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Dienstag, 27.09.2016

Über das Stadtteilplenum am 21. September 2016


Zum "Bildungszentrum Neues Ufer" sprach Mittes Schulstadträtin Sabine Smentek (SPD)



Über die "Bildungsmöglichkeiten in der Kurt-Tucholsky-Bibliothek" sprach Projektleiterin Sibylle Goetz (Moabiter Ratschlag e.V.)

"Moabit West als "Smart Sustainable District" (SSD)" war das Thema von Nadine Kuhla von Bergmann
Die Kiezsportlotsin von Mitte: Susanne Bürger (bewegt e.V.)

Der Wochentag war ungewohnt, trotzdem fanden viele Interessierte den Weg in den Stadtschlosstreff, als der Moabiter Ratschlag e. V. und die S.T.E.R.N. GmbH zum Stadtteilplenum am Mittwoch, 21. September 2016, einluden. Wie gewohnt moderierte Susanne Torka.

Ungewohnt war auch die Tagesordnung. Zunächst ging es um das Schwerpunktthema, das da lautete „Bildungszentrum Neues Ufer“. Dazu war die Schulstadträtin Sabine Smentek (SPD) eingeladen. Der Schwerpunkt war vorgezogen worden, weil sie das Plenum wegen einer Besprechung früher verlassen musste, damit sich - wie sie sagte - "am 27. Oktober 2016 die BVV konstituiert und ein neuer Bezirksbürgermeister von Mitte gewählt werden kann." Smentek gab zunächst einen Überblick darüber, was bisher auf dem Areal rund um die reformpädagogische Gemeinschaftsschule Heinrich-von-Stephan (HvS) geschehen ist. Die Schule ist momentan nicht für so viele Kinder ausgelegt, wie in Zukunft kommen werden. Daher sei Kreativität gefragt. Dazu wurde in einer ämterübergreifenden Arbeitsgruppe des Bezirksamts diskutiert, wie man das gesamte Areal am Neuen Ufer künftig nutzen kann. Die Stadträtin untermauerte die Lage mit Zahlen. Der Ist-Zustand der HvS-Schule im Schuljahr 2015/16 beträgt 522 Schüler, die Prognose für das Schuljahr 2017/18 bereits 838 Schüler, vor allem weil Zuzüge in das Gebiet erwartet werden. Mit rund 288 Schülern wird bei den 12. Klassen gerechnet. Es gebe bereits jetzt Defizite bei den Unterrichts-, Mensa- und auch den Sporträumen.

Der für die Umgestaltung inzwischen eingetroffene "Geldsegen" wird laut Stadträtin Smentek so eingesetzt:

In der Phase I: Bau eines modularen Ergänzungsbaus (MEB) mit 12 Unterrichtsräumen usw. neben der heutigen Sporthalle. Alle, die bisher bereits in solchen oder ähnlichen Bauten unterrichten, seien völlig begeistert, so Smentek.

In der Phase II soll ein „Bildungscampus" entwickelt werden, d. h. zuerst Abriss der jetzigen Sporthalle, dafür Bau eines festen Schulergänzungsbaus mit Unterrichtsräumen, Sportbereich, Mensa, Küche, Jugendfreizeiteinrichtung usw. Dieser Neubau ist aufgrund der Nutzungen des Gesamtareals eine Herausforderung und soll, laut Smentek, mit hoher Priorität vorangebracht werden. "Und die Freiflächen bieten viel Raum für Kreatives!"

Dazu gab es mehrere Fragen aus dem Plenum. Der Anwohner Knut Pankrath fragte, ob der jetzige Spielplatz verschwindet? - Smentek: Er ist doch noch da. - Pankrath: Nein, er ist teilweise abgeräumt. Warum gibt es bei einer solchen Sache keine Beteiligung von Eltern und Kindern? - Smentek: Genau die gibt es jetzt ja, das ist heute doch der Beginn. Wir haben noch keine fertigen Baupläne. - Pankrath: Warum sind Spielgeräte dann abgebaut? - Schulplanerin Janett Colvenbach: Nur sicherheitsgefährdende Geräte wurden abgebaut, aber noch nicht wegen des MEBs. Die jetzigen Spielgeräte und die "Nachbeschaffungen" werden neben der Turnhalle wieder aufgestellt.

