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Mittwoch, 29.05.2019

Soziales im Fokus - über das Stadtteilplenum im Mai 2019

Soziales im Fokus des Stadtteilplenums Moabit West im Mai 2019

Zum Stadtteilplenum am 21. Mai 2019 luden der Moabiter Ratschlag e.V. und das Quartiersmanagement Moabit West in den Nachbarschaftstreff ein. Moderiert wurde von Susanne Torka. Unter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus dem Kiez“ wurde zunächst das Projekt „Mein Kind - Ohne Wenn und Aber“ vorgestellt. Dazu war Hülya Gürler vom Türkischer Bund Berlin-Brandenburg (TBB) ins Plenum gekommen. Der TBB ist eine deutsch-türkische Organisation, die nicht religiös und politisch gebunden ist. Dass ein Kind schwul, lesbisch oder transsexuell ist oder sein könnte, stellt eingroßes Tabu dar, auch in Familien türkischer Herkunft. Das Projekt „Mein Kind - Ohne Wenn und Aber“ möchte Eltern vermitteln, dass sie ihr Kind auch angesichts seines „Andersseins“ bedingungslos lieben sollten. Manche Eltern können das nicht, wenn ihr Kind „anders“ ist und sie empfinden ein Befremden, wenn sich ihr Kind outet. In dieser Situation brauchen viele Eltern Unterstützung. Eine Studie zur Mehrfachdiskriminierung der Organisation LesMigras aus dem Jahre 2012 zeigt, dass die Familie für LSBTI-Personen sehr wichtig ist. Gleichzeitig stellt die Familie einen ambivalenten Ort dar - einen Ort der Diskriminierung einerseits und einen Ort des Schutzes andererseits.

Zu den Inhalten des Projekts zählen Informationen und Workshops zur Aufklärung, das Sensibilisieren für das Thema sowie die Vernetzung in Form einer moderierten Elterngruppe, damit sich betroffene Eltern gegenseitig unterstützen können (Hilfe zur Selbsthilfe). Das Coming Out des Kindes sollte als gemeinsame Herausforderung der Familie betrachtet werden, denn auch die Familie hat ein Coming Out, z.B. gegenüber der weiteren Verwandtschaft und bei ihren Nachbarn und Arbeitskollegen. Alle Familienmitglieder müssen einen Prozess der Akzeptanz durchlaufen, weil die Gesellschaft für das Thema noch nicht wirklich reif ist. Zudem erleben LSBTI-Personen mit Migrationshintergrund oft eine Mehrfachdiskriminierung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Herkunft. Auch ihre Familien sind von Mehrfachdiskrimierungen betroffen und fühlen sich bedrängt durch Fragen wie „Was sagen die anderen dazu?“ und „Warum ist das Kind so, was habe ich nur falsch gemacht?“ Groß ist daher die Relevanz des Projekts. Wegen des Bedarfs an speziellen Unterstützungsangeboten hat sich der TBB besonders der Stärkung und Sensibilisierung der Eltern angenommen, damit sie sich Anfeindungen gegenüber besser erwehren können. Das Projekt arbeitet an der Sichtbarkeitsmachung der Diskrimierung der Eltern.

Zu den Zielgruppen des Projektes, das 2018 startete, zählen vor allem Eltern von LSBTI-Kindern mit Migrationshintergrund. Es wird gefördert von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung. Um betroffenen Familien die große Hemmschwelle zu nehmen, wird das Projekt u.a. im türkischsprachigen Radio und im Berliner Fenster (U-Bahn-Fernsehen) bekannt gemacht. Sich Hilfe zu holen, ist gerade bei diesem Thema leider problematisch. Die betroffenen Menschen isolieren sich eher. Außerdem ist das Konzept der Selbsthilfe bei vielen nicht sehr bekannt, berichtete die Vertreterin des TBB. Sie lud auch Träger dazu ein, sie einzuladen, um mit ihrer Unterstützung das Tabuthema aufzubrechen.

Kontakt: TBB Berlin-Brandenburg, Orangenstraße 53, 10969 Berlin, Tel. (030) 21 96 40 54, meinkind[at]tbb-berlin[.]de, www.tbb-berlin.de

Erstes Huttenstraßenfest am 10. August 2019

Mario Wyrwas berichtete von dem ehrenamtlich organisierten Fest, das den Huttenkiez attraktiver machen möchte. Die Organisatoren – er und Harry Hensler vom Träger „Engagement Berlin Brandenburg“ - wollen „gemeinsam mit Gewerbetreibenden, Verbänden, Vereinen, Initiativen, Anwohnern und ihren Familien mit Musik, Kultur, Informationen, Marktständen und gutem Essen einen Tag des Kennenlernens und der Freundschaft im Huttenkiez“ veranstalten. Das Fest soll auch nachhaltig werden, daher wird auf Plastikverpackungen verzichtet. Stände werden bereit gestellt. Wer daran Interesse hat, kann sich gerne melden.

