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Freitag, 19.10.2018

Quartiersratswahl im Mittelpunkt des Stadtteilplenums am 16. Oktober 2018

Quartiersrat-Kandidatenshow und Opernklänge beim Stadtteilplenum Moabit West 

von Gerald Backhaus

Am 16. Oktober 2018 luden der Moabiter Ratschlag e. V. und die S.T.E.R.N. GmbH zu einem ganz besonderen Stadtteilplenum in den Nachbarschaftstreff. Die Kandidatinnen und Kandidaten für den Quartiersrat präsentierten sich und danach gab es gleich die Möglichkeit, seine Stimme abzugeben. Außerdem sorgte die Komische Oper mit ihrem Programm „Opern-Dolmuş“ für fulminante Unterhaltung. Susanne Torka moderierte. 

Details zum Wahlverfahren erläuterte Quartiersmanagerin Beatrice Siegert. Der neue Quartiersrat wird 23 Mitglieder haben. Dazu werden von 15 kandidierenden Bewohnern 14 Personen gewählt, und es wird einen Nachrücker  geben. Von den 10 Trägern werden neun gewählt, auch hier gibt es einen Nachrücker. Wahlberechtigt sind alle über 16 Jahre, die im QM-Gebiet wohnen oder arbeiten und einen Legitimationsnachweis dafür vorlegen.

Weitere Wahltermine:http://www.moabitwest.de/Alles-Wichtige-zu-den-Wahlen-in-Moabit-West.6602.0.html

Alle neun Bewerberinnen und Bewerber der Aktionsfondsjury sind gesetzt. Vier von ihnen waren im Plenum anwesend: Lothar Walter kandidiert zum ersten Mal. Er wurde u.a. beim Fest der Nachbarn durch die Aktionsfondsjury unterstützt, was ihn sehr motivierte. Er erwähnte außerdem Lebensfreude und weitere Kontakte als Motive mitzuarbeiten. Seit 1975 ist er Berliner, seit 1982 lebt und wirkt er in Moabit (Vollkornbäckerei Waldstraße). Als Anwohner kümmert er sich viel um die Waldstraße, ist ehrenamtlicher Hospizmitarbeiter und lobte die lange Zusammenarbeit mit dem QM. Volker Kleining lebt seit neun Jahren im Kiez. Er hat schon viele Erfahrungen in Aktionsfondsjury und Quartiersrat gesammelt und möchte sich besonders für eine starke Nachbarschaft sowie den öffentlichen Raum und Wohnraum einsetzen. Wolfgang Höwener, der seit 1981 im Kiez lebt, beschäftigt besonders die Verkehrssituation in Moabit (Stichwort „Rennstrecken“), und Frederik Sommer, der seit 2013 im Quartiersrat und der Aktionsfondsjury mitmacht, möchte gern über spannende Projekte mitbestimmen.

Weitere Informationen zu den potentiellen Mitgliedern der Aktionsfondsjury finden Sie im Quartierpapier - Sonderausgabe Wahlen: http://www.moabitwest.de/fileadmin/content-media/media/2018/10_Oktober/QuartierPapier__Extraausgabe_Wahlen_2018_Web.pdf

Kandidatinnen und Kandidaten für den Quartiersrat

Zunächst stellten sich Vertreterinnen und Vertreter von Trägern vor.