Eine Anwohnerin mit einem Kind auf der Schule fragte danach, wann die Mensa-Situation verbessert wird? - Smentek: So schnell wie möglich. Das Mensaproblem besteht schon länger und soll verbessert werden.

Quartiersratssprecherin Jutta Schauer-Oldenburg: Behält die auf dem Areal bestehende Jugendfreizeiteinrichtung "Schlupfwinkel" ihre jetzige Kapazität? Wie sieht ihre Zukunft nach dieser Planung aus? - Smentek: Sie wird schöner! Durch den Neubau wird diese Einrichtung langfristig sicher. - Marcus Lehmann (Jugendhilfeplanung, BA Mitte): Der jetzige Zustand ist aus baulichen Gründen nicht mehr vertretbar und es wird durch das neue Konzept für den Schlupfwinkel alles besser.

Was geschieht mit der Fahrradwerkstatt, die dort auch seit Jahren ihr Domizil hat? - Tobias Ossege (Jugendamt, BA Mitte): Sie ist ein Teil der Jugendarbeit in Kooperation mit dem Moabiter Ratschlag e.V. und soll auch im Neubau weiter erhalten werden. Es gibt aber noch keine detaillierte Planung dazu. - Smentek: Letztlich entscheidet der Jugendhilfeausschuss von Mitte über das Projekt. Und ohne die Finanzierung des MEBs durch Gelder des Senats wäre der Bezirk Mitte nicht in der Lage, das ganze Projekt zu finanzieren.

Ein Straßensozialarbeiter (Gangway): Wie abgesichert ist die Jugendfreizeiteinrichtung, wenn sie sich in einem Gebäudekomplex zusammen mit der Schule befindet? - Smentek: Durch die derzeitigen Planungen ist der Standort sicherer denn je. Wenn etwas passiert, wie z. B. dass die Schülerzahlen sehr ansteigen, dann kann sich natürlich etwas verändern.

Bezirksstadträtin Sabine Smentek berichtete vom Sozialen Infrastrukturkonzept (SIKO), laut dem alles - von Schulen bis Bibliotheken - der wachsenden Stadt angepasst werden soll.

Jutta Schauer-Oldenburg, die ehrenamtlich in der Notunterkunft Levetzowstraße arbeitet, in der mittlerweile alle Flüchtlingskinder zur Schule gehen, lobte dafür Detlev Tietz (Regionale Schulaufsicht, Mitte). Aber wie geht es weiter - wie offen sind die weiterführenden Schulen für Grundschüler aus den Willkommensklassen? - Christine Frank (Rektorin der HvS-Schule): Kinder aus Willkommensklassen werden sehr gern bei uns aufgenommen, wir haben in jeder Jahrgangsstufe ein paar davon. - Eine Lehrerin (Klasse 9/10) berichtete von Erfolgen: Ein Flüchtlingsjunge kam mit sehr geringen Deutschkenntnissen zu uns und wir haben es geschafft, dass er jetzt Abitur machen kann. - Detlev Tietz klärte über die generelle Lage auf: Auch für jugendliche Flüchtlinge gilt das normale Aufnahmeverfahren der Berliner Schulen und es gibt „überbuchte“ Schulen wie die HvS. 104 Plätze hat die Schule in der Klassenstufe 10 und es gibt immer mehr Bewerber als Plätze. Es finden Härtefallprüfungen statt, die auch Flüchtlingskinder betreffen können. Abgelehnte Eltern sind oft klagefreudig. Was entscheidend ist: 60 % der Kinder bekommen über eigene Kriterien der Schule, wie z. B. die individuelle Leistung, einen Platz an der HvS, 30 % über ein Losverfahren.

