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Über das Stadtteilplenum am 20. März 2018



Nadine Kügler vom CJD Berlin-Brandenburg sprach über den Jugendmigrationsdienst im Quartier (JMDiQ)
Katrin Syperek vom Moabiter Ratschlag e.V., Moderatorin Susanne Torka und Hanna Nordqvist, eine Bewegungs- und Schreibtrainerin (von links)
"Deine Stimme"

Volkmar Lübke, Sprecher der Steuerungsgruppe Fair Trade Town (FTT)-Berlin





Isabell Strieder vom QM Moabit West
Die drei Foodsharer: Martin (Moabit-Botschafter), Verena (Food-Zählerin) und Helen (Berlinbotschafter)

Fairtrade, Foordsharing und mehr beim Stadtteilplenum Moabit West im März 2018

von Gerald Backhaus

Der Moabiter Ratschlag e. V. und die S.T.E.R.N. GmbH luden zum Stadtteilplenum am 20. März 2018 in den Nachbarschaftstreff. Es moderierte wie gewohnt Moderatorin Susanne Torka. Unter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus dem Kiez“ berichtete Nadine Kügler vom CJD Berlin-Brandenburg über den

Jugendmigrationsdienst im Quartier (JMDiQ)

Über 450 Jugendmigrationsdienste (JMD) gibt es in Deutschland, 12 davon befinden sich in Berlin. Unter der Überschrift „Eingliederung junger Menschen mit Migrationshintergrund“ wenden sie sich an 12 bis 27 Jahre alte Jugendliche und junge Erwachsene, machen Angebote und bieten Beratung bei ihrem schulischen, beruflichen, sprachlichen und sozialen Integrationsprozess an. Der JMD Mitte promigra in der Sickingenstraße 20-28 hat als Schwerpunkt die aufsuchende Arbeit in Jugendintegrationskursen und betreibt zudem Bildungsberatung. 

Der im Juli 2017 gestartete „Jugendmigrationsdienst im Quartier“ (kurz: JMDiQ) ist ein Modellprojekt, das je einmal in jedem deutschen Bundesland gestartet wurde. Es läuft noch bis ins Jahr 2021. Primäre Zielgruppen sind benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 27 Jahren sowie deren Eltern. Ziele sind die Entwicklung, Planung und Umsetzung von Mikroprojekten und die originäre Arbeit des JMDs in den Kiez zu tragen. Zudem sollen die sozialen Kompetenzen und Chancengleichheit der Teilnehmer gefördert und der sozialräumliche Zusammenhalt in Moabit West gestärkt werden.

Das jährliche Budget für die nachbarschaftlichen Mikroprojekte beträgt 30.000 Euro. Beantragt werden können Projekte mit einem Finanzrahmen von mindestens 500 bis maximal 5.000 Euro. Zu den bislang geplanten Mikroprojekten für 2018 zählen z.B. eine Kiezspaziergang-Erkundung mit jungen Frauen und ein Grillfest. Bereits Mitte März gab es eine Ideenwerkstatt zum nachhaltigen Nutzungskonzept der V.I.P. Box auf dem ZK/U-Gelände. Ein weiteres Mikroprojekt heißt „Make Humus not Walls“. Es ist ein Projekt von Transaidency e.V. für und mit Kiezmüttern aus Moabit und Wedding sowie mit jüdischen Müttern aus ganz Berlin. Es läuft von Mai bis August 2018 und setzt sich u.a. mit dem Nahostkonflikt auseinander.

Zudem zielen die JMDiQ darauf ab, Begegnungsorte und Rückzugsräume für und mit jungen Menschen auszubauen und/oder zu schaffen, junge Leute zu aktivieren und zu beteiligen und die Kompetenzen von Eltern zu stärken. Außerdem findet eine aufsuchende Integrationsberatung von Neuzugewanderten statt, u.a. im Hostel Quitzowstraße. Seit November 2017 wird dort immer mittwochs um 16 Uhr eine zweistündige Beratungssprechstunde angeboten.

Durch die Initiative AG reUNION! soll es am 9. Juni 2018 ein Kiezfest rund um den Unionsplatz geben. JMDiQ plant dazu eine Umfrage unter den Besucherinnen und -besuchern mit Blick auf die Platznutzung/-gestaltung.

