werden.

Der Quartiersrat hatte bereits einen Protestbrief an die Integrationsbeauftragte gesandt, und nun soll auch ein Brief im Auftrag des Stadtteilplenums der Betroffenheit und dem Unverständnis vieler Moabiter Ausdruck verleihen. Das Schreiben, das Norbert Onken im Plenum vortrug, soll u. a. an Bezirksbürgermeister Dr. Hanke, die zuständige Gleichstellungsbeauftragte Kerstin Drobik sowie an die BVV-Fraktionen gehen. Die Verfasser des Briefes sehen in den Kiezmüttern ein Projekt mit hohem integrativen Wert, es einzustellen wäre hinsichtlich des Integrationsgedankens politisch verantwortungslos und kurzsichtig. „Die politisch Verantwortlichen müssen nun entscheiden, was ihnen wichtiger ist: Geld oder integrativer Friede in Moabit bzw. Mitte.“ Elke Fenster vom Moabiter Ratschlag e. V.  findet es unerträglich, wie man mit solchen Projekten umgeht. „Man wird gezwungen, sich zu verbiegen - auf solcher Basis können Projekte nicht existieren!“ Sie kritisierte zudem, dass immer wieder Geld für neue Ideen ausgegeben wird, während bestehende und gut laufende Projekte eine sichere Finanzierung benötigen.

Die aktuelle Stunde in der BVV am 22.1. beginnt um 17.30 Uhr im Bezirksamt Mitte in der Karl-Marx-Allee 31 (U-Bahn Schillingstraße). Da dort alle Anfragen von Bezirksamtsmitarbeitern beantwortet werden, wäre es sehr gut, wenn viele Moabiter kämen und das Anliegen der Kiezmütter dort unterstützen.

Zur aktuellen Situation in der Carl-Bolle-Grundschule berichtete Jutta Schauer-Oldenburg. Mit dem Schuljahr 2016/17 soll sie Grundschulteil der Heinrich-von-Stephan-Schule werden, es soll damit also eine neue Gemeinschaftsschule errichtet werden. Gemeinschaftsschulen sind politisch gewollt, so Jutta Schauer-Oldenburg, aber nicht um jeden Preis. Unglücklich waren viele über das Verschwinden der Wartburgschule durch die Integration in die Makeba-Schule, berichtete sie. Der derzeitige Einzugsbereich der Carl-Bolle-Schule ist der Beusselkiez. Hier leben vorwiegend Familien, die von Transferleistungen leben. Was verändert sich, wenn man einen Leuchtturm aus der Carl-Bolle-Schule a la französisches Gymnasium macht? Das würde einer Selektion bedeuten und der Gentrifizierung Moabits Vorschub leisten, befürchtet sie. Die Schulen in Moabit sind zum Teil zu einem erheblichen Teil unausgelastet (z.B. Krüss-Schule nur 53%), und für die Europa-City-Familien soll eine neue Grundschule in der Chausseestraße durch einen Investor gebaut werden. Petra Schrader, die für die Linke in der BVV sitzt, ergänzte, dass es viele Fragen zu diesem Schulneubau gibt, z. B. wie er die anderen nicht genug ausgelasteten Schulen beeinflusst? Jutta Schauer-Oldenburg regte ein Treffen mit Petra Patz-Drüke, der im Bezirksamt Verantwortlichen für die Sozialraumkoordination, an, bei dem einmal genau besprochen werden soll, wie es mit den Schulen im Stadtteil, insbesondere der Carl-Bolle, nun wirklich weiter geht.

MachWERK, dieses Projekt stellte Matthias Schnauss vom Moabiter Ratschlag e.V. im Anschluss vor. Was mit den eigenen Händen selbst zu machen, so kann man den Inhalt von MachWERK auf den Punkt bringen. Gewirkt wird in den drei Bereichen Textil, Fahrrad und Holz. Laut Matthias Schnauss haben viele Teilnehmer Erfolgserlebnisse dabei, etwas selbst zu reparieren. MachWERK passt gut zur aktuell angesagten Do-it-yourself-Bewegung und hat auch zum Ziel, dass sich Menschen gegenseitig unterstützen. Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings wird um Spenden gebeten. Zum Projekt gehört die Nähwerkstatt im Stadtschloss, die montags von 14 bis 17 Uhr und am Dienstag und Freitag von 10 bis 13 Uhr geöffnet ist. Rund 300 Leute waren 2014 dort aktiv. Matthias Schnauss erwähnte auch das Kooperationsprojekt „Fußballaballa“ mit dem ZKU, dessen Ergebnisse teilweise an den Wänden des Stadtschlosstreffs zu bewundern sind. Zu dieser Ausstellung gibt es hier bei uns auch einen Artikel von unserem Praktikanten Nikolas Dürr: www.moabitwest.de/Ausstellung-MachWERK.5454.0.html