Bei Fragen und Lust, sich im Huttenkiez zu engagieren – Kontakt:http://www.moabitwest.de/Kommen-Sie-zum-Huttenstrassenfest-am-10-August-2019.6736.0.html

Schwerpunktthema des Maiplenums war der „Sozialbericht Mitte zur sozialen Lage in Moabit“. Dazu referierte Jeffrey Butler vom Bezirksamt Mitte, Abteilung Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination. Er gab Basisdaten zur Bevölkerung und sozialen Lage im Bezirk Mitte bekannt, von denen wir einige hier erwähnen.

Mitte ist einer der jüngsten Bezirke Berlins. Zwischen 18 und 64 Jahre alt sind 72 Prozent aller Menschen, die hier leben. Die Bevölkerung in Mitte wächst rasant, der Wanderungssaldo in Moabit betrug von 2006 bis 2017 rund 6.300 Menschen. Moabit hat damit den kleinsten Wanderungssaldo im Vergleich zu den Stadtteilen Mitte-Zentrum, Wedding und Gesundbrunnen. Der Wanderungssaldo im gesamten Bezirk Mitte betrug insgesamt 46.500 Menschen in diesen 11 Jahren.

Moabit hat eine sehr heterogene Bevölkerung. Sehr viele Menschen mit Zuwanderungserfahrung (ZWE) leben hier und ihre Anzahl sowie ihr Anteil ist in den 11 Jahren tendenziell gestiegen. Bei fast 52 % liegt der Anteil der Menschen mit ZWE in Mitte, im Bereich Westhafen erreicht er mit 72 % den höchsten Wert, im Bereich Elberfelder Straße hingegen nur rund 34 %.

Größte Herkunftsgruppen? In Moabit relativ stark vertreten sind sowohl menschen türkischer Herkufnt als auch Menschen aus der EU 16 und den „arabischen Ländern“. Dabei ist beachtenswert, dass der Anteil von Menschen mit ZWE von 2011 bis 2017 insgesamt um rund 40.000 Personen stark anstieg, während der Anteil der Menschen aus der Türkei und Osteuropa kleiner wurde.

Zur Schulbildung: In Mitte liegt der Abiturientinnen und Abiturienten bei 56 %, doch gibt es auch sehr viele Jugendliche, die die Schule ganz ohne Schulabschluss verlassen. Ähnlich ist die Lage beim beruflichen Abschluss.

Jeffrey Butler untersuchte dieberufliche Bildung der Väter von Kindern, die eingeschult werden, was bei den Einschulungsuntersuchungen ermittelt wird. In Moabit West sind fast 30 % dieser Väter ohne Berufsabschluss, in Moabit Ost rund 22 % , während der Durchschnitt im Bezirk Mitte bei 11 % liegt.

Niedriger Bildungsstand: Rund 20 % der Menschen, die im Bezirk Mitte wohnen, sind ohne Berufsausbildung und Abitur. Damit liegt der Bezirk im Berlin-Vergleich ganz hinten, noch hinter Spandau und Neukölln.

Zur materiellen Lage: Mit durchschnittlichen 1.075 Euro pro Monat im Jahr 2017 liegt das Einkommen in Mitte auf dem zweitletzten Platz vor dem Bezirk Neukölln. Der Vergleich von Mitte und Pankow von 2001 bis 2017 zeigt, dass 2001 beide Bezirke um den Berliner Durchschnitt herum lagen, doch das durchschnittliche Einkommen bis 2017 in Pankow sehr anstieg, so dass der Unterschied heute bei 400 Euro liegt. Vor 16 Jahren lag der Unterschied nur bei 100 Euro. Das hängt mit dem Defizit beim Bildungsstand zusammen und der größeren Anzahl an Menschen in Mitte, die auf Transferleistungen angewiesen sind, vermutet Jeffrey Butler.

Auch ist die „Schere zwischen Arm und Reich“ in Mitte besonders groß, also die Einkommensungleichheit. Im Bezirk gibt es die zweitgrößte Ungleichheit nach Charlottenburg-Wilmersdorf.