Wer konkrete Ideen zu Mikroprojekten oder zu einer Nutzung des Unionsplatzes hat, kann direkt mit dem JMDiQ Kontakt aufnehmen unter Tel. 030-44032963, E-Mail: jmd.mitte[at]cjd-berlin[.]de, www.cjd-berlin-brandenburg.de

Hinweis einer Plenumsbesucherin: Es ist wichtig, dass die Bewohnerschaft im Quartier in einfacher Sprache angesprochen werden. Häufig fühlen sich diese von Angeboten nicht angesprochen, da eine „gehobene Akademikersprache“ genutzt wird. Dieser Hinweis erntete im Plenum großen Beifall.

Eine Präsentation dazu finden Sie hier.

Ausstellung und Workshop „Deine Stimme“

Was heißt es, eine STIMME zu haben?

WAS willst DU sagen und erzählen?

Und WIE kannst DU es so sagen, dass es gehört und verstanden wird?

Katrin Syperek, die die Leseförderung beim Moabiter Ratschlag e.V. in Zusammenarbeit mit der Bibliothek verantwortet und Hanna Nordqvist, eine Bewegungs- und Schreibtrainerin, berichteten von der Ausstellung, die im Nachbarschaftstreff zu sehen ist und bei der es in erster Linie um das Ergebnis aus Workshops zu den Themen Schreiben und Ausdruck geht. In diesen Workshops wurde und wird außerdem geübt, vor anderen Menschen zu sprechen. „Mehr Raum für individuelle Stimmen und Geschichten“ lautet das Motto. Hierbei wurde auch mit Videoclips gearbeitet. 

Drei solcher kostenlosen Workshops gab es 2017. 2018 wird es weitere Workshops geben. Der nächste beginnt bereits am 6. April. Es stehen noch Teilnehmerplätze zur Verfügung! Wer interessiert ist, melde sich bitte an bei Hanna Nordqvist unter 0157 88475086, connect[at]hannanordqvist[.]com, Mehr Informationen zum Projekt:  www.deinestimmeworkshop.wordpress.com

Schwerpunktthema des Plenums: Die Fair Trade Town (FTT)-Kampagne in Berlin-Mitte 

Zum Schwerpunktthema sprach Volkmar Lübke. Der frühere Lehrer ist Sprecher der Steuerungsgruppe Fair Trade Town (FTT)-Berlin und ehrenamtliche Engagierter. Er führte zunächst in die Prinzipien des fairen Handels ein. Hinsichtlich der Aussagekraft von Siegeln betonte er die Wichtigkeit der fünf Prinzipien, auf die sich das „Fair Trade“-Siegel von Transfair e.V. beruft, und zwar:

• Mindestpreis 

• Prämien 

• Selbstbestimmung 

• Mitbestimmung 

• Vorfinanzierung 

Allerdings müsse beachtet werden: Auch wenn es z.B. fair gehandelte Produkte bei Lidl zu kaufen gibt, heißt es noch lange nicht, dass der Discounter auch als fairer Händler zertifiziert ist. Besonders für wirklich faire Firmen sei zudem, dass diese ihre Lieferketten offenlegen würden. „Es geht nicht um mehr Geld für die dritte Welt, sondern um eine alternative Form des Welthandels.“

Nach dieser Themeneinführung ging Herr Lübke zur Idee der FTT-Kampagne über. Alles begann 2001 in der englischen Kleinstadt Garstang, die sich als„World’s first Fairtrade town“ bezeichnete. Inzwischen gibt es mehr als 2.000 Fairtrade-Städte weltweit. In Deutschland sind seit 2009 rund 530 deutsche Städte mit dabei.

Damit eine Stadt oder ein Bezirk sich als FTT bezeichnen kann, müssen fünf Kriterien erfüllt sein:

• ein Ratsbeschluss (bei uns: BVV-Beschluss) 

• die Bildung einer Steuerungsgruppe 

• ein vorhandenes Angebot fair gehandelter Produkte im örtlichen Einzelhandel und der Gastronomie 

• Fairtrade-Aktivitäten in Schulen, Kirchen und Vereinen 

• sowie die Berichterstattung darüber in lokalen Medien. Das alles ist detailliert nachzulesen unter: www.fairtrade-towns.de

Den Ratsbeschluss durch die BVV Mitte gibt es bereits seit 2012. Seitdem werden bei öffentlichen Sitzungen fair gehandelter Kaffee und ein weiteres Produkt angeboten. Es existiert eine kleine Steuerungsgruppe aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft. Diese koordiniert FTT-Aktivitäten im Bezirk Mitte. Zu den Aktivitäten zählen u.a. Ausstellungen, Rosenaktionen, Mitarbeiter-Informationen. Zudem wird bald eine Stelle ausgeschrieben, die sich um Entwicklungspolitische Fragen des Bezirks und somit auch die FTT-Steuerungsrunde kümmern wird. 

