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Speisekino Moabit 2017 #19 / Food + Footage

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6. Festival für selbstgebaute Musik 2017

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Über das Stadtteilplenum im Mai

Beim Stadtteilplenum am 20. Mai 2014, zu dem der Moabiter Ratschlag e. V. und die S.T.E.R.N. GmbH einluden, ging es vor allem um die Moabiter Notübernachtungen für Asylsuchende, aber auch um andere Themen.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus dem Kiez“ erklärte Quartiersmanagerin Beatrice Pfitzner zunächst die geänderte Fördermittelsituation. Es gibt neue Fonds, die die bisherigen Quartiersfonds (QF I, II, III, IV und V) ersetzen. Der alte und neue Aktionsfonds fördert Ad-hoc-Maßnahmen mit bis zu 1.000 Euro. Insgesamt 10.000 Euro stehen dem QM Moabit West 2014 damit für Projekte, die sich besonders durch großes nachbarschaftliches Engagement auszeichnen, zur Verfügung. Der gestrichene QF II ging auf in seinem Nachfolger. Das QM kann mit 260.000 Euro in den drei Jahren 2014, 15 und 16 Maßnahmen ab 5.000 Euro fördern. Diese Summe erscheint relativ gering im Vergleich zu 450.000 Euro in den Vorjahren, so Beatrice Pfitzner. „Das ist aber der Höchstbetrag, der einzelnen Berliner QMs zugeteilt wurde.“ Über den Netzwerkfonds, der u.a. die Mittel vom Aktionsraum plus ersetzt, entscheidet derzeit federführend das Bezirksamt Mitte. Es ist gelungen, den Naturwissenschaftlich-Kulturellen Bildungsverbund Moabit darüber weiter zu finanzieren. Entscheidungen über den Baufonds (früher QF IV) trifft der Senat.

Die Fördermittelempfehlungen des Quartiersrats, die Beatrice Pfitzner vorstellte, umfassen sieben Projekte (hier zur kompletten Projekt-Tabelle). Auf Platz 1 kam „KlubMobil“, das sind  pädagogische Angebote auf drei Spielplätzen im Kiez, mit rund 80.000 Euro werden drei Jahre lang also vor allem "Kümmerer" für die Kinder bezahlt. Langfristig soll das Projekt an andere Einrichtungen angedockt werden. Auf Platz 2 kam die beliebte „Lange Nacht des Buches“, die wieder im November stattfinden wird, und auf den dritten Platz setzten die Quartiersräte mit fast 70.000 Euro die Bildungsförderung in der Kurt-Tucholsky-Bibliothek. Zur konzeptionellen Neuausrichtung und Stärkung der Stadtteilbibliothek sollen u.a. fremdsprachiger Medien angeschafft werden. Ein Projektwettbewerb für das Projekt "Deine Chance - starte durch" zur Förderung von Moabiter Schülern mit dem Ziel eines guten Schulabschlusses wird bald ausgeschrieben, um einen geeigneten Träger zu finden. Hier geht es in erster Linie um den Aufbau eines Patenschaftsmodells. Ähnliches gilt für das Projekt "Altersnetzwerk". Auch dafür ist der Träger noch nicht gefunden und es wird ebenfalls eine Ausschreibung geben. Die genaue Projektbeschreibung erfolgt nach der Auswertung von Sven Kirschkes Befragung zu Anlaufstellen für ältere Menschen am 22. Mai im Stadtschlosstreff.

