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"Ressourcentag" am 29. September

Bericht vom Sperrmüllmarkt und „Ressourcentag“ am 29.9.2012 im Stadtgarten Moabit auf dem Vorplatz des Zentrums für Kunst und Urbanistik ZKU, Siemensstr. 27, 10551 Berlin

- von Matthias Schnauss, Projektberatung BRAUCHbar, Moabiter Ratschlag e.V., von dem auch die fotografischen Impressionen stammen - 

 

"Der diesjährige Herbst-Sperrmüllmarkt hat bei kühlem aber trockenem Wetter ein sehr gutes Echo gefunden. Viele Besucher lobten den besonderen Ort und etliche genossen auch das anschließende Programm des ZKU und blieben bis zum Abend. Nach zögerlichem Beginn lag die Besucherzahl im durchschnittlichen Rahmen von ca. 250-300 Personen.

Die Größe, Helligkeit des Platzes und die Nähe zu dem Stadtgarten schaffte eine einladende und entspannte Atmosphäre. Insbesondere am Nachmittag kamen auch Familien, deren Kinder den neuen Spielplatz im Stadtgarten in Beschlag nahmen.

Die angelieferte Sperrmüllmenge bewegte sich eher im unteren Bereich verglichen mit anderen Sperrmüllmärkten. Diesem Umstand – und der gründlichen Stapelarbeit der Helfer - ist zu verdanken, dass auch dieses Mal der gelieferte 24 m³-Container (anstelle 32) gerade so ausreichte und alles untergebracht werden konnte.

Auffällig war jedoch dieses mal, dass überdurchschnittlich viel Sperrmüll wieder mitgenommen wurde. Es hatte den Anschein, dass eine Reihe Menschen gekommen waren, die sehr viele alltägliche Gegenstände, vor allem Hausrat, gebrauchen konnten und recht wenig wählerisch waren. Dennoch war die Stimmung entspannt und es gab so gut wie keinen Streit um Gegenstände.

Der MoaMove Transportservice des Jugendklub Schlupfwinkel mit Jugendlichen und Sozialarbeitern war – wie gewohnt – zuständig für die Abholung mit dem Leihauto und bei Bedarf auch  für den Heimtransport der Fundstücke. Für kleinere Gegenstände bestand  wieder das Transportangebot von zwei MoaMove-Jugendlichen mit dem Fahrradanhänger. Auch die tatkräftige Hilfe der Kiezläufer und Mitarbeiter des Moabiter Ratschlags war unentbehrlich.

Auch die Infostände waren gut besucht, und boten Gesprächsstoff. Am BRAUCHbar-Stand des Moabiter Ratschlag e.V. wurden auch dieses Mal immer wieder erstaunte Nachfragen von „Neulingen“ in Moabit beantwortet, wie der Sperrmüllmarkt funktioniert. Die dazugehörige Nähwerkstatt WANDELbar stellte Ihre Arbeit und Patchwork-Produkte aus wieder verwendeten Stoffen und dekorative Taschen aus Verpackungen vor. 

Das Wartenberger Innovations- und Bildungszentrum WIBZ beriet zum Thema Energiesparen und Abfall Trennen und räumte den Teilnehmern am Glücksrad-Ratespiel hohe Gewinnchancen ein.

Der Umsonstladen ULA der TU informierte über seine Arbeit und Angebote.

TU-Studenten der Projektgruppe LowTech führten die Herstellung von Portmonees aus Tetrapaks und von keinen Holzbrennern aus Konservendosen vor und boten Anstöße zur Diskussion über Materialverwertung und einfache Technologien. Das Buchtauschprojekt (Neudeutsch Bookcrossing) Moabiter Bücherbänke war mit seiner sehr breiten Auswahl an Büchern gut umlagert.

Das Zentrum für Kunst und Urbanistik versorgte die Anwesenden mit Kaffe, Tee und am Nachmittag auch mit Waffeln.

Wie bereits  beim letzten Sperrmüllmarkt sang auch dieses Mal der Chor Acapellaplenum und erntete begeisterte Anerkennung.

Bevor der Sperrmüll in den Container geräumt wurde, suchten sich die Akteure des Sperrmüllworkshops „Ein Tag ohne Ikea“ brauchbares Holz heraus. Es fanden sich tatsächlich einige Marktbesucher, die spontan und ausdauernd unter fachkundiger Anleitung Teile für den Tresen des ZKU, einen Tisch, Sitzgelegenheiten und eine Art Leiter mit Ablage bauten. 

Während am Nachmittag weiter Menschen auf das Gelände strömten und sich in der Weite verteilten, begann der Kochworkshop mit dem „Erlebniskoch“ Alex Sommerfeld von Kochabenteuer.de. An einer langen Tafel wurden die reichlich gespendeten Zutaten von der Tafel, einem Bioladen und Supermärkten in der Abendsonne von ca. 20 Personen verarbeitet und schließlich bei bester Stimmung im Schein von Petroleumlampen gemeinschaftlich verspeist.

Nach der Stärkung setzte sich das Programm mit Filmvorführungen zum Thema Abfall und Materialverwendung fort. Der erste Film, „Whaste Land“, über filmerische und künstlerische Portraits von „Müllpflückern“ auf der größten Mülldeponie der Erde in Rio de Janeiro wurde von ca. 60 Leuten verfolgt und auch der zweite Film über einen Amerikanischen Recycling-Architekten fand noch genug Zuschauer.

Das vielfältige Programm, die Kooperationen und die Aktualität der „Location“ haben den Sperrmüllmarkt sehr stark bereichet und zu einem Themen-Tag der Wiederverwendung Wiederverwertung und Müllvermeidung werden lassen, angereichert mit Kunst, Kontakten, Information, Entspannung, Begegnungen, Spaß und Miteinander. 

Somit darf dies als ein gelungener Abschied des BRAUCHbar-Projektes vom Sperrmüllmarkt gewertet werden. Mit der finanziellen Förderung durch das Quartiersmanagement endet auch das Projekt in diesem Jahr. Einige Projektbestandteile werden bereits von anderen Projekten übernommen und auch für den Sperrmüllmarkt sind Nachfolge-Organisatoren im Gespräch. Weitere Interessenten sind jedoch herzlich willkommen.

Das Thema Wiederverwendung, Reparatur und Ressourcenschutz wird mit Sicherheit in Zukunft mit Verteuerung von Energie und Rohstoffen an Bedeutung gewinnen, weshalb die Moabiter Gebrauchtkultur nicht in Vergessenheit geraten sollte, insbesondere nicht, wenn sie so viel Spaß macht.

 

 

GB