Neben Mitte sind noch Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow und Tempelhof-Schöneberg „Fair Trade Town“. Die anderen Bezirke sind unterschiedlich weit. In Schöneberg und Pankow ist das Thema „Fair Trade“ seit 2016 bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt, in Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Steglitz hingegen bei der jeweiligen BVV. Dort wurden teilweise sogar Stellen dafür geschaffen.

Für gesamt Berlin gibt es eine Steuerungsgruppe mit 42 Mitgliedern in sechs Arbeitsgruppen. Die Stadt Berlin bewirbt sich aktuell um den Titel FTT. Im Aufbau ist zudem die Website „Fairer Handel in Berlin“ (www.fairerhandel.berlin), als eine Art fairer Stadtplan. Hier werden aktive Einrichtungen (faire Unis, Kirchen u.a.) sowie Händler mit fairer Ware verzeichnet. Im August 2018 wird die Leichtathletik-EM ein „faires“ Begleitprogramm bekommen.

Diskussionspunkte der Plenumsteilnehmerinnen und -teilnehmer:

• Viele Personen können sich die häufig viel teureren, als „fair“ gelabelten Produkte nicht leisten 

Reaktion darauf: Mit dem Gedanken „weniger Masse, sondern Qualität“ ginge das schon. Anstatt z.B. eine Packung Schokoriegel zu kaufen kann man auch einen hochwertigen Riegel kaufen.

• Wenn man zum fairen Produkt greift, lernt man auch zu verstehen, dass Wirtschaft auch anders - und zwar partnerschaftlicher als momentan vorwiegend üblich - funktionieren kann. 

• In die Preisgestaltung der Handelsspanne darf man aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht eingreifen, deswegen kann eine Reduzierung der Margen nicht gesetzlich vorgeschrieben werden  

Quartiersmanagerin Isabell Strieder betont, dass sich das Quartiersmanagement (QM) Moabit West zu fairem Handel bekennt. Handlungsansätze für das QM sind z.B. die Finanzierung fair gehandelter Produkte auch über den Aktionsfonds, die eigene Beschaffung (denn „wir fangen klein bei uns selbst an!“) sowie die Organisation von Aktivitäten im Rahmen der „Fairen Woche“ im September 2018. Wer an einer Organisation zur fairen Woche mitwirken möchte, kann sich mit Ideen dazu gern an Isabell wenden (strieder.isabell[at]stern-berlin[.]de).

Die Präsentation zur Fairtrade Town Kampagne finden Sie hier.

Thema: Sharing - Teilen statt Kaufen

Isabell Strieder vom QM Moabit West berichtete von organisierten Veranstaltungen und Angeboten zum Thema „Tauschen“ wie z.B. Kleider- oder Weihnachtsgeschenketauschparties. Orte in Moabit dafür sind z.B. das Offene Wohnzimmer, Helga&Resi und natürlich die altbekannten Moabiter Bücherbänke. Zudem stellt sie als Ideeninput folgende Plattformen vor (Hinweis: nicht eigens getestet): 

• Carsharing von privat zu privat über  Plattformen wie SnappCar, drivy, TURO und GETAWAY  

• Online-Verleihbörse: leihdirwas.de 

• Leihen in der Nachbarschaft mittels Stickern am Briefkasten pumpipumpe.ch  

• App gegen Lebensmittelverschwendung von Gastronomen: https://toogoodtogo.de

• Weitere Tausch- und Leihbörsen können hier recherchiert werden: www.lets-share.de

Eine Präsentation dazu finden Sie hier.

Thema: Foodsharing in Moabit und ganz Berlin

Zum Projekt Foodsharing in Moabit und ganz Berlin (https://foodsharing.de) sprachen Martin (Moabit-Botschafter), Verena (Food-Zählerin) und Helen (Berlinbotschafter). Ihre Intention ist es, „Essen vor der Mülltonne zu retten“ und Ressourcen, die sonst vergeudet würden, zu nutzen. Pro Sekunde werden in Deutschland etwa 313 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen, hochgerechnet sind das rund 1.700 Tonnen. 