Zum Bezug von ALG II: Ein Drittel der Empfänger dieser Sozialleistungen arbeiten und sind „Aufstocker“, weil ihr Verdienst nicht ausreicht. Damit liegt Mitte an dritter Stelle nach Neukölln und Spandau. Früher lebten besonders viele ALG-II-Empfängerinnen und -Empfänger im Stadtzentrum, heute ist die Peripherie ebenfalls stärker betroffen. Während im Gebiet Brunnenstraße Süd nur 5 % diese Sozialleistungen beziehen, liegt dieser Wert in Teilen von Moabit bei über 20 %, in den Gebieten Gesundbrunnen und Osloer Straße sogar bei fast 40 %. Moabit ist in diesem Punkt ein sehr heterogener Stadtteil mit einem starken Nord-Süd-Gefälle, wobei die Grenze bei der Straße Alt-Moabit liegt. Bei der Ermittlung dieser Werte werden auch die Kinder mitgezählt. 3 von 10 Kindern in Moabit leben von ALG II, in Mitte sind es 43 % der Kinder, mit fast 65 % ALG-II-Empfängern im Gebiet Osloer Straße liegt dieser Wert fast zehnmal so hoch wie im Gebiet Brunnenviertel Süd. Als Kern des Problems benennt Jeffrey Butler die mangelhafte Bildung der ALG-II-Empfänger. Fast 30 % haben keinen Schulabschluss und über 70 % keinen beruflichen Abschluss. Viele dieser Menschen befinden sich – weil ihnen anders als den Empfängern von Arbeitslosengeld I kaum Bildungsangebote vermittelt werden - leider „auf dem Abstellgleis“, auch wenn man das nicht so nennen soll, so Jeffrey Butler.

Mit einem Anteil von 12,5 % Menschen, die im Alter auf Grundsicherung angewiesen sind, liegt Mitte auf dem zweiten Platz hinter Friedrichshain-Kreuzberg. Der Anteil der armen Rentnerinnen und Rentner ist am höchsten in den Gebieten Wedding-Zentrum und Tiergarten-Süd, auch in Moabit West liegt er mit 14,5 % höher als der Mitte-Durchschnitt. Jeffrey Butler bezeichnet das als beunruhigende Entwicklung, gerade bei den 65- bis 75jährigen, die am wenigstens Rente bekommen. Der Vergleich mit Pankow und Gesamtberlin zeigt, dass der Anteil der armen Seniorinnen und Senioren im Bezirk Mitte seit 2005 stets gestiegen ist, während er in Berlin relativ stabil auf niedrigem Niveau liegt und sich im Vergleichsbezirk Pankow kaum veränderte. Insgesamt lässt sich feststellen, dass der Armutsanteil in benachteiligten Bezirken ansteigt.

Berlin ist im Vergleich der Bundesländer das viertärmstes Land: 19,2 % der hier lebenden Menschen gelten statistisch als arm, während es im Spitzenreiter-Bundesland Bremen sogar 23 % sind. Im Bezirksvergleich sind nur die Menschen in Neukölln noch ärmer als die Bewohner von Mitte. In Mitte galten im Jahr 2017 rund 28 % als arm und nur 7,4 % als reich.

Das ganze Zahlenmaterial detaillierter anschauen kann man sich online hier: https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/service-und-organisationseinheiten/qualitaetsentwicklung-planung-und-koordination-des-oeffentlichen-gesundheitsdienstes/gesundheits-und-sozialberichterstattung/artikel.238873.php

Kontakt zu Jeffrey Butler im Bezirksamt Mitte: Tel. (030) 9018 42575, E-Mail: Jeffrey.Butler[at]ba-mitte.berlin[.]de

Fragen aus dem Plenum:

- Der Anteil der ALG-II-Empfänger liegt im Planungsraum Huttenkiez sicher höher als im Beusselkiez, um wie viel? - Jeffrey Butler: Ja, die Lage im Beusselkiez hat sich positiv entwickelt. Was man sagen kann, ist, dass sich die Zahlen bei der Berufsausbildung der Eltern sehr zwischen den einzelnen Bezirksregionen unterscheiden.

- Berufliche Abschlüsse nach Geschlecht: Jungen des Abgangsjahrgangs 2015 hatten zu 20 % keinen Schulabschluss, Mädchen schnitten deutlich besser ab, aber auch sie waren schlechter als der Durchschnitt in Gesamtberlin.

