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Stadtteilplenum Moabit West

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Um Handwerk in Moabit ging es beim Stadtteilplenum im Juni 2014

Moderatorin Susanne Torka

Jörg Nothacker und Katja Garz vom miomaxito e.V.
Über MachWERK berichtete Matthias Schnauss, Moabiter Ratschlag e.V.
Einer aus der Praxis: Klaus-Dieter Hoppe, Chef der gleichnamigen Aufzugsfirma...
...und die beiden Damen vom Artminius-Kreativmarkt
Jörg Nothacker und Petra Schrader

 

 

Das Stadtteilplenum am 17. Juni 2014 widmete sich besonders dem Thema Handwerk in Moabit. Dabei ging es um lokale Betriebe und deren Produkte. Viele Unternehmen wurden von den Veranstaltern, dem Moabiter Ratschlag e. V. und der S.T.E.R.N. GmbH, angefragt. Leider war die Resonanz – vielleicht auch aufgrund der parallel stattfindenden Fußball-WM-Übertragungen - nicht sehr groß.

"Einblicke in die handwerkliche Welt"

Zunächst wurde unter dem Tagesordnungspunkt "Aktuelles aus dem Kiez" der Tag des Handwerks 2014 und 2015 vorgestellt. Für den Träger miomaxito e.V. sprachen Jörg Nothacker und die Journalistin Katja Garz ("Tagesspiegel"): Seit 2012 organisieren sie den Moabiter Tag des Handwerks angelehnt an den bundesweiten Tag des Handwerks, der immer am dritten Samstag im September stattfindet. Dazu gehören offene Werkstätten für Anwohner, dort werden verschiedene Berufe gezeigt. 2012 machten 7 Firmen in Moabit mit, 2013 waren es schon 12. Dabei gab es betriebliche Einblicke für Schüler der Sekundarstufe I wie z.B. Jungs und Mädchen der Heinrich von Stephan-Schule. Dieses Jahr sollen laut miomaxito e.V. noch mehr Unternehmen mitmachen, von 20 bis 25 Firmen war die Rede. Zudem sollen Grundschulen und Kindergärten involviert werden. Um auf den Tag des Handwerks aufmerksam zu machen, wollen die Organisatoren Öffentlichkeitsarbeit im Kiez mit Plakaten und Flyern, die durch die Kiezläufer verteilt werden, machen. Zu den Handwerksfirmen, die ihre Türen öffnen, gehörten 2013 u. a. Gewerke wie Gebäudereiniger, Frisör, Malermeister und Glaser sowie die Firmen Menzel Elektromotoren und Hoppe Aufzüge & Elektromontagen. Für die Unternehmen sei die Aktion auch deshalb sehr wichtig, weil es immer schwieriger ist, „geeignete Jugendliche zu finden, die einen anspruchsvollen Ausbildungsberuf lernen möchten und dafür dann jeden Tag um 7 Uhr auf der Matte stehen.“ Es gibt kleine Erfolge zu berichten, einige Jugendliche fanden 2013 durch den Tag des Handwerks Praktikumsplätze. Quartiersrat Norbert Onken regte an, bei der Werbung für den Tag des Handwerks in Moabit die Faszination der Arbeit mit den Händen in den Fokus zu rücken. Wer Firmen kennt, die mitmachen möchten beim Tag des Handwerks 2014, wenden sich bitte an Jörg Nothacker und Katja Garz: www.miomaxito.net