Eine Anwohnerin fragte: Die Spielgeräte am Neuen Ufer sind seit Monaten gesperrt, Kinder verletzen sich daran bzw. auch am Bauzaun, wenn sie über diesen Zaun klettern, um zu spielen. Wann kommt der Zaun weg? - Stadträtin Smentek: In diesem Haushaltsjahr konnte dieser Bereich nicht auskömmlich finanziert werden. Sukzessive wird er mit mehr Geld jetzt instand gesetzt. Bitte schreiben Sie mir eine Mail mit Fotos der aktuellen Lage. Sie schränkte ein, dass dies aber nicht heißt, dass es dann schneller gehen wird.

Matthias Schnauss, verantwortlich für die Fahrradwerkstatt: An mich drangen ganz viele Nachrichten zu den neuen Planungen auf dem Areal, die alle nicht offiziell waren. Es ist eine schwierige Lage für ein Projekt wie meines, das sich von Jahr zu Jahr neu finanzieren muss. Eine Gesamtlösung für Moabit wäre doch gut. - Smentek: Der Plan, den wir heute hier zeigen, ist der Beginn des Prozesses der Beteiligung. Zugegeben gab es durch die Transparenz bei der Bekanntgabe von Zwischenschritten Unsicherheit. Aber es wird weiter Raum für Beteiligung geben. Die Alternative wäre, dass das Bezirksamt das Projekt selbst fertig plant und erst danach darüber informiert, so dass daran dann nichts mehr zu ändern ist. Entweder so oder so - ein für alle Beteiligten perfektes Vorgehen gibt es nicht. Das ist ein Dilemma, das nicht aufzulösen ist. - Schnauss: Und wie sieht es aus mit der Jugendfreizeiteinrichtung, wird sie vorzeitig geschlossen? - Smentek: Ich möchte sie nicht schließen. Allein die bauliche Situation könnte mich dazu nötigen.

Elke Fenster (Moabiter Ratschlag e.V.) brach eine Lanze für die frühzeitige Bürgerbeteiligung und vertraut darauf, dass interessierte Bürger einen guten Beitrag zur Planung leisten können. - Smentek: Ihr Ratschlag wird in der neuen BVV und im Bezirksamt ganz sicher auf offene Ohren stoßen!

Thomas Büttner (Bildungsverbund Moabit): Wie soll die Verknüpfung mit Stadtteilentwicklungskonzept „Green Moabit“ funktionieren? - Smentek: Schauen wir mal, was uns dazu in den nächsten Jahren alles einfällt, ich bin sehr offen dafür.

Heike Pfeiffer (S.T.E.R.N. GmbH) zu „Green Moabit“: Die HvS-Schule hat großes Interesse daran und kann sich mehr Projekte zu Nachhaltigkeitsthemen vorstellen, auch was den Neubau angeht. Was geht da noch, woher gibt es Fördergelder, um das Ganze noch eine Schraube weiterzudrehen? - Stadträtin Smentek ist dazu optimistisch, denn: Wir sind eine so tolle Projektgruppe mit verschiedenen Akteuren und einer neuen Qualität der Zusammenarbeit von Stadtplanung, Schulplanung und direkt den Schulen.

Unter dem Tagesordnungspunkt "Aktuelles aus dem Kiez" ging es zuerst um das Projekt "Bildungsmöglichkeiten in der Kurt-Tucholsky-Bibliothek", was die Projektleiterin Sibylle Goetz (Moabiter Ratschlag e.V.) vorstellte. Ihr Vorgänger in der Projektleitung, Michael Dressel, kümmert sich aktuell um die Leseförderung von Willkommensklassen mit Flüchtlingskindern.

