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Donnerstag, 05.12.2019

Beim Stadtteilplenum Moabit West im November 2019

Am 19. November 2019 fand das letzte Stadtteilplenum für dieses Jahr auf Einladung des Quartiersmanagements Moabit West und des Moabiter Ratschlags e.V. im Stadtschloss Moabit statt.

Auf der Tagesordnung standen die Perspektive der Stadtteilmütter in Berlin sowie der Ausbau und die energetische Sanierung des ZK/U. Moderiert wurde der Abend vertretungsweise von Beatrice Siegert (S.T.E.R.N. GmbH, QM Moabit West) und Esther Klobe-Weihmann vom Moabiter Ratschlag e.V., da die langjährige Moderatorin Susanne Torka im Urlaub weilte. Aktuell sammelt das QM-Büro auch Vorschläge für das kommende Jahr, die auf dem Stadtteilplenum besprochen werden können.

Im Laufe des Abends konnten außerdem die eingereichten Bilder des Fotowettbewerbs bewundert und mit dem bewährten „Punktesystem“ bewertet werden; die Gewinnerinnen und Gewinner standen am Ende des Abends fest und können sich auf tolle Preise freuen. Die Bilder werden im Kiezkalender 2020 des QM Moabit West veröffentlicht.

Zunächst hatte Ramona Granson von der Diakoniegemeinschaft Bethania gGmbH gute Nachrichten über die Zukunft der Stadtteilmütter in Moabit und ganz Berlin zu berichten: Die jahrelange Durststrecke – die stets ungeklärte Finanzierung des Modellprojekts über Projektgelder und die Durchführung durch befristete Stellen – hat ab 2020 ein Ende. Nach rund drei Jahren intensiver Verhandlungen wird nun durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ein Landesprogramm zur Sicherung der Stadtteilmütter als feste Größe aufgestellt. Der Zeitpunkt ist absolut notwendig, denn mit Ende dieses Jahres laufen die aktuellen Förderungen aus. Bis zu 120 Stadtteilmütter sollen einen Arbeitsplatz Stellen auf dem 1. Arbeitsmarkt erhalten. Rund 300 Stellen sollen es bis 2024 werden. Davon entfallen 60 Stellen auf den Bezirk Mitte mit seinen 10 Bezirksregionen. Weitere Bezirke, die das Landesprogramm abdecken wird, sind Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg. Perspektivisch solle das Angebot auch noch auf andere Berliner Bezirke, wie z.B. Marzahn-Hellersdorf und Spandau, ausgeweitet werden. Welche Regionen durch die Förderung abgedeckt sind und somit einen Anspruch auf Finanzierung erhalten, wird durch eine Bedarfsermittlung festgelegt. Faktoren sind hier z.B. die Anzahl der Kinder bis 12 Jahre mit Migrationshintergrund u.ä.

Für die vielen Frauen, die sich seit Jahren für verbesserte Chancen von Kindern und Familien mit migrantischen Wurzeln größtenteils ehrenamtlich einsetzen, bietet diese Finanzierung nun echte Perspektiven für ein unabhängiges Arbeitsleben und weitere berufliche Schritte. Zunächst werden die Frauen angestellt, die die Arbeit bereits durch ihre Kenntnisse und Erfahrungen stärken, außerdem werden weitere Frauen qualifiziert. Die fachliche Begleitung erfolgt durch soziale Träger, ausgewählt von den jeweiligen Bezirksämtern. Das Projekt „MüfüMü“, das vor über 10 Jahren mit vier Frauen unter Anleitung von Shiva Saber Fattahy startete und Teil der Stadtteilmütter wurde, hat nunmehr die Anerkennung erhalten, die es verdient. Unklar ist jedoch noch, wo genau die Arbeit stattfinden kann. Denn die Fördermittel des Landesprogramm sehen keine Gelder für Raummieten vor. Hauptsitz in Moabit ist nach wie vor das B8 Jugendzentrum, auch das Familienzentrum Nauener Platz steht zur Verfügung. Weitere Kooperationspartner, Familienzentren und Jugendhäuser in der Region Gesundbrunnen werden gesucht.