„Junge Moabiterinnen fit für den Berufseinstieg“

Jouanna Hassoun vom Moabiter Ratschlag e.V. stellte das Projekt „Junge Moabiterinnen fit für den Berufseinstieg“ vor. Es soll Mädchen und junge Frauen dazu ermutigen, MINT-Berufe zu ergreifen. Damit sind u. a. technisch, naturwissenschaftlich und handwerklich geprägte Berufe gemeint, also berufliche Felder, die zum Großteil männerdominiert sind. Es gibt ein Projekt speziell  für Grundschülerinnen, die sich einmal pro Woche treffen und unter Anleitung von Elektro- und Bauingenieuren selbst ein Puppenhaus aus Recyclingmaterialien bauen. Für die Oberschülerinnen findet zwei Mal pro Woche ein Medienprojekt statt. Mit selbst durchgeführten Videodrehs und Foto-Shootings geht es u. a. darum, Berufe wie Mediengestalterin und Fotografin kennen zu lernen. Die jungen Frauen nehmen selbst die Kamera in die Hand, um sich auszuprobieren. Theoretisches Wissen wird in Workshops vermittelt. Dazu hat z.B. eine türkische Komödiantin ihre Teilnahme an Videodrehs zugesagt. An welcher Fachschule können sie studieren, wie sieht es mit Förderung aus, wo gibt es duale Studiengänge? Um solche und ähnliche Fragen geht es bei den Oberschülerinnen. Neben den Workshops finden auch Einzel- und Gruppen-Coachings statt. Zum Jahresende möchte Jouanna Hassoun mit einigen  Teilnehmerinnen ins Plenum kommen, um über die Projekte zu berichten. Insgesamt erreicht sie über 30 Mädchen und Frauen, darunter je nach Termin 8 bis 15 Grundschülerinnen und 15 bis 20 Oberschülerinnen. Übrigens können „alle im Kiez jederzeit einsteigen“, auch Flüchtlingskinder machen mit, denn „beim Basteln gibt es keine Sprachbarrieren.“

Das Neueste beim bereits seit sieben Jahren existierenden Lotsenprojekt "Die Brücke" stellte Projektleiterin Gisela Schön von der Bildungsmarkt Waldenser GmbH vor. Sechs Lotsenbüros mit rund 60 Lotsen gibt es, neu sind sieben Integrationslotsen und drei Koordinatorenstellen, „diese Leute sind damit erstmals vom Jobcenter weg.“ Die Lotsen erhalten umfassende Qualifizierungen zum „Berater im niedrigschwelligen Bereich“, sie sind Sprach- und Kulturmittler, jedoch keine ausgebildeten Dolmetscher, und werden oft z.B. vom Bezirksamt gebucht. Die Lotsen sind vor allem als Anleiter von MAE-Kräften tätig. Ganz wichtig sei die Vernetzung der Lotsen untereinander, auch über Bezirksgrenzen hinweg, es gibt dazu auch gemeinsame Workshops. Wer tiefer gehendes Interesse hat: Besuche beim Projekt sind möglich, z.B. im Büro in der Beusselsraße 80, das es seit fünf Jahren gibt, aber auch im Büro in der Hochstädter Straße/Nauener Platz, wo Gisela Schön arbeitet. Die Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt sei sehr gut, betonte sie und lobte ausdrücklich Herrn Winkelhöfer.

Die Vorstellung der Moabiter Notübernachtungen für Asylsuchende stand danach im Mittelpunkt des Plenums. Heimbetreiber, Nachbarschaftsinitiativen und engagierte Kinder- und Jugendeinrichtungen sollten ein Forum bekommen, um sich vorzustellen, über ihre Pläne in Moabit zu sprechen und aktuelle Fragestellungen mit den Plenumsbesuchern zu diskutieren. Zunächst bat Moderatorin Susanne Torka drei Vertreter der Heimbetreiber nach vorn, die sich und ihre Unterkünfte vorstellten.

Kirstin Frohnapfel vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sprach über die Notunterkunft für Flüchtlinge in Alt-Moabit, die die ASB Nothilfe Berlin gGmbH am 11. September 2013 im Auftrag des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) eröffnete. Sie hat für rund 150 Personen Kapazität, ist derzeit nicht voll ausgelastet, „aber das ändert sich täglich.“ Das Heim ist besonders für die ersten drei Monate des Aufenthalts der Flüchtlingsfamilien in Berlin gedacht, danach sollen sie eigentlich umziehen, „aber manche wohnen seit Herbst da.“ Bislang gibt es hier keine Küchen zum Selbstkochen, „weil es eine Notunterkunft ist.“ Das bedeutet, was geliefert wird, muss gegessen werden. Aber es soll besser werden, Küchen sollen demnächst eingerichtet werden, so Kirstin Frohnapfel.

