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Bewegungs-Picknick am Wochenende: f?r Kinder von 2-6 Jahren und die ganze Familie
Was wird aus dem Kleinen Tiergarten und dem Ottopark?
Im Juli wurde diskutiert, wie Moabits grüne Oase in Zukunft aussehen soll. Kerstin Heinze vom QM Moabit Ost berichtet für uns über die aktuelle Entwicklung des Kleinen Tiergartens/Ottoparks:
Angesichts der Hitze bietet die Heilandskirche in der Thusnelda-Allee am Montag Abend einen erfrischend kühlen Rahmen für die Infoveranstaltung zum Wettbewerb über den Umbau des kleinen Tiergartens/Ottoparks, der von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ausgerufen wurde. Es ist der Vorabend der Jury-Sitzung und in der Kirche werden 16 Entwürfe, die am Wettbewerb teilnehmen, den Moabiter Anwohner/innen vorgestellt und in der anschließenden Diskussionsrunde besprochen.
Die Längsseite der Kirche säumen große Pläne und Skizzen, durchnummeriert anstelle der Namen der teilnehmenden Landschaftsplaner. Die Anonymität soll gewahrt werden, um die Entscheidung nicht zu beeinflussen. Rund 60 Interessierte haben sich eingefunden, die der Powerpoint-Präsentation folgen. Moderiert wird die Veranstaltung von Gisbert Preuß vom Koordinationsbüro Aktive Zentren/ Turmstraße. Anwesend sind auch Baustadtrat Gothe und ein Mitarbeiter des Büros La Bar , die den Wettbewerb betreuen.
Wegen der Menge der Vorschläge wird im Schnellverfahren eine kurze Zusammenfassung des jeweiligen Entwurfs gegeben und eine Simulation gezeigt, wie das Ganze mal aussehen könnte. Um ein wenig in das komplexe Thema „Baumaßnahmen“ einzusteigen, empfiehlt sich ein Blick in den Ausschreibungstext, was war eigentlich gefordert?
So lautet die Kernaussage des Textes, dass „die in der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegte und in den 50er Jahren umgebaute Parkanlage sich heute in einem wenig attraktiven Zustand darstellt und ihrer Funktion als zentrale, die angrenzenden Quartiere verbindende, Grünfläche nicht gerecht wird. Erwartet werden Lösungsvorschläge von hoher gestalterischer Qualität, eine intensive und sensible Auseinandersetzung mit dem Bestand und eine stufenweise Umsetzbarkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen.“
Den teilnehmenden Planungsbüros wurde unter anderem die Auflage gestellt, neben einer Leitidee und der städtebaulichen Einbindung auch den Umgang mit dem Bestand, speziell der Vegetation, zu berücksichtigen. Wichtige Aspekte waren auch die Öffnung des Parks und Verbindung mit dem Umfeld, „Angsträume“ zu vermindern, Übersichtlichkeit und attraktive Angebote für Jugendliche zu schaffen und den Pflegeaufwand zu erleichtern. Dem ganzen Vorhaben steht ein Budget von rund 4 Millionen Euro zur Verfügung.
Von den Stadtplanern wurden diese Auflagen dann beispielsweise so umgesetzt, dass man den historischen Baumbestand weitestgehend erhalten sollte, jedoch die ganze Anlage insgesamt mehr Transparenz erhalten muss. Ein Großteil der bisherigen Hecken soll weichen, zugunsten von freien Flächen, die unterschiedlich ausgestattet sein werden. Vorgeschlagen wurden mit lange „Bankschlangen“ anstatt der bisherigen Einzelbänke. Berücksichtigt wurde auch das Angebot für Kinder wie die Errichtung eines künstlichen Spielhügels, eines Outdoor-Parcours und Angeboten für Kleinkinder. Etwas exotisch, aber nicht außerhalb der Vorstellungskraft, lag der Vorschlag der Errichtung einer Flutlichtanlage, um den Park auch in den späten Abendstunden nutzen zu können oder ein Platz mit den U-Bahnschildern europäischer Metropolen als Leuchtmittel. Auch eine Kiezkantine wird angedacht. Nicht fehlen soll auch die Bürgerbeteiligung, realisiert durch selbstbepflanzte Anwohnerbeete, Grillplätze und Kommunikationsforen.
