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Der Moabiter Stadtgarten - Natur, Kunst und Erholung für alle

Was lange währt, wird endlich gut!

Die Planung dieses Parks begann schon Anfang der 90er Jahre. Maßgeblich war dabei der Wunsch, dem nördlichen Rand von Moabit eine höhere Lebensqualität zu geben.

In dem neuen Info-Blatt hebt Ephraim Gothe, Stadtrat für Stadtplanung im Bezirk Mitte, hervor, dass es dem Zusammenwirken von vielen Akteuren vor Ort, der Planer im Bezirk und im Senat und auch der Deutschen Bahn als Voreigentümerin zu verdanken ist, dass der »Moabiter Stadtgarten « nun tatsächlich Realität wird.

Finanziert wurde und wird das gesamte Projekt über das Förderprogramm Stadtumbau West von Bund, Land und Europäischer Union.

Entwicklung eines Konzeptes für den Moabiter Stadtgarten auf dem ehemaligen Güterbahnhof Moabit

Der Güterverkehr ging auf dem Bahnhof Moabit seit der Wende stetig zurück. Daher
entschied die Deutsche Bundesbahn AG im Jahr 2005 den Güterbahnhof aufzugeben.
Somit konnte der Wunsch, zumindest Teile des Areals zur Verbesserung
der Grünversorgung zu erwerben, Wirklichkeit werden.

Über Städtebauförderungsmittel wurde eine 15.000 m2 große Teilfläche durch das Land Berlin erworben. Hier wird ein neuer Park als zeitgerechter Anziehungspunkt für die BewohnerInnen Moabits und darüber hinaus geschaffen.

Zur Finanzierung stehen Mittel im Rahmen des Förderprogramms »Stadtumbau
West« zur Verfügung. Es wurden verschiedene Verfahrensschritte für den zukünftigen Stadtteilpark eingeleitet. Bisher wurden eine Machbarkeitsstudie zur
Nachnutzbarkeit des Güterschuppens und eine Studie zur geschichtlichen Vergangenheit des Areals durchgeführt. Außerdem fand ein konkurrierendes Werkstattverfahren mit drei ausgewählten Landschaftsplanungsbüros unter intensiver Beteiligung der Bewohner statt. Zusätzlich wurde mit einem Interessenbekundungsverfahren ein Träger für den Betrieb des Gebäudes gesucht, um eine nachhaltige Nutzung und eine soziale Kontrolle der gesamten Anlage zu gewährleisten.
Der zukünftige Betreiber soll auch einen Teil der Pflege der Parkanlage mit übernehmen. Die Betreiber werden von Beginn an in den Planungsprozess mit einbezogen, um ein abgestimmtes Konzept zur Innen- und Außennutzung zu erzielen.


Urbanes Gewerbe als Nachbar

Der neue Park wird zwischen zwei gewerblich genutzten Arealen liegen. Auf dem
Grundstück westlich des neuen Parks entsteht ein Gastronomie-Großmarkt. Auch
östlich wird sich ein Gewerbegrundstück anschließen. Nördlich des gesamten Areals
wird eine neue Straße (Verlängerung der Ellen-Epstein-Straße) gebaut, die
den Durchgangsverkehr und die Lieferverkehre der Siemens- und Quitzowstraße
aufnimmt und die Wohnnutzung entlang der Siemensstraße vom Verkehrslärm
entlastet. Der Zugang des neuen Parks liegt etwa gegenüber der Einmündung
der Oldenburger Straße in die Siemensstraße, so dass eine Grünverbindung zum
»Bremer Park« und den Unionplatz entsteht. Der wunderschöne Blick zum Westhafen
im Norden stellt einen besonderen Reiz in der gewerblich geprägten Umgebung
dar.

Nachnutzen oder abreißen?

In Zusammenhang mit dem Kaufvertrag wurden die Grundzüge für die Neuordnung
des ehemaligen Güterbahnhofs geklärt. Im Grundstückskaufvertrag wurden
der Abriss des Güterschuppens und die Beräumung des Grundstückes durch das
Land Berlin vertraglich geregelt. Mit einer vom Berliner Architekturbüro MGHS
durchgeführten Machbarkeitsstudie wurde geprüft, welche Gebäudeteile erhalten
bleiben und sinnvoll nach zu nutzen sind.
Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie
führten dazu, dass das Bezirksamt beschloss, ein Interessenbekundungsverfahren
für eine zukünftige Nutzung eines Teils des Gebäudes auszuschreiben.
Kreative Nutzung statt Güterumschlag Im Sommer 2008 wurde mit einem Interessenbekundungsverfahren nach Bewerbern für die zukünftige Nutzung des Güterschuppens gesucht. Hier stellte sich die spannende Frage, welche Gebäudenutzung eine öffentliche Parkanlage verträgt.

Das vorliegende Konzept sieht kulturelle Nutzungen, eine kleine Gastronomie,
Orte für Ateliers und Ausstellungen sowie Musik vor.

Wanted! – modellhafte Bürgerbeteiligung in allen Planungsstufen

»Dieser Park soll nicht nur für die Anwohner entstehen, sondern mit ihnen.« Dieser
Wunsch wurde zum Programm der Verantwortlichen und stellte eine neue und
beispielhafte Form der Beteiligung von Initiativen und BewohnerInnen in einem
wettbewerbsähnlichen Planungsprozess im Bezirk Mitte dar. Von der Idee bis
zur vorliegenden Planung wurden alle Schritte mit den BewohnerInnen diskutiert
und Ideen mit ihnen gemeinsam entwickelt. Als ersten Schritt hat die Agentur
StadtMuster Ende 2007 im Auftrag des Bezirksamts Mitte eine Ideenbörse durchgeführt.
Hierzu wurden hunderte von Postkarten verteilt und Menschen persönlich
angesprochen. Etwa 85 Antworten mit Ideen für Gebäude- und Parknutzungen
kamen zusammen, größtenteils von jungen Erwachsenen eingebracht. Vorschläge
waren z.B. Spiel, Sport, Fahrrad, Indoor-Sport und heilpädagogischer Tanz, Kultur,
Konzert, Bühne, Tanz, Disko, Skulpturengarten, Café/Kiosk, Kooperation mit dem
benachbarten Schulgarten (als Erweiterung des Schulgartens).