Für die Gierso Boardinghouse GmbH, die die Unterkunft in der Levetzowstraße betreibt, sprach zuerst Kerim Öge. Er ist seit vier Monaten dort Heimleiter und damit Herr über rund 260 Betten, die derzeit nicht komplett belegt sind. Er beschrieb die Belegung als „mit rund 150 Kindern sehr familienlastig“. Es gibt 15 Küchen, in denen jeder kochen kann, „auch die Leute, die in der so genannten Vollversorgung sind.“ Sein Haus soll eigentlich geschlossen werden und eine Umsiedlung der Flüchtlinge sei geplant, Kerim Öge weiß aber nicht, wann das geschehen soll. „1,50 Euro-Jobs gibt es jetzt für derzeit neun Bewohner*, berichtete er, „ein Mann repariert z.B. Fahrräder in der Fahrbar-Werkstatt, damit es Leihräder gibt.“ Auf die Frage, wie viele Kinder Kitas besuchen können, antwortete er, dass er sich auf Wunsch darum kümmert, „aber viele Mütter wollen das nicht, weil es Geld kostet.“ Genutzt wird stattdessen vor allem das Angebot direkt vor Ort: Wochentags von 8.30 bis 15 Uhr gibt es kostenlose Kinderbetreuung durch eine Erzieherin in einem großen Spielzimmer im Haus, "da ist alles da" zum Basteln usw.

Suada Dolovac, die soziale Leiterin des Wohnheims, erzählte von dessen Umzug aus der Turmstraße und einem „Soll“ von 170 Personen, nun aber bis zu 260 Personen. Sie spüre den Rückzug serbischer und bosnischer Bewohner, die teilweise aus Deutschland abgeschoben werden. Jetzt gäbe es viel mehr syrische Flüchtlinge. „Unser Objekt sollte eigentlich drei Monate bleiben, ist aber immer noch da und viele Bewohner wohnen seit Beginn hier.“ Die Arbeit sei teilweise unzumutbar, weil das Haus in keinem guten Zustand sei, und mit dem Umfeld gäbe es immer wieder Probleme. „Wir erhalten täglich Beschwerden aus der Nachbarschaft wegen der Nichtbeachtung von Ruhezeiten.“ Diese besagen u.a., dass sich die Flüchtlingskinder ab 20 Uhr nicht mehr draußen, sondern im Objekt aufhalten sollen. „Wir sind an den Grenzen unserer Kräfte,“ berichtete Suada Dolovac, „haben zum Glück aber viele Unterstützer, mit denen wir kooperieren.“ Es gäbe viele Anfragen von Bewohnern, ob sie arbeiten können, ergänzte sie die Ausführungen ihres Kollegen, rund 80 Stunden pro Monat sind erlaubt. Auf die Fragen aus dem Plenum nach den Kindern berichtete sie von derzeit 28 schulpflichtigen Kindern, von denen 25 bereits in die Willkommensklassen der Miriam-Makeba-Grundschule gehen und von weiteren 16 Kindern, die Oberschulen besuchen. Kindergärten hingegen kämen für die Flüchtlinge nicht so in Frage, vor allem aus kulturellen Gründen, sagte Suada Dolovac, „weil  die Mütter ihre Kleinkinder nicht allein weg lassen möchten.“ Die Gierso Boardinghouse GmbH beschäftigt in der Unterkunft in der Levetzowstraße neben vier Sozialarbeitern (darunter einen arabischsprachigen Mann) eine Erzieherin und den Heimleiter.