Das Projekt MachWERK wurde von Projektleiter Matthias Schnauss vom Moabiter Ratschlag e.V. vorgestellt. „Hier geht es nicht um professionelles Handwerk, sondern um das eigene Werkeln.“ Gerade bei Kindern seien motorische Fähigkeiten heute oft unterentwickelt. „Selbsthelfer ist der beste Nothelfer,“ so Matthias Schnauss, „Reparieren zu lernen und die Dinge danach wieder zu verwenden, kann Geld sparen.“ Es geht bei dem durch das Programm Soziale Stadt finanziell geförderten und darum kostenlos angebotenen Projekt darum, Handarbeit und handwerklichen Tätigkeiten zu fördern, das Selbermachen und die Selbsthilfe anzuregen, Kreativität zu entwickeln und darum, sich gegenseitig zu unterstützen. Die Nähwerkstatt im 2. OG des Stadtschlosses ist immer am Montag und Dienstag von 14 bis 17 Uhr sowie am Freitag von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Dort gibt es neben 5 Nähmaschinen und einer Overlockmaschine zum Nähte-Säumen auch fachkundigen Rat. „Es können Kleider ausgebessert und geändert werden, Taschen - z. B. aus Geschirrtüchern und Verpackungsmaterial wie Kaffeetüten - werden hier genäht. Man kann etwas ausprobieren und kreativ sein.“ Zusammen mit dem Projekt Fußballaballa im ZK/U im Moabiter Stadtgarten werden ab Freitag Overalls aus den Fahnen von jeweils zwei verschiedenen Ländern genäht. „Sag nie, das kann ich nicht, sag: ich kann es noch nicht…", lautet das Motto in der Nähwerkstatt im Mädchentreff Dünja in der Jagowstraße 12, die immer mittwochs von 10 bis 13 Uhr stattfindet. Vorwiegend arabische Frauen lernen hier stricken, häkeln, mit der Maschine nähen. Stoffe gibt es gegen eine kleine Spende. Das dritte Teilprojekt von MachWERK ist die Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt im Jugendklub Schlupfwinkel. Unter Anleitung reparieren Kinder und Jugendliche hier selbst ihre Räder und verwenden dazu gebrauchte Teile. Es gibt Unterstützung bei der Beruforientierung, und Erwachsene können hier Radfahren lernen. Die Fahrradwerkstatt ist immer am Mittwoch von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Damit noch nicht genug, bietet MachWERK weitere handwerkliche Aktivitäten an wie eine offene Handarbeitsgruppe im Nachbarschaftstreff (Mi 14-16 Uhr) und Kurse, bei denen man das Gestalten mit Ton erlernen und üben kann. Kleine Workshops zum Bau von CD-Windrädern und zum Basteln von Lernspielzeug ergänzen das Angebot. Demnächst steht der Bau von Musikinstrumenten aus Anlass der Moabiter Musiktage am 13.9. an. Wünsche und Ideen für weitere Workshops sind willkommen - Kontakt: Tel. 3990812-0 und machwerk[at]moabiter-ratschlag[.]de

Einfach mal reinschnuppern

Zum Schwerpunkt "Handwerk in Moabit" waren Betriebe eingeladen, um sich selbst vorzustellen. Zuerst sprach Klaus-Dieter Hoppe von Hoppe Aufzüge & Elektromontagen, einer Aufzugsfirma mit kleiner Elektroabteilung. Sie wurde 2001 in der Rostocker Straße 30 gegründet, seit 5 Jahren befindet sie sich in der Wiebestraße und hat derzeit 6 Mitarbeiter. „Wir bilden gern aus“, sagte Firmenchef Hoppe, aber es sei oftmals schwierig, neue Azubis zu finden, die Elektromechaniker oder Mechatroniker werden wollen. Er erwähnte, dass er über den Tag des Handwerks einen Azubi fand, der nun im Herbst bei ihm anfängt. Bewerber für eine Lehrstelle - übrigens gern auch Mädchen und Frauen - sollten handwerkliche Fähigkeiten mitbringen und etwas sportlich sein, aber auch Fachwissen haben, also Mathematik können. Klaus-Dieter Hoppe appellierte an die Eltern und Lehrer, dass gerade auf diesem Gebiet mehr gemacht werden müsse und gab gleich mehrere Beispiele, bei denen viele junge Leute kapitulieren: "3 Prozent von 150, 8 x 8 oder 12 x 12, das sind so Testaufgaben von mir.“ Das ist sehr schade, weil „wir Arbeit ohne Ende haben und leider Aufträge ablehnen müssen, weil uns die Fachkräfte fehlen." Soziale Unzulänglichkeiten wie mangelnde Pünktlichkeit lassen sich meist noch hinbiegen, erzählte der Aufzugsbauer, aber die Ausbildung von Seiten der Schule sei oft sehr mangelhaft.„Zu meiner Schulzeit vor 40 Jahren musste man noch Formeln umstellen können. Heute kämpfen wir mühsam darum, den Leuten durch Nachhilfe beizubringen, dass sie schriftlich multiplizieren und dividieren lernen.“ Klaus-Dieter Hoppe berichtete aus der Elektroinnung, dass viele seiner Berufskollegen deshalb trotz großen Bedarfs schon gar nicht mehr einstellen würden.

