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Ein Quadratkilometer Bildung: Zukunftskonferenz am 8.12.

"Ein Quadratkilometer Bildung in Moabit" ist eine Initiative der Breuninger Stiftung, der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der RAA Berlin. Sie lud am 8.12. ein zur Zukunftskonferenz in die Moabiter Carl-Bolle-Schule, die "Schlüssel-Grundschule" des ganzen Projektes.

Schulleiterin Cordula Stobernack und ihr Kollegium überraschten die Gäste mit einem Buffet, bevor Barbara Kirchner, die Projektleiterin der Pädagogischen Werkstatt, zusammen mit Helga Breuninger von der gleichnamigen Stiftung, einem der Geldgeber des Projektes "Ein Quadratkilometer Bildung in Berlin-Moabit", die Veranstaltung eröffnete.

Beatrice Pfitzner vom QM stellte das Gebiet Moabit West, die aktuelle Sozialstudie und die Handlungsschwerpunkte des Quartiersmanagements vor. Zu letzteren gehört besonders die Bildung. Nur ein paar Fakten aus ihrem Vortrag: 13 Prozent der für die Sozialstudie befragten Familien wollen wegen des Schulniveaus weg aus dem Gebiet. Viele Eltern schicken ihre Kinder in Kitas und Grundschulen, die außerhalb des Gebietes liegen. 62 Prozent der Kinder, die im Beusselkiez leben, dem ärmsten Teil des Quartiers, gehen in die Carl-Bolle-Schule. 15 Prozent besuchen die James-Krüss-Schule. In den Handlungsempfehlungen der Sozialstudie wird vor allem die Unterstützung der Familien im Bildungsprozess betont.

"Ein QKm Bildung" möchte vor allem "Förderlücken schließen" und sich auf die Übergänge von Kindergarten zur Grundschule und von der Grund- zur Oberschule konzentrieren. Dazu arbeitet die Bolle-Schule mit den drei Kitas "Emdener Straße", "Huttenstraße" und "Schmetterling" sowie mit der Hedwig-Dohm-Oberschule eng zusammen. Zu den Zielen gehört ein gemeinsames Qualitätsverständnis, "kein Kind, kein Jugendlicher soll verloren gehen." Helga Breuninger stellte die seit nunmehr 30 Jahren mit aktuell 650 bundesweiten Mitgliedern aktive Lerntherapie vor. Lehrer und Erzieher sollten bei den Kindern nicht in die Schwächen gehen, sondern "vom Kind her denken." Sie erwähnte, dass es ab 2011 einen Masterstudiengang "Lerntherapie" in Hamburg geben wird.

Zu Wort kamen außerdem eine Lerntherapeutin, eine Kita-Praxisbegleiterin, eine Kitaleiterin, eine Roma-Schulmediatorin und ein Mitarbeiter der Initiative, der mit zwei Jungengruppen Kommunikationsübungen bis hin zum Theaterspiel praktiziert. Schulleiterin Cordula Stobernack von "der bedürftigsten Schule" im Kiez dankte allen Versammelten für ihr Engagement in Sachen Bildung und bedauerte die Abwesenheit der Schulaufsichtsbehörde.

Nach einem "Vernetzungsspiel" mit Papierhäusern und roter Wolle (wer steht wo im Kiez und ist wie mit wem verbunden?) ging es weiter in Gruppenarbeit. Es gab drei Gruppen, die sich inhaltich alle mit den zentralen Fragen auseinandergesetzten:

1. Wie können die Bildungschancen der Kinder verbessert werden?

2. Was kann ich dazu beitragen?

3. Was macht es mir oft schwer?

4. Welche drei Schritte machen wir als nächstes auf dem Weg zum Dorf? 

Pro Gruppe gab es einen Moderator, der alle Punkte auf Stellwänden festgehalten hat. Nach der Gruppenarbeit konnte man sich die Stellwände der anderen Gruppen anschauen. Anhand von drei Klebepunkten sollte jeder seine persönlichen Favoriten (also die drei Punkte die inhaltlich am meisten relevant erschienen) kennzeichnen.

In der Gruppe von Kathrin Schlenker (QM Moabit West) wurden zum Beispiel folgende Punkte diskutiert:

1. Wie können die Bildungschancen der Kinder verbessert werden? - individuelle und vielfältge Bildungsangebote schaffen- Übersetzer - Ganztag schon in Kitas einführen 

2. Was kann ich dazu beitragen?- Eltern noch mehr beteiligen- Kreativität der Kinder mehr fördern/einbeziehen, und ganz wichtig die Kinder darauf  vorbeireiten sich selbst Wissen anzueignen 

3. Was macht es mir oft schwer? - Zeitmanagement - 100 % Ausstattung - geringer Einfluss auf Personalauswahl 

4. Welche 3 Schritte machen wir als nächstes auf dem Weg zum Dorf? - kurze Wege nutzen- noch bessere Vernetzung - Anlaufpunkte, Orte der Begegnung schaffen - Bedürfnisse erkennen und dann umsetzen- Intensivierung von Projekten die gut laufen- Verantwortung für den Sozialraum übernehmen 

 

 

Die Anregungen mit dem insgesamt größten Feedback der drei Gruppen waren u.a

- Bedürfnisse der Menschen im Kiez zu erkennen und aufzunehmen.

- einen gemeinsamen Marktplatz (mit einem gemeinsamen Kompetzenzzentrum) zu schaffen

- Kollegen zu stärken für Erziehungspatenschaften

Abschließend konnte jeder Teilnehmer noch einen persönlichen Wunsch und einen Wunsch an eine bestimmte Person/Träger im Kiez formulieren und auf zwei Karten aufschreiben. Diese wurden nicht vorgelesen, sondern in einer Kíste gesammelt.

Helga Breuninger und Barbara Kirchner von "Ein Quadratkilometer Bildung" bedankten sich zum Schluss bei allen Anwesenden für ihre Mitarbeit und wiesen darauf hin, dass es eine Dokumentation geben soll, die für alle zugänglich sein wird. Diese wird von der pädagogischen Hochschule erstellt.

Weitere Details über die Inhalte dieser 1. Gesprächsrunde können Sie auch der beigefügten Einladung entnehmen.

 

 

Veranstalterkontakt:

Ein Quadratkilometer Bildung in Berlin-Moabit, Emdener Straße 47, 10551 Berlin, Tel. 030 - 39 84 01 77, www.ein-quadratkilometer-bildung.eu

Fotos und Text: Gerald Backhaus