Es existiert auch eine zweite Nähwerkstatt im Mädchentreff Dünja, dort wird immer mittwochs von 10 bis 13 Uhr gewerkelt. In der Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt Fahrbar im Jugendclub Schlupfwinkel kann man Fahrräder unter Anleitung selbst reparieren. Etwa 15 Leute im Jahr lernen hier das Radfahren, so Matthias Schnauss. Geöffnet ist mittwochs und donnerstags von 14 bis 19 Uhr. Etwa 1.000 Leute kommen pro Jahr zu Fahrbar, besonders viele z. B. beim Verkehrssicherheitstag. Was die Holzarbeiten angeht, gibt es leider noch niemanden, der sie bei einem regelmäßigen Termin jede Woche anleitet. Bisher finden Holzarbeiten daher vor allem an Ständen auf Märkten und bei Veranstaltungen wie den Musiktagen statt. Dort werden dann z.B. Kronkorkenrasseln und Bilderrahmen gebaut. Laut Matthias Schnauss soll die Kellerwerkstatt im Stadtschloss ausgebaut werden zu einer offenen Werkstatt. Hierfür wird derzeit eine ehrenamtliche Kraft gesucht. Last but not least gehören zu MachWERK auch die offene Handarbeitsgruppe und Gestalten mit Ton, außerdem finden ab und zu kleine Workshops wie das Basteln von Lernspielzeug und der Bau von CD-Windrädern statt. Anregungen sind herzlich willkommen. Kontakt zu MachWERK: http://moabiter-ratschlag.de/machwerk

Das Hauptthema des Plenums drehte sich rund um das Essen. „Teile Lebensmittel, anstatt sie wegzuwerfen“, unter dieser Überschrift stellten Tobias Lorenz und sein Kollege von Foodsharing das Projekt „Fairteiler“ vor. Foodsharing ist ein Verein, der von einem sehr gemischten Publikum getragen wird. Sein Ziel ist es, Lebensmittel zu retten, die von Supermärkten oder Gaststätten sonst weggeschmissen werden und noch verzehrbar sind. Mit dem zur Verfügung stellen dieser Nahrungsmittel soll ein Kontrapunkt zur Wegwerfgesellschaft, hin zur Solidarität und zu einem anderen Denken geschaffen werden. Und was passiert mit den von so genannten „Foodsavern“ geretteten Lebensmitteln? „Ich allein kann sie gar nicht verzehren, sondern teile sie mit Freunden und Nachbarn,“ sagte Tobias Lorenz. Wie das geht? Einfach einen Kühlschrank und Schrank an einem Ort, der öffentlich zugänglich ist für jeden, aufstellen. Dieser Lagerplatz oder „Fairteiler“ wird von den Vereins-Foodsavern oder auch Nachbarn, die etwas übrig haben, beliefert. Jeder kann sich dort bedienen. Chaos dabei wird vermieden durch feste Regeln. Es gibt am Kühlschrank Hinweise, welche Lebensmittel geteilt werden dürfen, wie was am besten gelagert wird usw. Der Verein kümmert sich um die Hygiene ein Mal wöchentlich. Was die sachgerechte Lagerung und Kühlung angeht, „da gucken wir aller 2 Tage und sortieren.“ Und wie schaut es aus mit der rechtlichen Haftung, wer ist verantwortlich, wenn man sich nach Verzehr der Lebensmittel den Magen verdirbt? „Jeder haftet beim Konsum dieser Lebensmittel selbst und muss das gesundheitliche Risiko tragen.“ Die jungen Männer stellten ihre Frage, ob das Stadtschloss zu einem Fairteiler-Standort werden könne, in den Raum. Wer den Platz zur Verfügung stellt, muss als Kooperationspartner auch die Stromkosten für den Kühlschrank übernehmen. Das jedenfalls hoffen die beiden Foodsaver, die sehr gern hier einen Fairteiler aufstellen würden. Das Stadtschloss bzw. der Moabiter Ratschlag e.V. konnte sich noch nicht dafür oder dagegen entscheiden, so dessen Chefin Elke Fenster, weil zuvor noch einige Dinge zu klären sind, z. B. wie der öffentliche Zugang gewährleistet werden kann. In Moabit existiert bislang noch kein Standort, der nächste Fairteiler befindet sich in Kreuzberg, rund 6 km entfernt. Insgesamt gibt es im Moment 6 oder 7 Fairteiler in Berlin. Dort wurden bisher fast nur positive Erfahrungen gemacht, berichtete Tobias Lorenz, „in erster Linie sind es Menschen von Foodsharing aus der nächsten Nachbarschaft, die das nutzen, aber natürlich sind alle Interessenten herzlich eingeladen.“ Das Projekt denkt grün und betont neben dem sozialen auch den ökologischen Aspekt, kooperiert aber nicht mit politischen Parteien und Religionsgemeinschaften, so die Vortragenden. „Foodsharing ist eine freie Aktionsform im Rahmen des Gedankens für die Beendigung der Lebensmittelabfälle, aufbauend auf dem Recht auf Nahrung für jeden Menschen, erlangt durch die Geburt auf dieser Welt.“ Die Lebensmittel im Fairteiler sind „rein für den häuslichen privaten Gebrauch bestimmt und fallen damit nicht unter das Lebensmittelgesetz. Die Foodsharer sind eine Brücke zwischen Gewerbebetrieben wie der Biocompany und Restaurants einerseits und dem Kühlschrank und dem Lagerregal im Kiez andererseits.