Petra Schrader, schulpolitische Sprecherin der Linken in der BVV, berichtete von einer IHK-Umfrage, die Herrn Hoppes Aussagen bestätigt, also dass nachweislich viele grundlegende Kenntnisse bei den Schulabgängern fehlen. Um das zu ändern, wurde die Initiative "Mathe in Mitte" gegründet, die anwendungsbereites Wissen vermitteln soll. Das Problem sei also erkannt, aber es wird nicht von heute auf morgen fruchten. Sie erzählte, dass „besonders bei Jungs der Knoten oftmals erst spät platzt, z. B. wenn eine Freundin da ist, die Familiengründung ansteht und ein Beruf, von dem man leben kann, schon schön wäre.“ Was ist, wenn jemand mit Anfang 20 zum Schnupperpraktikum kommen möchte? Dazu Klaus-Dieter Hoppe: „Klar, sehr gern! Aktuell habe ich einen 31-jährigen Praktikanten, den lass ich nicht mehr weg. Und mein bester Mann in der Firma hat mit 28 Jahren angefangen zu lernen.“ Er berichtete von der Teilnahme von Hoppe Aufzüge & Elektromontagen an einem Forschungsprojekt zur dualen Weiterbildung für Aufzugsmonteure. Das war in der DDR ein Ausbildungsberuf, im Westen jedoch ist er es bis heute nicht. Um ihn auszuüben, muss man „mindestens Elektrofachkraft sein plus Kenntnisse über Aufzüge haben.“ Bei Hoppe können sich auch Schülerpraktikanten immer gern melden, und die Anregung, mal beim Girl’s Day mitzumachen, griff der Moabiter Unternehmer gern auf. Kontakt: Hoppe-Aufzüge und Elektro, Wiebestr. 42, 10553 Berlin, Telefon: 39 88 96 10, hoppeaufzuege[at]yahoo[.]de

Kreativmarkt Moabit - Handwerk und Design aus Berlin

Melanie Simmersbach und Inga Damberg vom Schlupfladen stellten ihren Kreativmarkt  "ArTminius 21" vor. Zuerst beklagten sie seine in ihren Augen alles andere als optimale Lage: Der kleine Markt, der einmal im Monat stattfindet, liegt in der Arminiusmarkthalle und damit "leider in einer klassischen B-Lage. Wir haben das Gefühl, dass uns die Anwohner leider etwas ignorieren, Touristen hingegen kommen viele…" Und dabei lohnt sich ein Besuch durchaus. Die beiden Organisatorinnen haben einen Pool aus mehr als 100 Kreativen, die ihre Werke anbieten. Es sind Handwerker und Kunsthandwerker, darunter Goldschmied, Glasmacher und Möbeltischler. „Wir sprechen viele Leute an, aber viele Interessenten bewerben sich inzwischen auch bei uns.“ Insgesamt hätten sie mehr Reaktionen von Mitmachern als von Kunden. Darunter sind Professionelle und „Selfmade-Men“, viele aus anderen Berufen, die nur nebenbei etwas Handwerkliches herstellen, aber auch Hausfrauen. Im Herbst wollen sie die Bekanntheit des Marktes weiter steigern: „Im Rahmen des Kulturfestivals Wedding Moabit kommen wir mal raus aus der Markthalle!“ Die Teilnahme kostet 21 Euro, der Großteil geht an den Hallenbetreiber. Die nächste Termine des Marktes sind am 12.7., 13.9., 11.10., jeweils von 10 bis 16 Uhr. Kontakt zum Markt: www.artminius21.wordpress.com - und zu Inga Dambergs Schlupfladen: www.berlin-einundzwanzig.de

Verschiedenes und Termine

Am 25. Juni findet von 10.30 bis 12 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Thema "Hilfe, meine Rente ist zu klein! Was den Geldbeutel entlastet..." im Nachbarschaftstreff statt, so Elke Fenster vom Moabiter Ratschlag e.V. Zum Hintergrund: aufsuchende Ehrenamtliche aus der Sozialkommission des Bezirksamts kommen zu Senioren nach Hause und gratulieren allen ab 85 Jahre zum Geburtstag. Das ist eine gute Gelegenheit, um diese meist relativ immobilen Menschen zu beraten, damit sie in den Genuss von Erleichterungen kommen und evtl. finanzielle Unterstützung beantragen. „Das würden wir gern ausbauen. Es ist Teil 1 einer Informationsreihe, die sich an alle Interessierten wendet.“ Zudem soll dafür geworben werden, dass sich auch mehr ältere Migranten engagieren.

Susanne Torka wies hin auf zwei Sonntage unter dem Motto "Parkgeschmack" im Fritz-Schloss-Park in Moabit-Ost. Am vergangenen Sonntag konnte dort z.B. Boule gespielt werden, der B-Laden bot Kuchen an, und so etwas Ähnliches gibt es auch an den beiden kommenden Sonntagen im Juni.

Das Plenum verabschiedet sich in die Sommerpause, es gibt kein Plenum im Juli. Das nächste Plenum - zum Thema Wohnen - wird um eine Woche verschoben und findet wegen der Schulferien erst am vierten Dienstag im August statt (26.8.). Evtl. werden Wohnbaupotentiale im Bezirk, die kürzlich untersucht wurden, vorgestellt. Außerdem soll es um die Zweckentfremdung von Ferienwohnungen gehen.

Die zusammengefassten Ergebnisse und Inhalte der Stadtteilplena sind HIER nachzulesen. 

Text & Fotos: Gerald Backhaus