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Dienstag, 02.06.2020

Gehsteig-Aktion und Fensterfest zum "Tag der Nachbarn" am 29. Mai 2020

Girlanden, Luftballons, bunte Fahnen und farbige Aufsteller. Daran kam man einfach nicht vorbei. Viel los war auf dem Bürgersteig vor der Ottostraße 5 am Freitag, 29. Mai 2020, dem "Tag der Nachbarn". Vor dem Seniorentreff hatten Projektleiterin Hanna Essinger (minor gGmbH , "Zusammen leben, zusammen älter werden") und Eva-Maria Kaes (Moabiter Ratschlag e.V.), die Koordinatorin vom "Treff am Ottopark", eine Gehweg-Aktion mit viel Informationsmaterial und einer kleinen Stärkung gestartet, um mit den Älteren im Kiez ins Gespräch zu kommen. In den Wochen seit Beginn der Corona-Pandemie war Hanna Essinger schon brieflich auf die Seniorinnen und Senioren in Moabit zugegangen. Daraus entstand ein berührender Briefwechsel. Mit Hilfe einer Kiezkarte wurde gefragt, ob und wo es im Quartier schwierig ist für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen.

Und ein paar Straßen weiter fand am späten Nachmittag dann ein "Fensterfest" statt. Auch 2020 gab es also ein Fest zum "Tag der Nachbarn", auch wenn es wegen Corona und der daraus folgenden Kontaktbeschränkungen etwas anders als sonst war: Der Moabiter Ratschlag e.V. organisierte mit Hilfe zweier jungen Mitarbeiterinnen vor dem Nachbarschaftshaus Stadtschloss Moabit, vor unserem Stadtteil-Büro und an zwei weiteren Standorten in der Rostocker und Wittstocker Straße mitreißende musikalische Aktionen. So konnten die Anwohnerinnen und Anwohner das erste "Fensterfest" - oder in vielen Fällen zutreffender "Balkonfest" - in Moabit feiern. Einige aus der Nachbarschaft kamen zwischen 17 und 20 Uhr zudem zum Zuschauen auf die Straße oder wohnte dem Geschehen auf der Straße eben aus Fenstern und von Balkons bei. Die Nachbarin Elke gab sogar ein Solokonzert mit Gesangseinlage und Mundharmonika aus ihrem Fenster in der Wittstocker Straße.

Eröffnet wurde das "Fensterfest" von den Mädchen der Gruppe "Stadtschlosskids" mit einer mitreißenden selbst einstudierten Tanzeinlage. Lust auf Mittanzen? Mit ihren in die Choreographie eingebauten Schildern machten sie potentielle Mitstreiterinnen auf ihre Tanzgruppe aufmerksam.

Im Anschluss begeisterte der aus Syrien stammende Saxophonist Omar Znkawan, der sogar schon in der Philharmonie auftrat, zusammen mit einem befreundeten Pianisten durch seine arabische Jazzmusik. Auch er wanderte von einem zum anderen der vier Spiel-Orte.

Damit noch nicht genug Arabisch: der "Chor für alle", der mit seinem Chorleiter Maxim im Stadtschloss probt, brachte weitere arabische und andere Klänge auf die Straße, begleitet durch orientalischen Flötenklang und Trommeln. Musiziert wurde auch von den Choristen auf ihren Wegen zwischen den vier Auftrittsorten.

Kewan, ein Nachbar aus der Rostocker Straße, wusste vorher noch gar nichts vom Fensterfest, schaute spontan zu und machte mit: Er führte eine Jongliereinlage auf.

Zu den Höhepunkten des Festes zählten unbestritten die stimmungsvollen Auftritte der "Berliner Krach Boom Brassband". Diese Truppe heizte der Nachbarschaft mit Posaune, Trompete und Drums kräftig ein. Unterstützt wurden sie von einem kleinem Nachbarn, dem achtjährigen Özgur, der sie mit seinen Durchsagen per Megaphon zu Zugaben motivierte. Der Rhythmus, wo ich immer mit muss: die Brass-Musik auf der Straße, bei der so mancher nicht nur mitwippen sondern auch tanzen musste, und damit das Fensterfest kulminierten in einer gemeinsame Mitsingaktion. Gegen acht wurde das italienische Partisanenlied "Bella Ciao" angestimmt.

Während des Festes gab es zudem auch eine Aktion der Kinder- und Jugendbeteiligung des Moabiter Ratschlag e.V., bei der gemeinsam mit den Nachbarn eine Geschichte erarbeitet wurde. Außerdem wurden Interviews von Jugendlichen der Carl-Bolle-Schule geführt, die mit ihrem Nachrichtensender „Bolle News“ die Mitwirkenden befragten.

Dem Ganzen war eine wochenlange Vorbereitung durch den Moabiter Ratschlag e.V. und das QM-Team vorausgegangen. Viele Menschen in der Nachbarschaft wurden kontaktiert, um ihre Fenster und die beiden Straßen im Rahmen mit Wimpelketten und selbstgemachten Plakaten zu schmücken. Eine kleine Straßengalerie entlang des Stadtschlosses zeigte die Kunstwerke und Beiträge der "Stadtschlosskids" und des Bereichs der Leseförderung. 

In den Fenstern unseres Quartiersmanagement-Büros kann man sich rund um das Thema Nachhaltigkeit in Moabit informieren, zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (Thomas Büttner, Bildungsverbund Moabit & Projekt „Moabit klimafit"), zum Wasserquartier Moabit (Lea Marignoni, a tip:tap e.V.), und man kann Upcycling -Taschen und Tonschalen bewundern, die im Stadtschloss entstanden sind. 

Interesse an bewegten Bildern? Die „Bolle News“ filmten beim "Fensterfest" und führten Interviews: zu dieser Sendung kommen Sie hier.

Text & Fotos: Gerald Backhaus