Plenumsteilnehmer fragten nach dem Umsatz, also danach, wie viele Lebensmittel zuammen kommen? Die Erfahrung von anderen Fairteilern zeigt, dass fast immer was Essbares vorhanden ist, aber oft auch große Fluktuation herrscht: „Kaum hat man sich umgedreht, ist das Essen schon weg.“ Was angeboten wird, kann sehr kleinteilig sein: „Von einer Karotte bis hin zu 10 Litern Milch geht alles“ bei dieser Art der Umverteilung. Auf der von jedem nutzbaren Plattform www.foodsharing.de kann man auch ganze Lebensmittelkörbe zusammenstellen.

Shiva Saber-Fattahy berichtete von ihren Erfahrungen im Jugendhaus B8, das teilweise von der Berliner Tafel beliefert wird. Überzähliges und auch Zusätzliches wurde dort verschenkt an Familien, die nachweisen können, dass sie von Transferleistungen leben. Das ist eine Bedingung der Tafel. Das Verschenken von Lebensmitteln sorgte im B8 für große Resonanz. Es gab Tage, an denen 20 Familien auf einmal da waren und es fast zu Prügeleien um das Essen kam. „Uns ist klar, dass unser Regal nicht die Lebensmittelknappheit in einem ganzen Viertel lösen kann“, sagte Tobias Lorenz dazu, „wenn der Kühlschrank leer ist, dann ist er leer.“ Es gab auch den Tipp an die Foodsharer, mit dem Refo-Konvent ins Gespräch zu kommen. Wer Interesse an Fairteiler hat, kontaktiert das Projekt bitte unter www.foodsharing.de Und noch etwas: der Standort (Fairteiler) muss nicht Tag und Nacht zugänglich sein, man kann auch Öffnungszeiten festlegen.

Mitesser und Mitgenossenschaftler gesucht: Frank Viohl von der GemüseGemeinschaft (CSA – Direktversorgung für Stadtmenschen) wohnt seit dreieinhalb Jahren in der Beusselstraße. Er stellte seine Initiative schon einmal beim Plenum vor, seit mittlerweile drei Jahren nun existiert eine Gemüse-Abholstelle in der Gotzkowskystraße. Bei der solidarischen Landwirtschaft CSA geht es um Direktversorgung. Dabei wird ein Teil der Ernte eines Bauernhofes von einem festen Personenkreis zu einem festen Preis pro Monat abgenommen. Dazu gehört auch Mithilfe bei Organisation und Anbau. Deutschlandweit arbeiten bereits mehr als 70 Höfe nach diesem Modell und beliefern Städter regional und saisonal mit Gemüse. Hierbei werden viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Der Bauer kann für sich und seinen Hof planen und seine Mitarbeiter zuverlässig bezahlen, die Städter bekommen immer frisches Gemüse. Damit werden kleinteilige bäuerliche Betriebe erhalten, so Frank Viohl, der 10 bis 12 Höfe in Brandenburg dazu berät. „Wer das verstanden hat und zudem die Gemeinschaft sucht, z. B. bei Ernteeinsätzen, ist bei uns richtig.“ Seine Gruppe besteht momentan aus elf festen Mitgliedern, bis zu 20 „Ernteanteilseigner“ können es werden. Dabei kann es auch Probleme mit dem Versorger geben. Die Moabiter Gruppe verlor „ihren“ Bauern gerade und fand dafür jetzt Ersatz im Spreewald. Mit dem neuen Hof wird am 2. März gestartet.

