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Wundersamt

Ein neuer Laden in der Oldenburger Straße 6 
- zum Stöbern und zum Schöne-Sachen-Finden. 

 

Leise klingeln die Glöckchen, wenn man die Ladentüre öffnet und eintritt in die verzaubernde Welt von Wundersamt. 

Auf 64 qm breiten sich lauter schöne Dinge aus: Schmuck, Lampen, Taschen, Schals, modische Accessoires und Deko-Artikel sind geschmackvoll auf alte Möbelstücke drapiert.

Leicht geschwungene Treppenstufen, die in den hinteren Teil des Ladens zur Kollektion von ausgesuchten Second-Hand Kleidungsstücken führen, geben dem Raum etwas Mondänes. 

Weiß getünchte Wände, Parkett-Fußboden und eine  schöne Stuckdecke unterstreichen diesen Eindruck.

 

"Ich hatte schon immer den Traum, einen Laden zu eröffnen", sagt Nikola Olff.


Vor einem halben Jahr war die 37-jährige Moabiterin noch eine arbeitslose Mediengestalterin und bezog Hartz IV. Aber soviel war ihr klar: "So soll das nicht bleiben".

 Als sie von dem leerstehenden Laden hörte, ergriff sie die Gelegenheit beim Schopf, redete mit dem Vermieter, reichte ein Konzept ein und beantragte die Förderung für eine Existenzgründung.

Nach mehreren Monaten Wartezeit erhielt sie dann von JobCenter den Bescheid:die Existenzgründung  ist bewilligt.
Das bedeutet, sie erhält für sechs Monate ein Einstiegsgeld in Höhe von weniger als Euro 180,- , mit dem zusätzliche Kosten abgedeckt werden sollen. 

Als Existenzgründerin bleibt sie dafür aber auch für die Laufzeit der Einstiegshilfe über das JobCenter für maximal 24 Monate sozialversichert.

In jedem Monat muss das JobCenter über die erzielten Geschäftsergebnisse informiert werden. Wenn Nikola Olff beginnt, mit ihrem Laden "Wundersamt" Gewinn zu erzielen, wird der gegen das Einstiegsgeld aufgerechnet und davon abgezogen.

Noch ist sie nicht soweit  -  aber natürlich strebt sie das Endziel jeder Existenzgründung an: dass ihr Geschäft sich selbst trägt.

Nikola Olff wußte: wenn hier jemals die Türglöckchen von Wundersamt klingeln sollen, dann muss sie erstmal enorm viel Arbeit und Geld in den Laden investieren.

"Hier war vorher eine Kneipe drin," erzählt sie," mit Teppichboden, Neonlicht und Sperrholzpaneelen an der Wand. Das alles raus zu reissen und den Laden so herzurichten wie er jetzt aussieht, das hätte ich ohne Unterstützung niemals schaffen können". 

Die Fördermittel für Existenzgründer sind knapp bemessen - da war viel Eigenarbeit gefragt.

Zum Glück bringt Nikola Olff schon viel Erfahrungen mit handwerklicher Arbeit mit: sie hat schon in einer Duckerei und als Tischlerin gearbeitet. Die Möbel, die bei ihr zu Hause stehen,  hat sie alle selbst gebaut.  
Sie hat aber auch schon mit Stoffen und mit Wolle gearbeitet, geschneidert und gefilzt.
"Ich arbeite gerne mit den Händen", sagt sie. "Und es macht mir überhaupt nichts aus, feste mit anzupacken - es geht ja dabei um was!" 
Genau! - es geht bei Wundersamt nicht nur um die Verwirklichung eines Traumes, sondern auch um die Versorgung einer Familie: Olff hat drei Kinder, zwei Jungen, 10 und 12 Jahre alt und ein 3-jähriges Mädchen. Die drei finden den Laden "klasse".

Die Nachbarschaft mit zwei anderen Frauen, die sich mit ihrem Laden selbstständig gemacht haben, empfindet sie als hilfreich; man unterstützt sich gegenseitig durch Tipps und  Austausch von Kontakten.

Das, was in Wundersamt angeboten wird, sind alles Dinge, die Nikola Olff, auch selbst kaufen würde. Beim Zusammenstellen hat sie sich inspirieren lassen von dem, was auf Weihnachtsmärkten und der Importmesse verkauft wird. 
Lampen sammelte sie sowieso schon eine ganze Weile, die, die jetzt im Laden stehen, waren vorher alle bei ihr in der Wohnung. "Jetzt ist bei uns zu Hause wieder etwas mehr Platz", lacht sie.

Inzwischen hat sie eigene Kontakte zu Importfirmen und Großhändlern - aber deren Konditionen sind für einen Laden, der gerade erst eröffnet wurde, recht streng: erst ab einem Bestellwert in Höhe von meherern Hundert Euro wird überhaupt geliefert - und dann natürlich auch nur gegen Vorkasse. "Wenn man mal im Kundenstamm eines solchen GRoßhändlers drin sit, dann kann man auch schon geringere Mengen bestellen, aber beim ersten mal muss man sich regelrecht ´einkaufen´.

Das führte dazu, dass Nikola Olff sich umguckte, ob es nicht auch interessante Dinge "Made in Moabit" gäbe, die sie im Wundersamt anbieten könnte - und entdeckt die bunten Ketten von Inga Damberg, einer Moabiter Künstlerin, die ebenfalls ´viel mit den Händen arbeitet.´ Von ihr gibt es auch noch mehr im Wundersamt: einen Spiegel mit Knopf-Rahmen - was ganz Apartes!

Daneben findet sich auch Witziges und Skurriles im Angebot, wie die beleuchtete Arche, bei der zwei Schweine unten aus der Luke blinzeln - ein Liebhaberstück.

Dies alles erfordert auch kaufmännisches Können. Da vertraut Nikola Olff auf ihre Erfahrungen, die sie bei ihrer Arbeit in einem Bio-Laden gesammelt hat.
Und wenn nötig, kann sie sich Hilfe holen: "Ich habe viele Freundinnen, die ebenfalls selbstständig sind. Die wissen einfach schon eine ganze Menge."

Ansonsten sagt Nikola Olff, dass sie eben Erfahrungen sammelt, dass sie sich so langsam ´da rein fummelt´ und  das Was und Wie beim Tun lernt.

Die Eröffnungsparty am 2. Dezember war gut besucht. Jetzt beginnt der Laden, sich langsam im Kiez zu etablieren.

Wunderbar. Wundersamt.

Wundersamt
Wohnaccessoires, Damenbekleidung, Geschenkartikel
Oldenburger Straße 6
10551 Berlin
Tel: 0178 - 876 62 37

Öffnungszeiten:
Mo - Fr 11 - 18 Uhr,
Sa 11 - 14 Uhr

emk