So funktioniert Foodsharing:

• „Betriebsverantwortliche Foodwatcher“ holen regelmäßig bei Unternehmen Lebensmittel ab, die sonst weggeworfen würden 

• Sie nutzen diese Lebensmittel entweder für den Privatgebrauch und/ oder zum Verteilen in der Nachbarschaft, bei Freunden oder Obdachlosenunterkünften 

• Sie stellen die verfügbaren Lebensmittel online auf eine digitale Karte (inkl. Adresse für die Abholung) auf https://foodsharing.de

• Und/ Oder sie legen sie in öffentliche Verteiler, wie z.B. den Bauwagen auf dem Areal der Refo-Kirche in der Wiclefstraße. 

• Auch private Überreste können natürlich abgegeben werden. Sollten sie in einen öffentlichen Abholort gestellt werden, muss jedoch die Kühlkette eingehalten werden und Verpackungen sollten noch geschlossen sein  

• Manchmal werden auch größere Veranstaltungen mit geretteten Lebensmitteln angeboten, wie es z.B. bei der „Schnippeldisco“ im ZK/U am Rande der großen Agrardemo im Januar 2018 der Fall war. 

Foodsharing ist keine Konkurrenz zur Berliner Tafel, „da bei uns auch kleine Mengen und aufgerissene Packungen angeboten werden, also alles, was nicht weiterverteilt werden darf laut Gesundheitsgesetzgebung. Das darf die Tafel nicht.“  Es gebe in Berlin mittlerweile schon über 6.000 Foodsharer, allein in Mitte sind es 2.800 Beteiligte, die Lebensmittel retten und fair verteilen. „Es wären immer noch Lebensmittel übrig, wenn man alle an die Bedürftigen der Welt verteilen würde.“ Die Foodsharer wollen den Lebensmitteln ihren Wert zurückgeben, „man sollte nur das einkaufen, was man braucht und nicht so viel verschwenden!“. Alle aktiven Foodsharer machen dies ehrenamtlich.  

Wie kann man selbst mitmachen?

Einfach anmelden bei https://foodsharing.de

Mehr zum Thema findet man auch hier: https://www.berlin.de/special/sharing/4763738-4762435-foodsharing.html

Wer kostenloses Essen z.B. als Catering für Veranstaltungen braucht, wendet sich an die Kiezküche „Wilde 13“, die auch durch das QM gefördert wird: moabit[at]lebensmittelretten[.]de - bei größeren Aktionen an: berlin[at]lebensmittelretten[.]de

Diskussionspunkte der Plenumsgäste:

• Bereits beim Einkaufen solle jeder die Umwelt schonen, indem man eigene Tüten oder Behälter mitnimmt 

• Paradox: In Frankreich ist es mittlerweile verboten, Lebensmittel wegzuwerfen. In Deutschland hingegen ist Containern ein Straftatbestand, auch wenn Überbestände direkt im Müll landen. 

• Idee: Wenn jemand, der über nur wenig Einkommen verfügt, Foodsharing nutzt, kann er auch gute Milch, Bio-Eier und faire Produkte kaufen, um die Bewegung zu unterstützen. 

• Es sei wichtig, Mahlzeiten wieder mehr wertzuschätzen, so wie es früher durch das übliche Tischgebet gelehrt wurde.  

Verschiedenes, Termine

• Die Nähwerkstatt im Stadtschlosstreff findet immer dienstags und donnerstags statt: http://www.moabitwest.de/Naehwerkstatt-im-Moabiter-Ratschlag.6433.0.html

• Die Fahrradreparatur-Selbsthilfewerkstatt findet immer am ersten Samstag im Monat ab 15 Uhr im Stadtschloss in der Kellerwerkstatt statt. Nächster Termin ist der 7.4.2018.  

Nächste Plena:

• 17. April: Thema Mobilität und Verkehr, u.a. mit dem zuständigen Staatssekretär, der das vom Senat gerade beschlossene Mobilitätskonzept erklären wird. 

• 15. Mai: Thema Schule 

Zu Berichten vergangener Plena geht es wie immer hier.

Text & Fotos: Gerald Backhaus