- Wird ein Kind in Wedding geboren, sind seine Chancen viel geringer als in Pankowsagte der Bezirksstadtrat Ephraim Gothe. Das bezirkliche „Bildungsmonitoring“ beruht auf den statistischen Zahlen des Sozialberichts.

- Die Altersarmut in Moabit ist im Verlauf der letzten Jahre gestiegen Nur die Hochbetagten (über 80 Jahre) verfügen noch über mehr Rente, jüngere Seniorinnen und Senioren hingegen im Durchschnitt über weniger.

Angebote und Unterstützung des Verbunds für Nachbarschaft und Selbsthilfe Moabit (HG)

Elke Fenster vom Moabiter Ratschlag e.V. berichtete über dieses Netzwerk, das jedes Jahr das Programmheft „Miteinander Reden“ der Einrichtungen in Moabit und im Hansaviertel herausgibt. Es besteht aus einem redaktionellen Teil, in dem sich die einzelnen Häuser vorstellen, sowie aus Informationen zu allen Beratungsangeboten wie Pflege-, Mieter-, Familienberatung u.a. Diese Beratungen finden in den einzelnen Häuser selbst statt. Selbsthilfe wird groß geschrieben, man kann sich ehrenamtlich engagieren und trifft vor Ort Menschen aus den verschiedensten Lebenslagen. Kontakt zum Moabiter Ratschlag e.V. https://moabiter-ratschlag.de/start

Die Selbsthilfe-Kontaktstelle Mitte gibt es seit 29 Jahren. Sie ist für den gesamten Bezirk Mitte zuständig, z.B. für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Diese werden in aktuell 55 Selbsthilfegruppen vermittelt. Dabei wird mit Trägern wie z.B. der Kontaktstelle Pflegeengagement Mitte kooperiert. Kontakt: https://www.stadtrand-berlin.de

Dagmar Becker vom SOS-Kinderdorf berichtete darüber, dass ihre Einrichtung u.a. Erziehungs- und Familienberatungen anbietet. Einzelne Kinder und Jugendliche werden hier kostenlos beraten, ebenso Elternpaare, die Unterstützung bei der Erziehung benötigen und durch das Jugendamt vermittelt werden. Menschen mit Fluchterfahrung kommen mit großem Beratungsbedarf zu SOS, wo auch auf Kurdisch, Aramäisch und Arabisch beraten wird. Im regelmäßig stattfindenden Familiencafé kann man die Therapeutinnen auf niedrigschwellige Art kennenlernen. „Frühe Hilfen“: Es gibt bei SOS in der Waldstraße Hebammen-Beratungen, Informationen rund um die Geburt sowie für Eltern mit Babys und mehr. Kontakt: https://www.sos-kinderdorf.de/kinderdorf-berlin

Susanne Torka berichtete über den B-Laden. Unter dem Motto „Nachbarn für Nachbarn“ wird in der Lehrter Straße u.a. dabei geholfen, Formulare auszufüllen, Fragen zu Mieterhöhung u.ä. zu beantworten, außerdem leitet man zu professionelle Stellen weiter. Kontakt: https://lehrter-strasse-berlin.net

Der Verbund Nachbarschaft und Selbsthilfe, dem außerdem auch Einrichtungen wie der Frecher Spatz e.V. angehören, gibt jedes Jahr den Klara-Franke-Preis für ehrenamtliches Engagement heraus. Quartiersrätin Jutta Schauer-Oldenburg bekam die erste Ausgabe dieses Preises im Jahr 2001 für ihr Engagement für den Erhalt des Krankenhauses Moabit. Vorschläge für diesen Preis kann man immer zu Jahresbeginn einreichen. lehrter-strasse-berlin.net/klara-franke

Diskussionsbeiträge zur sozialen Lage. Wie kann sie verbessert werden?

- Auf Anregung des BVV-Ausschuss Soziale Stadt möchte Bezirksstadtrat Gothe die statistischen Daten an Experten geben, die daraus Handlungsempfehlungen ableiten sollen. Das Schulsystem sollte man kritisch betrachten, weil die Klassen zu groß sind. - Soziologe Jeffrey Butler findet die frühe segregierende Auswahl der Kinder schwierig, stattdessen sollte die Gemeinschaftsschule als Schulform ausgeweitert werden.

- Kindergärten? - Butler: Jedes weitere Jahr im Kindergarten bedeutet beim Kind eine Verbesserung seiner kognitiven Fähigkeiten und desto besser schneidet es bei der Einschulungsuntersuchung ab. Das trifft besonders auf Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund zu.