Die Kritik aus den Reihen der Moabiter/innen drehte sich unter anderem um den Aspekt des Emissionsschutzes. Wenn die Baum- und Heckenbestände zu sehr der Gartenschere zum Opfer fielen, würde eine erhöhte Lärmbelästigung die Folge sein, da die Pflanzen bisher viel Geräusche abpuffern. Auch die Sandkuhle im östlichen Teil des kleinen Tiergartens sollte als viel genutztes Areal in die Planung mit einbezogen werden und nicht der ebenfalls geplanten Straßenbahn weichen müssen.
Auch im Vorfeld wurde bereits heiß diskutiert, so ist es beispielsweise garnicht so erwünscht, dass der Park sich zur Straße hin öffnet, da die Erholungsqualiät leiden würde. Auch ein Übermaß an Sportangeboten ginge auf Kosten der Ruhe-Suchenden. Eigentlich wäre die große Wiese auch ein schöner Platz für ein Freilichtkino. Die Künsterlin Monika Goetz hat hier für ihre Kunstaktion „Sunrise@Sunset“ eine große Projektionsleinwand aufgestellt, die als gutes Beispiel dienen kann.
Bleibt nun abzuwarten, welcher Vorschlag schließlich umgesetzt wird. Bei meiner anschließenden Fototour durch Ottopark und den kleinen Tiergarten zähle ich auf den Einzelbänken so einige leicht bis mittelschwer benebelte Herren mit und ohne Hund, aber mit der obligatorischen Bierpulle, gut versteckt hinter sommerlichem Wildwuchs. Die spielenden Kinder auf der großen Wiese stört das nicht, nur mein allgemeines Sicherheitsempfinden leidet etwas. Aber das ist eben Moabiter Realität, die nicht auf dem Reißbrett planbar ist.
And the winner is... Inzwischen sind die Würfel gefallen - hier das Ergebnis:
Die Jury hat den Entwurf des Büros Latz & Partner GbR aus Kranzberg zum Sieger des Wettbewerbs zur Neugestaltung des Kleinen Tiergartens/Ottoparks gekürt. Dotiert ist der erste Preis der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit 16.100 €, der zweite Preis geht an das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden, der dritte Preis an das Büro a24_landschaft aus Berlin. In dem vorangegangenen europaweiten Bewerbungsverfahren wurden 20 Landschaftsarchitekten ausgewählt. 16 Büros haben ihre Planungsentwürfe eingereicht, über die das Preisgericht unter dem Vorsitz des Landschaftsarchitekten Timo Herrmann entschieden hat.
Laut Senatsverwaltung ist dies damit begründet, dass "der Siegerentwurf das Preisgericht besonders durch die gelungene Öffnung der Parkanlage zum öffentlichen Straßenraum überzeugte, ohne gänzlich die schützende Strauchschicht zu entfernen. Es gelingt der Arbeit, die unterschiedlichen räumlichen und funktionalen Anforderungen in Einklang zu bringen. Die Bestandssituation mit ihren gartenhistorischen Relikten wird behutsam aufgegriffen und in eine ausdrucksstarke, zeitgemäße Parkanlage überführt. An der Ottostraße wird ein Spielbereich angelegt und an der Stromstraße entsteht eine leicht erhöhte Terrasse mit Café."
Zentrale Aufgabe des Wettbewerbs war es, "die Grünanlage zu einem attraktiven Stadtteilpark mit überschaubaren, angstfrei nutzbaren Räumen umzugestalten. Anwohnern und Besuchern sollen zeitgemäße Nutzungsmöglichkeiten angeboten werden. Besonders wichtig ist, die Spiel- und Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche zu verbessern. Auch der Baumbestand ist weitestgehend zu berücksichtigen."
Mit der schrittweisen Umsetzung wird 2010 begonnen. Finanziert werden die ersten Umgestaltungen in Höhe von 2 Millionen Euro aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Stadtzentren“. Die Wettbewerbsarbeiten werden im August 2010 im Bezirk Mitte öffentlich ausgestellt. Ort und Zeit werden noch bekanntgegeben und veröffentlicht.
Die vollständige Pressemitteilung können Sie einsehen unter: Wettbewerbsentscheidung_Kleiner_Tiergarten_Ottopark
Es wäre wünschenswert, wenn die Umbaumaßnahme es vollbringt, den Park für die Anwohner sicherer und erholsamer zu gestalten, als es derzeit noch der Fall ist. Die Kiezreporter Ost wie West halten auf jeden Fall ihren Vorschlag für ein Freilichtkino auf der Wiese des Kleinen Tiergartens weiter aufrecht! Vielleicht mit dem Programm "Cinema International"!