Refogemeinde 

Ellen Penning, liebt den Stadtteil. Sie schätzt am Quartiersrat besonders die Zusammenarbeit von Menschen, die hier leben, gemeinsam anpacken und gestalten. Jutta Schauer-Oldenburg, die seit 67 Jahren in Moabit und seit 1938 in Tiergarten wohnt, berichtete u.a. von den vor Jahren gemeinsam mit dem damaligen Quartiersrat gesungenen „Goldenen Straßenregeln für Moabit“. Ein großes Anliegen ist ihr, dass möglichst viele zur Wahl kommen, denn je höher die Wahlbeteiligung ist, um so größer ist der Stellenwert des Quartiersrats in der Verwaltung, Es geht auch in der neuen Geschäftsordnung für Quartiersräte um Bürgerbeteiligung und Partizipation. Doch wird sie verabschiedet, hat der QR nur noch Marionettenfunktion, befürchtet Jutta Schauer-Oldenburg. Die Quartiersratssprecher dürfen bei den Steuerungsrunden mit den Senats- und Bezirksvertretern und QM-Team dann nicht mehr anwesend sein. Kommt diese neue Geschäftsordnung durch, so Jutta, dürfen auch Mitarbeiter der Träger nicht mehr an den Wahlen des Quartiersrates teilnehmen. Trägervertreter werden in der Steuerungsrunde gesetzt. Norbert Onken und sie als bisherige Quartiersratssprecher wurden deshalb durch den Quartiersrat Moabit West dazu ermächtigt, politisch aktiv zu werden. Daher ihr Aufruf: Je mehr Moabiter wählen, um so eher können wir diesbezüglich etwas durchsetzen!

Diakoniegemeinschaft Bethania gGmbH

Ramona Granson leitet die Geschäftsstelle und die Kiezmütter von Mitte liegen in ihrem Bereich. Sie kennt den Kiez, war früher Schülerin der Carl-Bolle-Grundschule und ist seit 2016 Mitglied im Quartiersrat. Olaf Steinmetz arbeitet seit 2014 in Moabit und leitet den Bereich Jugendhilfe und offene Jugendarbeit bei Bethania.

Carl-Bolle-Grundschule

Martin Malaczek ist Lehrer an der Carl-Bolle-Grundschule und deren stellvertretender Schulleiter. Er lobt besonders die Zusammenarbeit von Schule, Quartiersmanagement und Quartiersrat. Er kandidiert gemeinsam mit der Schulleiterin Ingrid Schmidt für den Quartiersrat. Die Schule ist seit 2016 im Quartierrat vertreten.

SOS-Kinderdorf e.V.

Dagmar Becker arbeitet seit 2005 beim SOS-Kinderdorf im Bereich Familienbildung. Es reizt sie, die auch in Moabit wohnt, sozialräumlich mit gestalten zu können, ob in Diskussionen mit anderen oder im „Netzwerk Integration“. Tatjana Beicht ist für das Familienzentrum koordinativ tätig und setzt sich für die Menschen der Nachbarschaft ein. Besonders aktiv war sie bei der Umgestaltung der Waldstraße zu einem Ort der Begegnung. Seit zwei Jahren ist sie wie Dagmar Becker Mitglied im Quartiersrat.

Psychosoziale Initiative Waldstraße 

Arne Paasche, der auch an der Umgestaltung der Waldstraße mitwirkte, berichtete, dass sich die Psychosoziale Initiative Waldstraße bei großen Moabiter Veranstaltungen wie „Ortstermin“ und „Lange Nacht des Buches“ aktiv beteiligte, dass die Schreibgruppe der Initiative durch den Aktionsfonds gefördert wird, und dass die Räume der Initiative für Nachbarn immer offen stehen.

Freunde der Jugendverkehrsschule Moabit e.V.

Seit 2014 setzt sich Doris Citro für den Erhalt der Jugendverkehrsschule Moabit ein. Sie ist Kiez-Mediatorin und Kiez-Übungsleiterin und seit 2016 als Bürgerdeputierte auch Mitglied im BVV-Ausschuss Umwelt, Natur, Verkehr und Grünflächen. Sie findet, dass Moabit attraktiver gemacht werden sollte.

Weitere Träger bzw. deren Vertreter: Nadine Kügler (CJD), Katharina Hofmann und Nicola Kluftinger vom Moabiter Schulgarten (Moabiter Ratschlag e.V.), Ali Al-Bakary aus dem Bereich Gewerbe und Matthias Einhoff und Lotta Schäfer für das Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U).

Bewohnerverteterinnen und -vertreter

Annette Kraß lebte schon als Studentin in WGs in Moabit. Sie findet es toll, wie viele sich hier ehrenamtlich engagieren und bekam durch den Quartiersrat viel mehr Gefühl für den Kiez und was hier konkret gebraucht wird. 