Der zweite TOP des Abends betraf den Ausbau und die energetische Sanierung des Zentrums für Kunst und Urbanistik ZK/U. Matthias Einhoff, einer der Gründer des ZK/U erläuterte die aktuellen Ausbaupläne und warb für das Einbringen von Ideen, um die neuen Räume optimal zu bespielen. Für diesen Zweck gibt es einen „Steckbrief“, der im QM-Büro erhältlich ist und auch als PDF heruntergeladen werden kann.

Hintergrund für die geplanten Baumaßnahmen sind zum einen die steigende Nachfrage für gemeinwohlorientierte Nutzungen und die fehlende Nutzbarkeit der Veranstaltungshalle in der kalten Jahreszeit. In mehreren Beteiligungsrunden wurden Ideen gesammelt, die nun in konkrete Pläne münden. Perspektivisch entstehen ca. 600 qm² zusätzlich sowie eine Dachterrasse auf dem Gebäudetrakt. Erreichbar wird die Terrasse auch durch einen zusätzlichen Aufzug sein. Die Öffnungszeiten der Terrasse sind dann zwar an das Programm gebunden, generell ist sie aber in diesem Zusammenhang offen für alle Besucher der Veranstaltungen. Die große, bereits bestehende Halle soll mit zusätzlichen Heizkörpern wie auch einer Fußbodenheizung versehen werden. Diese Fußbodenheizung ist auch in der Lage, im Sommer zu kühlen. Die Isolierung der Halle erfolgt über einen gläsernen Kubus, der um Halle verläuft. In den neu geschaffenen Räumen soll eine „Kommunikationswerkstatt“ entstehen, in der z.B. Audio-Aufnahmen und Videos erstellt werden können. Angedacht ist auch die temporäre Nutzung, z.B. durch Workshops.

In Kürze werden die Bauanträge gestellt, so dass idealerweise im Frühsommer 2020 mit dem Bau begonnen werden kann. Während der Bauphase werden parallel Veranstaltungen wie der Gütermarkt oder das Speisekino weiter durchgeführt. Allerdings können auch Pausen entstehen. Die gewohnte Frequenz der Veranstaltungen wird vermutlich nicht aufrecht zu erhalten sein und es muss mit partiellen Schließphasen gerechnet werden. Außerdem, so Einhoff, „würden auch kreative Pausen entstehen, um inne zu halten und künftige Konzepte weiter zu entwickeln“. Die Kosten von rund 2 Millionen Euro werden durch den Baufonds des Programms Soziale Stadt getragen, rund 5 % Eigenleistung übernimmt das ZK/U.

Zum Abschluss des Plenums wurden einige Termine angekündigt.

  • Am Samstag, 7. Dezember 2019, findet auf dem Gelände des Stadtschlosses Moabit der „Moabiter Wintermarkt“ statt, auf dem viele Moabiter Einrichtungen und kreative Akteure ihre Stände haben. Selbstverständlich gibt es auch musikalische wie kulinarische Unterhaltung in der Vorweihnachtszeit.

  • In Kürze wird es im Stadtschloss jeden Freitag um 17 Uhr einen Chor für Kinder und Erwachsene geben.

  • Im Stadtschloss wird es künftig auch ein Lastenfahrrad namens „Mathilde“ zur Ausleihe geben. Details und Buchungsmöglichkeiten erhält man im Internet auf www.flotte-berlin.de

  • Am 1.12.2019 von 16 bis 18 Uhr treten die „Levetzow-Girls“, der von Jutta-Schauer-Oldenburg betreute Moabiter Mädchenchor, in der Kirche im Nikolaiviertel auf. (S-Alexanderplatz, U-Klosterstraße)

Bitte vormerken: Das nächste Stadtteilplenum findet am 21. Januar 2020 statt. 

Die Berichte zu den vergangenen Plena können Sie hier nachlesen.

Text & Fotos: Kerstin Heinze / GB