Im Anschluss an die Asylheimbetreiber stellte sich die Initiative "Neue Nachbarschaft/Moabit" zunächst mit einem siebenminütigen Film vor. Darin ging es vor allem darum, was die Aktiven seit September 2013 im Heim in der Levetzowstraße alles taten - von Angeboten wie Malen, Basteln und Sonntagssport über Kinderkino und Kinderdisco bis hin zu MoBeat „mit einem echten Konzert.“ Kritisiert wurden besonders die Zustände in der Notunterkunft, die jungen Leute forderten z.B. immer verfügbares warmes Duschwasser für die Bewohner und eine bessere Ausstattung der Räume. Auf ihre Kritik gab es vom Heimbetreiber die Antwort "Wir verzichten auf ihre weitere Arbeit", was die Mitglieder der Initiative sehr verärgerte. Sie organisierten in der Folge eine Demo für die Erfüllung der Mindeststandards in den Heimen und „wir wurden gehört“. Das Landesamt begann die Situation in den Unterkünften zu überprüfen, wohl auch aufgrund des großen Medienechos. Die Initiative setzte ihre Arbeit mit den Flüchtlingsfamilien in der Folge außerhalb des Heimes fort. Es wurde zusammen Weihnachten gefeiert, z.B. beim Bewegungs-Picknick, es gab Treffen bei Dünja, seit Januar u.a. einen Deutschstammstisch sowie Koch- und Bastelaktionen, u.a. bei Freddy Leck. Rund 50 aktive Mitglieder zählt die Initiative sowie rund 150 Unterstützer.

Sieben junge Leute und eine Rentnerin berichteten nach dem Film u.a. über ihre persönliche Motivation. Ein Student erzählte, dass er Sprachunterricht gibt und das die Initiative vorhat, beim QM 1.000 Euro aus dem Aktionsfonds zu beantragen, um Sachmittel, Büroartikel usw davon zu kaufen. Eine Studentin, die seit März dabei ist, macht Kinderbetreuung. Sie wird jede Woche neu motiviert durch die große Freude der Kinder bei Aktionen wie der Zubereitung von Obstsalat. Eine weitere junge Frau war zuerst Kinderbetreuerin und gibt jetzt Deutschkurse und betonte, dass die Flüchtlinge „alles dankbar annehmen.“ Auch die aus Belgien stammende Nele lehrt Deutsch. Sie berichtete von sehr traurigen Momenten, „wenn die Leute von ihrem Leben in Serbien u. Bosnien erzählten.“ Eine andere junge Frau  ist voll berufstätig und übernimmt samstags die Kinderbetreuung, leiert Kooperationen an wie die mit den „Lebensmittelrettern“, weil frisches Obst und Gemüse heiß begehrt sind: „Ich gebe mein Bestes, um den Flüchtlingen möglichst eine angenehme Zeit zu bereiten.“ Die ehemalige Quartiersrätin Bärbel Stadler-Leugering beschrieb, wie sie gern mithelfen wollte und nun seit einigen Wochen voll aktiv ist. Sie bastelt, schreibt und rechnet mit den Kindern. Ein Softwareentwickler, der schon in Russland und in arabischen Ländern lebte, hilft mit seinen Sprach- und IT-Kenntnissen u.a. bei der Logistik. Die Initiative wächst, „und auch wir lernen von den Flüchtlingen, haben viele Ideen und stecken voller Energie.“

Warum sich die Gierso-Mitarbeiter angeblich weigern, die Mitglieder der Initiative ins Heim zu lassen, wurde zumindest etwas aufgeklärt. Suada Dolovac von Gierso entgegnete, dass sie die Initiative nicht wirklich kenne, und Heimleiter Kerim Öge sagte: "Sie können bei uns rein und Leute besuchen, sie dürfen das. Wie kommen Sie darauf, dass sie nicht hinein können?" Der Initiative geht es aber nicht um Einzelbesuche, sondern darum, im Heim Aktionen zu veranstalten, was Gierso nicht erlaubt. Zu dem Zwist gab es sogar schon Mediationsversuche im Rathaus, die aber anscheinend nicht von Erfolg gekrönt waren. Diana Henniges aus der Jagowstraße und ihre Initiative „Moabit hilft“ kennt beide Seiten und sagte schlau: „Wir werden hier heute keine Lösung dafür finden. Jeder hat seine eigene Wahrheit.“

Quartiersratssprecherin Jutta Schauer-Oldenburg brach eine Lanze für die Moabiter. Im Umfeld der Heime gäbe es keine Krawalle wie in Hellersdorf, beide Flüchtlingsheime würden hier im Stadtteil gut angenommen; und 1.000 Euro lagern im Tresor der Heilandskirche als Budget für weitere Aktionen mit den Flüchtlingen im Sommer.