Konkurrenz belebt das Verfahren

Im Herbst 2008 beauftragte das Bezirksamt Mitte drei Landschaftsplanungsbüros,
Atelier 8, glaßer und dagenbach sowie Weidinger Landschaftsarchitekten, in
einem konkurrierenden Verfahren Ideen für den neuen Park zu erarbeiten. In die
Entwurfsplanung wurden die Moabiter Bürger und Akteure aktiv eingebunden.
»Planing for real«
Um ein möglichst weitreichendes Bild der Interessen und Wünsche der BewohnerInnen
zu erhalten, wurden Vertreter aller relevanten Einrichtungen und Interessensvertretungen im Oktober 2008 eingeladen, in den Dialog mit den Planungsbüros und dem Bezirksamt einzutreten.

Hierzu organisierte der Verein Moabiter Ratschlag in Kooperation mit dem Bezirksamt Mitte und der S.T.E.R.N. GmbH und unter Teilnahme der drei Planungsbüros im Oktober 2008 eine Bürgerbeteiligung in Anlehnung an das Verfahren »Planing for Real«. Über speziell angefertigte »Vorschlagszettel« können die Beteiligten ihre Ideen und Vorschläge einbringen und darüber ins Gespräch kommen. Die Akteure waren aufgefordert, sowohl Nutzungsvorschläge für den Park zu entwickeln, als auch die Bedarfe der Bevölkerung einzuschätzen. Dabei wurde u.a. deutlich, dass insbesondere für Familien und ältere Menschen Angebote fehlen.

Bürgerbeteiligung auf Stadtteilebene

Die auf dieser Grundlage gefertigten Entwürfe der Landschaftsplanungsbüros wurden
Ende November 2008 in einer öffentlichen Veranstaltung allen interessierten
Anwohnern und Akteuren vorgestellt.

Nach einer Präsentation der Entwürfe durch
die Landschaftsplaner hatten die Veranstaltungsteilnehmer die Möglichkeit, ihre
Fragen und auch Vorschläge in direkten Gesprächen mit den einzelnen Planungsbüros
zu erörtern. Dies wurde auch sehr intensiv genutzt.

Die Veranstaltung endetemit einer Einschätzung der drei Entwürfe durch die Teilnehmer der Veranstaltung. Alle drei Entwürfe beinhalteten die Anregung aus dem Vorlauf, im Park Gemeinschaftsgärten vorzusehen, die zukünftig von Bewohner(-gruppen) in eigener Verantwortung betrieben werden.

Damit soll das nachbarschaftliche Zusammenleben
der verschiedenen Kulturen und die soziale Kontrolle des Parks verstärkt werden.
Aber auch großzügige Freiflächen und Angebote für Spiel und Sport fanden sich.
Die Idee einer Gastronomie fand ebenfalls großen Anklang.

»Generationenübergreifend und multikulturell« – Das Votum der Auswahlkommission

Auf Grundlage der Diskussion und Anregungen überarbeiteten die Landschaftsplanungsbüros ihre Entwürfe für den Park bis zum Ende des Jahres 2008 noch einmal.
Im Januar 2009 traf sich eine Auswahlkommission, um eine Empfehlung für
die weitere Bearbeitung und Realisierung eines Entwurfes auszusprechen. Neben
Stadträten und Fachplanern war in der Auswahlkommission auch ein Bürgervertreter
aus dem Quartiersrat Moabit West vertreten.
Die Kommission entschied sich nach einer langen Diskussion für den Entwurf des
Berliner Landschaftsplanungsbüros glaßer und dagenbach, wobei Empfehlungen
für die weitere Überarbeitung ausgesprochen wurden. Der Park soll Angebote für
Familien und SeniorInnen bieten, es dürfen keine Hunde in den Park, dem Café
sollen die Spielflächen zugeordnet sein und der Park soll sich nach Süden hin
öffnen.

Wie geht es weiter?

Ende April 2009 wurde allen Interessierten im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in der Cafeteria von SOS in der Waldstraße der überarbeitete Entwurf des Planungsbüros Glaßer und Dagenbach präsentiert.  Auf Grundlage dieses Entwurfs wird im Verlauf dieses Jahres die Parkplanung konkretisiert.
Auch die weiteren Schritte werden in einem intensiven Dialog mit den zukünftigen
Betreibern des Gebäudes und den Nutzern erfolgen. Die Kinder des Stadtteils
wurden im Mai 2009 in den Planungsprozess mit einbezogen: sie konnten Blumenbeete entwerfen - zunächst auf dem Papier und dann in Realität: Schülerinnen und Schüler der James-Krüss-Grundschule waren Anfang Mai mit Feuereifer dabei, Blumensamen auszusäen, um damit ihre Entwürfe buchstäblich aufblühen lassen zu können.

Für die Umsetzung der Idee der Gemeinschaftsgärten wird ein Verein oder eine Initiative gesucht.

Die Realisierung des Parks ist für 2010/11 vorgesehen. Für Planung und Bau des
Parks stehen Fördermittel der EU, des Bundes und Landes im Rahmen des Programms
Stadtumbau West zur Verfügung.

emk/ Stadtplanungsamt Mitte/S.T.E.R.N.