Natalie Rosenke lernte in Moabit kennen, was sie zuvor in Wilmersdorf vermisste: Zusammenhalt in der Nachbarschaft, und dass sich bei Gewalt gegen Frauen die Frauen hier untereinander helfen. Im Quartiersrat existiert Wissen darüber, wer helfen kann. Sie ist groß geworden im Schöneberger Sozialpalast, bot schon Antidiskriminierungsberatung im Stadtschlosstreff an, ist im bezirklichen Frauenbeirat, im „Netzwerk Integration“ sowie im Antidiskrimierungsverband Deutschland. „Manchmal ist es einfach wichtig, dass jemand fragt: Gibt es auch eine Rampe?“ 

Jürgen Osten ist von Beruf Geograf, lebt seit 23 Jahren in Moabit und ist immer an Stadtthemen interessiert. Da er in Brandenburg im Denkmalschutz tätig ist, kann er gut beurteilen, was in Moabit bisher alles geleistet wurde. Ihn interessieren ganz viele Themen und Bereiche, z.B. Bildung, Behinderte, Ältere, sowie ökologische Themen. Er spürt eine besondere Motivation, gerade in der Verstetigungsphase des QMs im Quartiersrat mitzuwirken.

Nathalie Dimmer ist besonders bekannt durch ihre Mitarbeit am Projekt „Kino für Moabit“. Sie arbeitet in der Leseförderung der Kurt-Tucholsky-Bibliothek und geht damit u.a. in Schulen und Kindergärten. 2003 zog sie nach Moabit, und findet, dass es sich lohnt, für jeden hier zu kämpfen.

Debasish Bhaduri stammt aus Kalkutta. Er kam als Student nach Deutschland und ist Maschinenbauingenieur, sammelte über 25 Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik, war dreimal als Deputierter in der BVV und wirkte als Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultur. Außerdem war er dreimal Betriebsratsvorsitzender bei einer metallverarbeitenden Firma. Er macht sich als Mitglied in der Seniorenvertretung Mitte besonders für Ältere stark.

Karin Nithammer-Kachel lebt seit 1991 in Moabit und leitet seit drei Jahren die Miriam-Makeba-Grundschule. Nach zwei Jahren im Quartiersrat fühlt sie sich in diesem Gremium richtig angekommen und möchte sich gern mehr einbringen. Ihr liegen schon von Berufs wegen besonders Schulkinder am Herzen, aber auch ihre hier aufgewachsenen Söhne sind Moabit-Fans.

Uta Rothermel schätzt den direkten Kontakt zum eigenen Umfeld ganz besonders. Moabit erlebt ihrer Meinung nach aktuell eine Gratwanderung zwischen „immer schicker“ und „Schutzbedürftigkeit“. Sie findet wichtig, Wohnraum und Projekte zu schützen, „behutsam, und nicht als Gentrifizierungsmotor.“

Yasmine-Helene Urso findet, dass nirgendwo die Mischung so gut wie in Moabit ist. Die Studentin an der Humboldt-Uni arbeitet nebenbei als Übersetzerin und Dolmetscherin. Sie möchte gern ein Schlüssel zwischen Menschen, die hier leben, sein. 

Jan Lohrengel arbeitet bei Mosaik im Restaurant „Charlottchen“. Er mag es, den Kiez noch besser kennenzulernen, hier mit zu gestalten und zu erfahren, wie die öffentlichen Gelder verwendet werden. Er möchte Entscheidungen mit tragen und in Moabit „etwas wuppen.“

Ramona Reiser, die seit 2009 in Moabit wohnt, fand erst 2016 den Mut, sich für den Quartiersrat zu bewerben. Dahin gewählt, hatte sie viel Freude und lernte neue Ecken und Probleme kennen. Das brachte ihr persönlich sehr viel. Sie arbeitet für die Bahnhofsmission und ist dort verantwortlich für Finanzen/Personal und Spenden. Auch politisch ist sie aktiv, als Bezirksverordnete in der BVV und als jugend- und sportpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. 

