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"Inselglück 2010" - Die Moabiter Kulturtage

Theaterspektakel im Hof vom Stadtschloss Moabit
Gute Mucke von Jonas beim Familienmusikfest auf dem Außengelände des Jugendhauses B8
© PG Lab, »Kein Schweiß auf Holz«, Performance, 2010
Francis Zeischegg beobachtet Passanten in Moabit
Inga Damberg an ihrem Stand in der Arminius-Markthalle
Tage der Offenen Tür beim Medienmodul in der Gotzkowskystraße
Ilda-ki und ihr Freund vor dem Atelier in der Waldstraße
...ein Verkaufsrenner: die Recycling-Taschen vom Moabiter Ratschlag!
Trommler der Musikschule Fanny Hensel sorgen für Unterhaltung in der Turmstraße
Der Schulgarten war nicht nur geöffnet, sondern auch Schauplatz von "Afrika Village" und "Open-Air-Moabinale"
Offene Türen und sympathische Erklärungen auch beim JugendtheaterBüro

Kunst, Kunst, Kunst in Moabit ...zum Anfassen!

300 Veranstaltungen, 30 Ausstellungen und 45 Offene Ateliers

Zum fünften Mal lud die größte Insel Berlins zu den Moabiter Kulturtagen. An mehr als 100 Orten fanden am langen Wochenende vom 17. bis 20. Juni über 300 Veranstaltungen statt. Die Künstler zeigten ihre Arbeiten zudem in 30 Ausstellungen und 45 Offenen Ateliers.

Der Startschuss zum dichtgepackten Kulturerlebnis fiel in diesem Jahr am Donnerstag, dem 17. Juni, mit der zentralen Eröffnung in der Heilandskirche. Dort prangten arabische Schriftzeichen über der Tür und im Kirchenraum - ein Dialog der Religionen - , Trompeter der Musikschule Fanny Hensel bliesen den Gästen ein Ständchen, und mit einem weißen Straßenkreuzer fuhren die Performance-Künstler Marianne Stoll und Thomas Czimczik als Louise und Friedrich Wilhelm von Preußen vor. Majestätisch gelassen wohnten sie den Reden von Beatrice Pfitzner vom QM, Claudia Beelitz vom Kunstverein Tiergarten und Frieder Breitkreuz-Hamm von der Kirchgemeinde Moabit West bei, die die Kulturtage und gleichzeitig damit die Ausstellung von Salah Saouli in der Kirche eröffneten. Der Musiker Joachim Gies untermalte Veranstaltung und Ausstellung mit seinem Saxophon. 

Jenseits der großen Kulturevents gab es in Moabit ein beachtliches kreatives Potential, das sich bei den Moabiter Kulturtagen einer breiten Öffentlichkeit präsentierte. Besucher waren eingeladen, auf Entdeckungsreise zu gehen: in Hinterhöfe und durch Gärten, an bereits bekannte oder noch verborgene Orte, zu Konzerten und Lesungen, Ausstellungen und Kunstaktionen, Performances, Workshops und Theatervorstellungen. Darüber hinaus stand in diesem Jahr ein neues, vielversprechendes Veranstaltungsformat auf dem Programm: Moabit privat! Hier öffneten Moabiter - wie zum Beispiel Dieter Hesse mit seiner "IKEA-freien Zone" in der Quitzowstraße und Friedemann Holst-Solbach mit seinem musikalischen "Salon Gartenhaus" in der Krefelder Straße - ihre Türen für vielfältige Kulturveranstaltungen, gewährten Einblicke in ihre private Sammlungen und wirkten auf diese Weise an der Gestaltung von Inselglück mit. Die Anmeldungen zur Teilnahme am "Inselglück" seien um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, berichtete Claudia Beelitz auf der Eröffnungsveranstaltung.

Gerecht werden kann man niemandem bei einer solchen Mammut-Veranstaltung, die der Kunstverein Tiergarten gestemmt hat. Aber, um wenigstens ein paar Beispiele zu nennen, die besonders ins Auge oder Ohr fielen: Francis Zeischegg, die den öffentlichen Raum von ihrem Hochsitz an verschiedenen Orten in der Turmstraße aus überwachte, die Ausstellung des Malers Christoph Winter in der Galerie Nord (www.christopher-winter.com), die Präsentation und der Verkauf der Taschen aus Recyclingmaterial vom Moabiter Ratschlag, Inga Dambergs Schnitzeljagd in der Arminius-Markthalle, die Cross-Over-Videos von Ilda-ki, die Künstlerbücher und Drucke von Hanneke van der Hoeven, das JugendtheaterBüro in der Wiclefstraße, dass sich gerade auf seine großen Veranstaltungen vorbereitet, das stimmungsvolle Fest auf dem B8-Jugendhaus-Gelände und und und. Ein Höhepunkt war auf jeden Fall wieder das Moabiter Theaterspektakel. Die Truppe zeigte dieses Jahr "Die Heirat" von Nikolaj Gogol, und das gleich drei Mal. Und weil es so gut ankam, wird es noch weitere Vorstellungen geben: am 2. und 3. Juli jeweils um 20 Uhr und am 4. Juli um 18 Uhr auf der Freilichtbühne im Hof des Stadtschloss Moabit in der Rostocker Straße 32.

Der Kunstverein Tiergarten, der das Festival nun schon zum fünften Mal organisierte, hatte ein umfangreiches Programmheft zusammengestellt, das in der Galerie Nord und an vielen öffentlichen Orten Moabits zum Mitnehmen auslag und noch ausliegt für alle, die sehen wollen, was sie alles verpasst haben. Das komplette Programm steht nach wie vor auch auf der Internetseite des Kunstvereins, www.kunstverein-tiergarten.de, zum Download bereit.

Besucher, die sich einen kompakten Überblick über eine Auswahl von Ausstellungen und Offenen Ateliers verschaffen wollten, konnten sich den geführten Rundgängen am Samstag und Sonntag anschließen. Wer auf eigene Faust möglichst viele Veranstaltungen besuchen wollte, war gut damit beraten, die weitläufige Insel mit dem Fahrrad zu erkunden. Die Galerie Nord selbst mit den aktuellen Ausstellungen von Christopher Winter und Heribert Bücking war ein guter Ausgangspunkt für die Reise durch Moabit. 


KONTAKT:

Kunstverein-Tiergarten e.V.

Essener Straße 20

10555 Berlin

Tel. 030/395 00 972

kulturtage[at]kunstverein-tiergarten[.]de

www.kunstverein-tiergarten.de

Fotos und Text: Gerald Backhaus