Bei dem Projekt, dass seit 2014 läuft, steht die Sprach- und Leseförderung von Kindergartenkindern im Mittelpunkt. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen der Leseförderung. Sibylle Goetz und viele Ehrenamtliche lesen für Kindergartengruppen. Wichtig ist aber auch gutes Zuhören. Gearbeitet wird mit vielen verschiedenen Methoden. Zu beobachten ist z. B. eine Entwicklung zur "doppelten Halbsprachlichkeit" (in Moabit neben Deutsch überwiegend Arabisch und Türkisch). Daher wurden Bücher in diesen anderen Sprachen angeschafft. Außerdem wird das Projekt von den Kiezmüttern des Bezirks Mitte und dem Projekt SALONwelcome (Kreative arbeiten mit Flüchtlingskindern: http://salonwelcome.blogspot.de/) unterstützt, und es gab z. B. mal ein arabisches Mitmachtheater in der Bibliothek. Das Projekt wird viel in die Moabiter Familien hinein getragen, z. B. geschah das durch das immer gut besuchte Lesetipi beim Bildungsfest auf dem Ottospielplatz.

Das Projekt ist unterwegs bei den Elternabenden in den Kindergärten, bietet ein offenes Nachmittagsangebot in der Bibliothek an und sorgt für regelmäßige Schulungen der Ehrenamtlichen, "damit sie noch lange und kompetent mitarbeiten können." Es findet eine Zusammenarbeit mit 12 Kindergärten in Moabit statt. Dabei sind z. B. die Kita Huttenstraße, die Kita Alibaba und die Kita Emdener Straße. Sibylle Goetz und ihr Team kommen aber auch mit ihren Büchern direkt in die Kitas. Knapp 600 Veranstaltungen gab es in den vergangenen zwei Jahren von September 2014 bis August 2016. "Wir geraten räumlich schon an Kapazitätsgrenzen," so Goetz. "Vormittags kann im Stundentakt eine Gruppe nach der anderen kommen, weil die Bibliothek für andere Nutzer dann geschlossen ist." Pro Monat kommen bis zu 400 Kinder in die Bibliothek. Insgesamt waren 5.346 Kinder in den zwei Jahren beim Projekt dabei. Zur Werbung wurde ein Faltblatt großräumig im Kiez verteilt.

Zu den Zukunftsplänen: Es gibt regelmäßige Weiterbildungsveranstaltungen für Erzieher zu den kreativen Methoden der Leseförderung, mehrsprachige Familienangebote (besonders für die Eltern, während die Kinder oft schon gut Deutsch können), der Einsatz digitaler Medien wird ausgebaut (weil es gut geeignet ist, um auch "leseferne" Familien zu erreichen), und ein jährliches Lesefest aller Kooperationspartner soll veranstaltet werden.

Moabit West als "Kluger nachhaltiger Stadtteil"? So könnte man den Projekttitel übersetzen. Über Moabit West als "Smart Sustainable District" (SSD) sprach Nadine Kuhla von Bergmann (Fachgebiet Städtebau und nachhaltige Stadtentwicklung am Institut für Architektur der TU Berlin). Seit 2 Jahren läuft dieses EU-geförderte internationale Netzwerkprojekt. Am Beispiel ausgewählter Vorzeigequartiere in verschiedenen europäischen Städten begleiten Wissenschaftler laufende Umsetzungsprozesse mit dem Ziel, die Übertragbarkeit auf andere Quartiere herauszustellen. Es gab in der Vergangenheit auch Anfeindungen, berichtete sie, mit dem Tenor, was „smart“ denn mit Moabit zu tun hätte? Darauf antwortete sie immer: "Wir sind froh, dass die EU Geld für einen solchen Bezirk wie Moabit gibt." Zu den wichtigsten Projektthemen gehören die Felder Mobilität, nachhaltiges Wassermanagement und Klima. In der Berliner Verwaltung würde dazu bereits vieles in den Schubladen liegen. "Wir konnten den Geldgebern beweisen, was Moabit West für gute Grundlagen bietet," so Kuhla von Bergmann. Sie erwähnte den "STEK" (Stadtentwicklungsplan Klima) und dass in der letzten Woche ein großer Workshop mit Experten aus Utrecht und Paris stattfand. Dort wurde diskutiert, wie man Ansätze mit den vorhandenen Mitteln umsetzen kann. Insgesamt sei SSD ein sehr komplexes Projekt, aber es gebe auch ganz konkrete Ideen, z. B. für die Verwendung des Regenwassers in der Sickingenstraße. Beim Nahverkehr geht es den Wissenschaftlern z. B. darum, wie die "Lücke von der nächsten S-Bahn-Station nach Hause" geschlossen werden kann. Geforscht wird da über autonom fahrende Busse und Projekte wie Nextbike (Fahrrad-Sharingsysteme). Kuhla von Bergmann möchte zudem die Energiebildung für Kinder und Jugendliche in einem Projekt mit einer Moabiter Pilotschule vorantreiben.