Ilona Arabella Troncoso Munoz wohnt seit 10 Jahren in Moabit und betreibt das Familiencafé „Fräulein Knopfauge“. Sie leistete viel Sozialarbeit aus ihrem Café hinaus, hat Nachbarschaftsverbindungen geschaffen und will noch tiefer in den Kiez hinein wirken. Sie möchte das Thema Gewerbe gern stärken. Sie ist selbst mit Barrieren aufgewachsen und hat trotzdem Abitur gemacht und findet, dass Mütter ein besonders wichtiges Thema auch im Quartiersrat sein sollten.

Außerdem kandidieren die Landschaftsarchitektin Johanna Fecke, Simone Motzkus aus der Waldstraße, Kerstin Brümmer aus dem Huttenkiez sowie die Geografin Lisa Thiele für den Quartiersrat.

Weitere Informationen zu den potentiellen Mitgliedern des Quartiersrats finden Sie im Quartierpapier - Sonderausgabe Wahlen: http://www.moabitwest.de/fileadmin/content-media/media/2018/10_Oktober/QuartierPapier__Extraausgabe_Wahlen_2018_Web.pdf

Im Anschluss gab es durch Beatrice Siegert eine Würdigung von Quartiersratssprecher Norbert Onken, der nach vielen Jahren der Mitgliedschaft nun nicht mehr für den Quartiersrat kandidiert. Ein Strauß von Gründen sei daran Schuld, bemerkte Norbert selbst dazu, und keinesfalls die Menschen in Moabit, wo er viele Freunde hat. Er engagiert sich viel in Charlottenburg, und wenn in zwei Jahren seine Straße nicht mehr Teil des QM-Gebiets sein wird, „dann kann ich auch jetzt schon raus, weil ich dadurch mehr Zeit dafür habe, mich in Charlottenburg zu engagieren.“

Verschiedenes, Termine

Natalie Rosenke startete einen Aufruf: Nächstes Jahre gibt es drei Landtagswahlen. Wenn Sie in Brandenburg Organisationen kennen, die sich dem Wahlkompass Antidiskriminierung anschließen möchten, sollten Sie bitte Kontakt zu ihr herstellen. Das bietet die Chance, ein Meinungsbild bei der Politik zum Thema Diskriminierung einzuholen. 

Jutta Schauer-Oldenburg lud ein zum 8. Dezember 2018, wenn im Stadtteilbüro in der Rostocker Straße 35 von 15 bis 18 Uhr die Levetzow-Girls ihre Ausstellung „Angekommen, aber werden wir auch angenommen?“ präsentieren werden. Das geschieht in Zusammenarbeit mit dem Moabiter Ratschlag e.V. und dem QM Moabit West. Die Senatorin Elke Breitenbach wird ebenfalls an der Ausstellungseröffnung teilnehmen.

Susanne Torka: ADHS-Vortrag und Miniworkshop für Erwachsene und ihre Partner bei der Selbsthilfe in der Perleberger Straße 44. Termin: am Donnerstag, 18.10.2018, von 18-21 Uhr.

Mitreißendes Opernprogramm

Dolmuş heißt auf türkisch Sammeltaxi. Der Opern-Dolmuş der Komischen Oper - man fährt in kleiner Besetzung an Orte in den Berliner Kiezen - war im Anschluss zum ersten Mal zu Gast im Nachbarschaftstreff. Das Publikum wurde verzaubert und mitgerissen. Von Rossini und Monteverdi bis zu Bizet oder Tschaikowski - die Interessierten konnten an dem dafür ungewöhnlichen Ort mehreren Arien und Duetten aus verschiedenen Opern lauschen. Im Anschluss daran standen die Musiker für Fragen zur Verfügung.

Am 20. November 2018 findet das nächste Stadtteilplenum statt.

Die zusammengefassten Inhalte und Ergebnisse aller Stadtteilplena werden immer hier veröffentlicht.

 

Text & Fotos: Gerald Backhaus