Aus dem Plenum gab es die Frage, ob die beschriebenen Mängel in den Unterkünften inzwischen behoben wurden: „Gibt es z.B. fei zugängliche Toiletten?“ Darauf der Gierso-Heimleiter: „Jeder darf jede Toilette benutzen! Unsere Security-Leute vergeben die Toilettenschlüssel. Das geschieht wegen mangelnder Sauberkeit mancher Bewohner. Deshalb gibt es diese Maßnahmen.“ Sieben Waschmaschinen gibt es im Gierso-Heim, die ununterbrochen von 8 bis 17 Uhr laufen, „bei Bedarf auch später und am Wochenende.“ Die Wartezeit darauf beträgt bei so vielen Bewohnern drei bis vier Tage.

Die Initiative „Neue Nachbarschaft/Moabit“ beschwerte sich daraufhin, dass man dazu die Bewohner selbst fragen müsste. Auf ihren Vorwurf, dass nur eine Familie ihre Kinder in eine Kita gibt, entgegnete Diana Henniges, dass sie bereits sechs Kinder in Kitas vermittelte. Für "Moabit hilft" sprachen im Anschluss sie und Shiva Saber-Fattahy von der Diakoniegemeinschaft Bethania. Die beiden Frauen stehen aktiv mit den beiden Moabiter Notunterkünften in Kontakt. Shiva hilft ständig mit den Kiezmüttern bei Übersetzungen, „wir unterstützen auch mit Sachmitteln, u.a. mit Möbeln von Moabiter Kitas. Und wir sind wie die Feuerwehr, wenn etwas gebraucht wird!“ Sie versuchte, im SOS-Kinderdorf Plätze für Flüchtlinge zu bekommen, z.B. bei der Behindertenberatung. Und Shiva erwähnte den Fußballcup im B8, bei dem Flüchtlingskinder mit antraten, „man kann einen Film darüber machen, was wir alles tun. Jutta schult kostenlos Kiezmütter und und und…“

Diana Henniges erklärte, wie das Hilfs-Netzwerk aufgebaut wurde. Ihre Initiative, im September 2013 gegründet, startete zunächst mit 110 Kisten voller Kleidung und vielen weiteren Kisten mit Schuhen und Spielzeug. Sie richteten ein Spielzimmer sowohl im ASB- als auch im Gierso-Heim mit ein: „Uns geht es dabei vor allem um das Netzwerken. Im Moment wird in den Heimen sehr gute Arbeit geleistet. Steffen Kühn z.B. ist für uns auch abends erreichbar. Wir haben ein Willkommensfest ausgerichtet, einen Adventsbasar und ein Osterfest gemacht, und den Kinderflohmarkt beim SOS-Kinderdorf zugunsten der Flüchtlinge. Wir fragen fast wöchentlich ab, was gebraucht wird, und wir putzen Klinken, fragen z.B. nach, habt Ihr Kindermatratzen und Stühle?“ Sie drückte auch den Wunsch nach kürzeren Wegen aus, und dass „wir Otto Normalverbraucher zeigen wollen, was mit Flüchtlingen in Deutschland passiert. Wir sind alles Laien - Rentner, Studenten, Berufstätige, insgesamt rund 50 aktive Leute und 600 Leute im Verteiler.“ Diana Henniges sprach über die Zusammenarbeit mit einem Juristennetzwerk, wo es u. a. um Rechte und Pflichten von Heimbetreibern geht. Aktuell werden Spenden gesammelt, z.B. kann man Zoopatenschaften im Wert von 10 Euro für je ein Flüchtlingskind (für Zoo-Eintritt, Fahrkarte und Eis/Pommes) übernehmen. „Wir sind rund um die Uhr mit der Abholung von Spenden beschäftigt und mit Sonderfällen.“ Die Heime rufen z.B. bei ihr an, wenn jemand behindert ist und Pflege braucht, oder wenn jemand raus muss aus der Unterkunft und eine Wohnung braucht.