Jutta Schauer-Oldenburg bemängelte zunächst die Verständlichkeit des Vortrags wegen sehr vieler Anglizismen. Die Themen Klima, Energie und Umwelt sind wichtig und die Beusselstraße ist eine der mit Feinstaub höchst belastetsten Straßen Berlins - was tun sie praktisch dagegen? Außerdem findet ein rasantes Fällen von Bäumen statt und die Nachpflanzungen werden nicht gegossen und verkümmern. - Kuhla von Bergmann: Wir selbst können nichts praktisch umsetzen, sondern nur beraten. Tätig werden müssen Senat und Bezirk. Und zu den Bäumen: Es gibt z. B. Möglichkeiten, wie man Regenwasser für Bäume speichern kann. - Schauer-Oldenburg: Wie greifen Sie gegen die Versiegelung von immer mehr Flächen in Moabit an? - Kuhla von Bergmann: Wie gesagt können wir nicht herhalten für die Umsetzung. Wir würden sehr gern Prozesse anschieben. Die Beusselstraße z. B. ist im Gespräch wegen einer besseren Fettabscheidung. Dort gehen die Fette aus der Gastronomie einfach hinunter in das Mischwassersystem.

Quartiersratssprecher Norbert Onken erwähnte, dass der Beusselkiez zu den heißesten Plätzen Berlins gehört und fragte zur grünen Mierendorff-Insel im benachbarten Charlottenburg: Wird mit diesem bestehenden Projekt zusammengearbeitet? - Kuhla von Bergmann: Es gibt keine regelmäßige Struktur, aber einen Wissenstransfer. - Heike Pfeiffer (S.T.E.R.N.): Es gibt Kooperationen der Mierendorff-Insel mit dem Moabiter Stadtumbaugebiet über Projekte. Das "STEK" wurde im Auftrag des Bezirks Mitte erstellt, aber die öffentlichen Kassen sind leer, die Akteure atomisiert, und die Privatwirtschaft soll es nun umsetzen. Aber an diesem Fall wird es weiter gestrickt, Konkretes dauert eben sehr lang. Ergebnisse gibt es vielleicht nicht in 4 oder 14 Jahren, sondern erst in 24 Jahren. Das Projekt "Smart Sustainable District" hält das Thema am Kochen. Der Vorteil ist, dass Ver- und Entsorger wie GASAG, BSR und BSR usw. dabei mit am Tisch sitzen.