- Warum gibt es einen so hohen Anteil an Jugendlichen ohne Schulabschluss? - Butler: Das Problem beginnt bereits viel früher, schon mit sprachlichen Problemen im Kindergarten.

- Das Schulsystem ist oft zu sehr auf Spitzenleistungen ausgerichtet. Stattdessen sollte man besser versuchen, alle Kinder mitzunehmen.

- Sehr große Unterschiede in den einzelnen Sozialräumen werden verursacht durch die jeweilige Mieten-Entwicklung. Hat das die Stadtplanung auf dem Schirm? - Butler: Ja, das Stadtplanungsamt bemüht sich, aber das Problem ist, dass seine personellen Ressourcen sehr begrenzt sind.

- Das „Bildungsmonitoring“ des Bezirks Mitte wurde als Instrument zur Ursachenfindung geschaffen und soll dabei helfen, Lösungen aufzuzeigen, denn die Schulabbrecherzahlen stagnieren auf hohem Niveau. Ein gutes Beispiel ist die Heinrich-von-Stephan-Gemeinschaftsschule am Neuen Ufer, wie schaffen wir das? - Butler: Der Bezirk reagiert. Neuerdings wird eine zweiseitige Elternbefragung bei der Einschulungsuntersuchung durchgeführt, u.a. zu den Wünschen der Eltern und zu den Arbeitsmöglichkeiten für die Kinder zuhause. Der Rücklauf ist gut, schon 2.000 Fragebögen kamen zurück.

- Man sollte das ganze System im Auge behalten, nicht nur die Kindergärten und Schulen, sondern auch Jugend- und Freizeiteinrichtungen, die auch mit schulisch nicht so erfolgreichen Kindern arbeiten. Generell müsste mehr Geld ins System.

- Man sollte sich mehr mit den Ursachen für die Ungleichheit bei den Chancen für Kinder auseinandersetzen. Entdeckungen und Erfahrungen sind gerade in den ersten Lebensjahren sehr wichtig, d.h. dass die Kinder angeregt werden, selbst Lösungen zu finden. Neugier kann Glückshormone im Kopf ausschütten.

- Es gibt in Mitte sehr viele Einschulungsuntersuchungen, doch insgesamt noch zu wenige Schulplätze, zu wenig Personal, und bei den Kleinkindern ist es so, dass zahlreiche Kindergartenplätze mittlerweile sogar eingeklagt werden.

Termine und Sonstiges  

Jeffrey Butler künditgt an, dass innerhalb der nächsten 6 Wochen einige über das Einwohnermeldeamt ausgeloste Über-60jährige den LISA-Fragebogen zum Ausfüllen bekommen. Bitte mitmachen!

Moabiter Bildungsfest am 6. Juni 2019 ab 14.30 Uhr im Ottopark, http://www.moabitwest.de/Kommen-Sie-zum-Bildungsfest-am-6-Juni-2019.6731.0.html

Refo-Campus: 31. Mai bis 1. Juni „Neapolisfestival“: https://www.refo-moabit.de/programm-fuer-das-neapolis-festival-31-5-1-6-2019/

Moabiter Ratschlag e.V.: Fahrradreparaturen in der Jugendverkehrsschule (JVS) immer donnerstags, und immer freitags im Stadtschlosstreff, jeweils von 14.30 bis 17.30 Uhr, und auch am ersten Samstag im Monat im Stadtschlosstreff. Angebote für nachhaltige Mobilität auf dem Ottospielplatz und in der JVS.

Am 20. Juni zum ersten Ferientag „Sommerfest der Jugendeinrichtungen“ von Mitte von 13-18 Uhr auf dem Mathilde-Jacob-Platz.

Am 21. Juni rund um den Unionsplatz und Birkenstraße: Kiezfest. Auch das nächste Stadtteilplenum im Juni beschäftigt sich mit diesem Gebiet.

Festiwalla-Jugendcamp vom 7. bis 9. Juni; am 6. Juni Theaterstück „La Plaga“, 19.30 Uhr, im Theater X, Wiclefstr. 32.

Betroffenenratssitzung am 4. Juni, 19 Uhr - 94 Wohnungen in der Lehrter Straße werden zu kleinen Co-Living-Apartments - Vertreter von Medici Living kommen und stellen ihr Konzept im B-Laden vor, B-Laden, Lehrter Str. 27-30.

Die Berichte zu den vergangenen Plena können Sie hier nachlesen.

Text & Fotos: Gerald Backhaus