Frank Viohl berichtete von dem Problem „Landgrabbing“ (Landnahme bzw. Aneignung von Ländereien), auch hierzulande gehen immer mehr Ackerflächen zugunsten des lukrativeren Anbaus von Pflanzen zur Treibstoffserzeugung verloren. Was tun? Er gründete mit seinen Mitstreitern die Genossenschaft ökonauten eg. „Damit wollen wir selbst Land kaufen und langfristig für den ökologischen Landbau sichern.“ Zudem sollen landwirtschaftliche Existenzgründer unterstützt werden, um gute Lebensmittel anbauen zu können und auf kurzen Wegen in die Stadt zu bringen. Die Genossenschaft startet mit dem Projekt, einer jungen Bäuerin dabei zu helfen, auf 4,4 Hektar in der Nähe von Velten eine Walnuss-Plantage zu etablieren. 

Die neue Form des solidarischen Wirtschaftens in Form der wöchentlichen Gemüselieferung durch einen Bauernhof kostet 60 Euro im Monat. Es gibt auch Mitstreiter, die sich einen solchen Ernteanteil teilen.

Und noch ein Fakt, den Frank Viohl brachte: 100 Höfe in Brandenburg haben 2014 aufgegeben. Mit den GemüseGemeinschaften soll erreicht werden, „dass die Landwirtschaft aus den Dörfern nicht komplett verschwindet.“

Mehr Information zur GemüseGemeinschaft und CSA: www.solidarische-landwirtschaft.org Alle Höfe und Gruppen: www.ernte-teilen.org

Mehr zur Genossenschaft oekonauten-eg i.G. in Biesenthal finden Sie hier: www.oekonauten-eg.de

Unter dem Tagesordnungspunkt „Termine und Sonstiges“ ging es vor allem um die kommenden Stadtteilplena. Beim nächsten Plenum am 17. Februar 2015 werden die Wohnungsbau-Potentialanalyse und ein Grob-Screening  (Voruntersuchung) für Milieuschutzgebiete von Vertretern des Bezirksamts vorgetragen. Beim Plenum am 17. März soll es um Alphabetisierungsprogramme gehen. Und das Thema Schul-/Bildungssituation in Moabit wird am 3. Mittwoch im April (22.4.) diskutiert. Achtung: Das Aprilplenum findet ausnahmsweise an einem Mittwoch statt, weil die zuständige Bezirksstadträtin am Dienstag nicht kommen kann.

Susanne Torka fragte nach Anregungen für kommende Plena und sammelte die Vorschläge:

- Sport in Moabit - welche Angebote gibt es, was noch nicht, wo liegen Probleme, z. B. beim Vereinssport?

- Weihnachtsbeleuchtung in der Turmstraße durch die Gewerbetreibenden finanzieren

- wie wird man informiert über die Aktionen, die in den Flüchtlingsunterkünften stattfinden?

 Außerdem wurden folgende Termine genannt:

Am 27.1. um 14 Uhr findet die Veranstaltung zum Gedenken an „70 Jahre Befreiung der Auschwitz-Häftlinge durch die Rote Armee“ im Rathaus Tiergarten statt, so Jutta Schauer-Oldenburg. Gleichzeitig gibt es dort die Ausstellungs-Wiedereröffnung „nicht misshandeln“ über das Krankenhaus Moabit.

Ganz neu im Kiez: Zwei aus Polen stammende Damen - Mutter und Tochter - stellten ihre Nativa Akademie vor. Das ist eine neue Sprachschule in der Bredowstraße 29. Sie bietet verschiedene kostenlose Projekte mit Kindern an, aber auch Kurse für Erwachsene. Im Angebot sind z. B. Spanisch mit Kunst, ein Polnischkurs sowie Deutsch- und Englischkurse, in Zukunft auch Italienisch und Französisch

Am 3.2. findet die nächste Betroffenratssitzung im B-Laden in der Lehrter Straße 27-30 tatt, so Susanne Torka. Es geht da vor allem um den Platz in der Lehrter Straße, der nicht genutzt werden darf. 

Vergangene Stadtteilplena 

Die zusammengefassten Ergebnisse und Inhalte der Stadtteilplena sind HIER nachzulesen.

 

 

Text & Fotos: Gerald Backhaus