Der Beitrag einer Nachbarin, die bei Bündnis 90/Die Grünen ist, zielte darauf ab, dass ganz Vieles ehrenamtlich gemacht wird, was eigentlich die Politik lenken müsste: „Man sollte den Verantwortlichen nicht ganz die Verantwortung abnehmen.“ Diana Henniges illustrierte das mit ihren alltäglichen Schwierigkeiten:: „Ja, wir kämpfen z.B. um die Telefonnummer eines LaGeSo-Mitarbeiters. So etwas hält auf.“ Sie wollte eine Lanze für Herrn Winkelhöfer brechen, kritisierte gleichzeitig aber auch, dass „sich Politiker sonst besonders gern nur vor Wahlen zum Fotografieren sehen lassen.“ Weiterer Kritikpunkt: eine neutrale Kontrollinstanz fehlte lange Zeit bzw. ist sie hoffnungslos überlastet. Frau Bahrani vom LAGeSo soll die Qualitätsstandards aller Heime überprüfen: „Eine Frau für über 8.000 Flüchtlinge in Berlin!“

Das beklagte auch die Initiative „Neue Nachbarschaft/Moabit“: die Stelle war lange unbesetzt, und die Heimbetreiber wurden nicht kontrolliert. „Wir wünschen uns Transparenz von der Politik, also Klarheit, was ein Heimbetreiber leisten muss. Wenigstens die geringen vorgeschriebenen Standards für Heime sollten eingehalten werden.“

Verschiedenes und Termine

Ansagen gab es von Marietta Heuck vom Mädchenkulturtreff des Moabiter Ratschlags; die auf die „Lange Nacht der Nachbarn“ am Sonnabend 24. Mai, von 17 bis 21 Uhr im Schulgarten hinwies. Flüchtlingskinder bekommen dort kostenlos Essen. (Link)

Aischa Ahmed warb für „Ortstermin 2014“ am Wochenende: Das QM-Büro nimmt teil an dem Kunstwochenende und zeigt Werke zur jüngsten Revolution in Syrien, u.a. geht es darum, wie die zivilgesellschaftliche Seite des Bürgerkriegs aussieht. Geöffnet ist am Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 19 Uhr. Zu diesen Zeiten findet das Kunstwochenende „Ortstermin 2014“ überall in Moabit statt (Link zum Programm).

Der Runde Tisch gegen Gentrifizierung findet jeden 2. Dienstag im Monat im Sahara City statt, so Susanne Torka. Sie erzählte dazu passend krasse Beispiele, u.a. von einem ehemaligen Seniorenheim am Hansaufer, wozu es eine BVV-Anfrage am Donnerstag gibt. Das Gebäude soll energetisch saniert werden, 80- bis 90jährige bekamen deshalb happige Mieterhöhungen von bis zu 200 Euro pro Monat. Die öffentliche Hand hatte das Haus mit 66 Wohnungen an einen schwedischen Investor verkauft.

Das nächste Plenum im Juni soll „Handwerk in Moabit“ zum Schwerpunkt haben. Das ist aber noch unsicher, evtl. muss thematisch umgestrickt werden. Einen Vorschlag gab es dazu von Jutta Schauer-Oldenburg: Bundestags- und Abgeordnetenhaus-Abgeordnete einzuladen - unabhängig von Wahlterminen - wäre sinnvoll, um sie z.B. zu brisanten Themen wie den Flüchtlingsheimen zu befragen.

Die zusammengefassten Ergebnisse und Inhalte der Stadtteilplena sind HIER nachzulesen.

Text & Fotos: Gerald Backhaus