Mehr Informationen zu SSD findet man auf: www.ssd-moabit.org

Sport & Bewegung - die Kiezsportlotsin von Mitte

Wo schicke ich einen Sechsjährigen hin, der gern Fußball spielen lernen möchte? Susanne Bürger (bewegt e.V.), die Kiezsportlotsin von Mitte, stellte sich vor. Sie arbeitet u. a. zusammen mit Landschaftsplanern von der Alice-Salomon-Hochschule. Zu Sport und Bewegungsförderung bietet sie eine Sportberatung jeden Freitag 16-18 Uhr im Stadtschloss an. Dort geht es u. a. darum, was es im Kiez an Angeboten gibt. Die Lotsin bietet eine sehr persönliche Beratung an, gibt Informationen über wohnortnahe und breitunsportliche Sport- und Bewegungsangebote. Ihre Schwerpunktkieze sind Gesundbrunnen (seit 2013) und neuerdings Moabit. Man kann sich bei ihr auch mit eigenen Angeboten melden, die sie dann in ihre Beratung aufnimmt. Sie erstellt „Sportinfoblätter“ mit Basisinformationen zu Vereinen usw., die Interessierte „mundgerecht“ von ihr bekommen. Sie kommt auch direkt zu Einrichtungen, die das möchten, und gibt dort passgenaue Empfehlungen. Das Ganze ist kostenlos und für jedes Alter geeignet. Im Brunnenviertel fanden 2014 und 2015 rund 80 bis 90 Beratungsgespräche pro Jahr mit ihr statt, davon waren mehr als die Hälfte mit Kindern und Jugendlichen. Netzwerkarbeit ist für die Lotsin extrem wichtig, z. B. mit Familienhelfer, QMs, Stadtteilkoordination, Jugend- und Senioreneinrichtungen, Schulen sowie mit dem Sportausschuss der BVV Mitte.

Heike Pfeiffer (S.T.E.R.N.) fragte: Wo gibt es Lücken? - Lotsin Susanne Bürger: In Gesundbrunnen gibt es Lücken, z. B. für Kindergartenkinder, da dort viele Angebote wie das Schwimmen überbucht sind. In Moabit fehlen ihr dazu noch Erfahrungen. Sicher ist allerdings schon Folgendes: Angebote für Berufstätige, für Frauen, aber auch Angebote für den Männersport ab 40-50 Jahren fehlen. Sporthallen sind eine sehr knappe Ressource, und ihre kiezorientierte Vergabe ist "ein ganz dickes Brett."

Sabina Hamm (Lern- und Spielgruppe) hatte eine Anregung für die Lotsin: Angebote für Zirkeltraining/Muskelaufbau fehlen für Kinder und Jugendliche ganz. Sportstudios, die so etwas machen, bieten das nur für Erwachsene an, nicht für Kinder.

Hier Kontakt zur Kiezsportlotsin: http://www.moabitwest.de/KiezSportLotsin-Mitte.5966.0.html

Bärbel Stadler-Leugering wies darauf hin, dass das Gebrüder-Grimm-Haus in der Turmstraße 75 für Bürger umgestaltet werden soll. Nun wurden drei verschiedene Pläne dafür ausgestellt. Ihr dringender Aufruf: Nehmen Sie Ihre Rechte wahr und gehen Sie hin zum Stadtteilladen und bewerten Sie die Vorschläge. Hier die Details dazu: http://www.moabitwest.de/Voten-Sie-fuer-ein-Nutzungskonzept-in-der-Turmstrasse-75.5958.0.html

Zwei Plenumsgäste sprachen das rbb-Radio-Interview zum Thema "Wer kann sich Berlin noch leisten?" mit Rainer Balcerowiak vom Runden Tisch gegen Gentrifizierung („Wem gehört Moabit?“) und Ralf Conradi (AfD) im rbb-Inforadio an. Susanne Torka widersprach der Kritik, ein solches Interview hätte im Vorfeld der Wahl für mediale Aufmerksamkeit gesorgt: Es war keine Wahlkampfunterstützung, sondern das Gegenteil, weil durch das Interview die mieterfeindlichen Ideen der AfD öffentlich wurden.

Jutta Schauer-Oldenburg ermunterte dazu, die konstituierende Sitzung der BVV am 27.10.2016 zu besuchen. Sie kündigte einen Überraschungsauftritt an.

Termine und Verschiedenes:

Das nächste Plenum findet erst am Dienstag, 15. November 2016, statt, weil im Oktober Herbstferien sind.

Vergangene Stadtteilplena: Die Berichte der vergangenen Stadtteilplena finden Sie wie immer HIER nachzulesen.

Text & Fotos: Gerald Backhaus